Samstag, 28. April 2012

Keine wirkliche Alternative

Warum tue ich mir eigentlich die Fahrten mit Bussen und Bahnen an, wenn ich mir doch ein Taxi leisten könnte? Und müsste es nicht sogar der Unfallgegner zahlen, der meinen Viano zerlegt hat?

Die Antwort auf die zweite Frage lautet: Nein. Der Unfallgegner muss für die Zeit, die es durchschnittlich dauert, mein Fahrzeug wiederzubeschaffen, einen Leihwagen bezahlen. Für den Zeitraum gibt es irgendeine Regel, das sind maximal sechs oder acht Wochen. Lange Lieferzeiten, Behindertenumbau etc. gehen zu meinen Lasten. Es gibt eine höchstrichterliche Entscheidung, dass die Umstände, die sich aus einer Behinderung ergeben, nicht durch den Unfallgegner auszugleichen sind. Genauso wie ein Rollstuhlfahrer bei Totalausfall des Aufzugs keine Mietminderung geltend machen kann - es sei denn, er wohnt im 4. Stock oder höher (dann sind es 10%). Der Umstand, dass ich als Rollstuhlfahrerin nicht mehr aus der Wohnung komme, wenn der Aufzug defekt ist, ergibt sich aus meiner Behinderung, und die ist nicht dem Vermieter zuzuschreiben.

Aber wie dem auch sei, ich hätte ja auch so genug Kleingeld, um mit einem Taxi zu fahren. Die Frage ist nur: Ist es wirklich so viel stressärmer? Am Mittwoch war das Chaos ja auch nicht vorauszusehen, sondern es kam eins zum anderen. Es gibt genügend Tage, an denen es mit Bus und Bahn einwandfrei funktioniert. Versuchsweise habe ich mir vorgenommen, einen Tag lang alle Strecken mit dem Taxi zu fahren und in meinem Blog zu dokumentieren. Und leider geriet ich dabei nicht nur an so nette Fahrer wie meinen Herausforderer bei den BOBs, Sash aus Berlin.

Zur Uni sind es etwa 10 Kilometer, mit dem Auto ist das in 15 bis 20, maximal 30 Minuten zu schaffen. Ich wollte vorher noch etwas abholen und etwas kopieren, plante, um 9.30 Uhr dort zu sein und rief am Donnerstagabend gegen 21.00 Uhr die Taxizentrale an. "Guten Abend, mein Name ist Stinkesocke, ich möchte gerne für morgen früh ein Taxi vorbestellen. Und zwar am liebsten einen Kombi oder einen Van, weil ich einen Rollstuhl mitnehmen muss." - "Lässt sich der Rollstuhl falten?" - "Nein, leider nicht." - "Dann bräuchten Sie aber einen Behindertenbus, nur den bekommen Sie nicht über uns. Da hätte ich eine andere Telefonnummer für Sie, haben Sie was zu schreiben?" - "Ich möchte ein Taxi haben, am liebsten einen Kombi oder einen Van. Ein Bus ist nicht erforderlich, denn mein Rollstuhl passt in einen Kombi hinten rein." - "Achso. Ich hatte verstanden, dass er sich nicht falten lässt." - "Das ist richtig, aber er passt trotzdem hinten rein." - "Was wiegt der Rollstuhl?" - "Um die 10 Kilogramm." - "Achso. Das ist also ein Leichtgewichtrollstuhl?" - "Er wiegt etwa 10 Kilo." - "Ja, also ein Leichtgewichtrollstuhl, schreibe ich auf."

Meinetwegen, es ist zwar kein Leichtgewichtrollstuhl, sondern ein Aktivrollstuhl, aber bevor ich das erkläre ... - "Wo soll die Fahrt losgehen?" - "Bei mir zu Hause, das ist ...straße Nummer ..." - "Um welche Uhrzeit soll das Fahrzeug bei Ihnen sein?" - "Um 9 Uhr bitte." - "Soll der Fahrer klingeln?" - "Nein, ich bin um 9 Uhr unten." - "Wohin soll die Fahrt gehen?" - "In die ...straße." - "In Hamburg?" - "Ja." - "Wieviele Personen fahren mit?" - "Nur eine." - "Und Ihren Namen hätte ich dann gerne noch einmal." - "Jule Stinkesocke." - "Okay, dann wiederhole ich: Einen Kombi oder Van um 9.00 Uhr in der ...straße Nummer ..., eine Person mit einem Leichtgewichtrollstuhl, Sie kommen runter." - "Genau." - "Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?" - "Nein danke." - "Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend." - "Danke gleichfalls."

Am Freitagmorgen, es ist 8.42 Uhr, klingelt es bei mir. "Ihr Taxi ist da!" - "Ja, 9 Uhr hatten wir gesagt." - "Achso, 8.45 Uhr steht auf meinem Zettel." - "Ja, da ist dann ein Fehler passiert, ich hatte ausdrücklich 9 Uhr gesagt." - Gemurmel in der Leitung. Ich rief vorsorglich die Taxizentrale noch einmal an, man kennt ja seine Pappenheimer. "Stinkesocke hier, ich hatte für heute morgen ein Taxi in die ...straße Nummer ... bestellt, können Sie mir sagen, ob das klappt und welcher Wagen kommt?" - "Einen Moment, ich schaue für Sie einmal nach. *klicker* *klicker* Welche Uhrzeit?" - "Ja, jetzt gleich." - "Hier haben wir einmal 9.00 Uhr mit Rollstuhl, sind Sie das?" - "Ja, genau." - "Das ist der Wagen ..., der hat den Auftrag angenommen." - "Alles klar, dann weiß ich Bescheid. Vielen Dank!" - "Keine Ursache, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!"

Ich kramte also meine Sachen zusammen und fuhr mit dem Aufzug nach unten. Es war 8.55 Uhr, als ich die Beifahrertür vom Fahrzeug öffnete. Eine Limousine, kein Kombi. Der Fahrer schaute mich an: "Hatten Sie bestellt?" - "Ja." - "Auf welchen Namen?" - "Stinkesocke." - Er kletterte aus dem Auto, kam zu mir. "Wie machen wir das mit dem Rollstuhl, kann man den falten?" - "Nein." - "Nein?! Dann bekomme ich den nicht mit." - "Wir können die Räder abnehmen und die Rückenlehne runterklappen." - "Den bekomm ich nicht in den Kofferraum. Also ich glaube das nicht. Ich habe ja schon die ganzen Kindersitze da hinten drin. Müssen wir mal schauen, eventuell muss ich die auf die Rückbank legen." - "Ich hatte extra um einen Kombi oder einen Van gebeten." - "Ja, sehen Sie, das ist nämlich auch nicht übermittelt worden." - "Ja, das ist doof. Ich habe es aber ausdrücklich gesagt." - "Steigen Sie erstmal ein."

Ich setzte mich auf den Beifahrersitz und mein erster Blick fiel auf den (alten) Taxameter, der nicht, wie manchmal in neueren Modellen, irgendwo im Rückspiegel untergebracht, sondern fest auf der Beifahrerseite am Armaturenbrett angebracht war und mit roten 7-Segment-LED-Anzeigen munter vor sich hin leuchtete: 8,20 €. Bevor ich dem Fahrer also erklärte, wie mein Rollstuhl zu falten ging, fragte ich: "Was hat das hier mit den 8,20 ähm 8,30 auf sich?" - "Erklär ich Ihnen gleich." - "Nein, das erklären Sie mir bitte jetzt, sonst steige ich sofort wieder aus." - "Das ist die Wartezeit seit 8.45 Uhr." - "Wir haben um 9.00 Uhr einen Termin, da oben hängt eine Uhr, es ist vor 9.00 Uhr. Ich möchte gerne meinen Rollstuhl haben - vielen Dank." - "Und jetzt?" - "Jetzt rufe ich Ihre Taxizentrale an und bestelle mir ein anderes Fahrzeug. Schönen Tag noch." - "Sie müssen die Anfahrt und die Wartezeit bezahlen." - "Nö." - "Dann rufe ich jetzt die Polizei?" - "Tun Sie, was Sie für richtig halten."

Ich rief über mein Handy die Taxizentrale an. "Guten Tag, Stinkesocke mein Name, ich hatte für 9 Uhr ein Taxi bestellt in die ...straße Nummer ..." - "Ja, wir hatten doch eben telefoniert. Der Wagen müsste jeden Moment da sein." - "Der Wagen ist schon da, allerdings ist es weder ein Kombi noch ein Van und der Fahrer hat vor Abfahrt bereits über 8 Euro auf der Uhr, schicken Sie mir bitte ein anderes Fahrzeug." - "Moment mal bitte." - Wartemusik. - "Ich erreiche den Fahrer gerade nicht. Ist der noch vor Ort?" - "Der steht neben mir." - "Können Sie mir den einmal geben?" - "Nein, kann ich nicht, schicken Sie mir bitte ein anderes Fahrzeug, einen Kombi oder einen Van, und das bitte zügig, ich habe einen Termin." - "Geben Sie mir doch bitte mal den Fahrer." - "Ich gebe mein Handy nicht an fremde Leute weiter. Schicken Sie mir jetzt einen anderen Wagen oder soll ich woanders anrufen?" - "Nein, ich schicke Ihnen ein anderes Fahrzeug so schnell es geht." - "Wie lange wird es etwa dauern?" - "So schnell es geht, um die 10 Minuten." - "Okay."

Vier Minuten später fuhr ein Touran auf das Gelände. Ich winkte ihm zu. "Guten Tag, Sie hatten ein Taxi bestellt?" - "Ja, genau." - "Und was hat das hier mit dem Kollegen auf sich?" - "Keine Ahnung, der wollte seine Fahrt nicht mit 2 Euro 80 sondern mit 8 Euro 20 beginnen und dafür muss er sich einen anderen dummen suchen." - "Okay?! Na da sag ich mal lieber nichts zu. Kann man den Rollstuhl falten?" - "Nein, der passt aber so hinten rein. Meine Freundin hat auch einen Touran." - "Achso, na dann."

Während der Fahrer meinen Rollstuhl einlud, stieg der erste Fahrer in sein Taxi ein und fuhr davon. Dann stieg mein Fahrer ein, fragte nach dem Ziel, schaltete den Taxameter ein und fuhr los. "Bevorzugen Sie einen bestimmten Weg?" - "So direkt wie möglich, aber keine spezielle Route." - Ich unterhielt mich mit ihm, er war eigentlich ganz nett, fragte mich, woher meine Behinderung käme, erzählte mir, dass er immer einen Rollstuhlbasketballer zur Arbeit gefahren hätte für ein halbes Jahr lang, und dann waren wir auch schon da. "Das macht dann 21 Euro 50 bitte."

Für den Rückweg begab ich mich zum Taxistand vor der Uni. Kein Fahrzeug da. Also rief ich erneut in der Taxizentrale an. Diesmal kam nach 10 Minuten eine E-Klasse als Kombi, der Fahrer fragte mich auf den ersten 100 Metern, ob ich studiere, sprach nur sehr gebrochen Deutsch und mit starkem Akzent, kannte aber den direkten Weg und am Ende sollte ich 21,10 € zahlen.

Am späten Nachmittag musste ich zum Schwimmen, Ersatztraining für den am Mittwoch ausgefallenen Termin. Fahrzeit: Zwischen 20 und 45 Minuten. Es kam erneut ein Touran, der Fahrer sprach ebenfalls nur gebrochen Deutsch. Er verstaute meinen Rollstuhl, startete den Taxameter, fuhr vom Parkplatz und - fuhr falsch. Er hätte sich sofort links einordnen und einen U-Turn machen müssen, er wartete aber nicht ab, bis alle drei Fahrspuren frei sind, sondern ordnete sich rechts ein und fuhr auf eine Schnellstraße.

Bevor ich ihn fragen konnte, sagte er: "Oh nein, jetzt sind wir verkehrt. Wie machen wir nun. Ist so blöde. Ich fahre über Autobahn, das geht schnell und dann machen wir bei 30 Euro auf Kasse, sind Sie einverstanden?" - "30 Euro klingt gut, aber Autobahn? Wollen wir nicht lieber die nächste wieder raus und durch das Gewerbegebiet fahren?" - "Da kenne ich mich nicht aus. Kennen Sie den Weg?" - "Ja sicher. Autobahn ist ja ein riesiger Umweg, das sind doch bestimmt 20 Kilometer mehr." - "Nein, wir fahren Autobahn, das geht schneller, und wir machen bei 30 Euro aus."

Als wir von der Autobahn über die Elbe stadteinwärts fuhren, waren die 30 Euro erreicht. Bei 30,50 € machte ich den Fahrer darauf aufmerksam. "So, die 30 Euro wären jetzt voll." - "Ja, ich darf nicht ohne Taxameter fahren. Aber Sie zahlen am Ende nur 30 Euro. Den Rest muss Chef dann Storno machen." - Als wir an der Schwimmhalle ankamen, waren es 51,30 €. Was sagt der Fahrer? - "30 Euro zu 51 Euro sind 21, Hälfte sind 10 Euro 50. Die 30 Cent schenke ich Ihnen, sagen wir 40 Euro glatt." - "Wir haben 30 Euro gesagt." - "Ja 30, aber jetzt ist 51,30 und Mitte ist 40. Ich muss 10 Euro bestimmt selbst zahlen, sagt Chef nachher und ich bin auch nur sagen wir kleiner Taxifahrer mit Kinder." - "30 Euro haben wir gesagt und das ist vermutlich schon mehr als die Fahrt auf dem direkten Weg gekostet hätte." - "Nein, auf direktem Weg wäre bestimmt 35 oder 38 Euro gewesen. Ich mache Angebot, wir sagen 35 Euro. Okay?" - "Wir sagen 30 Euro wie vereinbart." - "Ist nicht schön, aber wir streiten nicht, machen 30 Euro."

Nach dem Schwimmen rollte ich 500 Meter an der frischen Luft zum nächsten Taxistand. Dort saß ein Mann in einem E-Klasse-Kombi. "Fahren Sie mich in die ...straße?" - "Ja klar. Warten Sie, ich mache den Sitz zurück und dann helfe ich Ihnen. Ich komme rum." - Ich stieg ein, er verlud meinen Rollstuhl im Kofferraum, dann setzte er sich wieder auf seinen Fahrersitz. "Ich muss ganz schnell noch eine Tour abgeben, ja? Haben Sie es eilig?" - "Nein." - "Dann telefoniere ich kurz und dann fahren wir los."

Er nahm sein Handy ans Ohr: "Du, kannst du für mich die Frau ... abholen? Ich habe noch eine größere Tour reinbekommen." - Als er aufgelegt hatte, fuhr er los und meinte: "Das war meine Frau. Wir fahren beide Taxi. Dann klappt das ganz gut, ich hätte sonst einen Kollegen rufen müssen, denn ich habe in 20 Minuten eine feste Tour." - Der Mann sprach ebenfalls mit ausländischem Akzent. Er fragte mich, ob ich denn kein Auto hätte. Ich erzählte ihm die Story von meinem zerlegten Viano. Und den langen Lieferzeiten. Und von den Maschen, die seine beiden Kollegen heute abgezogen haben. "Aber die waren nicht von unserer Taxizentrale, oder?" - "Nein, die waren von ..." - "Rufen Sie doch nächstes Mal bei uns an." - "Ich wohne ja dort, wo Sie mich jetzt hinfahren, und das ist ein ganz anderer Stadtteil." - "Achso, ich dachte, Sie wohnen da wo Sie eingestiegen sind." - "Nein." - "Es gibt immer schwarze Schafe, die machen das ganze Gewerbe kaputt. Bei unserer Zentrale gibt es solche Leute nicht. Wir sind nicht viele Fahrer und unser Chef guckt sich die immernoch alle einzeln an. Ich bin jetzt seit 20 Jahren dort und meine Frau auch, wir sind sehr zufrieden." - Am Ende zeigte der Taxameter 29,30 € an. Soviel also zum Thema "bestimmt 35 bis 38 Euro".

Während der Fahrt kamen wir ins Gespräch, wie teuer wohl die teuerste Fahrt innerhalb Hamburgs sein könnte. Er meinte: "Das hat mal jemand ausgerechnet. Das geht von Altengamme nach Wittenbergen und macht so rund 75 Euro." - Nicht schlecht.

Nach zwei Terminen endet mein Versuch. Ich bin insgesamt über 100 Euro losgeworden, um einmal zur Uni und zurück und einmal zum Training und zurück zu fahren und ich muss sagen, dass es insgesamt nicht entspannter war als mit der Bahn. Sicherlich, die beiden Chaoten sind Ausnahmen, allerdings garantiert mir auch niemand, dass ich die nicht wieder erwische, wenn ich häufiger Taxi fahren sollte. Hinzu kommt die Angst, im Auto unkontrolliert rumzupupsen. Dann diese ewige Erklärerei beim Vorbestellen, das Rumstehen auf der Straße, wenn der Taxistand leer ist, vielleicht noch im Regen, die Gefahr, dass der Stuhl zerschrammt wird, weil einige Taxifahrer den lieblos in ihren Kofferraum reinpressen und dabei an irgendwelchen Verstrebungen entlang schrammen, die Gefahr, dass die Greifreifen zerschrammen (was dann weh tut beim Fahren), weil einige Fahrer die abgebauten Räder mit dem Greifreifen nach unten auf den Asphalt legen. Oder eben auch, dass sie den Stuhl im Kombi nicht anlehnen, sondern frei in den Raum stellen, so dass der bei jedem Bremsen und Anfahren hin und her poltert...

Ohne Frage, die meisten Taxifahrer sind freundlich, nett, zuvorkommend und verstehen ihren Job. Taxifahren ist sicherlich eine Alternative zum Bahn- und Busfahren, wenn es mal schnell und komfortabel sein soll. Aber wirklich stressfreier finde ich das nicht. Eine echte Alternative ist und bleibt nur das eigene Auto. Und das lässt eben noch auf sich warten.

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Jule, lad dir Sash für nen Monat und für ein Festgehalt ein und du hast schnelle Fahrten mit nettem Fahrer! Ok, ne, Sash kennt Hamburg bestimmt nicht... Mist, fahr wieder Bus und Bahn und ich drück die Daumen, das die problemlosen fahrten mehr werden!

Wolfy hat gesagt…

Achja... wie schön wäre es dich einfach Sash oder Torsten anzurufen, auf dass sie sich den Weg nach Hamburg bzw Wolfenstadt machen und dahin fahren, wohin man wohl. Zum jeweils korrekten Tarif natürlich.

Was die beiden davon wohl halten? xD

Und ja - es gibt immer die Einen und die Anderen. Ich meide Taxis auch wie die Pest - und habe keine körperliche sondern psychische Komponente, die mir das Taxifahren schwer macht. Also von daher - hoffentlich wird das Auto bald fertig *pfoten drück*

Christian hat gesagt…

Hallo Jule,

ich hab deinen Blog vor kurzem durche eine Freundin entdeckt. Ich hab mich von ganz am Anfang bis jetzt durchgelesen und es hat gedauert, das kann ich dir sagen. Aber ich bereue nicht deinen Blog komplett gelesen zu haben. Im Gegenteil. Ich habe mir deinen Newsfeed abonniert und stimme auch kräftig bei den Bobs für dich. Ich finde es wirklich beachtlich wie du dein Leben meisterst. Wenn ich von mir ausgehe: ich denke ich hätte diese Kraft und Willensstärke nicht.

Nun zu deinem aktuellen Post: ja, es gibt immer schwarze Schafe, es gibt Idioten und es gibt Abzocker. Das ist aber im Taxigewerbe nicht auf eine Personengruppe beschränkt. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die Fahrer gern mal einen Umweg fahren wenn sie merken, dass der Fahrgast sich nicht auskennt.

Für mich persönlich kann ich aus deinem Blog lernen und erfahren. In Nürnberg (wo ich wohne) sind Rollifahrer subjektiv eher selten zu sehen, dafür aber (wiederum subjektiv) viele Blinde oder in der Sehkraft extrem eingeschränkte. Der Gedanke ob es da bestimmte statistische Häufungen gibt beschäftigte mich schon, aber nur am Rande. Als externer Dienstleister für eine Behörde habe ich am Rande auch mit behinderten Personen zu tun. Behindert in diesem Sinn, dass sie ihre Arbeit nur eingeschränkt ausüben können. Rollifahrer gehören dabei zum normalen Personenkreis mit Blick auf die Sehbehinderten bei denen ich relativ häufig sehe, dass sie 2-3cm vor dem Monitor sitzen und ablesen was dort vergrößert steht. Eine Braillezeile haben sie aber nicht. Im extremen Kontrast dazu: diese Leute sind Softwareentwickler!

Ganz zum Schluß das kleine Sahnehäubchen. Danke Jule für den Einblick in dein Leben. Ich denke ich habe viel gelernt, ich habe viel gelesen, gelacht und mitgefiebert. Ich wünsche dir alles alles Gute auf deinem weiteren Lebensweg. Würde ich nicht so weit weg wohnen würde ich dir auch auf dem nächsten Triathlon die Daumen drücken und dich auf der Strecke anfeuern.

Liebe Grüße und eine Verneigung aus Nürnberg
Christian

BigDigger hat gesagt…

Ja, das Taxigewerbe in Hamburg ist schon sehr speziell... Auch mit Schwarzen Kassen und so (lässt sich googlen).

Aber immerhin weißt Du jetzt sicher, dass Taxis keine Alternative sind - oder Du kannst zumindest in einer Notlage wie kürzlich das kleinere Übel wählen.

Immerhin: Für die Erkenntnis sollte sich der Aufwand doch gelohnt haben, oder? ;)

Sash hat gesagt…

Danke für die abermalige lobende Erwähnung :)

Was ich an dieser Stelle noch anmerken muss/möchte: Natürlich war all das nicht ok. Gerade mit dem ersten Fahrer hatte ich in gewisser Hinsicht dennoch ein wenig Mitleid. Wie gesagt: ein wenig.

Einer der Gründe, weswegen ich den Funk in der Regel aushabe, ist, dass es solche Probleme bei der Weitergabe scheinbar ständig gibt. Kein Großraumwagen, dies und das wird nicht erwähnt, Zeiten werden versemmelt, etc.

Das Gewerbe bei euch kenne ich nicht - da ist sicher einiges anders. Ansonsten ist es aus der Sicht es Fahrers natürlich verständlich, dass er - auf 8.45 Uhr bestellt - die Uhr anmacht. Das steht so in der Taxiordnung und uns wird ja auch oft das Leben schwergemacht, indem Kunden einfach mal nach dem vereinbarten Termin noch eine halbe Stunde tratschen, während wir mit langem Gesicht eigentlich mal Land gewinnen wollen.

Was ich hingegen wirklich nicht verstehe: Wo bleibt bei solchen Missverständnissen die Kommunikation? Ob es Fehler der Zentrale oder sein eigener war: es ist ja nicht so, dass man nicht hier oder da mal ein Auge zudrücken könnte, wenn was schief läuft.

Wäre mein Chef beispielsweise ein blödes Arschloch, dann hätte ich in der Situation auch die Cops geholt - schon um das Minus nicht aus eigener Kasse zahlen zu müssen. Aber einfach auf stur zu schalten oder nicht einmal beim ersten Mal zu sagen, dass man die Uhr dann aber anmacht (um wenigstens die Diskussion gleich zu haben und ggf. Schaden zu vermeiden) muss doch aber drin sein, wenn offensichtlich was schief läuft :(

Auf jeden Fall von meiner Seite aus ein geknirschtes "Respekt" für die einmalig geniale Ausbeute aus den Tiefen des Gewerbes an nur einem Tag...

meg hat gesagt…

Wow, so viel Kohle! Krass! Wenn man das hochrechnen würde: Ich kenne zwar deinen genauen Tagesablauf nicht, aber am Wochenende musst du ja schon mal nicht zur Uni, also kann man da ca 43€ pro Tag abziehen, und ich denke du gehst nicht jeden Tag zum Sport, also nehmen wir mal als Wochentagsmittel ca. 70€ (einfach mal geschätzt, bin keine Mathematikerin). Macht pro Woche 490€, runden wir mal auf 500, das heißt du würdest 2000€ im Monat fürs Taxi ausgeben? Ungefähr, stimmt das? Absolut krank.

Anonym hat gesagt…

Jule, was du brauchst sind ein paar Rentiere, ein roter Mantel und ein falscher Bart. Oder hast du schonmal davon gehört, dass ein Rentier-Rollstuhl-Weihnachtsmann-Gespann im Straßenverkehr Probleme hatte? Ich nicht!

Alice hat gesagt…

Das war sehr interessant zu lesen, vor allem im Vergleich zu dem Bus-Bahn-Eintrag.

In meinem Fitnessstudio gab es grad eine riesen Welle: ein, mir bekannter, junger Rollstuhlfahrer (seit 2009 querschnitssgelähmt nach Snowboardunfall) wurde des Fitnessstudos verwiesen, denn wenn sie Rollstuhlfahrer zulassen würden, müssten sie auch Blinde zulassen und die Blindenhunde würden stören. Ich hab das alles nicht richtig kapiert und die ganze Geschichte landet jetzt auch beim Ordnungsamt und vor allem in der Presse, aber ich war von der Studioleitung echt enttäuscht... die Argumentation war einfach diskriminierend und für meinen Bekannten tut es mir total leid...

Frank hat gesagt…

Hallo Jule,
eine Frau der Tat,
das hört sich nicht wirklich nach einer dauerhaften Alternative an.
Muss allerdings zu meiner Ehrenrettung sagen,ich habe die größe von HH unterschätzt,
komme selber eher aus der Provinz (45.000 Einwohner)und hatte nicht damit gerechnet,
das du für jede Fahrt annähernd 30 Euro berappen musst,
bei uns kostet die Fahrt einmal quer durch die Stadt höchstens 10-12 Euro.

Da bleibt wohl nur zu hoffen, das diese "Arschloch-Tage" eher die Ausnahme bleiben,
wenn du Stundenlang für nichts durch Hamburg fährst.

Es gäbe ntürlich eine weitere Möglichkeit...
du mietest dir eine Limousine inkl. Chaffeur,so wie der Mooshammer früher,
fehlt nur noch das Schoßhündchen Daisy.

Bin schon gespannt auf deinen Bericht darüber *gg*

schöne Grüße nach HH

Seemädel hat gesagt…

Was für ein Stress...
Das mit dem Großraumtaxi/ Van versteh ich ehrlich gesagt nicht so ganz, warum geht kein normales Taxi? In deinem Golf konntest du den Rollstuhl doch auch transportieren (auf dem Beifahrersitz, wenn ich mich richtig erinnere).
Irgendwie denk ich grad, die großen Unternehmen sollten eine bestimmte (kleine) Anzahl von den üblicherweise von Menschen mit Behinderung benutzten Autos pro Monat für diese reservieren, denn ihr könnt eben nicht nach einem Unfall einen Leihwagen nutzen oder ein gebrauchtes Auto kaufen... und wenn man womöglich auf dem platten Land wohnt, wo es keinen (brauchbaren) ÖPNV gibt, ist man ja echt aufgeschmissen. In Hamburg ist es wenigstens "nur" nervig und anstrengend... auch wenn ich das schon doof genug finde.
Einerseits verständlich, dass die Versicherung des Gegners nichts dafür kann, dass du mit einem Leihwagen nichts anfangen kannst - bloß du kannst ja auch nichts dafür...

philipp hat gesagt…

Vielleicht eine blöde Frage, die ich mir gerade beim Lesen der Leihwagen-Problematik gestellt habe:
Warum gibt es eigentlich keine Leihwagen mit behindertengerechtem Ausbau?
Sind die Anforderung für die unterschiedlichen Behinderungen so unterschiedlich, dass dies nicht möglich ist? Oder erscheint es "nur" wirtschaftlich nicht lohnend, Fahrzeuge behindertengerecht umbauen zu lassen und an Rollstuhlfahrer zu vermieten?

Dass der Markt nicht so groß ist, wie bei "normalen" Mietwagen ist klar, dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass Du die Einzige bist, die mit einem derartigen Problem kämpft (kann ja auch mal ein technischer Ausfall für einige Tage/Wochen passieren - der Wagen muss ja nicht gleich zu Schrott gefahren werden)

Ist die Idee so abwegig oder warum gibt es da keine Angebote?

Jule hat gesagt…

Leute, lasst doch mal das Schreiben von bösen Mails. Ich habe nichts gegen Ausländer (auch nichts gegen Behinderte), nichts gegen Taxifahrer und ja, es gibt ganz viele nette Taxifahrer und es gibt auch ganz viele nicht so nette Leute außerhalb des Taxigewerbes ... ich beschreibe hier vier Fahrten eines Tages, von denen zwei ein Griff ins Klo waren. Das ist zwar überdurchschnittlich viel, aber auch leider nicht überraschend. Vielleicht bin ich besonders kleinlich, aber ich würde sagen: Bei jeder 5. Taxifahrt habe ich einen krassen Grund zur Beanstandung. Und mit "krass" meine ich "krass".

@Sash: Ich hatte mit dem ersten Fahrer kein Mitleid, für mich war es Abzocke. Auch wenn es vielleicht beschwerlich ist, erst noch einen Rolli zu verladen, ich würde behaupten, meine Touren lohnen sich immer. Ich gebe netten Fahrern immer Trinkgeld, ich diskutiere mit Sicherheit nicht über den Preis, mich interessiert auch nicht, ob nun ein Weg einen Kilometer länger ist als der, den ich gefahren wäre, säße ich selbst am Steuer, ich zahle in bar, verschmutze das Auto nicht, zerkratze nicht den Lack beim Einsteigen, bin nett und freundlich... Der Typ hatte von 8.42 bis 8.57 Uhr Zeit, seine Funkzentrale anzurufen und das zu klären. Und denen einzuheizen, wenn sie den Auftrag nicht vernünftig weitergegeben hätten. Der Moment, als er mit der Erklärung ursprünglich warten wollte, bis ich "sicher" im Auto sitze, war für mich jener, in dem die Sache gekippt ist. Hätte er gesagt, er habe sich eben nochmal rückversichert, wäre ich mitgefahren und hätte unterwegs selbst die Zentrale noch einmal angerufen und gefragt, wieso man mir denn vor 10 Minuten auf Nachfrage noch die richtige Zeit sagen konnte und mir den Namen des Mitarbeiters geben lassen. Und was das Warten und Knutschen angeht: Da bin ich auch dafür, dass man dann sein Taxameter einschaltet. Ich gehöre eher zu jenen Kunden, die um 8.55 Uhr schon an der Straße stehen. Es käme mir nicht in den Sinn, ein bestelltes Taxi warten zu lassen. Es sei denn, wie gesagt, er kommt eine Viertelstunde zu früh und ich bin noch nicht fertig.

Ich weiß, du liest es nicht gerne. Es ist nichts persönliches und ich kann immer nur betonen, es gibt viele nette Taxifahrer. Aber ich muss leider sagen, ohne statistische Erhebungen gemacht zu haben, gefühlt jede 5. Taxifahrt liefert bei mir Grund für massive Beanstandungen. Und damit ist nicht der Vogelkot auf der Scheibe oder das alte Auto gemeint, damit sind Sachen gemeint wie 5 Euro Gebühr für das Rollstuhlverladen, Auto unnötigerweise zum Einsteigen 10 Meter vorfahren, dabei schonmal die Uhr einschalten und sich dann beim Verladen endlos Zeit lassen, nochmal ein paar Minuten lang so bekannte Orte wie mein Krankenhaus googeln (kein Empfang) und in der Papierkarte suchen (die im Kofferraum liegt und erstmal geholt werden muss, während die Uhr läuft), den Großraumtaxi-Zuschlag erheben, obwohl ich alleine fahre (immerhin habe ich nach einem Van verlangt), kein Wechselgeld dabei haben (oder dabei stundenlang irgendwelche 10-Cent-Stücke zwischen 5-Cent-Stücken suchen, mir 3 Euro in 30 Münzen hinhalten und hoffen, ich würde sagen 'stimmt so'), ...

Jule hat gesagt…

@meg: An einigen Tagen kommen noch andere, weitere Strecken hinzu zum Straßentraining oder wenn ich Freunde besuchen will, ich würde mal sagen, ich käme auf rund 3.000 Euro pro Monat.

Da könnte ich mir in der Tat einen eigenen Fahrer mit Leihwagen organisieren. Allerdings habe ich so viel Geld dann noch wieder nicht übrig. Auch nicht für "nur" 3 bis 4 Monate.

@Seemädel: Ein "normales" Taxi ist meistens eine E-Klasse-Limo mit eher kleinem Kofferraum, in dem erfahrungsgemäß schon drei bis acht Kindersitze in doppelter Ausführung für verschiedene Altersklassen, Regenschirme, Putzkoffer, mobile Kaffeeküchen drin sind. Selbst ohne den Zirkus würde der Stuhl nicht in einem Stück durch die Klappe passen. Also zerlegen. Ich kann den Stuhl nicht zerlegen, während ich drin sitze und sobald ich auf dem Beifahrersitz sitze, rollt der Fahrer damit nach hinten, versucht ihn zu falten, kommt dann fragend wieder, ich baue die Räder einzeln ab, dabei saut sich dann der Fahrer die Hose ein, zerkratzt meinen Rahmen, haut sich noch eine Beule ins Auto ... alles schon dagewesen. Insofern sage ich lieber gleich: Van oder Kombi. Mein Golf war auch ein Kombi und auf dem Beifahrersitz sitze ich schon, denn hinten komme ich wegen der begrenzten Popo-Freiheit nur schlecht rein.

Leihwagen gibt es nicht, ist mir zumindest nicht bekannt. Es gab mal einen bei einer orangenen Autovermietung, nur den hat man abgeschafft. Das Problem ist, dass die Leute, die das Auto "normal" fahren, sich an den zusätzlichen Bedieneinrichtungen stören (optisch) oder diese ohne Erlaubnis ausprobieren, wurde mir mal von dort erklärt.

Jule hat gesagt…

@Alice: Das nenne ich mal konsequent gedacht. Vor allem: Hatten die schonmal einen Blindenhund da drin? Wissen die, ob der stört? Und wenn einer stört, heißt das, dass alle stören? Und kann man da keine Lösung finden und notfalls den einen rauswerfen?

Aber vielleicht ist es auch besser so, nicht dass jetzt auch noch ein Gehörloser mittrainieren will und seine Gewichte gegen den Takt stemmt.

Seemädel hat gesagt…

Danke für die Erläuterung, Jule! Ich hätte irgendwie gedacht, dass ein Rollstuhl, wenn er auf den Beifahrersitz passt, auch auf den Rücksitz passt und dass das Auseinanderbauen nicht so kompliziert ist, dass ein freundlicher Taxifahrer es mit deiner Anleitung nicht schaffen kann...
Aber ich gebe zu, ich fahre äußerst selten Taxi und kann von daher nicht sagen, wie freundlich/ sorgsam/ ehrlich... Taxifahrer sind. Zumal es mir nichts bringt, wenn 99 von 100 Taxifahrern toll sind, ich aber zufällig immer das eine schwarze Schaf erwische - so oft, dass die Wahrscheinlichkeit 1% Realität wird (quasi große Stichprobe), fahr ich ja nicht.

Wolfy hat gesagt…

Oh Jule bist du böse :D

Und ja, ich nehme an, ein Blindenhund würde stören. Nicht weil er kläfft oder in die Ecke macht (Arbeitshunde sind generell ordentlich erzogen und machen so etwas in der Regel nicht) - sondern weil "die Kunden ja Angst haben könnten!".
Zumal niemand versichern kann, dass das Tier vielleicht doch mal zu schnappt. Entweder weil ihm jemand auf die Pelle gerückt ist oder weil irgendetwas wie ein nettes Spielzeug aussieht oder oder oder ...

Allerdings kommen viele Blinde auch ohne Hund sehr gut zurecht. Das gilt auch für Blinde, die sonst einen Hund haben. Man könnte also eigentlich eine "keine Blindenhunde"-Klausel nehmen und die Menschen trotzdem trainieren lassen.

Allerdings sind solche Menschen eventuell (!) hilfsbedürftiger als der gesunde Mensch. Er muss mehr betreut werden, nicht alle Geräte sind geeignet, nicht alles ist barrierefrei, etc. pp.
Sprich: Behinderte kosten Geld! Und um das nicht zu zu geben, werden eben vorgeschobene Gründe genannt.

Vermute ich jetzt mal. Ich kenne mich in dem Gewerbe nicht wirklich aus.

Yvi hat gesagt…

Hmm, ich weiß von jemanden, der anstatt einem Firmenwagen täglich mit dem Taxi fuhr. Über Jahre. Immer der gleiche Fahrer. Das war dann gut eingespielt.

Müsste zu organisieren sein, bleibt aber teuer.

Ich hasse ja Bus und Bahn und wohne eh aufm Dorf. Ich bin mir sicher, man könnte das irgendwie organisieren. Es gibt 100% jemanden, der sich für ein bisschen Geld rum fahren würde.
Es gibt so unfassbar viele, die für 400Euro 40 Stunden im Büro sitzen. Ich hätte letzten Sommer Luftsprünge gemacht, wenn ich bloß 4x täglich ne Jule hin und her hätte fahren müssen und dann 1.000 Euro bekommen hätte. Da ließe sich sicher wer finden.

Allerdings klappst ja mit Bus und Bahn so auch noch ganz ok und es ist ja überschaubar.

Kathia hat gesagt…

@Alice: konsequenterweise das Studio wechseln.

Anonym hat gesagt…

@Alice: deifintiv das Studio wechseln, überhaupt keine Frage.
Und nicht "vergessen" der Studioleitung zu sagen warum man wechseln.
Man, es ist unfassbar....
(sorry Alice, dass es Dir leidtut, hilft hier nun ehrlich nicht)
Bea

Jens hat gesagt…

@Sash Bin ich in deiner Stadt suche ich dich, bin ich in PB suche ich Torsten. Wahrscheinlich ist der Großteil der Taxifahrer weitestgehend korrekt. Aber auch ich empfinde es als Abzocke wenn man ein Taxi zu einer bestimmten Uhrzeit bestellt und dieser vorher kommt und die Uhr laufen lässt. Vor ein paar Monaten benötigte ich morgens um 5 ein Taxi zum Flughafen. Der Fahrer kam zu früh und die Uhr lief. Sein Kommentar: Was willst du, versuch doch mal jetzt ein anderes Taxi zu bekommen. Ok, danach war ich wach, habe den Flieger noch knapp erreicht, wenn auch nicht mit dem Fahrer & Unternehmen. Beim Rest bin ich bei Jule. Ob der Weg nen km länger ist oder nicht, egal. Der Ton/die Art macht die Musik.

Anonym hat gesagt…

Ich denke, es ist ziemlich unfair, was du hier machst. Ich wette, dass diese Taxifahrten niemals stattgefunden haben, sondern nur eine dumme Geschichte sind, um deinen Konkurrenten bei den Blog Awards zu schwächen. Und deine Leser sind so blöd und glauben es dir auch noch und stimmen für dich. Du hast davon profitiert, dass Sash dich verlinkt hat und dann nutzt du es derart unverfroren aus, das ist unterste Schublade. Ich wette mit dir, dass du diesen Kommentar niemals posten wirst, denn du drehst dir dein Leben so hin, wie es für dich angenehm ist, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich kann deine Leser nur aufrufen, für Sash zu stimmen, der hat eindeutig den sachlicheren Blog, der sich nicht an dem interessiert, was die Leser lesen wollen!

Daniel hat gesagt…

Dank deiner Blogeinträge weiß ich jetzt endlich um die unterschiedlichen Rollstuhltypen. Das, was Du beschreibst (nicht faltbar, Räder per "Knopfdruck" abnehmbar) hatte ich erst einmal in meinem Taxi zu Gast - da hätte ich wohl auch Schwierigkeiten gehabt, das Modell korrekt zu benennen. Was ist der besondere Vorteil, wenn ich fragen darf? Ich könnte mir vorstellen, dass sich solch ein Rollstuhl durch die größere Steifigkeit schneller fahren lässt als ein Faltrollstuhl - oder hat es einen anderen Grund?

Bei uns in der Firma wird es übrigens meistens so gehandhabt, dass wir für eine Fahrt, wie Du sie bestellt hast, ein Rollstuhltaxi schicken - denn selbst wenn der Fahrgast aus dem Rollstuhl aussteigt und auf dem normalen Sitz Platz nimmt, ist der Rollstuhl so am besten zu transportieren. Platz und Befestigungsmöglichkeiten lassen sich nämlich auch prima für leere Rollstühle verwenden ;)

Jule hat gesagt…

@10.02: Na klar, ich fädel das hier großzügig ein und poste erstmal eine fiktive Geschichte, in der jeder zweite Aufzug nicht geht, nur um meinen Lesern meine spätere Rechtfertigung für eine weitere fiktive Geschichte, diesmal mit Taxi, zu entlocken. Und diese Taxigeschichte erzähle ich so derart unausgewogen und undifferenziert, dass Sash nicht nur indirekt sein Fett wegkriegt, sondern auch noch von mir persönlich angegriffen wird. Wird das denn reichen? Oder sollte ich vielleicht heute noch eine gute Freundin aus Berlin anrufen, damit sie kurz vor Abstimmungsschluss nochmal in Sashs Taxi steigt und sich dort daneben benimmt? In der Hoffnung, dass Sash darüber in seinem Blog berichtet, woraufhin ich dann wiederum mithilfe einer Meute von mir aufgehetzter Leser lautstark kommentiere, er habe etwas gegen Behinderte?!

Wenn du denkst, ich rufe in meinem Blog dafür auf, für Sash zu voten, hast du dich getäuscht. Aber ich habe ihn mehrmals verlinkt und es liegt an jedem Leser, sich zu entscheiden, für wen er wählen möchte. Beide Blogs liefern einen Einblick in das Leben zweier unterschiedlicher Menschen, der eine fährt einen Rollstuhl, der andere fährt ein Taxi. Ich finde Sashs Blog cool, es sind viele tolle Postings drin und man bekommt den einen oder anderen Blick hinter die Kulissen. Ich habe nichts gegen Sash, wir haben uns auch bereits per Mail ausgetauscht und wir sehen das beide ganz locker. Wenn er heute und morgen noch diverse Leute mobilisiert bekommt, die für ihn stimmen, und er mich infolgedessen überholt, hatte sein Turbodiesel am Ende doch den längeren Atem. Ich sehe das sportlich und ich möchte einfach nur eine faire Abstimmung. Und danach bin ich froh, wenn der Zirkus vorbei ist.

Nicht, weil ich mich nicht über meine Leser freue (wenngleich ich nicht in erster Linie für meine Leser schreibe). Aber ich mag es lieber unaufgeregt und ohne den Druck, ständig aufpassen zu müssen, ob jemand hinter jedem Beitrag irgendeine moralisch verwerfliche Motivationslage erkennen könnte. Und apropos Leser: Ich habe gerade brühwarm meine Monatsstatistik für April bekommen. Es waren fast 150.000 Besucher auf meinen Seiten, rund 120.000 mehr als sonst und so viele wie nie zuvor. Ziemlich genau 40.000 Besucher kamen über die BOBs, einige von ihnen werden sich vielleicht (hoffentlich!) ein Lesezeichen gesetzt haben und daher nicht erneut in der Statistik auftauchen. Die üblichen rund 20.000 kamen über eine Suchmaschine. Rund 9.750 kamen über einen befreundeten Blog, der mich vor zwei Jahren schon einmal erwähnt hat und nun erneut Werbung gemacht hat, rund 8.500 über ein Portal, das sich an behinderte Menschen richtet (vielen Dank für die Verlinkung!), genau 1.876 über die Seite von Sash und weitere 1.588 über einen anderen Taxiblog, wo ich ebenfalls Thema war. Und rund 1.300 über Facebook.

Jule hat gesagt…

@Daniel: Der starre Stuhl mit abnehmbaren Rädern und klappbarer Rückenlehne ist nicht nur stabiler, was sich unglaublich bei unebenen Wegen auszeichnet, er ist auch wesentlich leichter, weil der ganze Klappmechanismus (also nicht nur die Schere unter dem Sitz, sondern auch die Führung der Sitzbespannung und das klappbare Fußbrett) wegfällt. Mein Rahmen wiegt irgendwo zwischen 4 und 6 Kilogramm, ein faltbarer zwischen 8 und 15 Kilogramm. Es kann zudem weniger kaputt gehen, weil weniger bewegliche Teile vorhanden sind. Der Bolzen dieser Rahmenschere bricht sehr gerne mal.

Ich finde Rollstuhltaxis, sofern damit Sprinter, Crafter oder wie auch immer sie alle heißen, gemeint sind, unglücklich, weil ich mich aus Sicherheitsgründen niemals im Rollstuhl transportieren lasse. Dafür ist der nicht gebaut, der hält einem Crash nicht stand. Und umsetzen geht in einen Kombi oder Van definitiv einfacher, als wenn ich mich ohne Bein- und Rumpfmuskulatur auf einen Beifahrersitz, der mindestens 50 Zentimeter über mir liegt, hochhangeln muss.

Anonym hat gesagt…

"Nur 4000 Besucher aus der Taxibranche."

Und wieder macht sie Sashs Blog schlecht. Und glaubt es fällt nicht auf.

Wolfy hat gesagt…

@1. Mai 2012 10:02

Du bist nicht zufällig BorsFan, der mit seinem bescheidenen Kommentar auf Sashs Blog schon auf die Nase fiel?

Ich frage mich ehrlich, was manche Menschen denken. Hätte Jule nur positive Ergebnisse gehabt, hätte sie das genauso gebloggt. Hätte sie ausschließlich negative erfahren, dann eben die auch.

Es gibt im Taxigewerbe nun mal Arschgeigen. Manchmal hat man Glück und trifft Jahre lang nicht auf sie. Manchmal hat man Pech und hat nur schlechte Fahrer. Wer Torstens und Sashs Blogs genau durchliest, wird das da genauso lesen können wie hier.

Aber von Grund auf solche Sachen in den Raum zu stellen? Erbärmlich! ò.ó

@Jule:

Von Sash hin gekommen und im Lesezeichen ;)

Jule hat gesagt…

@14.02:

Du musst mal das lesen, was da steht. Da stand: Genau 1.876 Leute, die einem direkten Link von Sash zu mir gefolgt sind. 148.000 andere kamen nicht über den Link. Was nicht heißen muss, dass es sich dabei nicht (auch) um Stammleser von Sash handeln könnte, nur sind die dann nicht seinem Link gefolgt, sondern haben sich vielleicht auf der BOBs-Seite inspirieren lassen.

Und das ist jetzt meine letzte Stellungnahme zu dem Thema.

Fiesie hat gesagt…

Hallo Jule, ich bin auch über Sashs Blog zu den BOBs und dadurch zu deinem Tagebuch gekommen. Nach den neuesten paar Posts von dir musste ich mir auch den Rest durchlesen, was ich gerade eben vollständig geschafft habe.

Ich wollte dir eigentlich nur eins sagen: "Endlich normale Leute!"

Mach weiter so, ich finde dein Verhalten absolut super, deine Einstellung klasse und freue mich schon über neue Einträge über das Uni-Leben. Du schreibst momentan ja, dass du in letzter Zeit nicht besonders optimistisch drauf bist, aber für jemanden, der die Scheisse zeitweise so magnetisch anzieht (sorry), ist deine Haltung hier doch absolut okay. Als gut gelaunter Realist kommt man sowiese eher weiter.
Also: Zieh dein Ding durch!

Wenn du studiumstechnisch mal Fragen Richtung Bio haben solltest - ich bin Molekularbiologe und helfe gerne weiter. Gruß aus Freiburg, Christian

Seemädel hat gesagt…

Wer behauptet, dass Jule sich die Geschichten mit den nicht-funktionieren Aufzügen und Rolltreppen nur ausgedacht hätte, der kann nicht allzu viel in Hamburg unterwegs sein... ich bin da zwar aktuell nur recht wenig und benutze selten den Aufzug, aber wenn Rolltreppen nicht funktionieren, fällt mir das durchaus auch auf - genauso wie man defekte Aufzüge, ellenlange Schlangen vorm Aufzug und überfüllte S-Bahnen trotzdem bemerkt, auch wenn man nicht rein will...

Als nicht von den Kommentaren angegriffene Person muss ich ja sagen, dass ich sie so lächerlich finde, dass sie fast schon wieder witzig sind ;-)

Sash hat gesagt…

@Jule:
Jetzt hab ich um den ganzen 1.Mai-Trubel deine Antwort gar nicht mehr mitgekriegt.
Ich hab an deiner Einordnung des Fahrers nichts auszusetzen, so sehr verkrampfe ich mich da nicht in den Schutz des eigenen Berufsstandes.
Es ist natürlich richtig, dass er das gefälligst mit der Zentrale hätte klären müssen und ich habe sogar die Hoffnung, dass das was gebracht hätte - obwohl ich von Zentralen nicht die beste Meinung habe.

Ich bin da nur ein bisschen vom Thema abgekommen wegen des Betrags auf der Uhr, weil das wie erwähnt eben von vielen Kunden ganz anders gehandhabt wird und dann eben tatsächlich ein Ärgernis für "uns" ist. Aber gut, eigentlich spielt das ja gar keine Rolle.

Dass es derartig oft Stress gibt, ist auf jeden Fall eine unschöne Sache und ich finde es beschämend für Hamburgs Taxigewerbe, wenn es dort so schlimm aussieht. Aber kennen tue ich das natürlich auch von hier. Hier bestätigen die Kunden zwar öfter, dass es nur wenige Ausnahmen sind, aber wenn ich von welchen höre, kriege ich ja auch regelmäßig das Schaudern. Ich rege mich ja auch immer wieder drüber auf.

Daniel hat gesagt…

Nun, bei diesen Wanderpokalen, die von Krankenkassen als temporäre Leihgaben an Patienten vermittelt werden, frage ich mich auch oft, wie lange die noch zusammenhalten - da kann ich den Stuhl noch so vorschriftsmäßig am Taxiboden fixieren. Diejenigen, die regelmäßig auf das Rollstuhltaxi angewiesen sind, bekommen zumindest bei uns entsprechende Aufrüstungen am Rollstuhl (Kraftknoten, Kopfstütze, Beckengurt mit entsprechender Belastbarkeit - die roten halt) - da bin ich immer davon ausgegangen, dass diese Rollstühle auch insgesamt stabil genug sein sollten, um als Sitz im Auto zu fungieren.

Aber ich stimme Dir zu, dass die Befestigung eines Rollstuhls, der nicht dafür ausgelegt ist, ein absolutes Provisorium ist. Ich kann daher gut verstehen, dass Du lieber umsteigst. Ich mache auch die Erfahrung, dass die meisten, die lieber im Rollstuhl sitzen bleiben, ältere Menschen sind, die beispielsweise nach einem Unfall oder einer OP zeitweilig im Rollstuhl sitzen.

(das Rollstuhltaxi unserer Firma ist übrigens etwas kleiner, es ist ein umgebauter Caddy mit einem einzelnen Rollstuhlplatz hinter der zweiten Sitzreihe - wobei bei uns auch noch zwei Sprinter für die regelmäßigen Linien herumfahren)

Asinello hat gesagt…

@ Alice:

Studio wechseln. Der Betreiber wünscht perfekte Wesen als zahlende Kundschaft. Gestern traf's den Behinderten. Vielleicht schon morgen ist der dann Schmerbauch dran, übermorgen die Orangenhaut. Was meinste: Wann wärst Du dran, unästhetisch genug zu erscheinen, um den Gästen nicht zugemutet werden zu können?


@ Anonym 1. Mai 2012 10:02
@ Anonym 1. Mai 2012 14:02

"Hauptsache mit Schlamm werfen, es wird schon was hängenbleiben" finde ich eine putzige Einstellung: Denn euresgleichen schaut nie, nie, niemals auf die eigenen Pfötchen.

Asinello hat gesagt…

@ Anonym 1. Mai 2012 10:02

Alles nur erfunden?

Vor gar nicht so langer Zeit hatte ich in Berlin so einige Monate das Vergnügen, merhmals pro Woche, zu allen Tageszeiten, kreuz und quer durch die Stadt mit dem Taxi unterwegs zu sein. Oft und lange genug, um in bestimmten Gegenden lieber die Nummer auf einer Visitenkarte oder eine bestimmte Rufsäule als eine der großen Funkzentralen anzurufen.

Ich kann Jules Taxi-Erfahrungen bestätigen.
Unterschied: Sie kommt nur auf etwa 20% "Klogriffe". Ich biete mit und verdoppele.

Angefangen mit Vorbestellungen, bei denen weder Eintreffen noch Modell (zB Kombi, Van) noch Anfangsbetrag noch Tarifstufe auch nur ungefähr vorhersehbar sind.

Es gibt auch überlastete Funkzentralen. Da werden Vorbestellungen exakt bestätigt, aber die nächste Schicht findet nur die Hälfte davon auf dem Bildschirm. Und gibt davon in einer Stresssituation manchmal nur die Hälfte über Funk raus. Und davon hat der Kutscher, der da gerade in der Nähe ist, nur die Hälfte mitbekommen, weil er sich (im Wilden Wedding höllisch aufpassen müssend) auf die Adresse konzentriert hat. Die Summe dieser Erfahrungen hat dazu geführt, dass ich in Ballungsräumen überhaupt nicht mehr vorbestelle, sondern die wahrscheinliche Dreiviertelstunde Wartezeit von vornherein einplane.

Weiter über Kleinigkeiten wie "zweitkürzeste" Strecke. Wenn sie durch die zwei km endlich steinreich werden, sei es ihnen gegönnt.

Ich glaube fest, dass es in Berlin mehr unterschiedliche Droschken-Zusatztarife als Ubahnhöfe gibt (auch wenn deren jeweiliger Preis eher überschaubare Variationen beinhaltet).

Da ich in Touristengegenden zudem gerne mal aus Daffke mit "auswärtiger Mundart" grüßend einsteige, kann ich berichten, dass befremdlicher Klang erstaunlich viele Kutscher beim Finden der preisgünstigsten Route erheblich beeinträchtigt. Auch die Einstellung von Startpreis und Tarifstufe kann schon mal leiden, wenn in einer Berliner Droschke schönste Steiermark, drolliges Dresden oder brummiges Bayovarisch erschallt. An meinem Kölsch muss ich noch arbeiten, damit wurde ich bisher ausnahmslos auf der besten Route kutschiert.

Alles schon gesehen, alles schon erlebt. Es liegt nicht an Jule oder mir, es liegt nicht an Hamburg oder Berlin. Ich könnte aus dem Stand Jules Beispiele verdoppeln - alleine meine ersten spontanen Einfälle hatten die Zahl der erlaubten Zeichen weit überschritten.

Derlei passiert leider so oft, dass ich mich bei den vielen (gefühlten 60%) anständigen, korrekten, ehrlichen, lieben, bemühten, freundlichen und hilfsbereiten Kollegen für diese lange Liste entschuldigen muss: Ihr seid klar in der Mehrheit, aber in Ballungsräumen ist die Zahl der Deppen eben auch nicht ohne. Dazu kommt gewiss auch, dass deren "individueller" Stil in der Erinnerung tiefer eingräbt als eine glatte, saubere Fahrt ohne Besonderheiten.