Dienstag, 26. Juni 2012

Zwillinge in Bayern

Das Leben ist ja nie frei von Überraschungen; sie nach Gesichtspunkten einordnen und bewerten zu können, entscheidet wohl darüber, wie sehr jemand durch eine Überraschung aus der Bahn geworfen wird.

Eine Überraschung hat mich gerade sehr aus der Bahn geworfen. Ich habe über meinen Sportverein einen Brief bekommen, einen großen Umschlag. Ich dachte für einen Moment, es seien irgendwelche sportlichen Unterlagen, Testergebnisse, Urkunden, Abrechnungen, Formulare, Ausschreibungen, was auch immer. Dann schaute ich auf den Absender, eine bayerische Adresse und dachte: Cool, das sind die Unterlagen für ein Trainingslager, für das ich mich angemeldet habe. Da ich dringend auf den Termin warte (zwei stehen zur Auswahl und man wird eingeteilt), weil sich anhand dieses Termins entscheidet, wann und ob eine Freundin ein paar Tage in den Ferien zu Besuch kommmen kann, öffnete ich den sofort und ... es war was ganz anderes.

Mir fielen etliche Fotos, alle möglichen amtlichen Dokumente, handgeschriebene Briefe und mit dem Computer geschriebene Texte entgegen und ich war so verdattert, dass ich erstmal in der falschen Etage ausgestiegen bin. Als ich dann endlich in meinem Zimmer war, schaute ich mir die Fotos näher an, staunte, wunderte mich, und begann den Text zu lesen.

Darin schrieb mir eine Frau aus Bayern, dass sie seit Monaten versucht, mich zu kontaktieren und meine Anschrift herauszufinden, nur leider ohne Erfolg. Über meine Oma und einen Hinweis auf meinen Sportverein sei es ihr nun offensichtlich gelungen, mir einen Brief zukommen zu lassen, den sie mir zum 18. Geburtstag schickt. Nun, da ich im August volljährig werde ... häh?! Muss ich meinen Ausweis ändern lassen? Ich dachte, ich werde 20.

Nun, da ich im August volljährig werde, hätte ich ihrer Meinung nach ein Recht darauf, etwas zu erfahren, was mir bisher ihres Wissens nach verborgen geblieben sei. Und zwar: Ich habe zwei Schwestern. Halbschwestern um genau zu sein, Zwillinge um noch genauer zu sein. Sie seien vier (also in Wirklichkeit zwei) Jahre älter als ich und seien "entstanden" (lange Rede kurzer Sinn), als mein Vater meine Mutter mit einer anderen Frau betrogen habe.

Zuerst dachte ich, mich wolle jemand verarschen. Oder ich lese das Drehbuch einer neuen Telenovela. Aber nee. Insgesamt schrieb sie viel blabla. Okay, schön und nicht schön zugleich. Was mein Vater vor meiner Zeit gemacht oder nicht gemacht hat, müssen meine Eltern untereinander klären. Zusammen waren sie da wohl schon. Aber: Mein Vater hatte regelmäßig Kontakt zu dieser Familie, über die ganzen Jahre, ohne mir je ein Wörtchen davon zu erzählen. Ob meine Mutter davon wusste, weiß ich (noch) nicht, meine Oma hat es gewusst. Eigentlich muss meine Mutter es gewusst haben, denn er ist wohl seinen Unterhaltspflichten nachgekommen.

Ich rechne mit vielem, ich kann mir vieles vorstellen, aber das hier wirft mich gerade richtig aus der Bahn. Wie kann jemand sowas über Jahre und Jahrzehnte verheimlichen? Und dort immer wieder hin fahren und zumindest mir irgendeinen Scheiß erzählen? Unglaublich. Und die nächste Frage: Was kommt noch alles?!

Denen muss er auch irgendeinen Scheiß erzählt haben, denn mein Alter stimmt ja nicht. Er wird dort angegeben haben, dass ich zwei Jahre jünger bin. Warum er das getan hat und warum das noch niemandem aufgefallen ist, weiß ich nicht.

In dem Umschlag liegen Abschriften von Geburtsurkunden meiner Halbschwestern bei, etliche Fotos, auf denen auch mein Vater (mal unterm Weihnachtsbaum, mal in Badehose) zu sehen ist, Telefonnummern - ein sehr freundlicher Text insgesamt. Kein Sterbenswörtchen von meinem Unfall, von der aktuellen Entwicklung. Haben die noch Kontakt? Es geht aus dem Brief nicht hervor.

Sie möchten Kontakt. Sie möchten mich kennenlernen. Und zwar in erster Linie möchten das meine beiden Halbschwestern und fragen, ob wir uns treffen wollen. Sie haben Jahre lang still halten müssen (wussten demnach also von mir) und möchten nun endlich wissen, wer ich bin, wie ich aussehe und ob wir uns verstehen und Gemeinsamkeiten haben.

Die beiden Halbschwestern (22) haben übrigens noch eine weitere Schwester (17) und einen Bruder (14), allerdings von jeweils anderen Vätern. Die Mutter hat wohl nach meinem Vater noch mit zwei anderen Männern Kinder gezeugt. Bevor sie inzwischen einen Mann verheiratet ist, der weder mein Vater noch Vater irgendeines der Kinder ist. Und nun?!

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Und nun fährst du dahin, stellst dich vor, machst einen Knicks und bist lieb zu deinen Schwestern.

Soll ich gratulieren oder Beileid wünschen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich weiß nicht, wie es mir gehen würde, wenn ich nach und nach solche Dinge rausbekommen würde.

Ich hätte Angst, irgendwann genauso zu werden. Als Tochter.

Und was ist das für eine Frau, die vier verschiedene Männer hat? Noch dazu im erzkatholischen Bayern?

Ich glaube, es ist das beste, sich von diesem Vater zu distanzieren. Seitensprung, okay, kann man jemandem nicht 20 Jahre lang vorhalten. Aber keinen reinen Tisch machen? Feigling.

Michi hat gesagt…

Uff. Da ist man schon auf dem Weg ins Bett, guckt noch eben in den Feedreader - und findet so einen Klopper.

Dass deine Halbschwestern dich treffen möchten, ist nur verständlich. Dennoch würde ich an die Sache etwas vorsichtiger herangehen und nicht sofort blind da runtergurken. Erstmal per Telefon, Mail etc. vorfühlen ist, denke ich, besser. Zumal du vermutlich nicht einschätzen kannst, wie deine "neue" Verwandtschaft mit deiner Behinderung umgeht. Du erlebst es ja leider allzu oft, dass manche Leute darauf _etwas_ abgefahren reagieren. Wenns passt, kann man ja immer noch ein Treffen vereinbaren.

Die Mutter scheint ja schonmal fröhliches Bäumchen-wechsel-dich betrieben zu haben. Hoffentlich färbt sowas nicht negativ auf die Kinder ab :-/

Jo hat gesagt…

Hm, mir kommt das irgendwie reichlich spanisch vor. Hat sie denn überhaupt den Namen deines Vaters erwähnt? Interview mal deine Oma zu dem Thema, was die reitet, "einfach so" deine Kontaktdaten herauszugeben. Ich bin irgendwie skeptisch, was das Thema angeht (Ich lebe selbst in einer ziemlich komplizierten Patchworkfamilie und warte mehr oder weniger täglich darauf, dass mir noch ein Bruder oder eine Schwester vorgestellt werden ;))...

Michael hat gesagt…

Also, obwohl Dir jetzt bestimmt nicht zum Lachen zumute ist - und wenn dann nur zu einem hysterischem Kichern - entbehrt die Sache erstmal nicht einer gewissen Ironie, die ich als Bayer ja so mal zum Ausdruck bringen darf: "Fischkopf aus Hamburg hat zwei bayerische (Halb-)Schwestern".

Ich muss wirklich sagen, dass viel surrealer und grotesker die Sache wohl nicht haette sein koennen. Bin ja neuer Blog-Leser, und gerade deshalb wohl doch einigermassen von den Socken, was mit der Stinkesocke so alles passiert.

Aus dem Impuls heraus faellt mir dazu folgendes ein: Erstmal solltest Du Dich daran erinnern, dass die Huehnchen zu diesem Thema mit Deinem Vater zu rupfen sind, nicht mit Deinen Halb-Schwestern. Erst ist es ja, der die Wahrheit vorenthalten hat, aus welchen Gruenden auch immer. Und das er seiner "anderen" Familie nicht die volle Wahrheit erzaehlt hat, siehst Du ja allein an der Geschichte mit dem Alter.

Insofern wuerde ich die Kontaktaufnahme erstmal als relativ unschuldigen Versuch der beiden werten, die ganze Wahrheit ihres eigenen Lebens herauszufinden. Dass sie dazu gewartet haben, bis zu (ihrer Ansicht nach) 18 bist, kann entweder rechtliche Gruende haben, aber wahrscheinlicher ist, dass sie Dir die Sache wohl vorher nicht zumuten wollten.

Bisher also alles Dinge, die den "anderen" Teil Deiner "Familie" erstmal nicht unbedingt unsympathisch wirklich lassen, wenn man mal vom etwas wilden Gebahren der Mutter absieht - was ja wiederum nichts mit den Schwestern zu tun hat. Die koennen vielleicht genauso viel Probleme mit ihrer Mutter haben, wie Du mit Deiner und insofern ist es vielleicht einfach der Versuch, sich gegenseitig aufzurichten.

Alles, was ich hier sage, ist dass Du erstmal alle negativen Gefuehle, die Du (berechtigterweise!) Deinem Vater gegenueber hast, nicht auf die beiden uebertragen solltest. Das gibt Dir vielleicht etwas Flexibilitaet, Deine eigenen Schluesse zu ziehen, die nur Euch drei anbelangen.

Du solltest vielleicht erstmal damit anfangen, zu verstehen, ob Du die beiden ueberhaupt als "Familie" siehst oder ob es genausogut zwei nette Maedels sein koennten, denen Du auf der Strasse begegnest. Manchen Menschen scheint es ein natuerliches Beduerfnis zu sein, dass man die, die vom selben Erzeuger kommen, auch kennenlernen will. In USA gibt es z.B. eine Datenbank , mit der sich Geschwister von Samen/Ei-Spendern registrieren lassen koennen, um sich gegenseitig zu finden.

Du hast jetzt die Wahl: Entweder, Du denkst ueber die beiden erstmal als zwei vielleicht nette Maedels, die zufaellig vom selben Erzeuger kommen, und willst mit den beiden ungefaehr genausoviel zu tun haben, als wenn sie zufaellig vom selben Spender kommen, naemlich nichts. Oder aber, Du siehst sie wirklich als Teil Deiner erweiterten Familie an, und hast genauso das natuerliche Beduerfnis, sie kennenzulernen, wie das scheinbar auch andere Menschen haben, denen dasselbe oder aehnliches passiert ist.

Was immer es ist, was Du tun willst, isoliere das erstmal von der Wut auf Deinen Vater. Insofern ist es wahrscheinlich erstmal gut, dass Du die Sache ein paar Tage ruhen laesst. Aber ich denke nicht, dass es viel Sinn macht, dass erst mit Deinem Vater zu klaeren. Frag' Dich, ob Du die beiden kennenlernen willst. Wenn ja, gut. Wenn nein, auch gut. Wenn Du Dir diese Antwort gegeben hast, kannst Du dann im Nachgang besagtes Huehnchen mit Deinem Vater rupfen -- und ich hoffe, da fallen wirklich ganz viele Federn, denn das hat er verdient. So ein Mist. Es ist eins, so ein Ding zu machen. Passiert. Scheisse gebaut. Aber es ist etwas ganz anderes, das so lange versteckt zu halten und gewissermassen zwei Familien zu haben, die nichts voneinander wissen. Das ist wirklich unterste Schublade.

Wolfy hat gesagt…

Nunja... wenn du neugierig bist:
Ruf an. Frag nach. Stell richtig, was richtig zu stellen ist. Zum Beispiel dein Alter. Schon allein die Reaktion darauf ist ja interessant.
Wenn du deinen Termin in Bayern hast, kannst du den neuen Teil deiner Familie mal dahin einladen (wenn man darf *Kopf kratz*). Dann sehen sie gleich, was du machst und kannst.

Bist du nicht neugierig bzw. willst du sie nicht kennen lernen, dann gib ihnen vielleicht eine schriftliche Antwort. Auch ein nettes Blabla.

Aber vielleicht ist dieser neue Teil deiner Familie endlich mal ein vernünftiger Familienteil? Ich würds dir jedenfalls wünschen!

Anonym hat gesagt…

Vielleicht erstmal schriftlichen Kontakt aufbauen und dann weitersehen? Dir in Ruhe drüber klar werden, ob du sie auch kennen lernen möchtest?

Kann deine Halbschwestern auf alle Fälle verstehen, dass sie wissen möchten, wer du bist.

Ich wünsche dir viel Geduld, mit dieser Situation umzugehen.

MsTaxi hat gesagt…

"Und was ist das für eine Frau, die vier verschiedene Männer hat? Noch dazu im erzkatholischen Bayern?"

War das jetzt ironisch gemeint? Vier Männer im Leben einer Frau von mal mind. 42 Jahren finde ich nun sooooo viel auch nicht, allein die Tatsache, dass sie von 3 Männern 4 Kinder hat, spräche nun schon wieder für (fehlgeleitetes)Vertrauen in die treukatholische Absprungmethode der Verhütung.

Mal Scherz beiseite: Familienzuwachs auf diese Weise zu bekommen, fände ich nun auch ausgesprochen seltsam, aber andererseits könnte ich mir vorstellen, dass ich nach Verwinden des ersten Schocks evtl. sehr neugierig wäre, diese Halbgeschwister kennen zu lernen. Die Fragen: "Wie sind die so, mir ähnlich, mir unähnlich, Aussehen, Temperament etc.?", "Wie ging es denen mit dem Wissen, da ist noch wer, wie ist die andere, richtige(?), legale(?) Familie?"

Ich glaube, ich würde da doch bald Kontakt aufnehmen wollen.

Wunschleben hat gesagt…

Harter Tobak und das so véllig aus dem nichts heraus... Das Dich so etwas umhaut kann glaube ich jeder verstehen!

Ich an Deiner Stelle würde vorsichtigen Kontakt aufnehmen und dann mal schauen was passiert. Zu Deinen Eltern sage ich lieber nichts... Die haben sich ja schon eindeutig genug geleistet und das Verhalten deines Vaters schlàgt dem ganzen ja den Boden aus... Bist Du zu 100% sicher das sie deine Halbschwestern sind?
Willst Du sie kennenlernen? All diese Fragen musst Du wohl erst einmal fèr Dich klären... und ich drücke dir die Daumen dabei`!

Lg Missy

vires hat gesagt…

ich glaube sie ist schon vom vater distanziert ;)

Anonym hat gesagt…

Ihr einen Brief schreiben, ihr mitteilen dass du eigtl. schon 20 wirst, mitteilen, dass du die Sache erst mal verdauen musst und sie sich bitte nicht mehr melden soll, bevor du es tust?
Und dann ganz in Ruhe drüber nachdenken.

Wow.
Echt der Hammer.
*drückt dich mal*

Anonym hat gesagt…

Als erzkatholischer Bayer möchte ich meinem Vorredner folgendes ans Herz legen:

1. "Richte nicht, auf dass du nicht gerichtet wirdst." Soll heißen du weißt nicht wie es zu den vier verschiedenen Männern kam. Wir sind nicht mehr im Mittelalter, wo eine Frau gefälligst bei dem ersten Mann bleiben soll, der ihr einen Braten in die Röhre schiebt.

2. Selbstverständlich sind alle Bayern erzkatholisch! Darum wurde meine Mutter auch Exkommuniziert, als sie einen Protestanten geheiratet hat. (Übrigens interessant, dass du den Seitensprung von Jules Vater so locker siehst, die verschlungenen Wege dieser Frau aber nicht...)

Anonym hat gesagt…

wow... da fehlen mir die worte.
ich kann dir da auch nix raten. wahrscheinlich wär meine neugier so groß, dass ich ein treffen machen würde. was dann kommt, wird man ja sehen.

schwierig ist es natürlich mit der sache, dass dein vater dir nie was erzählt hat. ich weiß grad gar nicht, wie euer kontakt momentan ist.

ich wünsche dir einfach einen klaren kopf und mach das, was dein bauch dir sagt

Ella hat gesagt…

Und nun? Gute Frage. Deine Schwestern können natürlich genauso wenig für die Lügen und Heimlichkeiten Deines Vaters wie Du. Gibt es vielleicht die Option, daß Du Deine Schwestern erstmal ganz zwanglos per Mail kennenlernst? Dann wird sich alles andere nach und nach ergeben, oder eben auch nicht. Wer weiß, vielleicht sind sie ja auch total nett?

judith hat gesagt…

kennenlernen natürlich!
ich denke, man will doch immer wissen, wer seine familie ist. dein halbschwestern kann ich voll verstehen :)

als mein opa gestorben ist, erfuhr mein papa plötzlich von seinem halbbruder, der auch jahre still sein "musste", weil er das seitensprungkind war (der aber weder zuneigung noch unterhalt bekam).
seitdem hab ich einen "neuen" onkel und 2 cousins, auch nicht schlecht ;)

Dennis hat gesagt…

Hallo Jule,

das ist schon eine harte Nachricht, die Du bekommst hast. Es ist sehr verständlich, dass sie Dich aus der Bahn geworfen hat. Hoffentlich hast Du den ersten Schock schon verdaut.
Deine Eltern hätten Dir vor sehr lange Zeiten sagen sollen, dass Du zwei Halbschwestern hast, egal ob Deine Eltern damals zusammen waren oder nicht.
Es erinnert mich an einen Anruf, den ich vor einigen Jahren mal bekam, da mein Halbbruder mich kennenlernen wollte. Hier im Kommentar möchte ich ungern meine damalige Entscheidung schreiben, da sie ohne Hintergrundwissen nichts aussagt. Ich hoffe Du verstehst, dass ich hier im Kommentar nicht das Hintergrundwissen dazu schreiben möchte. Ich bin da gerne bereit Dir Fragen dazu per Mail zu beantworten und dort auch meine damalige Entscheidung zu erklären.
Es ist keine leichte Entscheidung. Nimm Dir die Zeit, die Du für die Entscheidung brauchst. Deine Halbschwestern wissen schon so lange von Dir, da kommt es nicht darauf an, wie schnell sie Deine Entscheidung erfahren.

Liebe Grüße
Dennis

Matt hat gesagt…

Irgendwie kommt mir das ein bisschen bekannt vor. Als vor einigen Jahren mein Opa gestorben ist, hat mein Vater bei der Testamentseröffnung erfahren, dass er eine jüngere Schwester hat. Die Familie der Schwester hat alles über uns gewusst, wir waren alle ahnungslos. Inzwischen haben die beiden regelmäßigen Kontakt und sind froh dass sie einander haben.

Was du jetzt machen kannst? Ich würde vorschlagen, einen Brief zurück zu schreiben. Ob du sie treffen willst musst du selbst entscheiden aber zumindest eine Antwort hätten sie verdient (und auch ein bisschen Aufklärung über dich). Schließlich können deine Schwestern nichts für das was dein Vater angestellt hat..

LG

sven hat gesagt…

Was soll man dir da raten?

Für das Verhalten deiner Eltern können deine Halbschwestern und ihre Mutter nichts, dass sie die ganzen Jahre keinen Kontakt zu dir gesucht haben, kann ich nachvollziehen.
Die Entscheidung darüber wurde durch deine Eltern impliziert, auch hier wurde durch sie entschieden, ob und was wer wann über familiäre Belange zu erfahren hat.
Werden da noch andere "Leichen" im Keller liegen?
Vermutlich ja.
Aber da du nun ja schon vor geraumer Zeit deine Beziehung zu deinen Eltern in ein dich schützendes Verhältnis gebracht hast, kann es dir eigentlich egal sein.

Wie nun aber weiter mit dem "Familienzuwachs"?
Schwierige Frage, was sagt dein Bauch?
Ich schätze dich eigentlich so ein, dass du selbstbewusst und gefestigt genug bist, um einem Kontakt mit deinen Halbschwestern und evtl. ihrer Mutter aufnehmen zu können.
Es wird für sie wohl verständlich sein, dass du das schrittweise machen möchtest und bei einem ersten Treffen auf neutralem Boden auch nicht allein erscheinen wirst.
Um zu erfahren, was sie über dich wissen und die ganzen Falschdarstellungen zu korrigieren, reicht ein telefonischer Kontakt, der sich ja auch anonym herstellen lässt.
Wenn man sich dann "beschnuppert" hat und sich ein gutes Bauchgefühl einstellt, sind weitere Schritte möglich, wenn nicht, kann man sich "Lebewohl" sagen und weitere Kontaktversuche höflich ablehnen.

Ich an deiner Stelle wäre schon neugierig, wer da so plötzlich zu meiner Familie gehört und würde mich auf einen ersten Kontakt einlassen.
Und da du ja nun eine gewisse Affinität zu mehr oder weniger seltsamen Zeitgenossen nicht leugnen kannst ( ;-) ) und deine restliche Familie seltsam genug ist, kann der Kontakt zu wahrscheinlich doch "normalen" Menschen schon positive Auswirkungen auf deine geistige Gesundheit haben.

Abschließend noch folgendes: Da du in keinster Weise für die Handlungen deiner Eltern verantwortlich bist, mache dir bitte nicht zuviele Gedanken, was da evtl. noch alles im Dunkeln vor dir versteckt wird.
Egal, was da noch kommen sollte, nimm es hin wie ein Außenstehender, eine gewisse "Arschigkeit" kann da sehr hilfreich sein.

Gruß Sven

maike hannah hat gesagt…

Wow, Jule, du scheinst wirklich ungewöhnliche Ereignisse anzuziehen wie ein Magnet… Ich sitze jedes Mal wieder da und schüttle ungläubig den Kopf.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich reagieren würde, wenn das mir passieren würde und hoffe, dass du bald den richtigen Weg für dich findest!

Sally hat gesagt…

Oha...

Weißt du denn schon, ob du eventuell Kontakt zu ihnen möchtest?

Johanna hat gesagt…

Krass...

Ich glaube, ich würd's erstmal sacken lassen und ganz viel mit Freunden drüber sprechen. Du musst ja nicht jetzt sofort entscheiden, ob du die Halbschwestern kennen lernen möchtest. Auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Meine Mutter hat zwei Halbschwestern, die sie erst bei der Beerdigung des gemeinsamen Vaters kennen gelernt hat. Mittlerweile gibt es einmal im Jahr ein Schwesterntreffen und zwischendurch Briefe und Telefonate. Der Kontakt untereinander ist bereichernd. Das ist ein Beispiel, was draus werden kann.

Ich hoffe, du verdaust den Schreck jetzt erstmal in Ruhe und wirst heute erstmal fest in den Arm genommen von jemandem, der dir nah ist.

Liebe Grüße, Johanna

Anonym hat gesagt…

bei dir passiert aber auch ständig etwas... (mich hat der eintrag sehr an mein leben erinnert, ich hatte oft solche erlebnisse... mich hat ja zum beispiel sehr aus den schlapfen geschmissen, wie ich mit 12 erfahren durfte, dass ich ne zwillingsschwester hatte, die gestorben war... )

was ich dir jetzt raten würde? - lass die sache mit deinem vater mal aus dem spiel - vorerst - und überleg nur in dem kreis von dir + denen. ob du sie kennenlernen willst. wenn da ein bedürfnis ist und du es aus vernunft - oder anderen gegenemotionen - nicht befriedigst, dann hängt dir das vielleicht als bereuen immer nach. und überleg dir, ob du im moment den platz im kopf/herzen/nerven hast, damit umzugehen... also noch ein stück "nicht einwandfrei unkomplizierte beziehungen" zu deinem leben hinzuzufügen ...

und ich glaube, das bild deines vaters braucht jetzt ohnehin eine weile, um sich irgendwie zu entwickeln... ich würde da vorschnell keine moralische entscheidung treffen. das ist immerhin das leben. manchmal läuft es sehr verquer und wenn man einmal im verqueren drin ist, wird es auch immer schwieriger, reinen tisch zu machen. (und ich finde nicht, dass das ein grundsatzverbrechen ist, das man jemandem anlasten sollte - also nur als das. klar, kann mans verteufeln, aber ich würd zuerst auch versuchen, es ein bisschen verstehen zu wollen)

die_uli hat gesagt…

Hey Jule,
in deinem Leben häufen sich aber wirklich die Absurditäten! Eigentlich schwer vorstellbar, dass Menschen mit einer solchen Lüge leben (können), aber deine Eltern haben ja offenbar eh einen an der Waffel. Und es ist nicht so ungewöhnlich: Ein Freund hat auch mit Anfang zwanzig erfahren, dass er einen Halbbruder hat -- allerdings jünger und nach Trennung seiner Eltern entstanden. Der Vater (zu dem er eigentlich immer eine gute Beziehung hatte), hat den Bruder aber auch verheimlicht. Ansonsten kenne ich so etwas nur, wenn der Vater nach einer Trennung den Kontakt zu einem Kind abgebrochen hat und sich daher die Halbgeschwister nicht kennen können, aber irgendwann voneinander erfahren.

Ich denke aber, dass es teilweise auch eine Generationenfrage ist und sich die Einstellung so ungewöhnlichen Familienkonstallationen ändert, so dass es vielleicht heute weniger Menschen gibt, die glauben, man müsse so etwas verheimlichen (wenn es denn schon passiert).

Ich würde versuchen, die beiden zu treffen -- im allerschlimmsten Fall sind sie so komisch wie deine Eltern, dann musst du den Kontakt schnellstmöglich wieder abbrechen. Wahrscheinlicher ist, dass ihr euch ein-, zweimal trefft und feststellt, dass ihr euch nicht viel zu sagen habt (die Wahrscheinlichkeit ist ja ungefähr so groß, wie sich mit völlig unbekannten Menschen spontan anzufreunden) - dann ist das aber geklärt. Und im allerbesten Fall bekommst du unerwartet nette Verwandte dazu.
Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass es ein (im positiven Sinne) spannender Kontakt wird.

grinseliese hat gesagt…

ich glaub ja sowas kommt öfter vor als vermutet (falls dich das beruhigt)

LadySolana hat gesagt…

Hallo Jule,

ziemlicher Hammer der da wieder von deiner Familie kommt.
Kopf hoch.

Ich glaube das es fürs erste reicht ihnen zurück zu schreiben.
Vielleicht erzählst du von deinem Sport, stellst dein Alter klar und schreibst ihnen auch wie du dich nach dem "Schock" gefühlt hast und noch immer fühlst.

In Nächster Zeit werden immer noch Fragen auftauchen bei denen du herausfinden musst wer sie dir beantwortet.

Verurteile die Mutter nicht, niemand weiß wie das Leben verläuft und weder du noch wir kennen die Gründe für ihren Lebenswandel.

Vielleicht, zumindest wäre es wünschenswert, können dir deine Eltern einiges erklären und beantworten. Verlassen kannst du dich darauf aber leider nicht, was auch das lange Schweigen über die Sache zeigt.

Deine Familiengeschichte ändert nichts an dir als Person und auch wenn das kitschig klingt, halte es dir bitte vor Augen.
Im schlimmsten Fall können viele Fragen nie zufriedenstellend beantwortet werden, aber diese ändern nichts an dir als Person.

grinseliese hat gesagt…

ach ja und nix gegen bayern, ja?

Alice hat gesagt…

Krass... ich bin von Natur aus neugierig. Zwar wäre ich im ersten Moment auch schockiert, aber ich würde mich tatsächlich mit ihnen treffen. Ich weiß, das Verhältnis zu deiner Familie ist nicht gut, aber das muss ja nicht für die Halbschwestern gelten, die sind eventuell ja echt nett. Und wenn sie doof sind.. bricht man den Kontakt halt ab. Fertig, Bayern und Hamburg sind ja nun wirklich weit genug voneinander weg. Wenn du natürlich, schon aus zeitlichenGründen, keine Kapazittä hast um "neue Brücken" zu schlagen, dann lass es. Aber ich glaube dir kann nur mehr Positives als Negtaives widerfahren... von deinem Vater bist du doch so oder so enttäuscht, eine "geheime" Familie macht den Kohl da doch auch nicht wirklich fett. (Ich habe deinen Blog mal von Anfang bis Ende gelesen und maße mir deshalb an dieses Urteil zu fällen - hoffe du nimmst es mir nicht krumm.)

Meiner Gast-Familie in den USA ist übrigens dasselbe passiert. Ein halbes Jahr nachdem ich weg war ist aufgeflogen, dass der Vater ein Doppelleben führte. Am Anfang waren alle schockiert ud perplex, denn die Familie schien eigentlich gut zu funktionieren. Es gab zuest einen Bruch. Aber nun, zehn Jahre später, verstehen sich alle untereinander gut. Es wurde "verziehen" - nur die ebtrogenen Frauen tun sich verständlicherweise immer noch sehr schwer.

Das Orangenmaedchen hat gesagt…

Einen Rat geben kann ich dir da nicht, Jule, aber vielleicht einen Ansatz, auch wenn du sicherlich bis zu diesem Punkt bereits gekommen bist.

Jeder reagiert anders, das ist uns allen klar. Deswegen kann man jemandem auch schlecht einen Rat geben, wer weiß, was das für Auswirkungen haben kann.

Lass es erst einmal ruhen, nach so langer Zeit kommt es auf zwei Wochen mehr oder weniger auch nicht mehr an. Wenn es dir zu viel Bauchschmerzen verursacht, versuch reinen Tisch mit dir und der Familie zu machen.
Es ist alles möglich, vielleicht fordern sie etwas von dir, vielleicht auch nicht. Vielleicht haben sie bewusst nichts über deine "Behinderung" geschrieben um zu zeigen, dass sie dem ganz offen gegenüberstehen bzw. dass es ihnen nicht erwähnenswert erscheint, sondern für sie nur die Person wichtig ist.
Sofern du es versuchen willst, halte einfach erst einmal Briefkontakt, vielleicht auch über Internettelefonieprogramme, sofern du sowas nutzt. Wichtig hierbei ist, dass die Leute erstmal dich kennen lernen, soetwas ist schon etwas Großes. Allerdings andererseits: Wenn sie dich links liegen lassen hinterher kann man nicht wirklich sagen, dass es ihnen wichtig war. Oder sie waren damit überfordert.

Jenachdem ob du eben diesen Kontakt haben willst oder nicht. Es gibt hierdrauf keine richtige und keine falsche Antwort. Ich stecke in genau so einer Situation wie du seit zwei Jahren, nur dass wir beide voneinander wissen, aber keine Briefe ausgetauscht haben. Jeder weiß, wo der andere wohnt. Soll ich mich melden? Soll ich es nicht? Deine Behinderung ist erworben, meine ist schon immer da, was heißt, er hat sich schon damals mit einer behinderten Frau eingelassen. Aber was sagt das schon aus, es gibt die dollsten Dinger...

Schlaf ersteinmal drüber, lass es sacken und hör dann auf deinen Bauch. Briefe schreiben mag erstmal ein einfach sein, es ist nicht so verpflichtend wie ein Treffen.
Oder sag ihnen direkt, was dein Vater ihnen "verschwiegen" hat und wenn dann keine Antwort darauf kommt, weißt du immerhin, woran du bist. Wer aber deine Adresse so herausbekommt, muss schon einen Grund haben.

Man kann alles drehen und wenden, die Entscheidung liegt hier bei dir und bei deinem Bauchgefühl. Wichtig ist es einfach, dass du keine Erwartungen hast, dann ist die Enttäuschung nicht zu groß.

Anonym hat gesagt…

Ich war in einer ähnlichen Situation, nur dass mein Vater seine Frau mit meiner Mutter betrogen hat. Ich ignorierte es, weil ich mit diesen Menschen bis auf die Gene nichts gemeinsam habe.

Von den moralischen Bedenken, die hier schon geäußert wurden mal abgesehen, würde ich schlicht den einen oder anderen Monat ins Land ziehen lassen, bevor ich mir überlege, überhaupt zu antworten.

Mike hat gesagt…

@anonym 01:32
Also Sooooo rückständig ist BY nun auch wieder nicht (Ich muss es wissen, ich lebe dort *grins*)
und ausserdem sind weite Teile Bayerns teilweise stockevangelisch.
Zum anderen können ja wohl die Kinder nichts für das Verhalten ihrer Mutter, sofern man das überhaupt als verwerflich ansehen soll, mir gefällt ehrlich gesagt diese Gedankenrichtung nicht.

@Jule
na dann herzlichen Glückwunsch *schiefgrins* langsam könntest Du dein Leben verfilmen lassen...
Einerseits haben deine Halbgeschwister bzw deren Familie ziemlich die "Hosen runtergelassen" und anscheinend auch ziemliche Mühen auf sich genommen, um dich ausfindig zu machen.
Andereseits stellt das natürlich auch eine Belastung für dich dar, wenn nun plötzlich wieder "Familie" auftaucht, insbesondere was über deinen Vater.

Aber: was hast Du bezüglich deiner Familie noch zu verlieren?
Noch geschockter als dein bislang bekannter Familienteil können die ja wohl kaum sein.
Mach dir einen eigenen e-mail Accout für die ersten Kontakte, und dann halt erst mal ein Treffen auf "neutralem Boden" wenn es sich ergeben und deiner Meinung nach sinnvoll sein sollte.

Mich persönlich würde das nicht loslassen, so lange das nicht halbwegs geklärt ist.

Und wenn es nix ist, dann kann man sich immer noch zu Weihnachten eine Postkarte schicken und ansonsten dank der Entfernung zwischen BY und HH sich aus dem Weg gehen...

LG
Mike

cath hat gesagt…

Liebe Jule,

ich fing irgendwann im April an, Deine Einträge von vorn bis hinten durchzulesen und bin immer wieder begeistert und gefesselt von Deiner Art zu schreiben. Es liest sich in der Tat wie ein Roman.

Du hast eine tolle Entwicklung hinter Dir, Du bist eine interessante junge Frau, rollst Deinen Weg auf bemerkenswerte Weise und ich meine das nicht wegen des Unfalls, des Rollstuhls, sondern generell. Ich mag die Art, wie Du mit den Dingen des Alltags umgehst, vor allem den Absurditäten, die Dir ja immer wieder begegnen.

Wenn Du Dich insgesamt, was Deine Situation/Dein Verhältnis zu Deinen Eltern, insbesondere Deinem Vater, anbetrifft, gefestigt fühlst und das im Grunde abgehakt hast, dann hast Du eigentlich nichts zu verlieren, wenn Du Deine Halbschwestern kennenlernst. Im schlimmsten Fall versteht Ihr Euch nicht, seid einander nicht sympathisch, dann kannst Du das auch abhaken, oder im besten Fall gewinnst Du Familie hinzu.
Wenn die Dinge für Dich noch nicht abschließend verarbeitet sind, dann lass Dir Zeit...
Die Zwillinge können nichts für das Verhalten Eures Vaters, ebenso wenig wie Du. Es ist krass, solche Dinge überraschend zu erfahren, aber lass es erst einmal sacken und fühl in Deinen Bauch hinein.
Ich wäre neugierig... aber ich bin mir sicher, Du wirst für Dich das richtige entscheiden, das was für DICH gut ist. Da habe ich nach all der bisherigen Lektüre keinerlei Zweifel dran.

Egal, wie Du Dich entscheidest und es weiter geht, ich wünsche Dir alles Gute und vor allem weiterhin viel Erfolg für die Uni, ich hab mich irre gefreut, wie es alles dazu kam. :)

Herzliche Grüße!

Tobias Clausing hat gesagt…

Hallo,

wenn dein Verhältnis zu deiner Oma gut ist, dann würde ich sie darauf ansprechen und fragen, ob das alles echt ist. Anschließend könntest du deinen Vater ansprechen. Ich würde ihm aber keine Vorwürfe machen. Seitensprünge sind seine Privatsache, über die Kinder nichts wissen müssen (und wollen). Er hat einen Fehler gemacht und ist meiner Meinung nach wenigstens so anständig, den Unterhalt zu zahlen und sich gelegentlich um die Kinder zu kümmern.
Für dich ist das natürlich eine komplizierte Angelegenheit und ich glaube nicht, dass dir irgendwer sagen kann, was du tun sollst oder fühlen sollst/wirst.
Du solltest über deine Oma aber eine "Verarsche" ausschließen, bevor du deinen Vater ansprichst oder deine Eltern zur Rede stellst.

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen für diese Situation. Ich lese seit einiger Zeit gerne deine Einträge und schätze, dass du das Richtige tun wirst.

Tobias

Anonym hat gesagt…

super-- life is full of surprise!
fahr hin- schaus dir an u warte was passiert, was dein vater (ge)macht hat ist seine geschichte- du hast jetzt auf alle fälle eine neue (grössere)eigene!
ps: bayern is nicht das schlechteste land um verwandschaft zu haben ;)

rock-prinzesschen hat gesagt…

wenn du sie treffen solltest, würde ich hinterher ein schönes foto an vati schicken. das kann er sich dann zu hause an die wand hängen. :-) sein gesicht würde ich beim auspacken gerne sehen.

Anonym hat gesagt…

Hi Jule,

mich würde das ganze auch umhauen, hatte Heute Nacht schon geschrieben scheint verschwunden zu sein egal.
Du musst jetzt in Dich horchen ob Du sie kennenlernen möchtest, wenn dem so ist könntest Du zwei Schwestern Gewinnen, was wiederum was ganz tolles sein kann. Ich drück Dir die Daumen

LG sho

ruolbu hat gesagt…

Hm seltsame Situation. Ich stimme hier den meisten anderen zu. Das wichtigste fände ich, wenn du dir Zeit nimmst und darüber nachdenkst. Den Vorschlag, erstmal zu antworten und zu sagen, dass du dich meldest, wenn du willst und bis dahin keine Reaktion wünschst, halte ich für angemessen. Persönlich sehe ich darin eine Chance, tolle Menschen kennen zu lernen, aber ich bin nicht direkt betroffen und ein andere Mensch, von daher soll das nicht viel heißen ;)

Je nachdem was dir der Begriff "Familie" bedeutet, könnten diese Menschen einen besonderen Platz in deinem Leben haben. Zugegeben, die große Distanz, die mangelnde Kenntnis übereinander und x andere Umstände lassen eine so enge Beziehung, wie du sie zu deinen Freunden führst oder andere Menschen zu ihren Geschwistern haben, erstmal nicht wahrscheinlich erscheinen. Aber evtl. findest du in den beiden ja etwas einzigartiges, was durch den Aspekt "Familie" besonders wertvoll wird.

Ich wünsche dir alles gute in dieser Geschichte. Ein bisschen Vorsicht kann nicht schaden, aber ich wünsche mir, dass du etwas gutes daraus gewinnen kannst.

Anonym hat gesagt…

Jule,

sehr viele IMHO sehr gute Ratschläge hier, die ich nicht alle wiederholen will.

Eins kommt mir aber ein bisschen zu kurz:

Stell sicher, dass die Familie echt ist und keine neue Variante des Enkeltricks. Keine Ahnung, wie - vielleicht über Oma...

Aber wahrscheinlich (nach dem, was ich in diesem Blog bisher gelesen habe) wirst du das eh tun :)

Arno

Anonym hat gesagt…

Hallo Jule,

bist du dir denn sicher, dass das ganze nicht irngedein Trick deiner Mutter ist? Ich meine, es fällt ja auf, wenn der Mann an Weihnachten nicht zuhause ist? Kommt der Brief aus Bayern (Poststempel) oder wurde er persönlich abgegeben? Ich find die Sache seltsam, sollte der Inhalt der Briefe aber natürlich die Klarheiten beseitigen, würde ich vielleicht mal einen Brief oder ein Treffen per Internet vereinbaren, weil es ungezwungener ist und man schneller den Kontakt unterbinden kann. Deinen Blog scheinen sie ja nicht zu kennen, oder? Ich wünsch dir alles Gute, egal was du nun tust!

Evelindi hat gesagt…

Wenn es denn echt ist, würde ich die beiden Schwestern kennenlernen wollen. Falls die Chemie zwischen euch nicht stimmen sollte, kannst du ja alles im Sande verlaufen lassen.

Die Idee, ein Foto von dir und deinen Schwestern an deinen Vater zu senden (das könnten ja deine Schwestern machen), finde ich übrigens super. :-D

BigDigger hat gesagt…

Puh, das ist ein Hämmerchen... Irgendwie warte ich noch immer darauf, dass Du das, wie bei vorherigen Beiträgen auch, als Alptraum erklärst.

Nein? Hmmmm...

Den warnenden Ratschlägen kann ich mich durchweg anschließen, Du solltest wirklich sicherstellen, dass die Verwandtschaft auch tatsächlich besteht. Fotos allein sagen wenig aus, andererseits hat es Deine Oma bestätigt.

Ich kann Dir nicht in den Kopf und ins Herz gucken, daher werde ich nicht "Mach's" oder "Mach's nicht" sagen. Das musst Du ganz allein entscheiden. Aber nimm Dir, wie das Orangenmädchen schon sagte, die Zeit, die richtige Entscheidung zu treffen. Druck hast Du keinen. Und vielleicht fragst Du Frank mal, ob da irgend ein Hintergrund bestehen könnte, der sich auf Dich finanziell auswirken könnte.

zarmonia hat gesagt…

Hallo Jule,

ich bin vor ein paar Tagen über den Blog von "Ein Augenschmaus" bei dir gelandet :)
Die ersten Beiträge, die ich gelesen hatte, haben mich so gefesselt, dass ich deinen Blog in den letzten Tagen tatsächlich von hinten nach vorn komplett durchgelesen habe.
Du hast eine tolle Art zu schreiben und die ganzen Aufs und Abs in deinem Leben lesen sich stellenweise echt wie in einem Roman. Da schlägt man sich die Hände überm Kopf zusammen und bricht fast vom Glauben an die Menschheit ab.

Du klärst ziemlich unverblümt über deine Behinderung auf und durch die Einblicke in dein Leben habe ich persönlich viel gelernt.

Wenn man die Einträge so in einem Rutsch liest, bekommt man richtig deine Entwicklung mit. Du bist eine starke Persönlichkeit, die sich nicht unterkriegen lässt. Du hast mit deinen 20 Jahren schon fast mehr erlebt, als so manch einer mit 50.
Als ob in der letzten Zeit nicht schon wieder genug passiert wäre, kommt gleich schon wieder der nächste Knaller: Du hast anscheinend zwei Halbgeschwister. Ich würde sie wohl kennen lernen wollen. Allerdings würde ich es auch langsam angehn lassen. Erst mal Brief- oder Mailkontakt und dann vielleicht irgendwann mal ein treffen.

Zum Schluss noch danke für deinen Blog, du hast eine weitere treue Leserin gewonnen :)

Liebe Grüße aus dem Saarland!

Michi hat gesagt…

Der Gedanke, dass das Ganze eine neue Stalking-Masche deiner Mutter sein könnte, ist mir heute auch durch den Kopf geschossen (gestern war ich wohl zu müde dazu...). Ist wahrscheinlich vollkommen abstrus, ich hoffe, dass ich damit meilenweit danebenliege, aber komplett ausschließen kann zumindest ich es nicht. Daher ist auf jeden Fall Vorsicht angebracht.

Jens Bonn hat gesagt…

Also ich würde das so angehen:

Nach einem anfänglichen telefonischen Kontakt wo Du einiges richtig stellen kannst, so dann Du das möchtest, könntest Du ja ein Treffen anstreben.

Auch wenn es sicherlich nicht Deine Art ist, könntest Du hier Deine Einschränkungen als "Vorteil" benutzen. Die können sich sicherlich vorstellen was es für Dich eine Tour wäre zu ihnen zu fahren. Damit hast Du eine gute und nachvollziehbare Begründung warum ein Treffen auf (für Dich) heimischen Boden statt finden sollte.

Weiter könntest du natürlich anführen, dass Du bei Dir gute Treffpunkte kennst, die auch für Dich geeignet sind, also ich könnte jetzt adhoc in Bonn zB. keine Treffpunkte aus der Schnittmenge Gut&Rollstuhlgeeignet benennen.

Wenn ein echtes Interesse besteht, dann werden die kommen. Besteht dieses nicht, werden die sich nicht die Mühe machen.

Außerdem kannst Du dort auch "Verstärkung" in der Hinterhand halten, falls Dir nicht 100% Wohl ist beim Treffen.

Auf jeden Fall hast Du für das allererste Treffen dann deutlich mehr Kontrolle als es in Bayern möglich wäre. Und Du musst nicht durch die komplette Republik reisen, auch wenn das mit Sicherheit dann wieder den einen oder anderen Blogeintrag ergeben würde ;)

Jens

ednong hat gesagt…

Hm,
ich würd sagen: Freu Dich!

Ändern kannst du die Existenz nun nicht - also bleibt das Kennnelernen als gute Möglichkeit.

Du solltest allerdings sicherstellen - aber das geht ja schon anhand der Urkunden und eines Anrufes beim dortigen Standes-/Einwohnermeldeamt. Und wenn das sicher ist, bleibt ja immer noch der Knackpunkt, dass du keinen Kontakt mit deinen Eltern wünscht, weil sie deine Situation nicht richtig einschätzen. Das dürfte so die schwierigste Klippe werden.

Ansonsten fänd ich ein Kennenlernen toll. Schon allein, weil es viele neuen Geschichten verspricht ;)

Anonym hat gesagt…

Ich wäre glaube ich auch neugierig, würde aber auf jeden Fall eine Vertrauensperson mitnehmen.

Rainer hat gesagt…

Jule,
ich lese gerne Deinen Blog, finde Dich und Deine Lebensansichten klasse und drücke Dir fest die Daumen, daß Deine Bayernschwestern ein Zugewinn sind.

Nicole hat gesagt…

Liebe Jule, Ich schliesse mich Jo an. Sei vorsichtig. Nun hab ich deinen Blog innert Wochenfrist so ziemlich durchgelesen und deinen Vater nicht gerade als besonders integer in Erinnerung. Hat er dich nicht um das zweite Versicherungsgeld betrogen? Sorry wenn ich das so hart formuliere, aber mir fiel schon in den vorangegangenen Posts auf, dass deine Familie gerne das Thema Geld in ihre manipulativen Ansprachen an dich einfliessen liessen. Pass auf dich auf! Liebe Grüsse, Nicole

Nicole hat gesagt…

Hm... über den Sportverein? Das riecht tatsächlich eher nach Mutter als nach Vater. Ist die Oma eigentlich von seiner oder ihrer Seite? Bin ich zu misstrauisch? Aber dann... finde, dass sich deine Familie ein gewisses Misstrauen redlich verdient hat. Grüsse, Nicole

meg hat gesagt…

Ich glaube dir, dass dich das ziemlich aus der Bahn wirft. Zu deinen Eltern hast du zwar keinen Kontakt mehr, aber trotzdem hört man sowas wohl nicht gerne, dass die Eltern einander nicht treu waren.

Andererseits kann ich mir gut vorstellen, dass deine Schwestern eine Bereicherung für dich sein werden. Das erste Treffen wird bestimmt sehr komisch, aber ich würde es machen. Vielleicht hättest du so wieder einen Teil deiner Familie, der dir nahe steht - wäre doch auch schön!

Versuch doch einfach, dich erst mal per Email oder Brief mit ihnen zu beschnuppern!

Anonym hat gesagt…

Leicht chauvinistisches Frauenbild, was sich hier - nicht nur von Männerseite - abzeichnet.

Anonym hat gesagt…

Ich glaube, kennenlernen wollte ich auch, evtl. auch über Mail.
Kontakt glaube ich, wollte ich nicht.
4 Kinder von 3 verschiedenen Männern, da wollte ich keinen kontakt.
Ich denke, die werden auch von H4 leben.

Anonym hat gesagt…

@ Anonym von 30. Juni 2012 16:35
Wie gut das wir keine Vorurteile haben..
Du hast doch nicht die geringste Ahnung wie es dazu kam oder was dazu führte, dass die Mutter Kinder von drei Vätern hat.
Das mit H4 ist reine Spekulation. Selbst wenn sie H4-Empfängerin wäre, das sagt doch nicht über den Menschen aus.
Wenn man mal annimmt die Mutter sei irgendwie seltsam, was können dann die Zwillinge dafür, um die es Jule wahrscheinlich in erste Linie geht? Ich würde spontan sagen genau soviel wie Jule für die Taten ihrer Eltern kann, genau gar nichts.

eine kopfschüttelnde sho

Olli hat gesagt…

Aspekte die ich sehe:
- Unterlagen anderen vertrauten (zB Frank?) zeigen, prüfen, ob es echt oder nach Fake wirkt
- wenn Kontaktversuch, dann langsam und reversibel (da gabs schon genug Tipps)
- relevant scheint mir, wie diese Familienteile zu Vater/Mutter stehen, da Du berechtigt keinen Kontakt zu Deinen Ex-Erzeihungsberechtigten wünscht, wäre es wohl schwer, den zu Halbschwestern zu halten, wenn dadurch Infos zum Vater weiterdiffundieren