Montag, 14. Januar 2013

Cornelis, Willem und die Sauna

Nein, kein Urlaub. Im Gegenteil. Mir raucht der Kopf. Jaja, lächelt nur. Ich muss bis Freitag eine Hausarbeit abgeben. Also eigentlich ein Referat mit Skript, ob ich das Referat halten muss oder ob nur die Hausarbeit bewertet wird, ist noch offen und erfahre ich erst am Abgabetag. Ganz klasse. Und dann ausgerechnet in Chemie. Thema: "Cornelis und Willem - Aus Frucht- wird Traubenzucker."

"Wo ist das Problem? In der Schule nicht aufgepasst?", war die erste Reaktion eines Sportkollegen beim Schwimmen. Tolle Motivation. Denn ich hatte noch nicht erwähnt, dass für den Vortrag 90 Minuten angesetzt sind. Daraus ergibt sich, dass man bei Null anfangen, den ganzen Kram herleiten und vielleicht auch noch die eine oder andere Besonderheit, Erkenntnis, Folge und Abgrenzung einflechten sollte. Ohne große Ausflüge und nicht zu weit vom Thema entfernt. Ich möchte brechen.

Marie geht es auch nicht besser, sie ist auch 90 Minuten dran, und zwar mit: "Anilin und Toluol, zwei giftige Schwestern?" - Man sieht, in unserer Chemie ist sehr viel Raum für Pösie. Die erste Reaktion von Maries Mutter, als sie Maries Thema sah: "Ach du Scheiße."

Woraufhin wir gestern erst mal mit einigen Leuten einen Saunatag eingeschoben haben. Maries Eltern hatten am Samstagabend für sich im Garten den Ofen in der Holzhütte angeschmissen. Ein letztes Mal, bevor der Pool vor dem anstehenden Frost erstmal wieder geleert werden muss. Und da bietet es sich ja an, dass wir am Tag danach das auch noch einmal nutzen.

Soweit ich weiß, ist das hauptsächlich Regenwasser, was da gesammelt wird, allerdings wird das im Winter, sobald es friert, abgelassen und auch nicht gechlort (im Gegensatz zum Sommer, wo immer nur frisches Wasser zugegeben wird). Es war total herrlich, weil die Luft doch schon recht kalt war und der Pool auch nur in einem kleinen Bereich (einer abgeteilte Whirlpool-Ecke) beheizt wurde. So konnte man in dem großen, kalten Pool schwimmen und sich in der Ecke aufwärmen. Außerdem gab es Liegen im Garten, wo man nach dem Saunagang schlafen konnte.

Dafür hatten sie solche Saunabags, ähnlich wie ein Schlafsack, von innen wie ein Handtuch oder Bademantel, von außen wie eine Thermojacke, darin hat man sich (ansonsten nackt) eingemummelt und konnte dann bei drei Grad über Null draußen schlafen. Was für ein Feeling.

Marie, Cathleen, Jana und ich haben uns so richtig verwöhnen lassen. Maries Mutter hat zwischendurch immer mal geguckt, ob wir noch leben und frischen Tee rausgebracht und Obstsalat und Fruchtjoghurt und frische Handtücher - ich kam mir vor wie in einem Wellness-Hotel. Auch wenn ich sonst kaum Probleme mit meiner Haut hatte, nach dem Saunatag sieht mein Gesicht aus wie ein Babypopo.

Nun drücke ich beide Daumen, dass die weiße Pest sich in Grenzen hält - und mir die plöde Hausarbeit gelingt.

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Ich wüsste nicht, was an der Keto-Enol-Tautomerie nun besonders schwierig sein sollte. Verhedder dich aber bitte nicht in der Lobry-de-Bruyn-van-Ekenstein-Umlagerung, das ist nur eine Möglichkeit.

Lilo hat gesagt…

Diese Sauna-Bags kenne ich auch von einer Bekannten, die sind gar nicht mal so teuer (10 Euro pro Stück oder so), wird man in öffentlichen Bädern aber nie finden, weil das natürlich eine hygienische Komponente hat und nicht jeder damit ordentlich umgeht und die dann natürlich auch schnell kaputt gehen.

Waschmaschine und Trockner sind empfehlenswert und dann pro Person einen nach jedem Saunagang, denn mehr als einmal würde ich die nicht anziehen, weil man ja doch schwitzt. Mich wundert, dass Maries Eltern Euch die so einfach geben, denn mit Rollstühlen ist es ja doch etwas ruppiger und vor allem bei Inkontinenz.

Freut mich, dass ihr so einen schönen Tag hattet und ich drücke auch die Daumen bei Chemie. Für mich böhmische Welten.

Sally hat gesagt…

Oh Gott. Dieses Referat klingt echt ätzend. Mein Beileid. Und ich jammere über die blöde Thrombose in Bio...
Toi, toi, toi!

Da habt ihr euch den Saunatag echt verdient!

Arno.Nyhm hat gesagt…

Wie heissen die Sauna bags wirklich?

wenn man nach Sauna bag googelt bekommt man nur die "beheizten mini-saunas" angezeigt :-(

Niklas hat gesagt…

Das Ding mit diesen "Oh-Gott-ich-muss-es-bis-morgen-schaffen"-Sachen ist, dass man sie auch tatsächlich schafft.. und die werden dann umso besser. :D

Ein bisschen ungesunder Druck kann recht gesund sein. You can do it. ;)

Tamani hat gesagt…

Na da hast du doch mit deinem Zucker noch richtig Glück gehabt. Ich empfehle das Biochemie Poster von Thieme, da ist der ganze Stoffwechselvorgang wirklich sehr schön drauf abgebildet. Und kennst du Tatütata als Merkhilfe?

Viele Grüße und viel Erfolg

Tamani

Vio hat gesagt…

Oha, das hört sich kompliziert an! Ich habe gar keinen Dunst von Chemie und schon deshalb großen Respekt, vor allen, die da durchblicken.

Ich hoffe, du bist schon fertig und musst die Nacht nicht durchmachen!? Das war/ist noch immer mein Problem mit den Uniprüfungen, obwohl ich mittlerweile in den letzten Zügen bin.

Wie gefällt Dir denn das Studium sonst so? Würde mich sehr freuen, wenn du mal ein wenig berichtest!

Viel Erfolg für morgen!

Dennis hat gesagt…

Hallo Jule,

die Themen beider Hausarbeiten klingen für mich recht schwer. Ich drück Euch die Daumen, damit Ihr es schafft. *feste die Daumen drückt*

Liebe Grüße
Dennis

lilaprinzesschen hat gesagt…

"Anilin und Toluol - zwei giftige Schwestern" klingt nach einem total coolen Vortragsthema :)
Aber ich bin wohl als Chemiker auch subjektiv beeinflußt ;) Aber ich glaube, so schlimm sind Eure beiden Hausarbeiten wirklich nicht, es kingt nur für Mediziner im ersten Moment sehr fremd. Sollte sich aber beides gut bearbeiten lassen. Das klappt bestimmt.

Und ich beneide dich um deinen Saunatag... hätte ich auch gerne.

Viele Grüße aus dem Schnee,
lila Prinzesschen

Jule hat gesagt…

Tatütata kenne ich. Rechts, links, rechts, rechts - danke für den Tipp.

Philipp hat gesagt…

Hallo Jule,

Schau mal in deine Autokorrektur von Blogger.

Poesie kling einfach besser als Pösie.

;-)

Gruß

Philipp