Samstag, 11. September 2010

Ziemlich böse

Ich war böse. Ziemlich böse. Keine Ahnung, ob es schlau ist, das hier zu schreiben. Ich habe aber auch keine Ahnung, ob es schlauer ist, nur die braven Dinge zu schreiben. Von ein paar kleinen Ausrastern mal abgesehen, die aber meistens Reaktionen und nicht Aktionen waren. Ich weiß es wirklich nicht.

Wie gesagt, ich war böse. Ich war ja vor zwei Wochen auf einem Triathlon, habe im Anschluss daran weniger Muskelkater gehabt als befürchtet, hatte mich ein paar Mal von meiner Physiotherapeutin durchkneten lassen und sogar auch schon zwei Mal wieder an lockerem Schwimmtraining teilgenommen. Nur Straßentraining wurde noch nicht wieder angeboten. Dieses Wochenende sollte es sein, es wurde aber bereits am Donnerstag abgesagt, weil zu viele Leute krank sind.

Also war ich gestern nachmittag in der Sporthalle, in der einige Rennrollis eingeschlossen waren (auch meiner), und habe meinem Stuhl zwei neue Reifendecken verpasst, da die alten an einer Stelle bereits eine Kerbe hatten und es dann nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es knallt. Außerdem hatte ich nach dem Wettkampf sämtliche Sitzbespannungen mit nach Hause genommen und mal von der Waschmaschine durchwaschen lassen. Auch wenn sie sonst nach dem Training regelmäßig abgespült werden, gerade nach einem Triathlon sollte das dann doch mal drin sein.

Jedenfalls fummelte ich diese nun auch wieder auf den Stuhl und plötzlich überlegte ich mir: Eigentlich könntest du ja den Stuhl einfach mitnehmen und für dich selbst ein bißchen trainieren. Das ist nicht ungewöhnlich, andere machen das auch, Simone beispielsweise hat ihren Stuhl fast nie in der Halle stehen. Die einzige Hürde war: Ich musste ganz alleine managen, dass ich in den Stuhl kam und ich musste eine Strecke finden, wo ich gut fahren konnte, ohne dabei in den Straßenverkehr zu geraten. Das wäre ohne Begleitfahrzeug lebensmüde.

Asphaltierte Wege an den Elbdeichen sind doch etwas schönes. Auch im Dunkeln. Man ist fast alleine, von ein paar Joggern abgesehen, am Weg stehen in gewissen Abständen Laternen, man kann auf die Elbe schauen, Schiffe beobachten, hat wunderbare frische Luft und himmlische Ruhe.

Und einen gewissen Nervenkitzel. Schreib ich es wirklich? Ja, ich schreibe es. Ein Hauptgrund, warum ich für mich alleine trainieren wollte, war gar nicht mal der Sport, die Bewegung, die körperliche Fitness. Sondern ich brauchte einen Kick. Einen Hormonkick. Ich weiß, es hört sich komisch an. Vielleicht sogar etwas krank. Vielleicht mache ich mich auch absolut lächerlich. Und vermutlich locke ich jetzt scharenweise irgendwelche komischen Leute hier auf die Seite. Also doch nicht schreiben? Menno!!!

Ich brauchte einen Kick. Einen Hormonkick. Ich habe trainiert und ... hatte keine Hose an. Klingt jetzt vielleicht albern. Und vermutlich werden sich jetzt die Hälfte meiner Freunde von mir distanzieren und mir raten, mal zum Psychiater zu gehen, aber es hat sich irgendwie einfach so ergeben. Natürlich war ich Herr äh Frau meiner Sinne. Und natürlich wäre das auch anders gegangen. Aber ich bin auf einen Parkplatz gefahren, völlig dunkel, völlig einsam, von allen Seiten gut einsehbar, direkt an der Elbe, bin im Auto nach hinten gekrabbelt, habe die Seitentür geöffnet, meinen Rennrolli rausgeschoben und wollte mich umziehen. Unter einem Laken (damit nicht alles dreckig wird) lag die Matratze und mein Schlafsack, und während ich mich auf der Matratze liegend auszog, um meine Trainingsklamotten anzuziehen, verspürte ich eine gewisse Lust, mich nackt in den flauschigen Schlafsack zu legen, ein bißchen Musik zu hören und mich zu streicheln, während draußen das Wasser der Elbe an mir vorbei floss und die Sterne leuchteten. Aber ich wollte ja trainieren.

Und plötzlich kam mir der Gedanke, wie es wohl wäre, nackt zu trainieren. Ich bekam Herzklopfen, wurde kribbelig, spürte eine gewisse Erregung und das alles wurde immer stärker mit jedem Gedanken daran, dass ich das ja wirklich machen könnte. Und irgendwann dachte ich dann: Naja, oben ohne, wenn das einer sieht, vermutet jemand ein Verbrechen oder eine Irre (bin ich ja auch) und ruft gleich die Polizei. Aber unten? Sieht ja keiner. Hinter dem Po ist die Rückenlehne, wenn das Shirt weit genug runter geht, sieht das niemand. Schon gar nicht bei der Geschwindigkeit. Von den Seiten kann niemand reinschauen und von vorne liegen die Brüste nahezu auf den Knien. Man sieht nur die nackten Beine unterhalb des Knies - ich könnte ja auch eine kurze Hose tragen. Mein Herz raste und ich beschloss mehr und mehr, es wirklich zu tun.

Die Scheiben vom Auto sind getönt, man kann von außen nicht reingucken, es sei denn, man drückt sich mit der Nase an die Scheibe. Hingegen konnte ich alles sehen. Und es war weit und breit niemand. Also zog ich nur ein enganliegendes, langärmliges Shirt an und kletterte in Windes-Eile in meinen Rennrolli. Autotür zu, abschließen, Schlüssel in die Kletttasche an der Rückenlehne ... und los. Es war nicht kalt, es war angenehme Luft und mein Puls war mindestens bei 150. Meine Trainingspartner hätten natürlich sofort gesehen, dass ich untenrum nackig war, aber wer das nicht vermutete, würde das auch nicht ahnen.

An ein vernünftiges Trainingsprogramm war in der Aufregung nicht zu denken. Ich fuhr, mal schnell, mal weniger schnell, auf dem asphaltierten Weg auf dem Deich, ich durfte jetzt nur nicht stürzen, umkippen oder vor Schreck in die Elbe lenken. Der Gedanke daran, was wohl passieren würde, wenn ich rausfallen würde und das jemand sieht, machte mich noch wuschiger. Diese exhibitionistische Ader kannte ich noch nicht von mir. In erster Linie reizte mich, etwas verbotenes, anstößiges zu tun. Man kann doch nicht immer nur lieb sein!

Nach einigen Minuten begegnete ich dem ersten Jogger, der war nur mit sich selbst beschäftigt und nahm mich kaum wahr. Ein Inlineskater drehte sich nochmal um. Ein anderer Jogger grüßte, mit einem anderen wäre ich im Dunkeln fast kollidiert, aber insgesamt war alles so wie sonst auch. Außer dass niemand wusste, was ich tat. Als ich an dem Punkt angekommen war, an dem ich wenden wollte, habe ich mich gerade hingesetzt, aus dem Dunkeln heraus lange in alle Richtungen geschaut und als ich niemanden sah, habe ich angefangen, mich zu berühren. Im Bett habe ich dafür meine Bauchlage und meinen Delfin, mit den Fingern im Sitzen habe ich es noch nie getan. Die direkten Berührungen spüre ich wegen meiner Querschnittlähmung nicht. Wohl aber, dass da etwas wohliges passiert und auf jeden Fall, dass das alles irre gut durchblutet ist und ganz viele Hab-mich-lieb-Hormone durch meinen Körper wuseln. Und dann plötzlich kam so eine Phase, in der ich nicht mehr aufhören konnte und nicht genug bekommen konnte. Und dann plötzlich hätte ich fast geschrien, so gut fühlt sich das an.

Ich will hier keinen Porno schreiben. Ich will weder, dass einer den "Flag it!"-Button drücken muss noch dass hier Dinge stehen, von denen sich jemand belästigt fühlen könnte. Ich möchte einfach nur beschreiben, dass ich, wenn auch auf zugegeben seltsame Art, etwas geschafft habe, über das ich sehr glücklich bin. Eben auch, weil ich einige Leute mit Querschnittlähmung kenne, die glauben, Sexualität nicht mehr erleben zu können, nur weil sie da unten keine Berührungen mehr empfinden. Ich muss auch gleich sagen, dass ich nicht weiß, wie das bei mir wäre, wenn ich ein kompletter Querschnitt wäre, vielleicht noch höher. Vielleicht wäre dann alles ganz anders.

Nach diesem Flash war alles ganz anders. Ich fühlte mich glücklich, wie auf Droge, mein Puls war erstaunlich langsam, ich saß da im Stuhl und dachte mir: "Was machst du hier eigentlich für einen Scheiß?" Mir wurde kalt und ich hätte am liebsten gerne mal geduscht. Ich hätte gerne jemanden gehabt, an den ich mich ankuscheln könnte. Den ich kraulen könnte, den ich umarmen könnte. Stattdessen waren da noch einige Kilometer zum Auto zu bewältigen. Halbnackt. Aber ich habe es ja nicht anders gewollt. Und als ich dann endlich wieder im Auto saß, mich angezogen hatte, die Heizung lief, das Radio mitten in der Nacht schöne sanfte Kuschelmusik spielte, die Bäume begannen, sich im Wind hin und her zu wiegen, einzelne Regentropfen auf die Windschutzscheibe fielen, ich das Fahrlicht anknipste, das einige Hasen von der Wiese scheuchte, und ich langsam vom Parkplatz rollte, dachte ich mir so: Socke, eigentlich geht es dir doch richtig gut.

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Jule, daran ist gar nichts böse!
Einen gewissen Kick brauchen wir all hin und wieder mal. Das ist doch tausendmal besser als irgenwelche Drogen, Gewalt und was sich sonst so manche Leute noch ausdenken um einen Kick zu haben.

Anonym hat gesagt…

Ich find das auch nicht schlimm...

Anonym hat gesagt…

Ich find das jetzt nicht schlimm. Du tust keinem weh, es bekommt, das sagst du selbst, nicht mal unbedingt jemand mit. Jeder "echte" Exhibitionist würde das absolut langweilig finden und sich fragen, wo denn hier überhaupt der Kick ist. Dass es für dich, gerade wenn du sowas zum ersten Mal gemacht hast, etwas ganz besonderes war, ist völlig normal.

Stefan hat gesagt…

Da du eine Frau bist, kannst du dafür nicht mal bestraft werden. Strafbar sind in Deutschland nur exhibitionistische Handlungen eines Mannes. Es sei denn, man macht das vor Kindern. Allenfalls als Ordnungswidrigkeit (Belästigung der Allgemeinheit) könnte es geahndet werden, wie bei dem Typen, der in Freiburg immer nackt gejoggt ist. :)

Anonym hat gesagt…

Ob strafbar oder nicht, so ein Verhalten ist grob ungehörig und nicht tolerierbar. Ich kann nicht verstehen, dass das hier Leute verharmlosen und das hätte ich von dir auch nicht erwartet, Jule. Jeder macht mal Fehler, aber das hier ist ja schon Vorsatz. *kopfschüttel*

Simone hat gesagt…

Hihi, ich finds lustig und hätte das gerne gesehen. :P Wehe wenn wir demnächst nur noch Leuten begegnen, die uns umkippen wollen, um zu gucken, ob wir unten nackt sind!

Sally hat gesagt…

Ich finde es zwar ziemlich verrückt, aber echt nicht schlimm. Ich meine, es gibt Menschen, die sich an einem Samstag Nachmittag in einem Park, wo massig Familien picknicken, splitternackt an einen Baum ketten, nur um zu verhindern, dass er gefällt wird. :P

Insofern war die Aktion doch ziemlich harmlos. Ob man jetzt nackt in einem See schwimmen geht oder nachts halbnackt Rolli fährt ist aus meiner Sicht ziemlich egal.^^

Quasten hat gesagt…

Ich find das jetzt ehrlich gesagt auch nicht so toll.
Wenn dieser Blogeintrag von einem Mann geschrieben worden wäre, wäre das Geschrei wieder groß.

Anonym hat gesagt…

Kannst Du das näxtesmal vorher ankündigen.? Nur für den Fall, wenn Du wieder kuscheln möchtest..... :-)

Basler

Dem Anonymen und Cathrine M. Euch würde eine Therapie auch gut tun.

Christian hat gesagt…

@Quasten: Der Eintrag ist aber von einer Frau geschrieben worden und da liegt der Unterschied.

Nein, Scherz beiseite. Ich verstehe, was du meinst, und ich teile auch deine Meinung, dass es bei einem von einem männlichen Autor verfassten Blogeintrag dieser Art ganz andere Reaktionen gegeben hätte.

Trotzdem finde ich diesen Eintrag von Jule gut. Sie beschreibt ihre Gefühle, es bleibt in einem niveauvollen Stil - vielleicht denke ich als Mann aber grundsätzlich anders darüber als Frauen. Mich würde daher mal interessieren, was Leserinnen denken.

Selbstbefriedigung ist natürlich ein Tabu, genauso wie Inkontinenz. Vermutlich würden, wenn ein Mann darüber schreibt, dass es sich gerade in die Hose gestrullert hat, auch viel mehr Leute abgeneigt wegklicken als wenn es eine Frau schreibt.

Cathleen hat gesagt…

Böse böse! Das hätte ich jetzt nicht von dir gedacht. Ich kündige dir die Freundschaft! :P

Warum sich hier einige so aufregen, versteh ich nicht so ganz, aber egal. Macht nicht jeder irgendwann früher oder später mal Blödsinn?

Ich würde mich nicht trauen, einfach so offen darüber zu reden oder zu schreiben. Ich hätte viel zu viel Angst davor, was andere Leute denken könnten. Aber wenn ich mir jetzt überlege, was ich über dich denke... alles harmlos.

HDGDL!

Joachim hat gesagt…

An die zwei Kritiker: Es ging Jule eigentlich/vermutlich eher darum, sich nicht zur Schau zu stellen (Tageszeit, Örtlichkeit). (Natürlich hat die geringe Wahrscheinlichkeit, dass etwas passieren könnte, auch irgendwo irgendwas bewirkt.)

Finde das überhaupt nicht problematisch. Wenn man überlegt wie einige Frauen* mit quasi nichtexistenten Röcken am hellichten Tag durch die Gegend laufen, war das hier doch harmlos.

* mir ist kein Analogon für Männer aufgefallen, was nicht gleich etwas "pathologisch-exhibitionistisches" wäre.

Arno hat gesagt…

Ich bin männlich und gehe gerne nackt im See schwimmen. Nachts und ganz alleine. Meistens mache ich dabei auch Dinge, über die man besser nicht so offen schreibt. Hast du nicht Lust, Jule, das mal mit mir zusammen zu machen, solange es noch einigermaßen warm ist? Jeder für sich natürlich. Gib mir ein Zeichen!

Anonym hat gesagt…

Einen Vorteil hat das ja: Wenn du beim Nacktfahren ausläufst, wird die Hose wenigstens nicht nass!

Quasten hat gesagt…

@Christian:
Ich bin weiblich. ;)


Ich bin einfach der Meinung, dass man da nicht mit zweierlei Maß messen sollte.

Ich persönlich finde es einfach nicht prickelnd, andere unfreiwillig bei bestimmten Tätigkeiten sehen zu müssen. Wenn man Lust drauf hat, findet man ja auch Orte und Uhrzeiten an denen man so etwas vermeiden kann.
In der Regel ist man dabei nämlich deutlich auffälliger als man denkt.


Und ob man die Angelegenheit jetzt unbedingt ins Netz stellen muss und dann auch noch so detailliert, das ist ja auch noch ein ganz anderes Thema.


Grüße,
Quastenflosse.

P. hat gesagt…

Hallo Quastenflosse, das ist alleine schon deswegen ein Unterschied, weil das Männchen begattet und begehrt, während das Weibchen begattet und begehrt wird.

Der eine muss sehen, wie er mit dem ihm von der Natur gegebenen Auftrag, möglichst viele Nachkommen zu zeugen, in unserer Gesellschaft zurecht kommt, die andere muss aufpassen, dass sie nur das "stärkste" Männchen an sich heranlässt.

Alleine deshalb wirken solche Berichte von Männern und Frauen schon jeweils unterschiedlich.

Jule ist 18, hat mehr als ein Jahr, in dem andere Erfahrungen sammeln, im Krankenhaus gelegen und startet jetzt so langsam durch, ist sowieso obendrein noch eingeschrnkt ... ich finde das jetzt echt nicht schlimm!

Annika hat gesagt…

An alledem, was Jule hier getan hat, finde ich jetzt nichts verwerfliches. Genauso wie sie von ihrer Inkontinenz, ihrer Behinderung, ihren Sorgen, ihren Gefühlen, ihrer Familie schreibt, schreibt sie auch über Sex und Selbstbefriedigung. Sie schreibt über sich selbst, riskiert, schief angeschaut zu werden und ist im Grunde genommen einfach nur ehrlich. Ich finde den Rahmen, in dem sie das schildert, durchaus tolerierbar. Und das, was sie schildert, hat wohl niemand mitbekommen. Es war ja auch eigentlich nichts zu sehen. Wie gesagt, ich finde es harmlos und ich finde, dass Jule gerne ihre Erfahrungen machen und auch hierüber berichten sollte.

BigDigger hat gesagt…

Mein Gedanke dabei, liebe Jule (abgesehen davon, dass ich nicht hoffe, die Dame vom Blumenthal-Büro liest mit): Untenrum nackt zu "trainieren" ist bei diesen Temperaturen vor allem wegen einer möglichen Blasenentzündung ziemlicher Kokolores. Vor allem, da Du möglicherweise gar nicht direkt merkst, wenn Du Dich da verkühlt hast...
Alle anderen Aspekte... so what?

Mike hat gesagt…

Ganz ehrlich: Ich hätte jetzt nicht da drüber geschrieben, allerdings dürfte das in den Zeiten eines Werkes namens "Feuchtgebiete" wohl eher auf mein fortgeschrittenes Alter zurückzuführen sein :-) Manchmal fühle ich mich mit 43 schon wie ein Fossil :-).
An deinem Verhalten sehe ich nun nichts verwerfliches oder exhibitionistisches, denn Du hast ja halbwegs sorgfältig darauf geachtet, dass keiner was sieht. Wenn Du dein Verhalten schon als "Böse" *fettgrins* siehst, dann musst Du schon sehr behütet aufgewachsen sein... Also was ich in dem Alter für Mist gemacht habe... Blanker Boden im Nadelwald ist btw. SEHR stupfelig...Reden wir besser nicht mehr drüber :-)

LG
Mike

NewRaven hat gesagt…

Es war völlig klar, das das hier wieder Kommentare hageln würde... die Menschheit ist so berechenbar xD

Ich kann daran auch nichts Böses finden. Natürlich gibt es Menschen, wie Quasten, die wenig Interesse dran haben, solche "bösen Tätigkeiten" von anderen Menschen mitzubekommen. Aber Jule hat ja aufgepasst... ein zu diesem Zeitpunkt weitestgehend unbelebter Ort ist nunmal doch was ganz anderes als ne Pommesbude im Stadtzentrum um 12 Uhr mittags. Ich will an dieser Stelle lieber nicht drauf eingehen, wo ich schon überall was gemacht habe - und mitunter auch erwischt wurde. Noch dazu ist Jule halt in einer Phase, wo man sich ausprobiert - und wer bitte hat in dieser Phase keinen Mist gebaut oder mal den Kick gesucht? Wer sich da jetzt melden kann oder muss, ist zwar ganz brav und wohlbehütet - hat aber auch echt was in seinem Leben verpasst. Manchmal sind Grenzen eben wirklich mal da, um übertreten zu werden. Wir wollen doch hier wirklich nicht päpstlicher sein als der Papst.

Quasten hat gesagt…

NewRaven, natürlich hagelt es Kommentare - es ist ein Thema mit mehr Meinungen als Leuten, und ich nehme an Jule würde solche Artikel nicht schreiben, wenn sie hinterher keine Kommentare haben will.
Dass nicht alle sagen "perfekt, schreib uns noch viel mehr davon" sollte einleuchten.

Wenn du dir meine Kommentare noch mal durchliest, wird dir übrigens auch auffallen, dass ich das Wort "böse" überhaupt nicht benutzt habe.

Ich schätze Jule so ein, dass sie den Hinweis, dass man dabei ein wenig aufpassen muss, die Rechte der anderen und so weiter und so weiter, schon richtig verstehen wird.
Dass solche Einträge ihr Risiko erhöhen, bald wieder mehr Urinfetischisten und Co. hierzuhaben, weiß sie selbst.

Anonym hat gesagt…

Ich finde es nicht schlimm. Weder das Training mit Extra, noch daß Du darüber schreibst oder wie Du schreibst.

Ich habe keine Ahnung von Blasenentzündungen und so, aber paß bitte auf, die Beiträge aus dem Krankenhaus sind nicht so spannend. ;)

Danke für Dein Blog!

@Stefan: Du denkst vermutlich daran, daß in §183 StGB nur von "Mann" die Rede ist. Hier könnte aber §183a StGB einschlägig sein, der ist geschlechtsneutral.

Stefan hat gesagt…

@Anonym: "Öffentlich sexuelle Handlungen vornehmen und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregen" schließt zweifelsfrei auch Masturbation bei Frauen ein.

Es gehört aber stets jemand dazu, der sich belästigt fühlt. (Das kann im Zweifelsfall auch eine Polizeistreife sein.) Das heißt, derjenige muss glaubhaft darstellen können, dass er sich belästigt gefühlt hat. Dazu muss er aber erstmal klar erkennen können, dass dort jemand masturbiert und nicht dem wegen einer Dermatitis unbeherrschbar intensiven Juckreiz im Schritt oder vielleicht doch nur an den Oberschenkeln nachgibt. Und dann muss es auch noch so sein, dass der Staatsanwalt Jule nachweisen kann, dass sie gewusst hat oder super-offensichtlich in Kauf genommen hat, dass sich dort jemand an ihrem Gefummel stört.

Im Zweifel muss man davon ausgehen, dass es jemanden stört, sobald er das sieht. Nur kann man eben auch davon ausgehen, dass Jule als stehendes Objekt ein auf sie zubewegendes Objekt eher erkennt als das bewegende Objekt das stehende Objekt und Jule somit rechtzeitig damit aufhört. Auch spricht der Ort, die damit gewählte Einsamkeit, sowie die Zeit und die damit verbundene Dunkelheit nicht dafür, dass Jule sich vor anderen präsentieren wollte. Im Gegenteil.

Alleine das nackte Herumfahren erfüllt den § 183a eindeutig nicht. Nackt laufen (oder Rollstuhl fahren) ist keine sexuelle Handlung.

Ich möchte hier nicht dazu auffordern, Straftaten zu begehen. Grundsätzlich sollte man nichts tun, was andere stört. Sollte es aber tatsächlich mal zu einer Anzeige kommen und du einen Strafverteidiger suchen, darfst du mich gerne ansprechen. Stefan

Jule hat gesagt…

Ich bedanke mich für die vielen Kommentare und möchte auf einzelne eingehen:

Mich erregt es nicht, meine gelähmten Beine in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen. Da hat jemand was falsch verstanden. Ich habe den entsprechenden Kommentar gelöscht. Nicht deshalb und nicht, weil die Kommentatorin anderer Meinung war als ich, sondern weil ich mich hier nicht als "behindertes Wesen" beleidigen lasse.

Die Angebote von Basler und Arno klingen zwar verlockend, aber ich habe ganz viel Angst vor fremden Männern. Ich kann mich dann nicht entspannen...

Dass ich mir keine Blasenentzündung hole, ist mir auch wichtig. Zum Glück bin ich da nicht so empfindlich. Der Bereich ist ja durch die Sitzposition nicht dem Fahrtwind ausgesetzt. Er war auch nicht kalt. Das einzige, was auch beim Straßentraining immer kalt wird, sind die Beine ab Knie abwärts und manchmal anfangs die Hände.

Anonym hat gesagt…

Ich les hier schon so lange mit, wir sind uns nicht mehr fremd. :-)))))

Basler

Jule hat gesagt…

@Basler: Ach, na dann!

Alexander hat gesagt…

Hallo Jule.

Deinen Blog verfolge ich nun schon lange Zeit und freue mich jedesmal zu lesen daß es dir gut geht.

Daß du der Meinung bist daß deine Aktion böse gewesen sein soll verstehe ich nicht. Ehrlich gesagt gibt es da auch nichts zu verstehen.

Du lebst, und solch eine Aktion nemmt man Freiheit. Die wünsche ich dir von ganzem Herzen und hoffe deinen Blog noch lange lange Zeit lesen zu dürfen.

Lieber Gruß,
Alexander

madove hat gesagt…

Unabhängig von der Aktion (wer von uns hat noch nie irgendwelchen Blödsinn gemacht?) --
Ich find ja einfach nur grandios, daß und wie Du darüber schreibst, sowohl über die Idee, halbnackt zu trainieren, als auch über Selbstbefriedigung an sich ; in dieser sehr entspannten und sachlichen-freundlichen Weise, die man zu dem Thema selten findet.
Made my day.

Olli hat gesagt…

Nichts ins Böse in Deinem Beitrag, Jule.
Eher bös machen wieder einige seltsame Kommentare.