Sonntag, 18. März 2012

Wieder geritten

Zwei Wochen noch. Ich bin schon jetzt aufgeregt ohne Ende. Wohin soll das noch führen? Wahrscheinlich schlafe ich die letzten beiden Nächte vor meinem ersten Unitag gar nicht mehr. Und dabei ist doch alles ganz easy und in einem halben Jahr werde ich fast nicht mehr verstehen können, wie ich wegen meines Studiums so aufgeregt sein konnte. Aber noch ist "heute" und nicht "in einem halben Jahr". Marie (nicht Maria) ist übrigens mindestens genauso aufgeregt, sagt sie.

Es wird allerdings auch Zeit, dass es endlich losgeht. Ich hoffe, dass ich das alles irgendwie schaffe. Da ich ja zur Zeit kein Auto habe, fahre ich statt den 15 Minuten mit dem Auto (für 9 Kilometer laut Google Maps) ganze 65 Minuten mit Öffis (laut Online-Fahrplanauskunft des HVV) - hurra. Ich freue mich schon auf die netten Gespräche in der Bahn, die mich dann wieder jeden Morgen vor dem ersten Frühstück erwarten. Okay, okay, vielleicht beginnt die Uni auch später am Morgen. Und ob ich vorher frühstücke, liegt ja auch an mir. Ich weiß, ich habe einen größeren Einfluss auf das, was ich täglich erlebe, als ich manchmal glaube.

So waren wir heute im Hamburger "Speckgürtel", im angrenzenden Schleswig-Holstein, um dort zu reiten. Jana hatte mich gefragt, ob ich mitkommen wollte, sie hat eine Klara kennen gelernt, die vor etwa einem Jahr vom Pferd gestürzt ist und seitdem im Rollstuhl sitzt. Klara reitet seit einigen Wochen wieder, die Eltern haben einen eigenen Stall. Zuerst haben wir (Jana, Marie und ich) uns im Klara zum Brunchen in der Stadt getroffen. Dann ging es mit der S-Bahn an den Stadtrand.

Normalerweise verwende ich für meine Leute andere Vornamen in meinem Blog. Meistens frage ich sie, wie sie heißen wollen. In diesem Fall heißt "Klara" wirklich "Klara", sie hatte nichts dagegen, dass ich unter ihrem richtigen Vornamen schreibe. Und nur dann macht die Story, die wir heute in der Bahn erlebt haben, auch einen Sinn.

Am Berliner Tor fiel Klaras Handy fast von ihrem Schoß. Da sie das ja nicht fühlt, sagte ich: "Klara, dein Handy fällt gleich runter." - Gegenüber saß ein Typ und meinte: "Du bist Klara? Die Klara aus Frankfurt, die in den Alpen laufen lernt?" - Klara guckte verdattert, ich antwortete: "Ja und ich bin Heidi. In der modernen Fassung des Buches sitzt Heidi auch im Rollstuhl." - Jana setzte noch einen oben drauf: "Und ich bin der Herr Sesemann und habe meinen Kindern verboten, sich von fremden Leuten ansprechen zu lassen." - Der Typ grinste, stieg eine Station später aus.

In Allermöhe, einige Stationen später, stieg ein Paar ein, beide schätzungsweise um die 60, kamen auf uns zu und sagten: "Guten Tag, ihr vier hübschen. Ganz alleine unterwegs?" - Ich hätte mindestens drei Kommentare auf der Zunge gehabt, habe sie mir aber alle verkniffen und nur genickt. Der Typ suchte sich Marie aus und fragte sie: "Bist du gelähmt?" - Marie nickte. - "So richtig querschnittsgelähmt?" - Marie nickte noch einmal, er nickte mit, mit seltsamer, irgendwie begeisterter Miene. - "Ich hab da mal eine Frage." - "Oh nö, suchen Sie sich bitte ein anderes Opfer!", antwortete Marie. Ihn interessierte es nicht. "Nur eine Frage. Wenn du heute dein Leben noch einmal von vorne anfangen könntest, würdest du dann alles noch einmal genauso tun?"

Marie kann so fies sein. Sie schaute ihn fünf Sekunden ohne mit einer Wimper zu zucken an und antwortete dann: "Gewiss nicht. Ich würde in Mamas Bauch so lange turnen, bis sich die Nabelschnur um meinen Hals wickelt und stramm zuzieht." - Der Typ schluckte ein paar Mal. Und dann explodierte sie. "Oder was wolltest du hören?! Du kommst hier rein, läufst durch den halben Wagen, nur um mich dumm von der Seite anzumachen?" - "Ich wünschte, ich könnte..." - "Ach halt den Sabbel und sieh zu, dass du endlich Land gewinnst." - Einige in der Nähe sitzende Leute drehten sich um und glotzten. Der Typ packte irgendeinen regenbogenfarbenen Flyer von einer meditativen Erleuchtungsgruppe aus seiner Umhängetasche aus und wollte uns damit versorgen. Marie war auf 180, riss ihm das Zeug, bevor er was dazu sagen konnte, aus der Hand, warf es im hohen Bogen durch den Waggon und fauchte weiter: "Wir sind heute am Wendepunkt, das hat mir dein Kumpel schon letzte Woche erzählt. Ich hab gesagt, du sollst dich verpissen. Und nimm deinen Rotz mit. Such dir andere Leute, die du mit deinem Psychoscheiß vollsülzen kannst."

Der Typ ging einen Schritt zurück, seine Partnerin und er knieten sich im Wagen mit einem Bein auf den Fußboden, hielten die Hände vor dem Gesicht gegeneinander und murmelten irgendwas. "Jetzt werden wir verflucht.", sagte Jana. Am Ende standen die beiden wieder auf, verbeugten sich noch einmal vor uns und gingen zum anderen Ende des Wagens. Jana fragte Marie: "Warum bist du denn so sauer? Der hat es auch nicht einfach und muss pro Woche seine Unterschriften zusammenkriegen." - "Die kenne ich schon, die laufen schon seit einigen Wochen in Hamburg rum und labern jeden an, der im Rolli sitzt oder mit Gehwagen oder Blindenstock durch die Straßen zieht. Musst mal drauf achten, die sind immer zu zweit, haben immer eine Umhängetasche mit so einem regenbogenfarbenen Button drauf und einem schwarzen Dreieck. Wenn du die nicht gleich verarztest, laufen die stundenlang hinter dir her. Einer Freundin von mir sind sie am Hauptbahnhof bis in die Sicherheitswache gefolgt." - Na super.

Das Reiten war dafür umso netter. Wir waren zuerst in einer alten Reithalle und übernahmen die vier Pferde von einigen Mädchen, die dort Stalldienst hatten. Zwei Pferde gehörten einem Nachbarn von Klara. Klara meinte, die Pferde würde sie in den ersten Wochen, in denen sie nach ihrem Unfall wieder im Sattel sitzt, nicht reiten, die seien ihr zu heiß und zu verrückt. Ich dachte mir: "Danke für die Warnung, aber mit Angst sollte man nicht auf so ein Tier klettern."

Marie erwischte es als erste. Nach vier Runden am Strick in der Halle war es ihrem Gregor entweder zu langweilig oder er war zu übermütig und wollte mal ausprobieren, wie sicher Behinderte im Sattel sitzen und meinte, steigen zu müssen. Marie hatte das im Gefühl, war drauf gefasst und ließ sich so rechtzeitig nach vorne fallen, dass sie sich sofort am Hals festhalten konnte. Wenn man keine Kontrolle in den Beinen hat und den Rumpf durch Gewichtsverlagerung oder Abstützen mit den Armen steuern muss, ist man gut beraten, nicht wie ein Schluck Wasser auf dem Tier zu hängen. Als Gregor es fünf Mal vergeblich versucht hatte und auch seine wilden Drehungen dabei nichts brachten, schienen die Autoritätsverhältnisse geklärt zu sein und Gregor war lammfromm.

Zwei Minuten später war ich dran. Ich ritt parallel auf Derrick, auch erst einige Runden geführt am Strick, dann flippte er aus. Er tobte buckelnd durch die Halle, verpasste seinem Stallkollegen fast noch einen Tritt und zum Glück legte der das nicht darauf an, die Rangordnung zu klären. So ein Scheißviech. Eine ältere Frau stand in der Halle und brüllte mich an: "Kopf hoch, Kopf hoch, Kopf hoch!" - Ja, ich sitze nicht zum ersten Mal auf einem buckelnden Pferd. Auch wenn ich zugeben muss, es war das erste Mal nach meinem Unfall. Ich muss gestehen, es gab drei, vier Momente in der gefühlten einen Minute, wo ich arge Mühe hatte, mich festzuhalten und wäre Derrick in dem Moment auch noch gestiegen, hätte ich definitiv im Dreck gelegen. Als Querschnitt fällt man vor allem auch recht unsanft. Aber Derrick hat ja schließlich weder Medizin studiert noch habe ich mir was anmerken lassen und kurz danach war auch er ganz lieb.

Später waren wir noch draußen, sowohl auf einem Freiplatz als auch auf einem angrenzenden Waldpfad. Zwischendurch kam die Sonne mal durch die Wolken und es war richtig toll. Wenngleich ich es schade finde, nicht mehr richtig reiten zu können, so ein Ausritt macht trotzdem immer wieder Spaß. Mal sehen, vielleicht ergibt sich ja in nächster Zeit doch öfter nochmal die eine oder andere Gelegenheit!

Kommentare :

Sally hat gesagt…

Spätestens bei dem Steigen hätte ich wahrscheinlich echt Panik geschoben... Ich bewundere jeden, der dabei ruhig bleibt...

Entschuldige, wenn ich dir die Frage schon mal gestellt habe - könnte sein -, aber wie treibst du das Pferd vorwärts? Nur mit der Stimme?

Yvi hat gesagt…

Hallo Jule,

ich hab mich schon oft gefragt, wie es mit (tiefer) Querschnittslähmung und Reiten klappt. Ich reite selber ziemlich intensiv und habe in unterschiedlichen Ställen auch schon Unfälle mit Querschnittslähmung mitbekommen. Die waren recht ambitioniert (Turnierreiter) und haben nach dem Unfall aufgehört. Ich kenne die nicht näher, habe aber mal gefragt gehabt. Der Grund war, dass man Jahre gearbeitet hat um voran zu kommen und nun im Grunde nie wieder genau so gut oder besser sein wird wie vorm Unfall und daher der Ehrgeiz fehlte quasi neu anzufangen. Ein anderer Grund war, dass Springreiten die Leidenschaft war und das natürlich nicht mehr geht.

Ich weiß aber, dass es auch Querschnittsgelähmte Dressurreiter gibt.

Kannst du beschreiben was geht und was nicht? Schenkelhilfen scheiden natürlich aus. Gewichtshilfen gehen aber in vollem Umfang? Schenkel lässt sich durch Gerte gut ersetzen?

Ich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass du das Bocken so gut sitzen konntest. Gutes Gleichgewicht - Respekt.

Grüße Yvi

Anonym hat gesagt…

Hmm Sorry wenn ich das so Sage aber ich bin in letzter zeit wirklich etwas schockiert.....ich verfolge deinen Blog schon lange und kann wirklich nachvollziehen dass es viele bekloppte auf deutschen Strassen gibt aber ich wundere mich immer häufiger in welcher Art und Weise du und Freunde von dir auf Fragen von Passanten oder Hilfeangebote reagiert.....es ist teilweise krass was du da so schreibst.....du sagst hier auf dem Blog z.B. Dass man dir von zeit zu zeit fragen stellen darf und wenn ich mich richtig erinnere waren dort natürlich auch fragen,wie z.B.: Wenn du die Zeit zurück drehen könntest......Muss man so ausflippen wenn man so etwas gefragt wird????Vorallem so einen (Sorry dafür) asozialen Spruch zu bringen???Ich weiß dass ich mir als Fußgänger darüber kein Urteil erlauben darf,wie es ist im RS zu sitzen,aber auf diese Art und Weise hab ich auch ganz ehrlich keine Lust darauf mit Menschen in Lontakt zu treten die in dieser Situation sind......Schade,dass man so reagieren muss.....

Frank hat gesagt…

Ein Schelm, der bei dem Titel an etwas anderes gedacht hat.

Finde den Umgang mit Tieren generell sehr wichtig,konntest du dir vorstellen Jule, selber ein Haustier zu haben?

ruolbu hat gesagt…

@Anonym

Wenn ich das recht verstehe, waren die harschen Worte eher ein Reaktion auf die vermeintlich stalkerhaften Tendenzen dieser Leute. Darüber hinaus würde ich nicht davon ausgehen, dass diese Leute mit einem ehrlichen Hilfsangebot an Leute herantreten. Die Schilderung klingt für mich eher nach dem Vorhaben, unter vermeintlich depressiven, behinderten Menschen diejenigen zu ködern, die mit ihrem Leben auf Grund der Behinderung (oder damit einhergehenden sozialen Wahrnehmung und auferlegten Rolle) unzufrieden sind. Das ist ne wirklich verdammt miese Tour und ein ordentliches Kontra finde ich da angebracht, auch wenn die einzelnen Individuen da auch immer nur Spielbälle sind.

Ansonsten:
"So ein Scheißviech." :\
hm ich versuche gerade nicht zu urteilen und halte mich deswegen zurück. Aber ich finde es etwas unangebracht.
Freut mich aber, dass du nen schönen Tag hattest.

Johanna hat gesagt…

Ui, klasse, dass du dich wieder auf's Pferd getraut hast. Ich bin selbst begeisterte Reiterin und grad so Ausritte bei tollem Wetter tun dem Gemüt echt gut.

An Yvi: Man kann Pferde an jede Hilfe gewöhnen (zum Beispiel in der Forstwirtschaft werden die Pferde allein durch Stimmkommando bewegt).
Eine querschnittsgelähmte Mitreiterin braucht Hilfe beim aufsteigen von der Rampe, dann reitet sie mit Westernsattel und ansonsten ohne Hilfsmittel. Ihre Pferde hat sie auf Stimme und Zügelhilfen trainiert, bzw. teilweise auch durch entsprechenden Beritt ausbilden lassen.

Hab letztens noch auf Youtube einige Videos über eine Rollireitschule angeschaut. Hier der Link zu ihrem Profil bei Youtube: http://www.youtube.com/user/rollireitschule2010

Viele Grüße, Johanna

Anonym hat gesagt…

Hallo Jule,

"Da ich ja zur Zeit kein Auto habe,"
Hast Du denn nicht die Möglichkeit, spezielle Fahrten wie zur Uni z.B. mit einem Taxi zu fahren.?
Da Du ja am Unfall nicht schuld bist, müsste doch die Versicherung die Kosten übernehmen.

Basler

Hubert hat gesagt…

@anonym: der rollstuhl in dem jule und ihre FreundInnen unterwegs sind verpflichtet sie dazu, gutwillig und mit gelasenheit jede noch so dämliche frage ertragen zu müssen und jedes noch so blödsinnige "tiefsinnge" gespräch führen zu müssen, was ihr anna und otto auf der straße aufdrängen wollen?!

ich glaube nicht und ich finde völlig legitim, sich auch mit verbaler vehemenz gegen derartige respektlosigkeiten durchzusetzen.

du ziehst den vergleich zu jules fragrunden hier im blog. der vergleich ist schlecht, weil jule hier ein angebot gemacht hat.

im rollstuhl zu sitzen und eine s-bahn zu benutzen ist aber KEIN solches gesprächsangebot. wer das und den hinweis "och nee suchen sie sich wen anders" nicht respektiert, hat hier schlechte karten noch freundlich aus dem "gespräch" verabschiedet zu werden..

Hans hat gesagt…

Ich muss sagen, ich wäre noch ganz anders ausgerastet. Wenn ich NEIN sage, dann meine ich auch NEIN. Da muss man sich nicht darüber hinwegsetzen, und wenn doch, darf man sich nicht wundern, wenn dem Gegenüber der Kragen platzt. Es ist doch ungeheuerlich, was man sich da gefallen lassen muss.

Und ich sehe auch einen absoluten Unterschied, ob jemand sagt, er sei für alle Fragen offen und dann ja auch bereitwillig alle Fragen beantwortet hat, oder ob jemand klar darum bittet, nicht belästigt zu werden und dann solche dummen Fragen an den Hals geworfen bekommt.

Dumm deswegen, weil hier jemand ohne die Vorgeschichte zu kennen und ohne wirklich ein Interesse an der Person zu haben, einfach jemanden in Verlegenheit bringen will, um daraus finanziellen Profit zu schlagen. Und dann bekommt er noch eine deutlichere Ansage und packt noch Flyer aus? Dann darf er sich wirklich nicht wundern, wenn jemand ausrastet!

Anonym hat gesagt…

Ich bin auch der Meinung, dass man sich nicht dumm anmachen lassen muss, wenn man schon unmissverständlich sagt, dass man keinen Kontakt wünscht.

Den fiesen Spruch von Marie finde ich richtig gut, denn das verdeutlicht demjenigen vielleicht mal, was er seiner Umwelt zumutet. Marie und ihre Mutter müssen damit klar kommen, dass die Mutter Marie als behindertes Kind zur Welt gebracht hat und damit ihrer Tochter eine möglicherweise vermeidbare Aufgabe mit auf den Lebensweg gegeben hat. Marie wurde nicht gefragt, konnte nichts anders machen. Die Mutter jedoch hatte das eine oder andere in der Hand. Und ich rede hier nicht von Abtreibung, das würde die Brisanz der Frage noch verschärfen. Der Typ macht sich darüber überhaupt keinen Kopf, sondern trötet einfach irgendwelchen Mist raus, obwohl Marie ihn darum bittet, das zu lassen, und hört dann auch noch gar nicht wieder auf. Ich wäre aufgestanden und hätte ihm vor die Füße gespuckt.

Hut ab vor Maries Reaktion.

Mike hat gesagt…

@Anonym 7:50
ich gehe davon aus, dass ihro Gnaden bei der Frage "Sie kommen zurecht?" oder "Kann ich ihnen behilflich sein?" mit hoher Wahrscheinlichkeit eine freundliche Antwort bekommen. Und wenns ein "nein Danke" ist.
Und dann ist es gut. Man muss mit Rollifahrern nicht auf Biegen und Brechen Quatschen und sagen, wie toll man das findet, wie sie ihr schreckliches Schicksal meistern blasülz.

Die sache mit Klara ist eigentlich ganz amüsant:
Er reisst einen blöden Witz, zwei blöde Witze zurück, und gut ist. ich glaube jetzt nicht, dass irgendeiner der Beteiligten ein schweres Trauma davongetragen hat.

Die Sache mit diesen Sektierern ist was anderes. Hier gehts um Psychodruck. Alleine diese penetrante Fragerei, nachdem die Kommunikation klar abgelehnt wurde, rechtfertigt Maries Reaktion. Derartig emphatiebefreit wie solche Sektierer muss man erst mal sein. da hilft doch wirklich blos noch der ganz große Vorschlaghammer.
Dass die Hintermänner dieser Typen nur das Beste von Marie (und anderen Behindis)wollen, ist auch klar: Sie wollen ihr G E L D abzocken!

Ich finde Maries Reaktion nachvollziehbar, angemessen und verständlich. PUNKT!
Solche Psychofritzen gehören geteert, gefedert und dann aus der Stadt gejagt.

Mike

Anonym hat gesagt…

Jule, warum liest sich dein großartiger Blog plötzlich so anders? Immer öfter: der/die/das war gemein zu mir.. das Pferd hat mich geärgert.. Früher hast du alles so viel lebendiger und positiver geschildert! Auch die dramatischen Dinge in deinem Leben. Alice

Anonym hat gesagt…

hey jule, schön das du wieder mal reiten konntest, freut mich! dann brauchst mein angebot aus dem letzten kommentar wohl nicht. liebe grüße, stephie
s.d.horses@gmx.net

Jule hat gesagt…

Zu den Fragen nach dem WIE: Meine Beine kann ich nicht einsetzen, hat zwar den Vorteil, dass ich einigermaßen entspannt auf dem Pferd sitze, hat aber den Nachteil, dass ich die Beine nicht gezielt einsetzen kann, für nix. Auch nicht zum Geradesitzen. Und vor allem ist es gefährlich, wenn ich plötzlich durch eine Spastik irgendeine Beinbewegung mache, die das Pferd im besten Fall interpretiert, im schlechtesten Fall erschreckt.

Jedes x-beliebige Pferd lässt sich auch nicht mit der Stimme steuern, vor allem dann nicht, wenn man sich nicht kennt. Wenn das Pferd einigermaßen gut ausgebildet wurde (nicht speziell, sondern allgemein), kann man es eigentlich mit Stimme, Zügel und Gerte einigermaßen vernünftig im Schritt auf einem Reitplatz oder in einer Halle reiten.

Wenn man es wirklich gut reiten können will, auch draußen, muss es auf die Stimme reagieren. Meine bescheidene Meinung. Ansonsten bekommt man es kaum ohne Beine so hin, dass es nicht ständig grast oder irgendwelchen "Unsinn" macht.