Dienstag, 10. Juli 2012

Licht und Schatten

Inzwischen ist schon wieder fast ein Monat vergangen, seit über die Assistenzleistungen von Maria entschieden worden ist. Bewilligt wurden damals 4.970,37 € pro Monat für Pflege und Assistenz zusammen. Das entspricht nicht dem beantragten Umfang und auch nicht den im Gutachten festgestellten Umfang. Inzwischen wird es wieder lustig.

Warum man die Leistung um 545,50 € niedriger bewilligt hat als sie beantragt und im Gutachten befürwortet wurde, konnte uns niemand richtig erklären. Man sei vielleicht von falschen Zahlen ausgegangen, vielleicht auch nicht - das müsse ein Widerspruchs- oder Gerichtsverfahren klären.

Unstrittig sind aber die jeweils mindestens 4.970,37 € für die Monate Februar bis Juli, also sechs Mal. Macht 29.822,22 € Nachzahlung. Somit kommt jetzt wenigstens mal Geld in die Kasse unseres Trägervereins. Überwiesen wurden aber nur 26.004,98 €. Wie die Differenz von 3.817,24 € zustande kommt, konnte uns bisher niemand erklären. Auf Franks Nachfrage entschuldigte man sich für das Versehen - die Differenz werde in den nächsten 7 Tagen nachgezahlt. Also ein kleiner Lichtblick, wenn auch gleich mit einem neuen Schatten.

Und Marias Bescheid über Leistungen zum Lebensunterhalt? Der lässt noch immer auf sich warten. Grundsätzlich habe man geprüft, grundsätzlich stünden ihr Leistungen zu, aber man finde Maria im Einwohnermelderegister gerade nicht. Das müsse erstmal geklärt werden. Maria sagt: "Das kenne ich schon, das liegt an meinem portugiesischen Namen. Da ist ein Namenszusatz 'de' drin, also sowas wie 'von', und das macht regelmäßig Probleme. Mal ist es beim Vornamen abgespeichert, mal hinter dem Nachnamen, mal gar nicht. Das klärt sich auch noch." - Hoffentlich. Und mit etwas Glück noch in 2012.

Auf jeden Fall wechselt zum 31.07.12 die Sachbearbeiterin. Der "Fall" wird einer anderen Kraft übertragen, ein ganzer Buchstabenbereich werde neu vergeben. Woran das wohl liegen mag? Offiziell an der Arbeitsüberlastung dieser Mitarbeiterin.

Kommentare :

MsTaxi hat gesagt…

Blöde Sache das mit der Sortierung des Namens. Sowas ist nämlich eindeutig geregelt m.W.

Nehmen wir an, Maria hieße Maria de Lisboa, dann wäre sie unter L wie Lisboa einzuordnen, weil Namenszusätze wie "von", "zur" etc. dem Vornamen folgen, also: Lisboa, Maria de.

Hieße sie z.B. Maria Tejo de Lisboa, dann würde sie unter T zu finden sein als Eintrag: Tejo de Lisboa, Maria.

Ist doch nich sooo komzipliert, oder? :-)

Dennis hat gesagt…

Ich hoffe, die neue Sachbearbeiten bearbeitet dieses sehr schnell, so dass Maria endlich dieses Problem vergessen kann. *Euch feste die Daumen drück*

Seemädel hat gesagt…

Meine Güte... soviel Möglichkeiten, wo man Maria im Melderegister findet, gibt es ja wohl nicht.
Liebe Sachbearbeiter, Hirn einschalten und einfach die 2-3 potentiellen Varianten nachsehen!
Ich hoffe, ihr bekommt auch noch Erklärungen für die Differenzen... wenn man so eine Kreativität an den Tag legt, wie die in dämliche Ausreden investieren, müssten sie den Nachnamen doch echt schon gefunden haben...

eine Laura hat gesagt…

Ach Gott, ist das ne chaotische Geschichte. Da kann man nur hoffen, dass sich mit der neuen Sachbearbeiterin was ändert, ich drück die Daumen :-)

Chris hat gesagt…

Es geht um viel, viel Geld. Es wurden "nur 26.004,98 €" für 6 Monate überwiesen. Ich frage mich angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage, wie lange das alles noch gewährt werden kann.
Chris

Anonym hat gesagt…

@Chris: Deine Frage, wie lange wir uns Pflege und Medizin noch leisten können, ist grundsätzlicher Natur. In Jules Posting geht es aber darum, dass eine beantragte Leistung scheinbar willkürlich vorenthalten wird. Wenn es zu teuer ist, soll man das sagen. Aber dann eben für alle und verbindlich. Und nicht je nach Lust und Laune verschiedene Maßstäbe ansetzen.

BigDigger hat gesagt…

@Chris

Das Schöne an der Solidarität ist, dass sie jedem widerfährt, dem Schlimmes passiert. Ich wünsche es Dir nicht, aber vielleicht wirst Du selbst mal Nutznießer dessen sein - Du weißt nie, was Dein Leben noch für Dich bereithält...

Und was das Bezahlen angeht: Wenn ich die Wahl hätte, wofür die von mit gezahlten Steuern und Sozialabgaben verwendet werden sollten, ob für Millionengräber wie die Elbphilharmonie, die dreckigen V-Doppelagenten der NPD oder dafür, dass Bedürftige die Hilfe und Assistenz bekommen, die sie für ein menschenwürdiges Leben jenseits des puren Vegetierens benötigen, dann ist meine Antwort eindeutig.

Nur, um Dir mal eine Größenordnung zu liefern: Maria müsste 7.220 Jahre alt werden, um die Kosten der Elbphilharmonie zu erreichen. Okay, bei 2% Inflation sind es weniger als 6.000 Jahre, das sehe ich ein, aber ich habe bei den Baukosten ja auch nicht die Opportunitätskosten aus fünf Jahren Verschiebung mit eingerechnet...

Chris hat gesagt…

@BigDigger
"Das Schöne an der Solidarität ist, dass sie jedem widerfährt, dem Schlimmes passiert" - ja, genau. Und ich habe gewagt zu fragen, wie lange wir uns dieser noch sicher sein können.-
Deine Elbphilharmonie-Berechnung finde ich wenig hilfreich.
Chris

Anonym hat gesagt…

Immerhin geht vieles von Geld ins Gesundheitssystem. Damit in Löhne und Gehälter in Dtland. Und damit wieder zurück in die Taschen der Steuerzahler.