Freitag, 10. Dezember 2010

Die Qual der Wahl

Die meisten Fotos, die ich unterwegs mache, mache ich mit meinem Handy. Für Schnappschüsse reicht es. Irgendwann hatte ich auch noch eine Kompaktkamera, die mal rund 60 € gekostet, inzwischen aber ihren Geist aufgegeben hat.

Früher, vor meinem Unfall, habe ich bereits gerne fotografiert. Mein Vater hatte eine Spiegelreflexkamera, die allerdings noch Negativfilme belichtet hat, und mit der habe ich gerne regelmäßig Fotos geschossen. Kürzlich suchte eine Freundin von mir, die eine Sportveranstaltung organisiert hat, jemanden, der dazu kommt, lediglich um den ganzen Tag zu fotografieren. Ich habe zugesagt und aus den rund 1.000 Fotos waren durchaus 50 so gut, dass sie veröffentlicht wurden, zwei wurden sogar in einer Zeitschrift zu dem Bericht über diese Sportveranstaltung abgedruckt (Auflage: 75.000).

Die Kamera, die ich benutzt habe, gehörte dieser Freundin. Sie arbeitet bei einem Tageblatt, insofern war es kein billiges Gerät. Es handelte sich um eine D 700. Ich möchte mir eigentlich schon seit einem Jahr eine eigene Spiegelreflexkamera kaufen, schiebe dieses Thema aber immer wieder vor mir her. Vermutlich würde mir das Einstiegsmodell völlig ausreichen, allerdings sind der Sprung zum nächstbesseren oft nur 20 bis 25% des Kaufpreises für die günstige Einsteigerkamera. Außerdem würde ich lieber die eine Marke nehmen, im Handel rät man mir jedoch ständig zur anderen. Grundsätzlich kommen für mich nur die beiden mit den fünf Buchstaben in Frage. Die Qual der Wahl.

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Hi Jule,

ich kann deine Begeisterung nur zu gut verstehen :)
Von welcher Marke war denn die deiner Freundin? Bist du damit gut zurechtgekommen?
Von der reinen Abbildunsleistung geben sich die beiden großen nicht viel, da ist eher die Frage nach der Präferenz der Menüführung.
Im großen Handel (MediaMarkt etc.) würde ich wohl eher nicht kaufen, da die dort meist leider auch keine Ahnung haben.
Bei Calumet in Hamburg wurde ich aber schon mal wirklich toll beraten und durfte auch ausführlich testen.
Ansonsten würde ich - hätte ich gerade die Wahl und könnte es mir leisten zur Canon 7D greifen, die 50D kriegt man mittlerweile recht günstig, da es ja auch schon die 60D gibt...

Anna-Maria

Mike hat gesagt…

Hai
Na, hat dich auch der DSLR-Virus gepackt ....

Das allerallerallerwichtigste ist, dass dir der Body gut in der Hand liegt und dass Du die Rädchen und Knöpfchen gut erreichen kannts.

Ich persönlich breche mir bei den Nikons immer die Finger ab, während Canon einfach gut in meiner Hand liegt (Habe halt Canon-Hände) andere wählen aus den gleichen Gründen Nikon.
Gut sind die Teile alle!

Wenn Du aber auch viel Sport fotografieren möchtest, dann würde ich zu einem Body mit relativ hoher Serienbildfrequenz raten, also wenigstens Semipro-Klasse.
also mal beim Händler vorbeifahren und die verschiedenen Bodies angrabbeln.
Bei begrenztem Budget: lieber den preiswerteren Body nehmen und dafür möglichst gute Linsen... den der Body vergeht, aber Objektive bestehen. Mein 200/2,8 ist schon 17 Jahre alt und noch wie neu.
Dann: Zoom oder Festbrennweiten....


Geballten Technischen Sachverstand findest du bei http://www.dslr-forum.de... allerdings ist das Forum ab und an ein bissle Streitsüchtig, besonders wenn die fanboys aufeinanderprallen. :-)
Sehr Kompetent ist auch http://www.dforum.net, allerdings auch canonlastig.

Also ICH würde dir zu einem Semipro-Body mit einem Standard-Zoom raten. Dann erst aml viele viele Fotos machen (die ersten 10 000 sind übrigens die schlechtesten :-) ) Dann weisst Du, was Du noch für Linsen brauchst.

LG
Mike

Banane hat gesagt…

Hi Jule,

ob du dich nun für C oder N entscheidest, ist einfach nur Geschmackssache. Beide Hersteller bauen gute DSLRs und gute Objektive - und die jeweiligen Vor- und Nachteile werden sich wohl weitestgehend die Waage halten. Deshalb würde ich dir empfehlen, alle in Frage kommenden Kameras mal in die Hand zu nehmen und zu schauen, welche am besten in deiner Hand liegt und dir vom Bedienkonzept her am besten gefällt.
(Die inzwischen total veraltete Minolta Dynax 7D ist z.B. bis heute das Beste für meine Hände, obwohl Andere die Kamera extrem klobig und überladen mit Bedienelementen empfanden...)

Für Sportfotos empfehle ich dir auch nicht gerade eine Einsteiger-DSLR, sondern etwas besseres, weil die besseren Modelle eine höhere Serienbildgeschwindigkeit und einen schnelleren, zuverlässigeren Autofokus bieten.
Aber viel wichtiger als der Body sind die Objektive - und da kann es für die Sportfotografie schon richtig teuer werden.
Das Standard-Sport-Objektiv dürfte wohl ein 70-200/2,8 sein - und das ist schon ein großer und schwerer Brocken, der sehr viel Geld kostet. - Dafür wird das Objektiv den Body aber auch deutlich überleben, wenn man seinem System treu bleibt.

Mit einem typischen Kit-Objektiv, das mit einer DSLR zusammen verkauft wird (18-55/3,5-5,6, o.Ä.) wirst du bei Sportfotos wohl keinen Spaß haben. Um Sportler mit so kurzen Brennweiten formatfüllend abbilden zu können, musst du extrem nah ran, was beim Sport selten möglich ist - und wegen der geringen Lichtstärke gelingen dir scharfe Bilder bei schnell bewegten Motiven nur bei hellem Tageslicht - aber sicherlich nicht, wenn es schon etwas dunkler wird und schon gar nicht in einer Sporthalle. (Falls du auch Hallensport fotografieren willst)

Vor einigen Jahren habe ich auch mit einer DSLR-Ausrüstung für die Sportfotografie geliebäugelt. Aber letztendlich habe ich doch nichts gekauft, weil eine zufriedenstellende Ausrüstung weit über meinem Budget lag und mindestens 2000€ gekostet hätte. - Hauptsächlich wegen den Objektiven, die heute noch genau so teuer sind wie damals.

Wenn du das ganze Fanboy-Gelaber und die überkritischen Pixelpeeper-Meinungen ausbleden kannst, kann ich dir das DSLR-Forum als Informationsquelle durchaus empfehlen.

Gruß
Banane

Anonym hat gesagt…

Hi Jule,

die Preisabstände zwischen den Geräteklassen sind ja extra so gewählt, dass man zu dieser Überlegung kommt. Und wenn man erst mal die ersten 20% draufgelegt hat und aus der Einsteigerklasse in die Klasse der fortgeschrittenen Einsteiger zu kommen, sind es plötzlich auch nur noch 20% um in die Semiprofi Abteilung aufzusteigen...

Dabei ist es gar nicht so schlecht auch die Einschränkungen eines Einsteigermodells kennenzulernen. Denn so erfährt man am ehesten, was man wirklich braucht. Wer z.B. ein Kit aus Einsteigerkamera + Kit-Objektiv kauft, wird sehr schnell merken, dass ein wenig mehr Lichtstärke einen ganz erheblichen Unterschied macht. Dann also kommt ein besseres Objektiv (aber das kann man eh durchgängig benutzen - in 95% aller Fälle) und dann wird es auch schon unterschiedlich. Der eine stellt fest, dass ihm die Serienbild Geschwindigkeit nicht so ganz ausreicht, der andere hätte lieber doch ein wenig mehr ISO mit weniger Rauschen, der dritte braucht schnelleren Parameterzugriff im Menü und so fort...

Vielleicht ist bis dahin ein Jahr vergangen und dein Einsteiger Body bringt auf Ebay noch immer einen passablen Kurs. Wenn du geschickt gekauft hast, hast du jetzt 100 - 150 Euro in das Experiment investiert und eine Menge Erfahrung gesammelt, die dir sagt, in welche Stufe du aufsteigen solltest. Aber vielleicht erfüllt das Ding ja sogar noch immer alle Anforderungen, die du daran stellst, dann hast du keinen Euro zuviel investiert.

Persönlich gefragt? Hmm...ja, ich würde meine 7D gegen eine 5D tauschen :-) aber müssen müsste ich nicht....

denkt sich

der Steffen

Olli hat gesagt…

Ein Freund hat die EOS 5D Mark III und macht göttliche Bilder, diverse Bekannte machen mitanderen, einfacheren "Kanonen" auch gute Bilder. Zu Nikon kann ich nichts sagen, die hat keiner im Umfeld - und gerade bei SPortveranstaltungen sehen ich fast nur Kanonen.