Dienstag, 17. Juli 2012

Die Hälfte ist Rum

Nichts beschreibt so sehr den Zustand unserer Unterkunft wie die Überschrift meines heutigen Beitrags. Ich weiß, warum ich spezielle Herbergen und Gästehäuser für Sportler einer stinknormalen Jugendherberge vorziehe. Die Zeiten, in denen in Jugendherbergen striktes Alkoholverbot nicht nur galt, sondern auch umgesetzt wurde, scheinen vorbei zu sein. Oder dieses Haus fällt in dieser Hinsicht besonders negativ auf. Es verging bisher nicht ein Tag, an dem hier keine Saufparty stattfand und diverse Jugendliche grölend, polternd und kotzend durch die Flure lärmten. Und dabei habe ich mein Schlafbedürfnis noch nie so groß eingeschätzt wie es auf mich gerade wirkt.

Zum Glück ist hier nicht nur die Hälfte Rum, sondern auch die Hälfte rum, das heißt: Noch drei Mal schlafen, dann ist Abreise angesagt. Ich befinde mich mit meinen Leuten vom Sport in einem Trainingslager in Bayern, das eigentlich super toll ist, wäre da nicht das immer größer werdende und so allmählich alles bestimmende Schlafdefizit. Wir alle sind nur noch müde, zunehmend gereizt und körperlich vor allem auch alles andere als leistungsfähig. Und eigentlich möchten wir ja trainieren. Nach Dutzenden Beschwerden beim Veranstalter (nicht nur die Hamburger fühlten sich belästigt), wurde heute hart durchgegriffen: Die Herbergsleitung hat am Morgen eine 40köpfige Reisegruppe aus Berlin des Hauses verwiesen. Aufatmen ist angesagt. Und schlafen. Seit mittags haben wir alle trainingsfrei, um uns ausruhen zu können. Und was soll ich sagen? Bei relativ schönem Sommerwetter liegen rund 50 Spotlerinnen und Sportler auf ihren Betten und pennen. So etwas habe ich noch nicht erlebt.

Dabei hatte alles so gut angefangen: Das Wetter ist hier deutlich besser als im Norden, die Trainer sind okay, die Trainingsbedingungen auch, das Essen und die Betten sind überdurchschnittlich. Und wir alle haben uns sehr gefreut, uns endlich mal alle wieder zu sehen, also auch über die Grenzen eines Bundeslandes hinweg. Zeit für- und miteinander zu haben, sich auszutauschen, zu quatschen - schön.

Für einigen Spaß sorgt außerdem eine weitere Gruppe aus Niedersachsen, die parallel zu uns ein Trainingslager durchführt. Jeweils sechs Männer und Frauen zwischen 16 und 25, jedoch nicht mit körperlichen, sondern mehr mit kognitiven Einschränkungen, trainieren im selben See und wohnen in der selben Jugendherberge. Es sind aber zwei verschiedene Veranstalter, somit auch verschiedene Trainer - dass wir hier aufeinander treffen, ist purer Zufall. Aber umso lustiger, denn behindert und behindert verträgt sich. Irgendwie. Während die zwölf gegenüber anderen Herbergsgästen, darunter auch einige Familien, sehr zurückhaltend bis schüchtern sind, hatte ich den ersten jungen Mann bereits beim allerersten Frühstück vor mir stehen. Mit zusammengekniffenen Augen und ausgestreckter Hand kam er auf mich zu und nuschelte etwas undeutlich, dafür aber umso lauter: "Guten Morgen, schöne Frau im Rollstuhl, ich bin Max und ich bin von der anderen Gruppe. Wir schwimmen auch bei euch im See und ich wollte nur Bescheid sagen, der See ist toll und wir freuen uns auf euch. So. Und wie heißt du?"

Die zweite Frage war dann, ob ich einen Freund habe, die dritte, wie schnell ich 100 Meter kraulen kann. Als ich ihm meine Zeit nannte, meinte er sofort, er sei besser. Dass ich ohne Beinschlag schwimme, hat er nicht realisiert, macht aber nichts. Er nahm es sportlich: "Du wirst bestimmt noch schneller, wenn du hier richtig trainierst." - "Deswegen bin ich ja hier, ich muss noch viel lernen." - "Und Rücken?" - "Ich trau mich gar nicht, die Zeit zu sagen, du bist bestimmt wieder besser." - "Du darfst das ruhig sagen, ich lach dich nicht aus. Bei uns lacht keiner über den anderen, das ist oberste Regel!" - Na dann...

Ohne jede Berührungsängste wurde Cathleen gleich von einem anderen jungen Mann von hinten überraschend umarmt, während sie sich gerade ihr Brötchen bestrich - und sich gehörig erschrak. "Du hast so tolle Haare!", schwärmte er. Womit er zweifelsfrei richtig liegt, nur trotzdem musste er auch er sehr schnell akzeptieren: Anfassen ist nicht. Das wusste er eigentlich auch, nur scheint er es bei hübschen Frauen gerne einmal zu vergessen. Ein drittes Gruppenmitglied, 16 oder 17, stand bis zu den Schultern im See und machte ziemlich eindeutige Bewegungen, vermutlich in der Hoffnung, man würde sie unter Wasser nicht erkennen. Direkt neben mir und Marie. Ich fragte: "Na? Alles in Ordnung bei dir?" - "Ja wieso?" - "Sieht so aus als wenn du dir gerade deine Badehose auf links drehst." - "Nee, ich mach nichts."

Am Ufer sagte eine weibliche Kollegin von ihm in Richtung des Trainers: "Rüdiger, der Martin fiedelt sich schon wieder einen!" - Marie verschluckte sich fast beim Versuch, nicht zu lachen. Rüdiger hörte das nicht, also nahm die sportliche junge Frau mit Down-Syndrom die Sache selbst in die Hand. Sie stemmte ihre Hände in die Hüften und rief in energischem Tonfall: "Martin, jetzt hör mal auf damit. Du sollst das nicht machen, wenn das alle sehen können. Wir wollen das nicht sehen." - "Ich mach doch gar nichts!" - "Das sagst du immer. Ich hab das aber genau gesehen. Frau ... hat gesagt, du kannst nicht mehr mitmachen, wenn du das immer machst beim Sport. Jetzt benimm dich mal!"

Ein anderes Mädchen aus der Gruppe, schätzungsweise 16 Jahre alt, war zunächst sehr schüchtern, kam aber irgendwann ausgerechnet auf mich zu und fragte: "Darf ich dich mal was fragen? Können wir mal gegeneinander um die Wette schwimmen?" - Sie war allerdings etwas cleverer als Max, denn der zweite Satz war: "Ich schwimme gegen dich auch ohne Beinschlag und ich schummel nicht." - Sie hat gewonnen. Wenn auch ganz knapp. Zum Glück lief keine Uhr mit, sonst hätte sie vielleicht gemerkt, dass ich nicht 100% gegeben habe: Ich habe meinen Schwimmstil auf die Bewegung ohne Beinschlag optimiert, sie hat es vermutlich zum ersten Mal probiert. Ich hätte es gemein gefunden, sie gnadenlos abzuhängen, nur weil sie das nicht bedacht hat. Und was ihre "normalen" Zeiten anging, kenne ich nicht die Referenzzeiten ihrer Startklasse, kann aber so viel sagen: Würden sich ein Schwimmtrainer und eine Trainingsgruppe finden, die Rücksicht darauf nehmen, dass sie etwas länger braucht, um etwas zu verstehen, könnte sie mit 1:18 auf 100 Metern Freistil ohne mit der Wimper zu zucken in einer nicht behinderten Gruppe mithalten.

Nun werde ich meinen Schönheitsschlaf fortsetzen. Morgen soll es ziemlich warm werden und zu unserer Freude steht ein Training mit dem Rennbike auf dem Programm. Wir wurden heute von einer anderen Teilgruppe schon vorgewarnt: Die Strecke hat es in sich. Eine Steigung nach der nächsten. Aber zum Glück geht es ja irgendwann mal wieder bergab. Und abends ist dann der Familienbesuch dran: Bin ich aufgeregt?!

Kommentare :

Michael hat gesagt…

Kognitive Beeinträchtigung hin oder her - den Jungs scheinen ein bisschen die Hormone durchgebrannt zu sein. Wobei der Max scheinbar doch noch die notwendige Portion Charme aufbringt. Weiss jetzt nicht, ob Du die Charmeattacke jetzt selber so lustig empfunden hast, wie hier beschrieben, aber ich musste jedenfalls herzlich schmunzeln. Auch über den armen Kerl, der nicht wusste, wie er mit seinem deutlichen Hormonüberschuss umzugehen soll. Eigentlich Dinge, über die man normalerweise nicht schmunzeln kann, aber Du hast das so schön beschrieben, dass man den armen Kerlen eigentlich gar nicht böse sein kann.

Als ich dann am Anfang des zweiten Absatzes das Wort "Bayern" gelesen habe dachte ich mir ständig "und?" "und?" - aber Du hast wirklich bist zum letzten Satz gewartet, um die Spannung maximal werden zu lassen. Und? Bist Du aufgeregt? Ich denke schon! Viel Glück, denke ganz fest an Dich, denn das wird bestimmt nicht einfach. Kann es kaum erwarten, Deinen nächsten Update zu sehen, denn wie diese Geschichte weitergeht, kann wohl derzeit wirklich keiner erahnen.

Gruß in meine bayerische Heimat.

Rosa hat gesagt…

Ich denke mal, jeder junge Mann in dem Alter hat solche Hormonschübe und die kognitive Beeinträchtigung bei Max führt nur dazu, dass er sie nicht "gesellschaftsgerecht" versteckt. Warum sollte man ihm deswegen böse sein?

Ich drück auch die Daumen für deine Familienzusammenführung und hoffe, der Bericht kommt vor Samstag, weil ich dann im Urlaub bin und vermutlich nicht wie sonst jeden Tag in deinen Blog schauen kann.

Grüße aus Bayern nach Bayern
Rosa

Dennis hat gesagt…

Hallo Jule,

die Zustände in der Jugendherberge, hören sich wirklich sehr übel an. Ich hoffe es hat sich nun sehr verbessert, nach dem die Gruppe aus Berlin abreisen musste. Es ist wirklich hart, dass die Leitung der Jugendherberge dieses so lange toleriert hat. Es müsste doch in deren Interesse sein, dass dort nichts von den besoffenen Jugendlichen zerstört, demoliert usw. wird. Vor allem seid Ihr als Sportler, auch Gäste mit potential wiederzukommen, da die Jugendherberge erneut als Unterkunft für Teilnehmer eines Trainingslager dienen könnte.
Als ich vor ca. 3 Jahren das letzte mal in einer Jugendherberge war, war es dort zumindest ruhiger. Na ja okay, von dem was ich mitbekommen habe, denn sie diente nur als Schlafmöglichkeit und den Rest des Tages war ich unterwegs. Dort ist der Konsum von Alkohol und das Rauchen grundsätzlich verboten, aber unter bestimmten Bedingungen durfte man schon mal ein Bier trinken. Es wäre auch seltsam gewesen, wenn es dort nicht die Ausnahmen gab, denn in deren Kiosk wurde Bier und Wein verkauft. Da wurde dann auch gleich gesagt, unter welchen Bedingungen man es trinken darf.
Es ist doch schön, dass die andere Trainingsgruppe ein wenig aus sich rauskommen kann, wenn sie mit Euch zusammen ist.

Wünsche Euch noch ein paar schöne Tage im Trainingslage und Dir Jule alles Gute für das Treffen mit Deinen Schwestern.

Liebe Grüße aus dem verregneten Hamburg
Dennis


PS: Wenn Ihr noch ein wenig Platz in den Taschen habt, packt das gute Wetter ein und bringt es mit nach Hamburg ;)

Banane hat gesagt…

Alkoholverbot in Jugendherbergen? - Das gibt es meiner Erfahrung nach wirklich nur auf dem Papier. ;-)
Trotzdem hoffe ich natürlich, dass es nach dem Verweis der anderen Gruppe ruhiger wird und ihr genügend schlafen könnt.

Jetzt drücke ich dir auf jeden Fall fest die Daumen, dass du heute abend zwei nette Halbschwestern kennenlernst!

Gruß
Banane

Daniela hat gesagt…

Jetzt hast Du uns aber wirklich auf die Folter gespannt. Erstmal wünsche ich Dir noch viel Spaß in der restl. Zeit im Trainingslager und dann drücke ich alle Daumen für den "Familienbesuch". Bin auch schon megagespannt auf Deinen nächsten Bericht und ich hoffe und wünsche Dir, daß ihr Euch recht symphatisch seit.

LG

Ruthy hat gesagt…

Schön, daß Dir mein Heimatbundesland gefällt ;)
Weniger schön, was Euch da mit den Säufern passiert ist. Ich hab richtig aufgeatmet, als ich dann las, daß das keine Bayern waren...
Ich drück Dir die Daumen für heute abend!

Anonym hat gesagt…

Ich finde das Bild, das du hier von Menschen mit kognitiven Einschränkungen abgibst, ist gelinde gesagt ziemlich daneben. Du stellst sie dar als onanierende Wesen, die den ganzen Tag nur dummes Zeug reden und nerven. Ich habe selbst eine Schwester mit Trisomie 21 und die ist ein herzensguter Mensch, nett, freundlich und könnte keiner Fliege was zuleide tun. Durch entsprechende Förderung haben wir es geschafft, dass sie eine eigene Wohnung hat und sich selbständig mit einmal wöchentlicher Hilfe versorgen kann. Ich finde es auch nicht richtig, dass du das Mädchen bewusst gewinnen lassen hast, du nimmst sie überhaupt nicht ernst. Das ist eine Arroganz von dir, die mich wirklich ankotzt.

Jule hat gesagt…

@11.45: Ich weiß nicht, ob andere Leser meinen Text genauso wahrnehmen wie du. Aus meiner Sicht interpretierst du eine grundsätzlich ablehnende Haltung in meinen Text hinein.

Fakt ist, da steht einer im See und masturbiert. Damit, dass jemand masturbiert, habe ich kein Problem, nur in der Öffentlichkeit, wo es jeder sieht, stört es andere Menschen. Mich auch. Ich möchte nicht daran teilhaben, wenngleich das für mich jetzt kein Drama ist. Daraus ergibt sich ein Konflikt, den ich hier beschreibe. Nicht mehr, nicht weniger.

Bei dem anderen Mädchen sehe ich das ähnlich wie in einer Kindergruppe, die in Hamburg vor uns Sport macht. Da fordert mich eine achtjährige auch immer zum Wettkampf heraus und natürlich gewinnt sie auch. Das hat aus meiner Sicht nichts mit Arroganz zu tun. Und schon gar nicht mit Respektlosigkeit - habe ich nicht einen Satz später ihre Leistung (1:18 auf 100 Metern Freistil) als herausragend gewürdigt? Das war durchaus ernst gemeint.

Grendel hat gesagt…

@Anonym,

aus dem Text konnte ich absolut keine arrogante Haltung herauslesen. Jule hat sich offen und tolerant gezeigt, aber auch angesprochen, was sie als unangenehm empfindet. Diese Ehrlichkeit ist Voraussetzung für echte Toleranz. Alles andere wäre als Toleranz getarntes politisch korrektes Desinteresse nach dem Prinzip - nur nicht ansprechen, nur nicht anecken, am besten weggucken. Und das Wettschwimmen? Hätte ich auch so gemacht. Ein Schwimmtrainer ist übrigens auch nicht hochnäsig, wenn er einen Schüler für eine Leistung lobt und ihn anspornt, obwohl er es selber vielleicht besser könnte. Fairness ist kein Bitmuster, sondern die Kunst, Balance zu halten.

Dennis hat gesagt…

Das Bild ist meiner Meinung nach nicht daneben. Das welche aus der niedersächsischen Trainingsgruppe auf Euch zugegangen sind und Ihre zurückhaltende/schüchterne Seite überwunden haben ist doch was Positives.

Dass es nicht in Ordnung ist, was der Junge dort im See gemacht hat, wurde ihm auch durch eine Teamkollegin deutlich gesagt.

Den Abschnitt mit dem kleinen Wettkampf zwischen Dir und dem Mädchen empfand ich nicht als respektlos. Da keine Zeit mitlief vermute ich mal, dass es ihr ein wenig um den Kampfgeist ging, ein kleines Kräftemessen und vor allem den Spaß an dem kleinen Wettschwimmen. Ansonsten hätte sie wohl drauf geachtet ob die Zeit genommen wird. Ich finde es daher fair, dass Du nicht 100% gegeben hast. Ihr Schwimmstill ist eben nicht auf die Bewegung ohne Beine optimiert.

Michi hat gesagt…

Gut, dass ich morgen erstmal "weg vom Fenster" bin - ich würde sonst ganz hibbelig auf deinen Bericht zum Familientreffen warten ;)

Viel Glück und viel Spaß heute abend! Nach der Säufergruppe ist jetzt seitens Fortuna eine Entschädigung fällig :)

grinseliese hat gesagt…

uh ähnliches jugendherbergserlebnis hatte ich vor 2 jahren auch, nur dass die gruppe da nicht nur gesoffen hat, sondern auch noch so laut party gemacht hat, dass ich deren musik durch mein kissen und auf anschlag laufenden mp3 player mit tüdeldü einschlafmusik gehört hab... ich kann übrigens auch keine arroganz von jule erkennen. ich persönlich hätte übrigens auch einfach gesagt ich lass einfach den beinschlag weg...

chris hat gesagt…

Ich lese hier schon eine Weile und warte auch gespannt auf den nächsten Post. Ich hoffe du hattest oder hast einen schönen Abend und ein nettes Kennenlernen!
Ich hoffe nicht alle Juhes in Bayern sind so, wir übernachten auch bald in einer.
Liebe Grüße
Christine

Joyo hat gesagt…

(Neue Leserin, die sich bei Schaf-Defizit-Trainingslager-Schilderung nicht zurückhalten kann:)

Ich musste mal bei einem Trainingscamp/Wochenende in einer Turnhalle mit ungefähr 200 anderen Sporttreibenden schlafen. Sehr super, wenn die Beleuchtung der Halle komplett per Bewegungsmelder geregelt ist und der auch mit viel Mühen nicht abstellbar. :D

Ich les mal weiter - alles Liebe,
Joyo

Anonym hat gesagt…

ich finde das gewinnen lassen nicht respektlos, aber pädagogisch nicht immer wertvoll.
Es gibt eben nicht nur gewinnen oder verlieren, sondern 3 unterschiedliche Möglichkeiten mit unterschiedlichen Auswirkungen.

Man lässt den anderen gewinnen: gibt einen kurzfristigen Schub Selbstbewusstsein, nimmt aber den Ansporn. Die Gefahr besteht dass der Gewinnende es merkt oder vermutet, was den Selbstbewusstseinsschub ins negative verkehrt.
Man gewinnt knapp: nimmt kaum Selbstbewusstsein, gibt dem Verlierenden aber einen Ansporn besser zu werden.
Man gewinnt Haushoch: Nimmt enorm Selbstbewusstsein, führt je nach Gegner zu resignation oder zu ansporn. Es gibt nur Spezialfälle wo das sinnvoll ist, zum Beispiel um einen arroganten Schüler der meint schon alles zu können wieder auf den Weg zu bringen.

Bei dem Wettschwimmen mit der kognitiv eingeschränkten ist es in Ordnung sie gewinnen zu lassen, sie braucht keinen Ansporn um das Schwimmen ohne Beinschlag zu lernen, aber Selbstbewusstsein kann ihr nicht schaden und sie wird es nicht bemerken.
Bei der 8-jährigen kann man aber bezweifeln ob das Sinn macht sie immer gewinnen zu lassen. Sie kann den Ansporn mit Sicherheit brauchen (ich nehme an sie schwimmt ebenfalls ohne Beinschlag), ein kleiner Selbstbewusstseinsschub würde zwar Sinn machen, aber irgendwann wird sie dahinterkommen dass du sie absichtlich gewinnen lässt. Ich würde da also normalerweise eher knapp gewinnen. Und nur ab und an, wenn sie sich wirklich anstrengt und gut schwimmt, einen Sieg einstreuen, quasi als Belohnung.

Viele Grüße nach Bayern aus Franken.