Montag, 11. Mai 2009

Da war wohl jemand einfach nur zu faul

Ich habe heute morgen wohl 20 Mal versucht, diese Rufnummer zu wählen, entweder war besetzt oder es ging keiner ran. Alle 15 Minuten habe ich es einmal 90 Sekunden durchklingeln lassen. Nichts zu machen. Beim Schulauskunfts-Service ist keiner zu erreichen.

Dann so gegen 11 hatte ich jemanden am Telefon. Ich habe ihr nochmal geschildert, was ich von ihr möchte und dass ich hierzu schon eine Auskunft bekommen habe, die mir aber nicht weiter hilft und mit der ich nicht zufrieden bin.

Und da sagte doch die Dame: "Da kann ich Sie verstehen. Das wäre ich an Ihrer Stelle mit so einer Auskunft auch nicht. Sie ist so auch nicht korrekt. Es steht mir nur nicht zu, etwas gegen meinen Kollegen zu sagen, daher stelle ich Sie zur Sachgebietsleiterin durch. Einen Moment bitte."

Ich hatte sowieso schon einen Puls von 200, der sich dann spontan nochmal auf 250 hochdrehte. Es dauerte einige Zeit, dann meldete sich eine sehr freundliche Dame, die mir sagte, dass ihre Kollegin ihr schon erzählt hatte, worum es geht.

Ich soll ihr doch die Mail bitte zuschicken und sie schickt mir dann einige Informationen zurück. Der kollege hat nicht recht damit, dass es in Hamburg kein rollstuhlgerechtes Gymnasium gibt. Bis auf sechs Ausnahmen sind alle 60 Hamburger Gymnasien mit dem Rollstuhl zugänglich. Bei einigen Altbauten müssen Kompromisse gemacht werden, wie z.B. Unterricht in anderen Räumen, kein Zugang zur Schulkantine, Toilette im Nebengebäude, Eingang auf der Rückseite usw. Das wäre ja alles kein Problem. Aber der Kollege hatte wohl nebenbei noch etwas anderes im Kopf: Der jetzige 12. Jahrgang ist der letzte, der noch 9-stufig unterrichtet wird.

Alle 11. Jahrgänge, die jetzt anfangen, sind 8-stufig, das heißt, der Einstieg würde mir verdammt schwer fallen, weil viele Dinge dort in Klasse 8, 9 und 10 vorgezogen worden sind, die bei der 9-stufigen Schule erst in Klasse 11 und 12 drankommen.

Es gibt vier oder fünf Schulen, die noch parallel 8- und 9-stufig anbieten, um die Wiederholer abzufangen. Das sind die großen Schulen. Und nun kommts: Die großen Schulen sind in Hamburg allesamt die alten Häuser aus dem vorigen Jahrhundert, die nicht rollstuhlgerecht sind. Das hatte der Kollege gemeint, hatte aber wohl keinen Bock, so viel zu tippen. Das geht so nicht, sie wird mit dem Kollegen reden, aber es ändert nichts an der Sache.

Ich könnte aber eine Gesamtschule besuchen, oder, und das würde sie mir empfehlen, ein Schwerpunkt-Gymnasium. Entweder Wirtschaft, Pädagogik oder Technik. Das wird vermehrt von behinderten Menschen und von Leuten auf dem zweiten Bildungsweg gemacht, die über eine Berufsausbildung einen Oberstufenzugang bekommen haben. Dort bin ich aus ihrer Sicht besser aufgehoben als in einer Gesamtschule. Aber die Entscheidung steht mir natürlich frei. Die Schwerpunkt-Gymnasien haben 3 Jahre Oberstufe.

Ein weiteres Problem ist, dass die Bewerbungsfristen für die Schulen schon lange abgelaufen sind. Hier soll ich bitte sofort einen Antrag an die Schulbehörde stellen, zusammen mit einer Bescheinigung des Krankenhauses, in dem ich immernoch bin. Wenn ich das alles nachweisen kann, bekomme ich von dort eine Befreiung von der Bewerbungsfrist, an die die Schule, in der ich mich bewerben will, gebunden ist, es sei denn, dass die wirklich schon überfüllt ist. Wenn ich direkt an den Schulen frage, werden viele ablehnen.

Außerdem gibt es verschiedene persönliche Hilfen, die ich beantragen kann. Hierfür soll ich einen formlosen Antrag zu dem anderen Antrag auf die Bewerbungsfrist-Ausnahme dazu packen, dass ich um eine Beratung zu Fördermöglichkeiten durch die Schulbehörde bitte.

Na also! Geht doch. Hätten sie gleich drei Sätze mehr geschrieben, hätte ich mich gar nicht erst so aufgeregt.

1 Kommentar :

Olli hat gesagt…

Arbeitet die Behörde für den Bürger oder umngekehrt? Unfassbar, wie wohl leichtfertig da durch verkürzte Antworten Leuten scheinbare Schicksalsschläge bereitet werden. Traurig ist dabei, dass man immer weniger auf Auskünfte zu vertrauen lernt und diesen unangenehmen Drang bekommt, alles selber recherchieren oder zumindest exakt prüfen zu wollen.