Mittwoch, 8. April 2009

Sie dürfte keine Stufen haben

Nach wie vor ist nicht geklärt, wohin ich nach meinem Klinik-Aufenthalt soll. Zu meinen Eltern kann ich nicht zurück, denn sie leben in einem Haus voller Stufen und Treppen. Das umzubauen wäre nicht nur ein enormer Aufwand, sondern auch völlig unverhältnismäßig. Wie lange ich noch zu Hause wohnen könnte, steht völlig in den Sternen. Außerdem verstehe ich mit meinen Eltern zur Zeit so gut wie gar nicht. Ich weiß nicht mal, ob das überhaupt eine Woche gut gehen würde.

Eine Alternative wäre, in eine betreute Wohngruppe für behinderte Menschen zu ziehen. Dort könnte ich ein Zimmer bekommen und würde mit mehreren anderen behinderten Menschen unter einem Dach leben. Dort müsste ich jedoch ausziehen, sobald ich so fit bin, dass ich alleine wohnen kann. Es wäre also immer nur eine Übergangslösung. Das ist nichts, was ich im Moment favorisiere. Ich möchte lieber was, woran ich mich festhalten kann. So blöde das klingt. Vermutlich werde ich danach aber nicht gefragt.

Weiterer Nachteil dieser Version ist, dass es dort nicht nur körperbehinderte Menschen gibt, sondern auch Kinder und Jugendliche, die im Verhalten auffällig oder psychisch krank sind. Ich möchte zwar, dass man mich mit meiner Behinderung akzeptiert, aber ich habe an diesem Scheiß noch so viel zu knabbern, dass ich gerne in meinem Zuhause meine Ruhe hätte. Wenn dann auf dem Flur ständig Radau ist oder ich neben meinen Problemen auch noch den Kummer der anderen lösen soll, bin ich unter Garantie schnell überfordert.

Eine Alternative wäre, in eine WG zu ziehen oder eine WG zu gründen und mich dort von einem ambulanten Sozialdienst besuchen zu lassen. Das ist nicht nur billiger, sondern aus meiner Sicht auch entspannter. Nur ist eine behindertengerechte WG in Hamburg nicht zu finden. Und eine zu gründen, dürfte mindestens genauso schwer sein.

Nur ich muss jetzt bald mal aus dem Quark kommen. Zum Schuljahr 2009/10 soll ich spätestens entlassen sein. Dass ich in der Nähe einer Schule eine Wohung finde, habe ich mir inzwischen abgeschminkt. Ich kann froh sein, wenn ich in Hamburg überhaupt eine rollstuhlgerechte Wohnung, ein rollstuhlgerechtes WG-Zimmer oder ein rollstuhlgerechtes betreutes Wohnen finde.

Und wenn ich dann was habe, müssen meine Eltern noch zustimmen...

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