Samstag, 31. März 2012

Noch ein Lichtblick

Endlich, Maria bekommt endlich ihren elektrischen Rollstuhl. Nachdem sich ihre Hausärztin kürzlich ausführlich dazu geäußert hat, ob der E-Rolli denn vielleicht Krankengymnastik ersetzen könnte, bekam Maria gestern einen Brief von ihrer Krankenkasse:

"Sehr geehrte Frau ..., an der Versorgung beteiligt sich Ihre ... gerne. Entsprechend des Kostenvoranschlages entstehen aufgrund der Verordnung vom 05.01.12 Kosten in Höhe von € 7.110,84. Die Aufwendungen werden in voller Höhe übernommen. Das überlassene Hilfsmittel ist Eigentum der ... Bitte informieren Sie uns, sofern das Hilfsmittel von Ihnen nicht mehr benötigt wird. Alle angegebenen Beträge enthalten die gesetzliche Mehrwertsteuer. Der Leistungserbringer ... wurde gleichzeitig informiert. Haben Sie noch Fragen? Rufen Sie uns an - wir beraten Sie gerne."

Mit dem Preis ist der Rollstuhl für eine relativ einfache Versorgung relativ teuer, wobei es durchaus auch E-Rollis gibt, die 30.000 € kosten. Der verhältnismäßig hohe Preis liegt daran, dass die Industrie keine elektrischen Rollstühle in Marias Maßen an der Stange hat, also eine Einzelanpassung vornehmen muss. Und dafür ist er dann wiederum vergleichsweise günstig. Er wurde vom Sanitätshaus, jenes, was auch so kurzfristig ihr Bett leihweise zur Verfügung gestellt hat, als sie bei uns einzog, bereits bestellt - Liefertermin: 26. Kalenderwoche 2012. Also Auslieferung an Maria dann Anfang Juli. Dann hat es nach der Verordnung so ziemlich genau ein halbes Jahr gedauert.

Immerhin darf sie ihren bisherigen Rolli, mit dem sie sich in ihrem Zimmer und innerhalb des Hauses fortbewegt, behalten. Inzwischen hat die Krankenkasse eingesehen, dass sie mit dem Gerät keinen Gewinn mehr machen, sondern ihn nur noch entsorgen könnte. Für Maria bedeutet das hingegen, dass sie sich selbständig noch drinnen fortbewegen kann, dadurch in Bewegung bleibt, und gleichzeitig der elektrische Rollstuhl so gewählt werden kann, dass er für draußen optimiert, also robuster ist.

Marias erster Satz, als sie das las: "Wow. Ich hab schon nicht mehr dran geglaubt."

Kommentare :

Alice hat gesagt…

Ich hab den Eindruck, nach deinem letzten Wutausbruch hier ist der Knoten geplatzt :)

Sally hat gesagt…

Ich freue mich sehr für Maria. =)

Anonym hat gesagt…

Na EEEEENDLICH!!!! Schön, endlich mal eine gute Nachricht zu hören! Kann sie dann eigentlich alleine draussen fahren, oder braucht sie trotzdem Begleitung?

BigDigger hat gesagt…

Maria hat recht: Ich auch nicht...

Snake hat gesagt…

Na endlich hat sich der nächste Bürokratenwahnsinn bei euch gelegt. Wurde auch Zeit das die Trottel von der Versicherung das annehmen was man Ihnen immer und immer wieder gesagt/geschrieben hat.

Scheint ja momentan wieder bergauf zu gehen.

Freut mich für Dich/euch

Anonym hat gesagt…

Siebentausend Tacken für einen Rollstuhl, sind die nicht ganz dicht? Dafür haben fünf Arbeiter ein ganzes Jahr lang malocht, um diese Summe als Beiträge einzuzahlen.

Wenn die Kiste so viel kostet, hätte das meines Erachtens nach nicht sein müssen. Zusammen mit den Reparaturen (in drei Jahren neue Akkus, Reifen, ...) und der Lebensdauer (höchstens 10 Jahre) heißt das umgerechnet rund 1.000 € pro Jahr, davon kann man auch einen Freiwilligen einstellen, der Maria jeden dritten Tag eine Stunde durch die Gegend schiebt.

fassungslos hat gesagt…

@Anonym 13:39
Wir lassen dich dann aber auch nur noch alle 3 Tage eine Stunde an die frische Luft. Ok? Das probierst du mal 10 Jahre aus und erzählst dann, ob das praktikabel ist.

Stephan hat gesagt…

Ganz genau das ist das Solidarprinzip. Und ich find das ist gut so.

Anonym hat gesagt…

Ich finde die Idee von dem Anonymen um 13.39 Uhr auch hervorragend. Es ist sowieso nicht jeden Tag schönes Wetter und wenn sie nicht raus kommt, braucht sie auch niemanden, der sie anzieht und duschen kann auch ausfallen.

Und am besten lässt man Leute wie dich nur noch jeden dritten Tag eine Stunde an den PC, dann muss man hier nicht so eine Kacke lesen.

Anonym hat gesagt…

@13:39

Ich bin Arbeiter, und wenn ich lese, dass meine Krankenkassenbeiträge für einen Rollstuhl für eine Frau benutzt werden, die sehr stark behindert ist und nicht mehr laufen kann und Hilfe braucht und die sonst nicht mehr allein aus dem Haus kommt, dann hab ich sie GERNE bezahlt, denn dafür sind sie da und nicht für irgend einen andern Scheiß wovon man täglich in den Medien liest.

Anonym hat gesagt…

Wenn ich darüber nachdenke, dass die junge Frau hier mitlesen könnte, wie sich einzelne Leute hier aufführen, wird mir ganz anders. Dass ihr euch nicht schämt!

Mike hat gesagt…

Na also... geht doch.
(liest da wer mit bei der Behörde *grinsel*)

@ Anonym 13:39

Setz dich, nimm dir 'n Keks, mach es dir schön bequem.....(*)

Ich glaub, ich fall vom Stuhl!

So viel kostet halt eine Einzelanfertigung eines Relativen High-Tech Teiles. Es handelt sich da um nichts anderes als ein kleines Elektroauto. Golfcaddys bewegen sich btw. auch in diesen Preisregionen.

Das Solidaritätsprinzip hilft auch dir, wenn Du mal ganz ganz tief in der Scheisse sitzt!
und btw: wohin soll ich dir deinen 1/100stel Cent überweisen?


Mike

(*)Wer es nicht erkennen sollte... einfach googlen :-)

Anonym hat gesagt…

Jule, lass am besten die Preisschilder für die Hilfsmittel weg, dann muss man sich nicht so oft für die Kommentare schämen!

Anonym hat gesagt…

Warum soll sie den Preis nicht nennen? Es ist doch weder Jules noch Marias Schuld, dass das so viel kostet. Die Reaktion, wegen des Preises der Frau die Freiheit einschränken zu wollen, ist eine Frechheit. Wenn der Preis unangemessen sein sollte, was ich nicht beurteilen kann, muss man da ansetzen, schließlich wird Maria kaum mit dem Hersteller gemeinsame Sache machen und sich eine üppige Marge teilen.

Johanna hat gesagt…

Das sind tolle Neuigkeiten, ich freu mich echt sehr für Maria! Hoffentlich kommt jetzt auch noch ganz schnell ein weiterer Lichtblick wegen der ungeklärten Wohnsituation. Würde ich allen, die mitfiebern und mithoffen und am allermeisten natürlich Maria wünschen.

Bzgl. Kommentator um 13.39:
Ich habe meine Krankenkasse, bzw. den Einzahlern in den letzten drei Jahren insgesamt ca. 100.000 € gekostet. Mein eigener Beitrag deckt das nichtmal im entferntesten.
Und wenn ich sowas lese, dass sich über "ungerechte" Behandlungen/Hilfsmittel etc. aufgeregt wird - dann trifft auch mich als Mitleserin das.

Manchmal war es schwer genug, überhaupt am Leben zu bleiben und ich schwanke zwischen Wut und Traurigkeit darüber, dass der materielle Wert von "Leben" so in Frage gestellt wird. Muss ich es bereuen, zu leben, weil andere für meine medizinische Versorgung aufkommen mussten und müssen, für deren Ursache ich genau so wenig wie Jule, Maria und die vielen anderen Menschen mit Krankheiten und/oder Behinderungen kann?

Ich habe mich tatsächlich gefragt, ob ich mit dieser Schuld (im materiellen und emotionalen Sinne) leben möchte. Eben weil ich erfahren habe, dass es Leute gibt, die nicht einverstanden damit sind, dass mein Leben soviel gekostet hat.

Vielleicht sollte der Kommentator sich diese Frage auch einmal stellen. Wieviel ist dein Leben wert?

Johanna

(Sorry Jule, ich hoffe mein Seelenstriptease war nicht unangemessen, denn immerhin ist dies dein Blog.)

hubert hat gesagt…

please stop feeding the troll.

freut mich, dass es für maria aufwärts geht.

Anonym hat gesagt…

@ Anonym 13:39
Wer bist du das du andern das recht auf ein Leben absprechen willt.
1000 Euro pro Jahr, da kann ich dir auch mal was vorrechnen.
Ich habe Typ 1 Diabetes, das heißt ich muß täglich mindestens vier mal blutzucker messen, oftmals auch öfters. Meine Teststreifen kosten das 50er Röhrchen 25 Euro, macht pro Tag 2 Euro. Im Jahr dann mindestens 730 Euro. Dazu kommen noch zwei sorten Insulin, Nadeln, Lanzetten, Pen und Meßgerät.
Also Ich komme locker auf mehr als die 1000 Euro im Jahr die ich die Solidargemeinschaft koste. Und wer weiß was irgentwann passiert, verliere ich irgentwann ein Bein, oder mein Augenlicht, oder oder oder.
Soll ich mich jetzt hinlegen und sterben? Nur weil ich zuviel koste?

Ich falle vileicht in einer Menschenmenge nicht so auf wie Maria oder ander, trotzdem bin ich genauso auf die Unterstützung meiner Mitbürger angewiesen und genau dazu gibt es so etwas wie Kankenkassen.
Bist du neidisch? Ich denke nicht das irgendeiner darum gebeten hat Krank und auf Hilfe angewiesen zu sein. Solche komentare wie deiner machen mich einfach nur fassungslos.(Was ich sonst noch denke spreche ich nicht aus, höflichkeitshalber)


@Jule
Es tut mir leid das ich das jetzt loswerden musste, normalerweise bin ich ja ein stiller Mitleser.
Ich freue mich unheimlich für Maria.
Liebe Grüße Narijanna

stini hat gesagt…

Hallo Jule,

ich hoffe, es geht dir soweit gut.......laß dich von negativen Kommentaren nicht unterkriegen, du bist eine "taffe Frau" und stehst mit beiden Beinen fest im Leben-hört sich komisch an- aber es ist so.............in unserem Wohnhaus bist du eine wichtige PERSON .........bleib so wie du bist......

Anonym hat gesagt…

Endlich mal gute Nachrichten.
Bea

Banane hat gesagt…

Sehr schön! - Endlich gibt es auch bei Maria mal einen Fortschritt.

Und ich bin ziemlich überrascht, wie günstig der Elektro-Rollstuhl für Maria ist.
Ich hätte hier eher mit den von dir genannten 30.000€ oder sogar noch mehr gerechnet.

Das sind auf jeden Fall gut investierte 7100€.

Gruß
Banane

Schafpudel-Team hat gesagt…

@Anonym 13:39

Dein Kommentar ist unter aller sau, wenn man bedenkt das dadurch einer jungen Frau viel mehr Freiheit gewährt.
Bin auch dafür das du nur noch, alle paar Tage mal ne Stunde an den Pc darfst. Dann ist hier wenigstens ruhe vor dir.

Ich selber koste der Krankenkasse auch sehr viel. Von 2009-2012 wurde ich jährlich mindestens einmal operiert, die kosten für 1 Op liegen bei ca. 20.000 Euro. Nicht zu vergessen, die 4 Rehas und die 5. und 6. die folgen wird. Die ganze Physiotherapie die seit 2005 durch gehend gezahlt wird.
Noch ganz viele andere kosten (Medikamente, Heilmittelversorgung usw.) die durch die verschiedenen Erkrankungen zu bezahlen sind.
Eingezahlt hab ich noch nie, weil es gesundheitlich nicht möglich ist zu arbeiten.
Wahrscheinlich wäre es dir am liebsten, das wir uns in die ecke setzen und verrecken.


@Jule: Dein Blog ist richtig klasse, er gibt mir persönlich viel Kraft die Erkrankung bzw. Behinderung anzunehmen und das beste draus zu machen.

Olli hat gesagt…

Schön, das es ednlich klappt, Wird ja auch Zeit.
Wer seine Beiträge nicht in hohem Maß für andere verwendet sehen will, muß in der konsequent zu Ende gedachten Logik das Ende der solidarischen Sozialkassen fordern. Dann muß eben jeder selber an sich selbst Beiträge entrichten, die möglichst geschickt verwalten und hoffen, seine anfallenden Ausgaben daraus decken zu können. Oder sich ansonsten im wirklichen extremen Extrem dem sozialverträglichen Frühableben hingeben.

So, den nächsten Schreibtisch ordere ich mit weich gepolsterter Kuhle vor mir, denn die Kommentare hier sorgen zu oft für Kopf-Tisch-Effekte.

Sina hat gesagt…

Das überwiegende Geld, das Maria bekommt wird für Arbeitskräfte (Assistenz, Pflege) ausgegeben, die sozialpflichtig beschäftigt sind und wiederum ihren Lebensunterhalt davon bestreiten. Das wird von öffentlichen Geldern bezahlt genauso wie die Gehälter von Beamten und dem gesamten öffentlichen Dienst also Lehrer, Sozialamtsmitarbeiter, Krankenkassensachbearbeiter, Polizei, Uniprofessoren, Politiker usw usw. Die Hilfsmittel werden von Dirmen hergestellt, die ihre Mitarbeiter sozialpflichtig beschäftigen und die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten.

Soll man die ganzen Arbeitsplätze abschaffen um zu sparen? Und dann?