Montag, 31. August 2009

Brot kann schimmeln

An den Tonfall muss ich mich erst noch wieder gewöhnen, denn ändern kann ich ihn wohl nicht: Bei einigen Lehrern in meiner neuen Schule geht es ziemlich übel zu. Abwertend und unter der Gürtellinie. Die meisten Mitschüler scheint es aber nicht zu stören. Oder sie überhören das einfach oder sind es gewohnt. Mir fällt es schwer, da ich normalerweise netter mit meinen Mitmenschen rede und das auch aus meiner alten Schule nicht so extrem kenne. Oder ich habe es verdrängt. Aber solange ich nicht diejenige bin, die da angemacht wird, kann ich damit leben, dass es andere nicht stört. Ich muss mir nur etwas überlegen, was ich auf solche Sachen rausgeben kann, damit ich nicht anfange zu heulen, wenn ich mal diejenige bin, die da angemacht wird. Das ist jawohl nur noch eine Frage der Zeit.

"In Ihrem Hirn herrscht gähnende Leere." Oder: "Sie sind so dumm wie 10 Meter Feldweg." Oder: "Brot kann schimmeln. Sie können gar nichts." Oder: "Ihre Eltern hätten besser Kondome verwendet." Oder: "Was sagen Sie als Außenstehender zum Thema Intelligenz?"

Ich finde es unverschämt, in den allerersten zwei Stunden, in denen man einen Lehrer das erste Mal hat, solche Sachen rauszuhauen. Aber es scheint auf einem Gymnasium in Hamburg im Jahr 2009 normal zu sein.

Kommentare :

Crazy-Achmet hat gesagt…

Für mich hört sich das eher so an, als wolle er gleich am Anfang zeigen, wer der "Herr im Hause" ist und seine Autorität aufbauen.

Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es so extrem weitergeht, dass wäre schon sehr sehr krass!

Ruthy hat gesagt…

Wie bitte???
Das ist Proll unterste Schiene. Tut mir leid, aber so ein Typ hat m.E. nix auf einem Gynmasium zu suchen. Und schon gar nicht als Lehrer.
Habt ihr nicht sowas wie einen Schulsenator oder wie auch immer in HH? Ich würde so Geschwafel aufnehmen und dem dann mal zukommen lassen.
Abewr wenn die Lehrer schon in so einem Ton daherreden, dann wundert mich wirklich bald gar nix mehr.

LG Ruth

M hat gesagt…

Ich würde zurückfragen:

* Sie kennen den Unterschied zwischen Kneipe und Schule?

* Haben Sie die Gemeinheiten, die da aus Ihrem Mund kommen, eigentlich unter Kontrolle?

* Gab es heute wieder Prollkekse zum Frühstück?

Oder einfach müde lächeln. Du merkst ja selbst, wie hohl der Typ ist. Vermutlich hat er keinen Bock auf ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen Schülern. Vielleicht kann er mit netten Menschen nicht umgehen. Oder er hatte einfach nur einen schlechten Tag. Aber aus meiner Sicht erfüllen seine Äußerungen, insbesondere die mit dem Feldweg und dem Kondom, bereits den Straftatbestand der Beleidigung. Also sollte man, wenn das andauert, mal mit dem Vorgesetzten reden, dass man sich so etwas nicht bieten lassen möchte. Und das am besten anonym über den Klassensprecher.

Basti hat gesagt…

Gleich Sachen packen, rausgehen und zum Direktor. Du möchtest dein Abi machen und dabei muss man sich nicht beleidigen lassen. Und ein Protokoll könnte auch Sinn machen, wenn man sich irgendwann mal wirklich beschweren muss. Einfach einen Zettel aufmachen und dann reinschreiben: 01.09.09, 11.24 Uhr, Herr Müller nennt Schüler Achmet einen Vollidioten. Nächste Zeile ...

Das gleiche habe ich meiner Tochter auch schon raten müssen. Sollte sie deswegen mal Schwierigkeiten bekommen, stehe ich voll hinter ihr.

Flowerlady hat gesagt…

In meiner Schulzeit (Abi 2005) war das bei manchen Lehrern normal, allerdings war das ihre Art von Humor und sie haben auch entsprechend freche Antworten vertragen. Ich würde mir daher einfach ne Weile anschauen, wie man mit dem Lehrer umgehen kann. Der beste Spruch ist aber immernoch: "Ein Lehrer ist immer nur so gut wie sein schlechtester Schüler!".
Zu Herzen nehmen sollte man sich sowas sowieso nicht. Über so etwas sollte man drüber stehen, das härtet vor allem fürs Leben ab.
Wegen so einem Kleinkram gleich zum Senator rennen oder über die Sprüche Buch führen? Meine Güte. Wie sollen denn solche Kinder im Berufsleben klarkommen, wenn sie schon keinen doofen Sprüchen in der Schule standhalten können?

BigDigger hat gesagt…

Das sind keine doofen Sprüche, sondern justiziable Beleidigungen.

NewRaven hat gesagt…

Ich schließe mich da Flowerlady an. Auch ich kenne Lehrer, bei denen das einfach zu ihrer Art gehört. Gerade die vertragen dann aber auch eine etwas heftigere Antwort oder warten sogar geradezu darauf. Und gerade diese Art Lehrer hat es bei mir aufgrund ihrer "Lockerheit" am Besten geschafft, mir den Stoff zu vermitteln. Warum? Ganz einfach deshalb, weil sie ihn eben nicht trocken vorgetragen haben, wie er im Lehrbuch steht (das kann jeder selbst lesen, dafür braucht man - zumindest gings mir so - keinen Lehrer), sondern das ganze deutlich anschaulicher, praxisbezogener rüberbringen konnten. Ich würde also ebenfalls vorschlagen, sich das Ganze erst noch eine Weile mit anzusehen, um festzustellen, ob das Ganze nun vielleicht eine/ihre Art von "Lockerheit" bzw. Humor ist (ob man diese Art nun individuell mag, ist sicher eine andere Sache) um ein weniger differenziertes Verhältnis zu euch aufzubauen oder ob die entsprechenden Lehrer wirklich nur total überheblich und respektlos sind.

Arne hat gesagt…

Knackige und lockere Sprüche habe ich bei meinen Lehrern auch immer geliebt. Aber das muss nicht auf Kosten einzelner und beleidigend sein. Dann doch lieber trocken.

Anonym hat gesagt…

Na, mit dem Jahr 2009 hat das nichts zu tun. Solche Lehrer gab es immer schon. Pink Floyd hat das im Song "The Happiest Days of our Lives" (Album The Wall) von 1980 so besungen:

When we grew up and went to school
There were certain teachers who would
Hurt the children in any way they could

"OOF!" [someone being hit]

By pouring their derision
Upon anything we did
And exposing every weakness
However carefully hidden by the kids
But in the town, it was well known
When they got home at night, their fat and
Psychopathic wives would thrash them
Within inches of their lives.



(http://www.youtube.com/watch?v=3l1-QbsU5gA&feature=related -- "The Happiest Days of our Lives" + "Another Brick in The Wall part 2")

Olli hat gesagt…

Geballt in den ersten 2 Stunden finde in der Tat auch ich da zu viel. Würde ich auch nicht einfach so hinnehmen wollen.
Und zum Hinweis, im Berifsleben ginge es später auch hart zu: m.E. verfehlte Denke - statt die Schüler auf ein ruppiges Berifsleben vorzubereiten, fände ich es nötiger und menschlicher denen klar zu machen, dass so etwas nirgendwo hinzunehmen ist. Dann werden die auch später im Berifsleben mit dafür sorgen, dass sich derart unverschämt benehmende nicht ohne Widerstand bleiben.