Samstag, 8. September 2012

Mondsüchtig

Es war kein runder. Und es war auch nicht genau der Geburtstag, an dem die Gartenparty stattfand. Trotzdem fanden sich fast 40 Leute bei Marie im Garten ein und traten den Rasen breit gratulierten ihrer Mutter nachträglich und ließen sich mit Grillfleisch, Salaten, knusprigen Baguettebrot und Getränken verwöhnen. Während Maries Patenonkel Uwe am Grill schwitzte, rotierten Marie und ich in der Küche, damit alle Gäste stets genügend saubere Teller, Besteck, Gläser, Getränke und Knabberkram hatten.

Es gab genug zu tun, aber trotzdem war es lustig. Bis zu dem Moment, als einer der Gäste zu uns in die Küche kam und meinte: "Oh, seid ihr die Haussklaven?" - Marie nahm den dummen Spruch mit Humor, lächelte brav und antwortete: "Jawohl. Womit kann ich Ihnen dienen?" - Ich hoffte nur, es würde jetzt kein Schweinkram kommen. Irgendwie war mir der Typ nicht so ganz geheuer.

Er antwortete: "Nee, nix, alles bestens." Und fügte mit einem Lachen hinzu: "Ist das jetzt eine moderne Form der Sklaverei, wenn das Personal nicht mehr an die Kette gelegt, sondern in einen Rollstuhl gesetzt wird? Oder sind Behinderte einfach nur billiger?"

Sehr witzig. Okay, nicht aufregen. Es ist die Party der Mutter, der Typ ist vermutlich irgendeine wichtige Bekanntschaft, die einen zuviel getrunken hat und jetzt den Macho raushängen lässt. Es gibt ja auch den "Witz", in dem, wenn die Frau im Wohnzimmer auftaucht oder aus dem Keller kommen kann, die Kette zu lang ist. Vermutlich war das ein Abklatsch davon und sollte witzig sein. Ich lächelte müde.

Marie überhörte den Schwachsinn und lächelte weiter brav. Nachdem der Typ schon fast draußen war, hielt er sich am Türrahmen fest, steckte seinen Kopf nochmal um die Ecke und sagte mit einem Grinsen im Gesicht: "Habt ihr denn hier drinnen schon was zu essen bekommen?" - Ich dachte, es sei fürsorglich gemeint, wollte verhindern, dass er uns jetzt noch irgendwas reinbringt und uns vielleicht noch weiter Gesellschaft leistet und sagte: "Ja, vielen Dank, wir sind versorgt."

Was antwortet der Typ? Allen Ernstes: "Aber ihr musstet jetzt nicht die Soßenreste von den Tellern lecken? Oder habt ihr etwa extra ein paar Meterbrote runtergeworfen!?" - Er wackelte grinsend mit dem ausgestreckten Zeigefinger, schien sich dabei unheimlich witzig zu finden, tänzelte dann mit einem breiten Grinsen im Gesicht aus der Tür. Als er draußen war, guckte ich Marie an. Die sah mich mindestens eine halbe Minute ungläubig an, dann sagte sie: "Nein. Bei allen Bedürfnissen nach größtmöglicher Harmonie."

Ich sagte: "Marie. Lass, das gibt nur Streit." - "Dann gibt es eben Streit! Wer bin ich denn, dass ich mich hier herabsetzen lassen muss?" - Ich rollte mit ihr nach draußen, fast in die Arme von Maries Vater. Der wollte fast nicht glauben, was er hörte, guckte mich immer wieder an. Ich nickte ein paar Mal, während Marie leise erzählte. Dann ging er zu dem Typen und fragte in einem übertrieben ruhigen, nahezu unheimlichen Tonfall: "Entschuldigung, haben Sie gerade die Mädchen gefragt, ob sie bei uns genug zu essen bekommen oder ob sie die schmutzigen Teller ablecken müssen?"

Rhetorisch geschickte Fragestellung. Einige der umstehenden Leute brachen abrupt ihre Unterhaltung ab und lauschten. Es war auf einen Schlag mucksmäuschenstill. Der Typ wurde dunkelrot im Gesicht, stammelte: "Na ganz so nicht, ich ... es sollte ein Witz sein, vielleicht war es ein schlechter, ich habe was gesagt wegen ..." - Der Vater unterbrach ihn und fragte erneut, diesmal mit deutlich schärferem Tonfall: "Haben Sie meine Tochter gefragt, ob sie die dreckigen Teller ableckt? Und dabei Anspielungen auf ihre Behinderung gemacht?"

Mit dem war nicht mehr gut Kirschen essen. Das merkte auch der Typ und stammelte: "Ich wusste nicht, dass das Ihre Tochter ist, ich dachte, die beiden ... es tut mir leid. Ich bitte um Entschuldigung. Wer von den beiden ist denn Ihre Tochter?" - So ein Schwachsinn, wir haben, bevor es zum Essen ging, uns ja allen vorgestellt. Der Vater antwortete betont ruhig: "Sie scheren sich jetzt hier ohne einen Mucks aus meinem Garten. Und sollten Sie auf der Straße merken, dass Sie Ihre Jacke vergessen haben: Kommen Sie nicht zurück. Schreiben Sie sie ab. Das ist besser für Sie und Ihre Knochen. Wagen Sie es nicht, noch einmal einen Fuß auf mein Grundstück zu setzen. Oder ich vergess mich."

Der Typ setzte zu einer beschwichtigenden Antwort an, aber schon als er Luft holte, funkte Maries Vater dazwischen, zeigte mit dem ausgestreckten Arm auf das Gartentor neben dem Haus und bellte: "Raus!"

Nachdem er merkte, dass es keinen Sinn mehr hatte, zu diskutieren, trottete er ohne ein Wort aus dem Garten. Parallel dazu kam Maries Mutter aus dem hinteren Teil des Gartens nach vorne und fragte, was denn los sei. Maries Vater antwortete mit einer Gegenfrage: "Wer ist das?" - "Das ist ein Kollege. Der ist seit zwei Jahren in der Praxis von Herrn ... in der ...straße mit drin, quasi der Nachfolger für Herrn ..." - "Ich hab ihn vom Hof gejagt, nachdem er die Mädels beleidigt hat. Paar saudumme Anspielungen auf den Rollstuhl. Ob sie die Teller ablecken würden und so'n Mist." - "Waaas? Das war der, der bei ... auch schon für Aufsehen gesorgt hat. Weißt du? Der sich da betrunken hat und ... " - "Ach der, ich weiß schon. Ich hab ihm gesagt, er soll nicht nochmal wiederkommen." - "Ist nicht schade drum. Wer sich nicht benehmen kann, ist hier auch nicht erwünscht", sagte sie und strich Marie über die Wange.

Mehrere der umstehenden Leute räusperten sich und bemühten sich, ihre Unterhaltungen fortsetzend, wieder zur Normalität zurück zu finden. Eine rothaarige Frau, geschätzte 65 Jahre alt, sagte mit leiser Stimme zu uns: "Das war das erste Mal, dass ich so etwas miterlebt habe. Ich bin geschockt. Das ist ein ungezogener Kollege, für den man sich schämen muss. Ich werde mir für ihn noch etwas passendes überlegen und das an geeigneter Stelle noch einmal thematisieren. So etwas darf man sich auf keinen Fall gefallen lassen."

Um Viertel nach Zehn begannen wir, beim Teller spülen in der Küche Rollstuhlbasketball zu schauen. Das Endspiel in London: Zwei Hamburgerinnen sind dabei - da ist das Pficht. Ein spannendes Spiel, die Entscheidung fiel etwa 90 Sekunden vor Schluss, als sich Deutschland nach zähem und körperbetonten Kampf uneinholbar von Australien absetzte und damit Kurs auf Gold nahm. So eine absolut geile Leistung.

Um halb eins, als alle Gäste weg waren, rollten Marie und ich die Poolabdeckung ein und entspannten uns bei einem Nach-Mitternacht-Bad zwischen im Licht tanzenden Mücken und unter einem atemberaubenden Himmel. Es war absolut toll. Gespenstisch und faszinierend zugleich. Wir haben uns gegenseitig den Nacken massiert und endlos lange den Mond angeschaut. Ob ich wohl mondsüchtig bin? Den musste ich danach einfach noch einmal fotografieren:

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Ich finde die Reaktion des Vaters reichlich übertrieben. Das kann man auch mit etwas mehr Charme lösen, noch dazu als Gastgeber.

Evelindi hat gesagt…

Übertrieben? Übertrieben wäre gewesen, wenn er ihn paar vor die Lichter gehauen hätte. So war das eine sehr angemessene Reaktion und ganz sicher eine Lektion, die der gute Mann nicht vergisst... hoffentlich jedenfalls.

Anonym hat gesagt…

Unangemessen? Unangemessen wäre meine Reaktion gewesen, wenn jemand meine Tochter so derbe beleidigt hätte. Der spinnt wohl!

ednong hat gesagt…

Angemessen, unangemessen, humorig, humorlos - ist alles relativ.

Sein Einstieg war blöd, da kam er nicht mehr vom Gleis. Er wollte witzig sein und dabei immer das letzte Wort haben.

Als beleidigend mit Anspielung auf den Rollstuhl würde ich es nicht unbedingt bezeichnen, habe dazu aber sicher eine andere Relation als du/ihr. Allerdings: der Stinkefinger geht nicht und zeigt, dass er es eben genau so machohaft gemeint hat, wie ihr es wohl aufgefaßt habt.

Die Reaktion des Vaters ist dann eben eine mögliche, der auch wissen dürfte, dass das mit Jacke rechtlich so nicht in Ordnung ist. Des weiteren denke ich, wird sich der Typ sicher noch etwas ausdenken, um sich "zu rächen", wenn ich ihn richtig einschätze.

Verstanden habe dürfte er es nicht. Das klappt bei solchen Typen meist nicht. Er sieht sich wohl eher in seiner Ehre verletzt. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

ednong hat gesagt…

Und cool, dass Deutschland Gold geholt hat ...

ednong hat gesagt…

Du bist ja lang wach (gewesen) ... ;)

Tinka hat gesagt…

@ednong: Es war der Zeigefinger, nicht der Stinkefinger (auch wenn dein Gehirn Stinkefinger gelesen hat, weil es so schön ins Bild gepasst hätte).
Und zu den übrigen Bemerkungen: abgesehen von den rollstuhlbezogenen Bemerkungen scheint es (leider) auf Partys gar nicht so selten zu sein, dass sich die Helfer in der Küche irgendeinen dummen Spruch dazu anhören müssen.
Aber dieser Typ hier hat sich echt daneben benommen, ein dummer Spruch hat ihm ja nicht gereicht, er hätte ja schon nach dem ersten Spruch merken können, dass keiner lacht, dass es also nicht witzig ist.
Und als Gastgeber hat man das gute Recht, Gäste, die einem nicht mehr angenehm sind, zu bitten zu gehen. Wenn dieser Typ trotz der Aufforderung dazu nicht gegangen wäre, wäre es meiner Meinung sogar angemessen gewesen, die Polizei zu rufen.

SusiP hat gesagt…

Das war eine 1A Reaktion von dem Vater! Genau richtig.

Der wird sich nicht rächen, der wird ganz kleine Brötchen backen, weil nun alle in der Praxis wissen, was das für einer ist. Weil es eben auch wohl nicht das erste Mal war.

"Dass das mit der Jacke rechtlich nicht in Ordnung ist" Hui, das ist ja schlimm bis beängstigend und sehr deutsch gedacht. Dafür hat man ja eine Rechtschutzversicherung, nech.

Dennis hat gesagt…

Hi Jule,

Marie´s Reaktion ist doch richtig so. Ab und zu kann man mal solche dummen Sprüche belächeln und ignorieren, aber wenn sie dann so masiv und zuhause durch einen Gast passieren, ist es meiner Meinung nach extrem mies. Der Rauswurf durch Marie´s Vater ist doch ein Selbstgänger bei so einem Verhalten.
Ich hoffe die rothaarige Frau wird es wirklich an der richtigen Stelle thematisieren. Ein Arzt der solche Sprüche von sich gibt, sollte überlegen ob er den richtigen Beruf gewählt hat.

War bestimmt sehr schön so in dem Pool bei dem Mondschein. Das Bild ist schön geworden. Das Rauschverhalten der 60D scheint sehr gut zu sein.

Die Mädels haben die Goldmedaille auch verdient. Mein Glückwunsch an das Team :)
Aber eins sollte man bei diesen Paralympics nicht unterschlagen. London war (bzw. ist es bis heute Abend noch) ein super Gastgeber für die Paralympics und Olympia. Es gab, meiner Meinung nach, zum ersten Mal gleichwertige Spiele.
Vielleicht kann man Euch 2016 in Rio bejubeln, wenn dort der erste paralympische Paratriathlon ausgetragen wird.

Liebe Grüße
Dennis

Anonym hat gesagt…

Das Verhalten des Vaters ist rechtlich nicht zu beanstanden (das wurde ja hier behauptet). Als Eigentümer des Grundstücks darf er bestimmen, welche Personen sich darauf aufhalten und welche nicht. Er darf sich gegen Störer auch körperlich zur Wehr setzen (also den notfalls vom Grundstück schieben der tragen).

Die Androhung, dieses Recht notfalls durchzusetzen, ist rechtlich nicht zu beanstanden. Und im Zweifel war genau das gemeint. Die Interpretation, er würde ihn mit einem Knüppel zusammen schlagen oder ihn erschießen, stammt aus der Fantasie des Betrachters.

Und er kann ihm auch deutlich machen, dass er sein Recht auf ungestörte Benutzung seines Grundstücks höher einschätzt als das des Störers auf Betreten des Grundstücks zur Wegnahme seines ordnungsgemäßen Besitzes (Jacke). Auf Deutsch: "Und du brauchst dir auch keine Gründe einfallen lassen, warum du das Grundstück noch einmal betrittst. Dein vergessenes Eigentum händige ich dir auf Nachfrage am Zaun aus."

Anonym hat gesagt…

Ich kann mir vorstellen, dass der Sprücheklopfer einfach nur lustig sein wollte, dabei aber nicht nachgedacht hat.

Die Frage ist: Wurde hier etwas zwischen den dummen Sprüchen und der Behinderung konstruiert?

Ich würde sagen: Nein. Denn Ziel einzelner Beleidigungen war ja auch der Rollstuhl (moderne Sklaverei, billiger).

Insofern war das kein Griff an den Po, den man als Kellnerin zwar nicht ertragen muss, dem man aber immer wieder ausgesetzt ist, sondern etwas, was man nicht tolerieren darf. Hätte der Vater nicht so reagiert, hätte er damit indirekt seiner Tochter signalisiert: Stell dich nicht so an, das musst du ertragen.

Aus meiner Sicht hat der Vater absolut richtig gehandelt. Und auch die Ehefrau ist ja sofort einverstanden, dass einer ihrer Gäste ohne weitere Rücksprache vor die Tür gesetzt wurde.

Sally hat gesagt…

Herr, scheiß Hirn vom Himmel. Und sojemand ist Arzt? Da hat er meiner Meinung nach aber ordentlich den Beruf verfehlt. -.-

Stammleser hat gesagt…

Sally, was ist los mit dir? So vulgär kenne ich dich ja gar nicht. Hattest du heute missglückten Abführtag und es ist ein Freudscher Versprecher? Oder hast du keinen Respekt mehr vor dem Heiligen Vater, dass du ihn bittest, Menschen vollzukoten?

[Schon Scheiße, wenn das "m" klemmt...]

Bitte nicht ernst oder persönlich nehmen. :)

Mercury hat gesagt…

Schwierig. Ich bin auch jemand, der gerne mal einen dummen Spruch bringt und da mal danebenlangt.

Andererseits waren die Sprüche vond em Typen wirklich nicht gerade der bringer und durchaus beleidigend. Vielleicht wäre es aber nicht schlecht gewesen, ihm das einfach mal direkt zu sagen. Vielleicht war es ihm einfach gar nicht bewußt, was er für einen Müll redet.

Die Reaktion von Maries Vater war - nun ja - wäre ich der Vater, hätte ich genauso reagiert. Gleichwohl ist natürlich die Frage, ob man Bloßstellung mit Bloßsstellung vergelten muss. Andererseits scheint der Typ ja schon öfters ins Klo gegriffen zu haben.

Vielleicht kommt ja noch eine Entschuldigung. Für mich hat sich das eher so angehört, als hätte er bis zuletzt kaum verstanden, was er denn falsch gemacht hat. Natürlich muss sich keiner solche Sprüche gefallen lassen.

lg

ruolbu hat gesagt…

freut mich enorm, dass du und deine Freund ein so solides Umfeld habt, dass solche Aktionen sofort abgestraft werden. Die direkte und gerne auch laute Anprangerung ist da genau richtig. Jede "Diskretion" hätte nur eine Funktion gehabt, dem Arschloch in dieser Situation signalisieren, dass das zwar "nicht ganz so gut war, er doch bitte gehen möge, aber eigentlich ist er als Mensch doch noch ganz okay und man möchte ja auch keine große Sache draus machen. Drüber geschlafen und gut ist"

Um solches Verhalten auszumerzen ist es dringend nötig das sofort zu unterbinden und ein Zeichen zu setzen, das andere auch sehen können. Ich sehe, verstehe und akzeptiere die Zurückhaltung, die man da leicht bekommt, sich mit Fremden auseinander zu setzen oder schlimmer noch mit guten Freunden, die man nicht verprellen will. Jedoch ist jede Toleranz auch ein Zeichen für Akzeptanz, zumindest für diejenigen die so handeln und nie Konsequenzen erleben. Und gerade in so einem privaten Setting hätte ich da eine komplette Null-Toleranz.

grinseliese hat gesagt…

Ich schmeiß Leute wegen Sachen raus, die nur subjektiv stören (oder lade sie garantiert nicht mehr ein). Wenn ich ne Fete gebe, entscheide ICH wen ich dabei haben will und wen nicht. Für mich reichts da im Zweifelsfall wenn ich mich mit jemandem arg in die Haare krieg, auch ohne dass der/ die andere beleidigend wird. Das kommt jetzt nicht regelmäßg vor, ich bin auch nicht besonders streitlustig, aber wenns so weit kommt, dann bin ich knallhart.
Von daher finde ich es albern zu rätseln ob es wohl angemessen ist, wie Maries Vater sich benommen hat. Es ist ja schließlich sein Grundstück, da entscheidet er.

Fiesie hat gesagt…

Also ich finde den Rausschmiss reichlich übertrieben. Der Typ wollte halt witzig sein, ein bischen dumm rumflachsen und hat euren Nerv halt nicht getroffen. Finde ich jetzt aber nicht dramatisch oder gar beleidigend...

HERZVOLUMEN hat gesagt…

Irgendwen mit dummen Sprüchen wird es wohl immer geben, ob mit Behinderung oder nicht, aber das war wirklich etwas heftig.
Das Bild ist außerdem wirklich wunderschön - manchmal kaum zu glauben, was für faszinierende Facetten der Himmel aufzuzeigen weiß.

Anonym hat gesagt…

"Anonym hat gesagt...

[...] Insofern war das kein Griff an den Po, den man als Kellnerin zwar nicht ertragen muss, dem man aber immer wieder ausgesetzt ist, sondern etwas, was man nicht tolerieren darf. [...]

9. September 2012 13:24"

Geht's noch? Sexuelle Übergriffe sind also noch tolerierbar, eine Beleidigung aber nicht? Komm mal klar. Solche Übergriffe sind kein Kavaliersdelikt als welche du sie gerade darstellst.


Davon abgesehen finde ich es auch bezeichnend, dass dem Typen es unangenehm war, weil es "Die Tochter des Gastgebers" war. Es ist doch vollkommen gleich, wen er da beleidigt. Ich finde das - bei aller Sympathie - etwas beschämend, dass es einen Unterschied macht, ob in seinem Haus Jule oder seine Tochter oder eine Fremde beleidigt wird und das dieser Umstand auch nicht aufgegriffen wird, dass es darauf wohl kaum ankommen kann.

Anonym hat gesagt…

Ich fand die Reaktion von Maries Vater abslout richtig! Und an anonym @13.24: auch ein Griff an den Po von Kellnerinnen ist nicht in Ordnung. Nur weil hier scheiße passiert ist, muss man damit nicht anderes relativieren, was nicht richtig ist.

ednong hat gesagt…

@Tinka
Gut aufgepaßt, ich hatte beim Kommentieren keine Lust, nochmal nachzulesen ;)

Dann streich ich den Macho und denke, mit dem Zeigefinger wollte er das ganze noch als witzig darstellen (nach dem Motto: "Du Du"). Unterstreicht dann, dass er es immer noch witzig meinte und nicht gemerkt hat, dass er sich dabei voll vergriffen hat.

Bestärkt dann aber auch den Schluß, dass er es nicht gepeilt hat, auch heute nicht weiß, warum er gehen mußte. Und sich wahrscheinlich in sener Ehre verletzt fühlt.

seemaedel hat gesagt…

Super Reaktion von Maries Vater!
Solche doofen Sprüche im eigenen Haus muss man sich nicht antun, ganz egal, ob sie auf eine Behinderung bezogen sind oder "nur" auf die "Küchensklaven".
Und als Arzt sollte man ein gewisses Einfühlungsvermögen und etwas Hirn mitbringen...

Mike hat gesagt…

1. Die Reaktion von Maries Vater war voll in Ordnung, insbesondere wenn Marie und Du den Gästen vorgestellt wurdet. Die Frage "Sind Sie auch gut versorgt?" ist natürlich ganz OK, der Rest aber in keinster Weise.

2. was war denn das für ein Objektiv? Brennweite 135, Blende 2,8 sieht nach was dickerem aus....

LG
Mike

Anonym hat gesagt…

Ob der Spruch jetzt in Ordnung war oder nicht, entscheiden zum Glück nicht die Leute, die witzig sein wollen, sondern die, denen der Spruch galt. Ist bei Rassismus und Sexismus genauso; da heißt es auch oft "War doch nur ein Witz, verstehst du keinen Spaß?" Das ist NICHT witzig, sondern diskriminierend und ich find's absolut korrekt von Maries Vater, dass er das so unmissverständlich geahndet hat!

Anonym hat gesagt…

Jule, wann kommt der nächste Beitrag? ^^
Mich würde übrigens sehr interessieren, wie es mit dem Studium läuft.

Anonym hat gesagt…

Ich finde, in dem Fall haben nach dem unglaublich unpassenden Auftritt des"Arztes" alle richtig gehandelt. Du, Jule, dass Du Marie beruhigen wolltest, Marie, dass sie es Ihrem Vater gesagt hat, und der, dass er denjenigen direkt des Grundstücks verwiesen hat. Es gab mehrere Zeitpunkte, wo der "Arzt" einfach
hätte den Mund halten müssen. Und sei es nur auf Trunkenheit zurückzuführen, wird es demjenigen peinlich sein und hoffentlich eine Entschuldigung folgen, ansonsten war es einfach gut, ihn mal in seine Schranken zu weisen. Manche Leute bekommen einfach zu wenig Gegenwind und glauben, sie dürfen andere so anmachen... weil viele andere nichts sagen.
Weiter so!

ruolbu hat gesagt…

@ Anonym 17:14
Oh danke danke danke dass jemand das sagt. Ich habs erst vergessen und wollte dann keinen zweiten Beitrag schreiben ;)

morgendliche Leserin hat gesagt…

@anonym 11. September 2012 17:14

Ebenfalls Danke und volle Zustimmung

Anonym hat gesagt…

Ehrlich, der Typ hatte sie ja wirklich nicht mehr alle....
So kann man nicht mit jungen Frauen reden, egal ob behndert oder nicht behindert. Und egal, ob man witzig sein will oder nicht.
Ich find die Reaktion des Vaters total gut! Da sieht man mal, dass es auch Eltern gibt, die sich für einen einsetzen (ich mag jetzt nicht von deinen Eltern anfangen, Jule...).
Mein "Vater" hätte in der Situation dem Gast noch ein weiteres Bier in die Hand gedrückt und bei mir in dieselbe Kerbe reingehauen. Er hätte immer den Gast über die eigene Familie gestellt (kein weiterer Kommentar hierzu).

Aber ich habe schon in anderen Einträgen von dir gesehen: Maries Eltern sind einfach spitze!! Marie hat wahnsinniges Glück, dass sie solche Eltern hat. Und du hast wahnsinniges Glück, dass du sie kennen darfst :)

Liebe Grüße aus München,
Star

Jule hat gesagt…

@Mike: Das ist ein Teleobjektiv gewesen, da es mehr Licht durchlässt als das mitgelieferte Standardobjektiv. Und bei so einer Aufnahme ...

Mike hat gesagt…

@Jule
*grins*
Es gibt nicht soooo viele Objektive für Canons, die 2,8 bei 135 mm Brennweite hinbekommen...
Und alle sind ziemlich gut. (Und nicht ganz billig^^)

Aber es gibt ja immer wieder die Neiddiskussionen a la Waaaaaas, sooo viel Geld für das kleine Ding. Ich kenn das von der Anschaffung meines 24/1,4 II L...

LG
Mike

Olli hat gesagt…

Die Haltung des Vaters ist denke ich gleichsam vorbildlich wie alternativlos.
Ich kann da keine vergeltende Bloßstlellung sondern nur ein offensives, seine Hlatung (bei der er zurecht annehmen kann, unter den Gästen nicht alleine zu sein) klarstellendes konfrontieren sehen. Der Widerling hätte an der Stelle vielleicht noch die Option gehabt, es irgendwie zu schaffen ehrllich und aufrichtig sein Fehlverhalten einzusehen,d ann wäre es vielleicht ein gerodneteres motivieren zum spontanverlassen der Party geworden.