Freitag, 2. November 2012

So gar nicht attraktiv

Nach meinem erfolgreichem Probesemester und etlichen Begrüßungs- und Einführungsveranstaltungen bin ich nun seit zwei Wochen regulär Studentin - mit dem kleinen Vorsprung, den das Probesemester mir mitgegeben hat. Allerdings ist mein Kalender inzwischen so derbe vollgepackt, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt große Zweifel habe, ob ich das durchhalte.

Ich habe in der letzten Woche drei Mal Sport abgesagt, habe teilweise bis spät in die Nacht noch irgendwas gelernt oder schriftlich vorbereitet, bin nur noch müde und habe so gut wie keine Zeit mehr für mich. Mal schauen, ob sich das noch relativiert. Vor den Semesterferien war es nicht so extrem.

Wenigstens hilft mir der Stress ein bißchen darüber hinweg, dass mein Süßer nichts von mir will. Nachdem ich mit meinem letzten Beitrag über ihn die Antwort auf die Frage schuldig geblieben bin, warum ich denn unbedingt den "Status" dieser Beziehung geklärt haben möchte, weiß ich inzwischen, dass er mich "so gar nicht attraktiv" findet, jedoch als "gute Freundin zum Reden" mag.

Somit erübrigt sich eigentlich auch die Antwort, wenngleich ich sie trotzdem geben möchte: So stark und so reif, dass ich fließende Übergänge zwischen "wir sind zusammen" und "wir sind nicht zusammen" haben kann, bin ich noch nicht. So erfahren, dass ich anhand des Verhaltens meinen Gegenübers erkenne, ob er mich nur nett findet oder er sich mit mir vielleicht das gleiche vorstellen kann wie ich mir mit ihm, bin ich auch nicht. Nein, ich brauche keinen Partner zum Angeben. Aber ich brauche einen, bei dem ich weiß, woran ich bin - und keinen, den ich in der sowieso schon gefühlskomplizierten Situation auch noch wochen- und monatelang missverstehe.

Kommentare :

Dennis hat gesagt…

Hallo Jule,

wünsche Dir ein schönes und erfolgreiches Semester. :)

Liebe Grüße
Dennis

Asinello hat gesagt…

Das Studienfach Medizin ist derzeit wahrlich kein Zuckerschlecken. Abgesehen von der Fülle an Stoff, die "bulimisch gelernt" werden darf, scheint es mir oft, als käme es kaum darauf an, solide Grundlagen für zutreffende Diagnosen und sinnvolle Behandlungen zu erlernen, dafür aber umso mehr darauf, die Willigen auf andauernde Stressbelastung und permanente Ungerechtigkeiten zu drillen.
Da wundert es mich auch nicht, wenn ich gerüchteweise höre, mindestens ein Drittel der Studierenden habe eine Essstörung, nicht wenige nähmen therapeutische Hilfe an und so mancher Studienabbruch sei auf Burn-Out (noch lange vor dem praktischen Einsatz im Berufsfeld) zurückzuführen. Wo es an belastbaren Zahlen fehlt, bleiben allerdings nur Gerüchte als Ergänzung persönlicher Anschauung.

Was ich damit sagen will: Schau dir bitte sehr genau an, was du kannst, was du wirklich willst, und vergleiche das mit der Realität von Studium und Beruf.

Und was den Süßen angeht: Schade. Sehr schade. Allerdings brauchen Menschen vielleicht einen Lover - aber ganz bestimmt mehrere gute, belastbare Freundschaften. Vielleicht wäre in dieser Richtung ein Blickwinkel für einen angemessenen Umgang?

NewRaven hat gesagt…

Om man in/für eine Beziehung klarw Verhältnisse will, hat nichts mit Reife oder dem Alter zu tun. Das kommt auf einem selbst als auch auf das Gegenüber an. Ich vermute sogar - aus Eigenerfahrung - das man, wenn man älter wird und so langsam in den Bereich kommt, wo der Durchscnitt der Beziehungen länger als 6 Monate hält, man sogar noch mehr auf klare Verhältnisse achtet, wenn man es mit dem Gegenüber ernst meint. Insofern kann ich dich da bestens verstehen - und ich bin immerhin 32 ^^

Was das "so garnicht attraktiv" angeht... das hat er aber hoffentlich nicht wörtlich so gesagt. Das wäre nämlich dann doch irgendwie sehr uncharmant...

Michael hat gesagt…

Och Mensch - tut mir leid wegen dem Esel. Trotzdem weiterhin viel Glueck mit Deinem Studium.

Blogolade hat gesagt…

Viel Erfolg bei deinem Studium. Ich hoffe es macht dir, abgesehen von der Riesenmenge Arbeit, auch Spaß?!

Schade wegen dem Kerl, aber immerhin hast du jetzt Klarheit, wenn auch nicht die gewünschte.

Banane hat gesagt…

Hi Jule,

bei deinem nicht mehr ganz so "Süßen" weisst du jetzt immerhin, wo du dran bist. - Das ist zwar in diesem Fall nicht schön, aber meiner Meinung immer noch besser, als wenn du ewig nicht wüsstest, was Sache ist, obwohl er dich nicht attraktiv findet und somit noch viel Zeit, Hoffnung, usw. vor der letztendlichen Enttäuschung in diese Geschichte fließt.

Und zum Studium: Dass es teilweise stressige Zeiten gibt, ist völlig normal.
Aber nach meiner eigenen Erfahrung bringt es überhaupt nichts, über längere Zeit (also mehr als 1-2 Wochen Dauerstress vor einem Abgabetermin, o.Ä.) wirklich alles Andere fürs Studium zu opfern. Unter einer solchen Dauerbelastung leidet nach einiger Zeit einfach die Produktivität dermaßen, dass es sinnvoller und effektiver ist, sich mal zwischendurch Zeit für sich zu nehmen, Sport zu treiben, usw., um den Kopf frei zu bekommen und danahc wieder halbwegs entspannt fürs Studium weiterzuarbeiten.

Sicherlich muss man im Studium auch mal an die Grenzen seiner Belastbarkeit und evtl. auch noch darüber hinaus gehen. Das gehört einfach dazu und da muss man durch, wenn man seinen Abschluss haben will. - Aber wenn das zum Dauerzustand wird, läuft irgendwas gehörig falsch.
Dann muss man sich möglicherweise auch einfach eingestehen, dass dieses Studium doch nichts ist und es aufgeben, bevor man daran kaputt geht.

Gruß
Banane