Samstag, 4. Februar 2012

Nichts Neues bei Maria

Der neueste Schrei: Die sozialmedizinische Beratungsstelle, die bisher keine Empfehlung dafür abgeben wollte, dass Maria bei uns wohnt, unternimmt zur Zeit eigene Anstrengungen, eine geeignete Wohnmöglichkeit für sie zu finden. Wir sind sowohl von der Pflegekasse als auch vom Sozialamt und von der Organisation, die zur Zeit die Assistenz übergangsweise sicherstellt, angesprochen worden. Jeder einzelne sagte: "So ein Unsinn. Es ist überhaupt keine Linie zu erkennen."

In der übernächsten Woche treffen sich nun die Leiterin des zuständigen Sozialamtes mit dem Leiter des zuständigen sozialen Dienstes zu "bilateralen Gesprächen" unter Moderation eines hohen Tiers des Pflegeversicherungsträgers. Bis dahin geht man davon aus, dass Maria hier umsonst wohnen darf und irgendjemand für ihre Pflegekosten aufkommt. Eine weitere vorläufige Kostenzusage wurde erstmal nicht erteilt. Maria ist jetzt nicht in Gefahr, sie wird auch nicht vor die Tür gesetzt, aber sie fragt natürlich täglich, ob sie alles richtig macht, auf wessen Kosten sie denn gerade lebt bzw. wem sie gerade auf der Tasche liegt. Frank sagt dann zwar jedes Mal, dass sie sich keine Sorgen machen muss und er zur Not am Ende die Kosten einklagt, wenn es nicht nachträglich zu einer Einigung kommt, aber für Maria geht es ja nicht um irgendeine "Sache", sondern um ihre Wohnung. Es bleibt uns allen nur, abzuwarten.

Kommentare :

BigDigger hat gesagt…

Das schreit mal wieder nach der Unterstützung eines Bürgerschaftsabgeordneten und/oder Senators... Oh mann - warum nicht mal einfach?

Jule hat gesagt…

Vielleicht überlegen sich diese Herren ja was. Das wäre uns allen am liebsten, denn dann gibt es nicht so viel Tamtam.

Banane hat gesagt…

Ich hoffe mal, dass es mit Maria schnell weiter geht und natürlich auch, die richtige Entscheidung getroffen wird (also dass sie bei euch wohnen kann).

Nach dem Besuch im Morgengrauen war ich eigentlich recht optimistisch, weil die Leute sich ja über ihre Zeitverschwendung aufgeregt haben, was doch so viel heißt, dass es Nichts zu Beanstanden gab.
Aber so wie es aussieht, habe ich mich da getäuscht.

Dass Maria zur Zeit quasi auf der Straße sitzt und ihr sie nur freundlicherweise aufgenommen habt und euch das alles einen Haufen Geld kostet, ist schon ein starkes Stück.
Ich kann gut verstehen, dass ihr das alles ohne großes Tamtam machen wollt... aber schon allein die Drohung, dass die ganze Geschichte ein gefundenes Fressen für die Presse sein könnte, wenn sie darüber informiert wird und dass man mit der Geschichte sicherlich auch den einen oder anderen Lokalpolitiker erreichen kann, könnte hier einigen Leuten schon Beine machen.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass Maria so schnell wie möglich ganz offiziell bei euch wohnen darf.

Aber irgendwie scheinst du das Chaos ja gerade wieder magisch anzuziehen, wenn ich die Sache mit deinem Auto hier lese...
Auch da viel Erfolg bei einer möglichst schnellen Neubeschaffung!

Gruß
Banane

Anonym hat gesagt…

Du meine Güte, bin ich froh lebe ich dort, wo Steinbrück seine Kavallerie hinschicken wollte. Bei uns gibt's ja auch Behörden, Behörden Willkür und jede Menge sinnvolle und sinnlose Gesetze, aber was Du hier schilderst, übertrifft alles was ich mir bislang vorstellen konnte.

Na immerhin gibt's bei uns keine Beamten mehr. Also die Beamten schon noch, aber keine unkündbaren Beamtenstellen. Wurde vor ein paar Jahren abgeschafft und sie da, man/frau wird plötzlich als Kunde angesehen und nicht nur als unliebsamer Bittsteller. So eine direkte Demokratie (im Gegensatz zu der parlamentarischen) ist zwar manchmal sehr träge und überfordert mancheinen, hat aber durchaus Vorteile.

Gruss aus der Schweiz
Trashbarg