Freitag, 29. Januar 2010

Hilfsbedürftigkeit und Hilfsbereitschaft

Dass es noch weiter schneien soll, wurde angekündigt. Also sind Sofie und ich zum Großeinkauf losgezogen. Wer weiß, ob wir mit unseren Rollstühlen in den nächsten Tagen aus dem Haus kommen, wenn das eintritt, was die Wettervorhersage verspricht. Liam ist für zwölf Tage bis nächsten Freitag auf einer Fortbildung im Breisgau und sonnt sich, während hier oben die Welt untergeht.

In so einen Kombi geht ja jede Menge rein. Im dicksten Schneesturm fuhren wir zurück - bis zur Tiefgaragen-Einfahrt. Das Tor war eingefroren. Also mussten wir auf der Straße parken. Es hat fast eine Viertelstunde gedauert, bis wir überhaupt aus dem Auto ausgestiegen waren. Sofie konnte auf der Beifahrerseite gar nicht raus, weil ich dort mit ihrem Rollstuhl vor mir nicht den Bordstein hoch kam, also musste sie auf meinen Sitz rutschen und dort aussteigen.

Die Straße ist nicht geräumt, fette Eisschichten liegen unter dem frischen Schnee. Die Reifenspuren, in denen die Autos regelmäßig fahren, waren schonmal aufgetaut. Bei dem Versuch, im rechten Winkel durch diese Spuren zu kommen, fuhren wir uns fest und bekamen uns weder selbst noch gegenseitig wieder hinaus. Während die Vorderräder im Eis versanken, rutschten die Hinterräder auf dem glatten Schnee. Unsere Straße ist eine Sackgasse, daher kommen nicht viele Autos. Das erste Auto, das kam, fuhr um uns herum. Der Fahrer half nicht.

Dann kam ein Junge, ich vermute etwa 12 Jahre alt. Ich sprach ihn an: "Du, kannst du uns bitte helfen?" - "Was krieg ich dafür?" - "Einen Backs", antwortete Sofie schlagfertig. Der Junge guckte sie entsetzt an. "Kannst weitergehen, entschuldige, dass wir dich um Hilfe gebeten haben." fügte sie hinzu. Völlig sprachlos ging er weiter.

Inzwischen schneiten wir so langsam ein. Dann kam eine Frau mit ihren Kindern aus dem Nachbarhaus, setzte ihre beiden Kinder ins Auto. Bevor sie einstieg, schlurfte sie zu uns. "Kann ich euch helfen?" - "Würden Sie uns bitte einmal helfen, hier aus der Fahrrinne wieder rauszukommen?"

Das größte Problem war, dass sie selbst ständig wegrutschte. Als sie Sofie über den Gehweg auf den relativ ebenen Weg zum Haus geschoben hatte und zu mir zurück kam, fragte sie mich: "Und der Einkauf im Auto? Wie kommt der jetzt ins Haus?" - "Keine Ahnung, wir fragen nachher irgendjemanden. Vielleicht wird ja auch das Garagentor repariert, dann können wir das selbst." - "Ich trag euch das eben rein." sagte sie, während sie mich in Richtung von Sofie schob.

"Nee, das ist nett gemeint, vielen Dank. Wir sind schon froh, dass wir von der Straße runter sind." - "Ich muss mich bei mir zu Hause auch immer um den Einkauf kümmern, also wo soll das ganze Zeug hin? Ich sage eben kurz meinen Kindern Bescheid." - "Nein, lassen Sie mal. Das ist mir echt unangenehm." - "Ruhe jetzt. Wer weiß, wann das Garagentor wieder funktioniert. Bis dahin ist die Milch eingefroren und geplatzt."

Sie ging zu ihren Kindern und sagte: "Ich muss den beiden eben helfen. Ich komme gleich wieder." Dann trug sie doch tatsächlich den kompletten Einkauf, den wir glücklicherweise schon gleich in mehreren Klappkisten verstaut hatten, inklusive der ganzen Getränkekisten bis zum Eingang. Das dauerte letztlich keine drei Minuten, aber ich hätte fast geheult, so unangenehm war mir das.

Das Tor wurde rund zwei Stunden später repariert. Inzwischen steht das Auto wieder in der Tiefgarage. Schon Scheiße, wenn man so behindert ist.

Gerade gestern diskutierte ich mit einer Fußgängerin darüber, dass es Rollstuhlfahrer gibt, die fremde Hilfe als selbstverständlich ansehen und diese zum Teil sogar schon regelmäßig in den Tagesablauf einplanen und für völlig selbstverständlich halten. Für solche Zeitgenossen kann ich mich wirklich nur fremdschämen. Selbstverständlich ist es beschissen, fremde Hilfe zu benötigen und um diese auch noch bitten zu müssen, obwohl einem das schon endpeinlich ist. Aber trotzdem gehören sich Freundlichkeit und Dankbarkeit.

Meine Diskussionspartnerin hat am Bahnhof einer Rollstuhlfahrerin geholfen, die sich von ihr rund 45 Minuten durch die Stadt schieben lassen und sie dabei noch in einem unmöglichen Tonfall herumkommandiert hat. Als Krönung war sogar noch ein Abstecher auf eine Toilette drin, wo die Rollstuhlfahrerin verlangt hat, auf die Toilette umgesetzt zu werden, festgehalten zu werden, da sie nicht frei sitzen könnte - am liebsten hätte sie noch den Hintern abgewischt bekommen. Eine Beschwerde, dass das Hemd hinterher nicht richtig in der Hose steckt, war auch noch drin. Unglaublich, was sich manche Leute rausnehmen.

Ja, manchmal benötigt man als Rollstuhlfahrer fremde Hilfe. Ich finde es schön, dass die meisten Menschen hilfsbereit sind. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich jung und weiblich bin. Ich würde niemals auf die Idee kommen, fremde Hilfe vorauszusetzen oder mich, wenn ich Hilfe bekomme, nicht anständig dafür zu bedanken. Und ich würde nur dann um Hilfe bitten, wenn es wirklich gar keinen anderen Weg mehr gibt. Und mit "gar keinen" meine ich wirklich "gar keinen". Dazu gehört auch, dass ich mich nicht aus Bequemlichkeit von anderen Menschen schieben lasse und vor allem, dass ich nicht etwa wildfremde Leute frage, ob sie mit mir auf die Toilette gehen. Sowas geht gar nicht.

Kommentare :

Stubbe hat gesagt…

Man weiß natürlich nicht, ob die Rollstuhlfahrerin einfach nur einsam war und Kontakt gesucht hat oder vielleicht sogar sehr dringend auf die Toilette musste. Was soll sie machen, wenn sie alleine nicht auf das WC kommt, weil sie noch nicht mal alleine sitzen kann!

Stabbe hat gesagt…

@ Stubbe: Nicht so viel trinken, dann muss man auch nicht dringend auf Klo. Ich finde es widerlich und würde mit fremden Leuten niemals auf Toilette gehen, diese Leute anfassen oder ähnliches. Man weiß nie, was man sich da wegholt.

Stubbe hat gesagt…

Stabbe, ich hoffe, das betrifft generell "fremde Leute" und nicht explizit Rollstuhlfahrer. Ich möchte dich mal sehen, wenn du dringend musst und nicht auf die Toilette kommst!

Hans hat gesagt…

Ich sehe das so, dass sich Menschen gegenseitig ergänzen und helfen sollten. Wenn jemand alt, krank oder behindert ist und meine Hilfe braucht und ich sie ihm geben kann, dann bekommt er sie auch. Wer weiß, wann ich mal Hilfe brauche. Einmal ausgerutscht, kann das ganz schnell gehen. Natürlich hat das alles auch Grenzen. Ich bin nicht die Wohlfahrt. Die üblichen Schmarotzer machen das System kaputt - das ist bei den staatlichen Leistungen genauso wie bei den freiwilligen privaten.

Man muss mich für eine Hilfeleistung nicht mit Geld bezahlen. Aber ein Lächeln, ein Danke, ein bißchen Respekt, und dazu gehört auch eine freundliche Ansprache, kann man wohl erwarten. Und diejenigen, die die Hilfe anderer über eine Notlage hinaus ausnutzen, machen, wie gesagt, auf die Dauer alles kaputt. Erst für sich selbst (künftig macht man um die Person einen großen Bogen), später für alle anderen (Behinderte sind undankbar und systematische Schmarotzer).

Auch wenn jemand nötig (= Notlage) auf die Toilette muss; jemanden aufs Klo zu begleiten und dort noch weiter tätig werden zu müssen, geht eindeutig zu weit. Das muss derjenige anders organisieren und dazu wird es sicherlich auch andere Lösungen geben. Wenn ich weiß, dass ich die nächsten drei Stunden nicht auf die Toilette komme, trinke ich nicht noch zwei Liter und gehe vorher nochmal.

Ich bin überzeugt, dass die Stinkesocke das richtige Verhältnis und die richtige Einstellung dazu hat und versucht, möglichst viel alleine hinzubekommen und alleine zu organisieren.

Rainer hat gesagt…

Bei mir im Haus wohnt im Erdgeschoss eine Frau Anfang 30, die ist Hobby-Rollstuhlfahrerin und hat einen psychischen Vollschaden. Von der halten sich alle Leute hier im Haus fern, weil die immer genau so behindert ist, wie es ihr gerade passt oder wie es gerade für sie gut ist. Als sie einzog, hat sie ihren Kühlschrank aus dem Auto gehoben, auf eine Sackkarre gepackt und zu Fuß reingeschoben, am Tag danach fuhr sie im Rollstuhl durch die Gegend. Zum Hausbriefkasten geht es ein paar Stufen runter, wenn sie gerade keinen Bock auf behindert hat, geht sie zu Fuß durchs Haus über die Treppen, wenn doch, fährt sie in ihrem Rollstuhl über ihre Terrasse um das Haus rum und dann von vorne zu ebener Erde an die Briefkästen. In ihrer Wohnung geht sie zu Fuß, auf der Terrasse manchmal auch, manchmal nicht.

Sie geht nicht arbeiten, kann sich aber einen fetten neuen Kombi leisten. Na klar, man braucht ja viel Platz für den Rollstuhl! Für sie hat der Vermieter einen stufenlosen Weg durch die Grünanlage zur Terrasse gebaut, vor dem Haus ist jetzt eine Schräge statt der zwei Stufen vorher. Die Stadt baute ihr einen Behindertenparkplatz vor die Haustür, nur für sie reserviert.

Hin und wieder ist da mal Party, im Sommer grillen mal welche auf der Terrasse, dann sitzt sie die ganze Zeit im Rollstuhl. Ich habe schon oft überlegt, ob ich nicht einfach den Behörden mal einen Hinweis geben soll, aber im Grund geht es mich nichts an. Mich stört aber, dass hier genau das vorliegt, was Hans oben ausführt: Schmarotzer machen das ganze System kaputt. Und dann "gibt" man eben nicht mehr gerne, sondern hat etwas dagegen, dass Sozialleistungen für solche Leute verprasst werden bzw. Leute Hilfe leisten, obwohl sie eigentlich auch ohne Rollstuhl und ohne fremde Hilfe gut klar kommt.

Vielleicht ist sie ein Einzelfall, aber die Tatsache, dass sie ausgerechnet in meinem Haus wohnt, lässt es für mich unwahrscheinlich erscheinen, dass so etwas nicht viel, viel öfter vorkommt.

Lina hat gesagt…

Rainer, ich kenne zwar diese Nachbarin nicht, aber mit solchen Verdächtigungen wäre ich extrem vorsichtig!

Wenn man etwas nicht versteht, hält man entweder seine Klappe oder fragt nach und gibt demjenigen die Möglichkeit, sich zu äußern, bevor man ihn verurteilt.

Ansonsten finde ich, dass man nicht die Hilfe anderer in Anspruch nehmen sollte, schon gar nicht regelmäßig und selbstverständlich. Jemanden zu bitten, mit mir auf Toilette zu gehen, käme mir niemals in den Sinn. Eher würde ich in die Hose pinkeln. Unfassbar, wie manche Leute drauf sind.

Rainer hat gesagt…

Ich wüsste nicht, womit ich jemanden "verdächtige", ich sage nur, dass diese Person einen psychischen Vollschaden hat.

Und ich HABE sie angesprochen und sie, damals noch ehrlich erschrocken, gefragt, ob sie sich gestern zu viel zugemutet hat mit dem Kühlschrank. Ich hätte ihr doch geholfen, wenn sie gefragt hätte. Sie tat erst so, als wenn sie mich nicht versteht, und dann behauptete sie, das mit dem Kühlschrank sei ihre Schwester gewesen. Die sehe ihr sehr ähnlich.

Das hätte ich ja auch noch geglaubt, immerhin war es fast dunkel, als ich das beobachtet habe (warum macht das wohl jemand im Dunkeln?), aber ein paar Tage später sah ich sie laufend und da grinste sie mich an und tat, als wenn nichts wäre.

Dann habe ich mir das Auto genauer angesehen, sie hat ein umgebautes Auto, wo sie mit der Hand Gas gibt und bremst. Das ist eben auch so etwas ... sie KANN laufen und die Füße bewegen und macht beim Autofahren auf behindert. Und dann soll ausgerechnet die Schwester auch noch mit diesem umgebauten Auto fahren können. Das ist doch alles Schwachsinn. Das war sie selber, da bin ich mir sicher. Vor allem habe ich diese Schwester auch nie wieder hier gesehen.

Anonym hat gesagt…

naja lina, "eher würde ich in die hose pinkeln" ist auch leicht gesagt, solange man nicht wirklich in einer solchen notlage ist. ich weiß nicht, was weniger peinlich ist: vor allen leuten in die hose pinkeln oder jemanden fragen, ob er einem auf die toilette hilft. ich bin froh, dass ich solche dinge noch alleine kann.

Anonym hat gesagt…

@Anonym: Wenn du Jules Blog mit gleich bleibendem Interesse lesen würdest, wäre dir die Situation im Bahnhof Sternschanze nicht entgangen, als die Mädels nach "Keinohrhasen" im "Keinstromaufzug" feststeckten und sich bei Lina ein Weizenbier verselbständigte. Ich finde es bedauerlich, dass Menschen in solche Notlagen kommen, wüsste aber auch nicht, wie man das Problem abstellen könnte. Rollstuhlgerechte WC-Anlagen sind eher selten und teuer, außerdem scheint es ja Leute zu geben, die sie alleine nicht benutzen können. Die Menschen dann wie kleine Kinder zu wickeln, halte ich für unwürdig (die Diskussion gibt es ja regelmäßig im Zusammenhang mit Pflegenotstand in Altersheimen). Von daher beneide ich niemanden um seinen Platz im Rollstuhl und würde mit diesen Gedanken wohl doch auch helfen, wenn mich so jemand fragt, ob ich ihn auf Toilette begleite.

Viele Grüße, Heiko (ein treuer Leser deines Blogs)

thymater hat gesagt…

soweit ich weiß, wickelt sich jule selbst. ich frage mich, wenn sie das zwar notgedrungen (in diesem zusammenhang in besonderer bedeutung) aber doch freiwillig macht, ob sie das auch entwürdigend findet, oder ob es entwürdigender wäre, wenn sie, wie von lina favorisiert, in die hosen macht. was ich mir eigentlich bei keinem so richtig vorstellen kann, auch bei lina nicht.

M hat gesagt…

Och Leute, dass das immer so extrem in diese Piss-Richtung abdriften muss, ich begreife das nicht. Sobald Jule oder irgendeiner der anderen Rollifahrer irgendwie das Wort "pinkeln" in den Beitrag nimmt, wird das bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet.

Klar, dass das Thema bei jemandem, der inkontinent ist und mit Menschen zu tun hat, bei denen das ähnlich ist, häufiger vorkommt. Ich finde es auch gut, dass es nicht verschwiegen oder ausgelassen wird. Aber man muss doch nun nicht scheinheilig ("Favorisiert Lina das Hosenpinkeln?") bei jedem Beitrag die gleichen sinnlosen Fragen stellen.

thymater hat gesagt…

@M: vielleicht bin ich ja auch rollifahrer oder will es genau wissen?

Anonym hat gesagt…

@ Rainer
Möglicherweise hat die Frau in deinem Haus auch MS? Da kann es durchaus zu solchen extremen Schwankungen in der Bewegungsfähigkeit kommen.
Ich könnte verstehen, wenn sie da nicht drüber reden möchte. Wenn man das einem Nichtbetroffenen erklären muss, ist man (gefühlt) drei Tage am rabbeln.

@ Jule
Dein Blog ist super! Vielen Dank auch für die Beiträge bezüglich Pinkelproblemen. Ich finds gut, dass diese verdammte Tabu gebrochen wird.
Im Moment komme ich noch mit einem pingeligen Zeitmanagement hin, aber ich habe natürlich Schiss vor der Zukunft.
Wenn du über diese Probleme und den Umgang damit schreibst, nimmst du mir ein großes Stück Angst.

Lina hat gesagt…

Rainer, selbstverständlich ist es eine (falsche) Verdächtigung, wenn ohne eindeutigen Beweis behauptet wird, sie beziehe zu Unrecht Sozialleistungen! Und eindeutige Beweise liegen nunmal nicht vor.

Dass das mit dem Kühlschrank nicht auch doch die Schwester gewesen sein könnte, begründest du damit, dass dir die Nachbarin ein paar Tage später gehend entgegen kam und dich anlächelte. Und dass das Auto umgebaut ist.

Ich kenne genügend Leute, die auch ohne Rollstuhl gehen können, aber tagesformabhängig oder streckenabhängig oder gleichgewichtsabhängig oder anderweitig vorsorglich doch im Rollstuhl fahren. Genügend davon haben wiederum Freunde oder Geschwister, die dasselbe Auto in ihrem Auftrag fahren und dabei die Handbedienung deaktivieren. Jede Handbedienung muss deaktivierbar sein.

Weißt du, ob sie von zu Hause aus arbeitet? Weißt du überhaupt, ob sie Sozialleistungen bezieht? Vielleicht hat sie eine sehr hohe Entschädigung für ihren Gesundheitsschaden bekommen und lebt von den Zinsen. Oder von einer Rente. Wenn sie einen Behindertenparkplatz hat, muss ihr Gesundheitszustand ja mindestens einmal von öffentlicher Seite begutachtet worden sein.

Ich wäre mit solchen Vorurteilen äußerst vorsichtig.

Thymater, was du dir vorstellen kannst und was nicht, ändert nichts an meiner Haltung. Da ich aber alleine aufs Klo komme, finde ich es albern, darüber noch weiter zu diskutieren.

Anonym hat gesagt…

Ich finde, Jule sollte ruhig über alles schreiben. Sie schreibt sehr sachlich und ich wüsste nicht, warum man Themen aussparen sollte. Ich habe selbst eine Nichte, die im Rollstuhl sitzt und ähnliche Probleme hat. Da wird immer ein riesengroßes Geheimnis selbst vor Angehörigen gemacht, obwohl diese dann doch mal was mitbekommen und sich ihren Teil denken. Wenn man versucht, etwas zu verheimlichen, ist das Interesse der anderen noch größer und irgendwelche Gerüchte sind schnell verbreitet.

Man muss natürlich aufpassen, was man über sich schreibt, weil ja auch immer mal Mitschüler oder Freunde mitlesen. Wenn man aber sieht, dass Probleme, an denen man nun beim besten Willen keine Schuld trägt, gelöst werden, man mit ihnen umgehen kann, empfinde ich das eher als Zeichen für Stärke als für Schwäche.

Sofie hat gesagt…

Ich kann mich nur immer wieder wundern, wie schnell manche Menschen zu einem abwertenden Urteil gelangen. Da werden ein paar Puzzleteile mit Gewalt zusammengedrückt und das dabei entstehende falsche Bild dient als Grundlage (vielleicht sogar als Rechtfertigung), um einem behinderten Menschen einen psychischen Vollschaden zu attestieren und diesen bei Behörden denunzieren zu wollen.

Keine Frage, es gibt Menschen, die aus einer psychischen Erkrankung heraus so etwas vorspielen. Aber diese Leute erfahren ihre positive Bestärkung eben durch dieses möglichst authentische Vorspielen. Die werden mit Sicherheit nicht bei Tageslicht für alle Nachbarn sichtbar durch die Gegend laufen und freundlich grüßen.

Zu allem anderen äußere ich mich mal später...

Olli hat gesagt…

Der Verweis auf die Tiefgarege löst die vorhin erst gestellte Parkplatzfrage halb - ich nehme dann an, es gibt einen explizit zugewiesenen hinreichend breiten Platz für alle automobilen dort wohnenden Rollstuhl-Fahrer?