Freitag, 8. Februar 2013

Endlich Semesterferien

Endlich sind Semesterferien. Ich habe trotz des gerade genossenen Urlaubs nach den letzten Unitagen eine ganze Woche gebraucht, um mich mal wieder richtig auszuschlafen, vernünftig einzukaufen, mein Zimmer aufzuräumen, den letzten Krempel von der Reise in den Schrank zu packen ...

Im Moment hoffe ich einfach darauf, dass die Belastung durch das Studium sich in spätestens einem Jahr erheblich verringert. Ein Jahr lang kann ich das vielleicht noch so durchziehen, aber insgesamt überlastet mich das. Ich komme kaum noch zum Sport, kaum noch zu irgendwelchen Freizeitaktivitäten, wenn ich mich mal mit Freunden getroffen habe, dann, bis auf wenige Ausnahmen, vielleicht mal an einen Tag am Wochenende, ich komme kaum noch dazu, auf Mails zu antworten, meinen Blog zu schreiben - das geht so nicht weiter. Sogar Physiotherapie musste ich mehrmals ausfallen lassen.

Und das geht auch nur, weil ich keinerlei gesundheitliche Probleme hatte im letzten Jahr. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich vielleicht drei Tage krank im Bett mit irgendeiner Erkältung. Keinen Harnwegsinfekt, keine Hautprobleme, nix.

Nun werden einige sagen: So ist das, wenn man arbeitet oder studiert. Mag sein. Mag auch richtig sein. Nur es überlastet mich. Ich bin durchschnittlich vier Tage in der Woche bis 22 oder 23 Uhr mit irgendwelchem Uni-Kram beschäftigt, falle dann ins Bett und stehe um 6 wieder auf, weil die nächste Vorlesung um 8 beginnt. Ich habe das auch bereits mehrmals thematisiert, aber die einzige Antwort, die ich überall bekomme: "Es ist halt ein großes Pensum. Wenn Sie das nicht in vier Semestern packen, machen Sie es halt in sechs oder acht."

Tolle Idee. Bei einer Regelstudienzeit von 13 Semestern wäre ich ohnehin nicht vor 2019 fertig. Ich weiß, dass am Anfang der zeit- und arbeitsintensivste Teil des Studiums ist, trotzdem empfinde ich es als einen ziemlich belastenden Gedanken, jetzt schon bis 2021 zu verlängern ohne überhaupt an irgendeiner Zwischenstation angekommen zu sein.

Klar, im letzten Semester habe ich durch die außerplanmäßige Urlaubswoche noch zusätzlichen Stress gehabt, weil ich Abgabetermine vorziehen musste und mir in der letzten Semesterwoche noch den verpassten Stoff nacharbeiten musste. Aber das war geplant, das war besprochen, das war überschaubar und damit okay. Aber wie sehr ich insgesamt unter Strom stehe, merke ich erst durch die eine Urlaubswoche und jetzt die erste Ferienwoche.

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass ich mich durch die schwierigsten ersten vier Semester durchbeißen muss und dann glücklich bin, das geschafft zu haben und den Rest mit weniger Belastung hinbekomme. Vielleicht ist es aber auch so, dass ich erkennen muss, dass dieses Studium nicht das richtige für mich ist. Ich weiß es nach wie vor nicht.

Kommentare :

Lyra hat gesagt…

Kopf hoch. Ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst. Viele Unis filtern halt in den ersten Semester extrem, besonders in den beliebten Studiengängen. Ich sehe es bei meinem Freund der Maschinenbau studiert. Allerdings wird es jetzt bei ihm wirklich besser.
Sieh nur zu, dass du auf Dauer nicht daran kaputt gehst.

autisticneuroscientist hat gesagt…

Hi,
ich verstehe das gut, mir geht es ganz ähnlich. Nur dass ich schon einen Schritt weiter bin, also ich hab das Studium (nicht Medizin) hinter mir und mach jetzt den Dr. (im neurowissenschaftlichen Bereich). Mit arbeiten am WE etc. Bis 22, 23h arbeite ich nicht mal, aber eben oft bis 20h und da bin ich schon total fertig. (Aber im Moment und die ganzen letzten 2 Jahre auch nicht gesund.) Ich krieg dann von so viel Arbeit/Stress immer noch zusätzlich Kopfschmerzen und auch ansonsten nichts mehr auf die Reihe (essen... trinken... schlafen...), was natürlich die gesamte Situation nicht verbessert. Aber der Druck so viel zu machen ist einfach da und weniger geht kaum. Ich will mit dem ganzen hier auch nicht noch 10 Jahre beschäftigt sein, wo ich doch jetzt schon so fertig bin... Ob es das richtige ist, weiß ich auch nicht.
Sorry, dass ich nur von mir geschrieben habe. Aber ich "kenne" ja nur mich, dich kenne ich ja nicht (außer von dem was du hier geschrieben hast) daher weiß ich nicht was ich sonst schreiben sollte... und wie du siehst habe ich leider keine Lösung. Wenn ich sie hätte, würde ich sie verraten.
P.S.: Ich glaube oft, dass ich das falsche studiert habe.

ruolbu hat gesagt…

Du hast ja keine Ahnung, wie sympathisch dich das in meinen Augen macht. Mein Studium war nie so krass und darum hatte ich immer Potential um weiter zu machen. Aber ich kenne Erzählungen von Bekannten, die mich schaudern lassen und deine scheinen dem in nichts nachzustehen. Mich schockiert es ein wenig, womit Leute so belastet werden und gesagt bekommen "is' halt so"

Ich wünsch dir dennoch alles Gute mit deinem Studium, solange wie du halt dabei bleibst ;)

BerndK hat gesagt…

Ich würde nicht zwangsläufig sagen, dass das das Studium ist. Das liegt auch viel am Fach. ;-)

Aber ich hab das an meiner Schwester beobachtet, Medizin ist echt kein Zuckerschlecken. Deshalb: Respekt, dass du das durchziehst.

Kat hat gesagt…

Nach dem Physikum wird es besser. Wirklich.
Immer noch anstrengend, aber es ist nicht nur lernenlernenlernen. Halt durch! Du schaffst das.

Ein Jahr kann so schnell rum sein. :)

Dennis hat gesagt…

Hallo Jule,

die ersten Semester stelle ich mir sehr Arbeitsreich im Medizinstudium vor. Alle Fächer wollen möglichst schnell das erforderliche Wissen schaffen. So schlimm ist das doch gar nicht, wenn das Studium die Regelstudienzeit überschreitet. Am Ende kommt es darauf, wie Du als Ärztin bist und nicht ob Du die Regelstudienzeit eingehalten hast.
Es ist nicht gut, dass Physiotherapie unter dem Studium leidet und es ist traurig, dass die Zeit für Deinen Sport und Deine Freunde fehlt.
Lass Dich von dem aktuellen Stress nicht entmutigen, auch wenn Du zurzeit nicht weißt, ob das Studium das richtige für Dich ist. Du solltest es so lange weiterführen, bis Du Dir sicher bist.
Genieße Deine Semesterferien ;)

Liebe Grüße
Dennis

EinStillerLeserXY hat gesagt…

Hallo Jule,

bisher habe ich deinen Blog nur als stiller Leser verfolgt, doch nun möchte ich mich auch einmal melden.

Ich selbst bin auch behindert, nicht gehbehindert, sondern etwas anderes.

Ich selbst habe ein Studium in etwa 4-5 Semester ausgehalten. D.h. ich hatte gut 2 1/2 Jahre diesen Stress den du beschreibst ausgehalten, danach war definitiv die Luft mehr als raus. Exakt die gleiche Situation bekomme ich nun deja-vu artig bei einem sehr guten Freund, welcher ebenfalls eine Behinderung hat, mit.

Es ist als behinderter Mensch einfach sehr sehr schwer geworden zu studieren. Die Prüfungsordnungen und Studienordnungen wurden besonders nach der Bachelor-Einführung massiv verschärft. Auch in Studienfächer die zunächst gar nicht direkt vom Bachelor/Master System betroffen sind.

Das hier als erstes Menschen mit besonderen Bedürfnissen herausfliegen ist da schon fast zwangsläufig. Ich kenne zudem Behinderte, welche einen Diplom-Abschluss erwerben konnten, während parallel der Bachelor eingeführt wurde. Alle sagen, dass sie vermutlich im Bachelor/Master System den Abschluss nicht geschafft hätten.

Egal welchen Weg du gehen wirst, du bist auf jedenfall nicht die Einzige welche sich mit diesem Problem herumschlagen muss. Eigentlich ist es ein rießengroßer Skandal, dass man behinderte Menschen so quasi aus dem Studium mobbt, ob unabsichtlich, oder absichtlich ist da egal. Wer Inklusion sagt, der muss auch dafür sorgen und nicht so tun als seien Behinderte halt nicht zum Studium geeignet.

Gruß

Ein stiller LeserXY

Mike hat gesagt…

Hi
Wenn Du bereits Physiotherapie ausfallen lassen musst, dann läuft was schief. Deine Gesundheit muss! an allererster Stelle stehen. (Wem sag ich das eigentlich!)
Gut, die ersten Semester jedes Studiums sind hart, aber es sollte nicht dazu kommen, dass Du bereits jetzt überlastet bist. Du schreibst auch selber, dass Du dieses Pensum nur deswegen durchhältst, weil Du derzeit keine (weiteren) gesundheitlichen Probleme hast.

Es hat gewisse Gründe, warum Regelstudienzeiten und Mindeststunden für Rollifahrer nicht bzw nur sehr eingeschränkt gelten. Du hast das hier selber geschrieben, das muss ich nicht auswalzen. Kein Prüfungsausschuss dieser Republik wird einer/m Rollifahrer/in Fristverlängerungen verweigern, ansonsten leuchtet ihnen nämlich das Verwaltungsgericht heim.

Natürlich will man sein Studium möglichst schnell hinter sich bringen, aber wenn man deswegen Raubbau an seiner Gesundheit treibt, dann geht irgendwann mal der Spass am Studium verloren. Das ist nicht der Sinn der Sache.

Du sollst dir jetzt die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, oder dein Studium halbseiden nebenher betreiben, aber ein Studium ist ein bisschen wie ein Triathlon. Also nicht zu schnell anziehen, sonst geht dir mittendrin der Dampf aus.
Es werden noch genügend Gelegenheiten in deinem Studium kommen, wo Du an deine Leistungsgrenzen gehen musst. Das erste bzw zweite Semester ist nicht unbedingt der beste Zeitpunkt dafür!

Du hast soviel sonstigen Quatsch am Hals, den deine Fußgängerkollegen nicht haben.
Lass es einfach ein bissle ruhiger angehen, sonst hauts dich mal ganz gewaltig vom Stangerl.

Gut, ich red leicht aus meiner olympischen Höhe von Ü40 und einem seit längerem fertigen Uniabschluss...

LG
Mike

Anonym hat gesagt…

Entspann dich, Jule!
Du wirst den Spruch wahrscheinlich schon 100 mal gehört haben, aber er stimmt wirklich: Nach dem Physikum wird alles besser!
Und das ist wirklich so. In der Vorklinik wird halt über diese Schiene "ausgesiebt", weil es nicht ausreichend Studienplätze für den klinischen Teil gibt, um alle Studenten "mitzunehmen".

Und ich kenne keinen einzigen Arzt/Medizinstudenten, der nicht mindestens einmal drüber nachgedacht hat, dieses Studium abzubrechen und etwas "weniger aufwändiges" zu machen.

Mich hat das seinerzeit sehr ernsthaft beschäftigt und bis zum Jobcenter geführt... allein aus Mangel an Alternativen habe ich NICHT geschmissen und war nach dem Physikum auch sehr froh darüber. Mittlerweile liegt das Studium schon einige Zeit hinter mir und ich bin sehr froh, damals nicht aufgegeben zu haben. Es ist zu schaffen, ehrlich!

LG und Kopf hoch!
die "Gasfrau"

Anonym hat gesagt…

Ganz normaler Stress am Uni-Anfang. Das pendelt sich nach einiger Zeit von selbst ein. Studieren ist ständige Überforderung, deshalb lernt man auch so schnell so viel. Und deshalb gibt es vermutlich auch so viele, die ausgebrannt auf der Strecke bleiben und abbrechen... Aber die Gefahr sehe ich bei dir nicht so recht - nimm doch tatsächlich ein bisschen den Druck raus und studier "richtig", ohne Scheuklappen und Angst vor der Tempo-Peitsche (ein Hoch auf Tiermetaphern..) Den Luxus kannst du dir doch ohne Probleme gönnen.

ela hat gesagt…

Klingt zwar blöd, aber ein Studium dauert nunmal. Auch Leute, die weniger gehandicapt sind wie du, brauchen dafür teilweise länger als die Regelstudienzeit.Und es sind nunmal viele Inhalte zu lernen und zu begreifen beim Medizin-Studium!

Mal ein gemeiner Vergleich - wenn man in die Schule kommt stöhnt man auch nicht "Och nee, noch 12 Jahre bis zum Abi!"
Nach dem Studium kommen dann nur noch 30-40 Jahre bis zur Rente. ;-)

Was ich mich gerade frage: Wieso willst du unbedingt so schnell fertig werden? Wieso ist es schlimm ein wenig länger zu brauchen?

Anonym hat gesagt…

Ich verstehe so gut wie es Dir grade geht... ich wünschte ich hätte auch endlich Semesterferien, aber ich muss die ganzen "Ferien" durch fast jede Woche eine andere Prüfung schreiben. Ich kann auch nur hoffen, dass die höheren Semester (Physik) leichter werden.

Olli hat gesagt…

Spontaner Eindruck gespiegelt: Du schreibst von starker Belastung, bist unsicher ob Du das - wohl vor allem physisch - durchstehst. Mit keinem Wort meckerst oder määkelst Du an dem, was Dich da überlastest, zweifeklst nicht am Sinn einzelner Veranstaltungen oder hinterfragst gar generell, ob ein derartiges Medizinstudium an sich vielleicht ungeeignet zur Ausbildung von Ärzten ist.

Mit der in den Folgesemestern erwartbaren Lastreduktion liegt die Lösung schon auf der Hand.

Mir deucht, Medizin zu studieren ist sehrwohl das richtige für Dich. Und offenkundig bist Du auch nicht gerade ungeeignet - denn vermutlich haben andere, ohne persönlichen Mehraufwand zu haben, weils sie Fußgänger sind, das ganze schon geschmissen, weil sie es nicht packten.

Natürlich weiss ich am Ende nicht, ob Du es auf für Dich gangbare Art bis zur Approbation schaffen wirst, aber zumindest mein Eindruck und dieser Artikel geben keine Indikatoren her, warum ich Dir vom Fortsetzen des Studiums abraten sollte.

Vielmehr ziehe ich fast schon den Hut vor Dir, weil Du schaffst, was ich mich teils erst gar nicht zu versuchen trauen würde!

Julika hat gesagt…

Hallo Jule,

erst einmal: Genieße die Semesterferien. Sie werden Dir gut tun.
Und krank warst du doch im letzten Jahr: Ich erinnere mich an diese grauenvolle Lebensmittelvergiftung...oder ist das schon länger her?
Ob das Studium etwas für Dich ist oder nicht, kannst nur Dur beantworten. Aber wieso erwartest Du unbedingt von Dir, alles in der Regelstudienzeit absolvieren zu können. Auch andere Studis machen von einer Verlängerung Gebrauch, da sonst das Leben einfach nur noch aus Schlafen, Essen und Uni besteht. Gönn Dir die Zeit!
Und auch nach dem vierten Semester wird es nicht besser, nur anders...
LG
Julika

Anonym hat gesagt…

Liebe Jule,

die ersten Semester im Studium bis zum Physikum habe ich auch kein Land gesehen und mich nur irgendwie durchgekämpft. Keine Freizeit und nichts.
Aber: Das wurde wirklich besser!
Wenn es gesundheitlich nicht geht, ist die Option, ein Semester aufzuteilen auf zwei gar nicht so schlecht.

Dann hat man eben etwas länger studiert, aber dafür auch mal wieder etwas Freizeit, sich zu erholen, anderes zu tun, für Physiotherapie...

oder: auch um mal eine fachfremde Veranstaltung zu besuchen, wenn man mit dem Studium nicht so zufrieden ist.

Das Studium ist eine Zeit, in der vieles möglich ist, die muss ich zumindest nicht so schnell wie möglich beenden, weil ich sonst nichts geleistet habe.

Auf sich selber achtgeben ist auch eine Leistung. :)

Ich wünsche dir alles Gute! :)

Sally hat gesagt…

Jule - wenn du die Möglichkeit hast, das Studium zu verlängern und dir somit ein wenig Druck aus der ganzen Sache zu nehmen, dann tu das doch... Es bringt dir doch im Endeffekt nicht wirklich viel, das Ganze zwar in der Regelstudienzeit durchzukloppen, aber dafür dann so gut wie keine Zeit und auch Kraft mehr fürs LEBEN und den Alltag außerhalb des Studiums zu haben. Wäre das für dich tatsächlich keine Option? So ließe sich vielleicht der Mittelweg zwischen "Durchziehen" und "erträglich machen" finden. Denn eigentlich macht es dir doch Spaß?
Ob du "hinschmeißt" oder nicht, ist natürlich deine Entscheidung, aber ich an deiner Stelle würde noch mal schauen, wo du Kompromisse machen kannst.
Wenn du allerdings auch mit allen Kompromissen, die einzugehen dir möglich ist, merkst, dass es nichts für dich ist, würde ich parallel schon mal meine Fühler nach eventuellen Alternativen ausstrecken.

Du machst das - egal, wie du dich letztendlich entscheidest. Da bin ich mir sicher.

Anonym hat gesagt…

ich weiss, dass das nicht grade hilfreich ist, aber ich bin grade (soweit ich das richtig verstanden habe) an der gleichen stelle im studium wie du und ich muss sagen: 3 oder 4 mal die woche bis 22 oder 23 uhr an unikram zu sitzen ist doch eigentlich echt gut. also grade jetzt zur pruefungszeit hab ich 4 wochen lang (ausser mensa und selbststudium :D) nichts mit freunden gemacht, weil einfach die zeit nicht da war und ich sass auch von morgen bis nachts.. und auch wenn das nicht hilft, aber ich glaub da muss man einfach durch.. (wobei mich trotzdem interessieren wuerde, wie das studium im rollstuhl allgemein klappt, weil bei uns schon allein der praeptisch zu hoch waere)

Anonym hat gesagt…

Hallo Jule,

mach dir keinen Kopf.

Mal davon abgesehen, dass sowas wie "Regelstudienzeit" kein realistischer Begriff ist, sondern eher eine theoretische Überlegung, wie lange es dauern könnte, wenn immer (!) alles (!) optimal (!) läuft, studieren ist auch eine Umstellung, bedeutet auch eine neue Sozialisation, neben dem Inhaltslernen.

Aber warum die Eile?
Ich war auch mal in einem Studiengang, der anfangs sehr voll war und in dem auch richtig derb gesiebt wurde. In einem Fach war nach 2 Wochen fast für das ganze Semester absehbar, dass die Pflichtscheine I + II im 1. und 2. Semester nicht klappen würden. Da frustrierte mich das auch noch enorm, nach so kurzer Zeit schon zu wissen, dass die erste Halbzeit nicht planmäßig würde abgeschlossen werden können.
Aber da war ich noch jung, fast frisch von der Schule.

Inzwischen habe ich etwas anderes studiert, hatte von vorneherein gar keine Eile mehr im Sinn, sondern eigentlich vielmehr, lustvoll aus der Breite des Lehrangebots zu schöpfen. Aus verschiedenen Gründen ließ sich das so auch nicht verwirklichen und äußere Umständen hielten mich dann auch noch einige Semester davon ab, vorwärts zu arbeiten - ich werde jetzt im 16. Semester meinen Abschluss machen.

Sicher will man auch ankommen, und den Wunschberuf auch mal ausüben, das gewonnene Wissen auch anwenden und so weiter - aber dafür bleibt noch genug Zeit.

Wolfy hat gesagt…

*hust*
Ein Beispiel aus meiner direkten Umgebung:

Sie ist Tochter eines Orthopäden, ihr Hauptberuf ist auch Tochter, doch sie hat sich in den Kopf gesetzt zu studieren.
Das macht sie seit vier Jahren, mit einen halben Jahr Babypause dazwischen.

Und sie braucht noch mind. 2 Semester um das Physikum machen zu können. Und wenn sie nach ihren bisherigen Schema weiter geht, wird sie das auch erst im dritten Anlauf bestehen.

Wenn ich dich richtig einschätze, dann wirst du das SO nicht machen. ;)

Anonym hat gesagt…

Ich selber werde jetzt mich endlich hinter ne psychatrische Diagnose klemmen - damit dann, sobald das notwendig wird wegen akuter Krisen (Tod von Bekannten/Verwandten, Krankheiten, etcpp), schnell eine Fristverlängerung rausgehen kann. Es ist so schon schwer genug, wenn 90% gut läuft. Wenn es schlimmer wird habe ich zumindestens bei mir vorgesorgt, damit es nicht wie das letzte mit Karacho gegen die Wand donnert..
Und du?

Anonym hat gesagt…

Hallo Jule,

ich wiederhole die Anderen hier eigentlich nur, aber: Der erste Teil ist am schlimmsten, dann wird es besser. Also halte durch und gucke dann, ob das Pensum immer noch zu jhoch ist. Setz dich nicht so unter Druck und such dir bewusst auszeiten. Du bist ein perfektionistischer und ehrgeiziger Mensch, aber man sollte es nicht übertreiben. Also verlängere ggf. auch deine Studienzeit.

Und sollte es doch nichts werden, so kommen vielleicht noch andere Bereiche in Frage? Krankenschwester, Zahnmedizin...?

Anonym hat gesagt…

Hallo Jule,

habe auch ne schwere behinderung und bin auch Studentin.

einfach ist das nicht.

wegen einer verlängerung der Studienzeit - ich mag dir raten, die Möglichkeiten, die es gibt wahrzunehmen.

ich für meinen teil, bin froh, dass es diese nachteilsausgleiche gibt.

auch was prüfungssplittungen und längere fristen bei der Abgabe von prüfungsleistungen angeht.

ich erlebe dich in deinem block als starke Frau - und von daher: man muss nicht alles in der vorgegebenen regelstudienzeit schaffen! ;-) das machen viele gesunde studierende auch nicht ...

liebe grüße und daumendrück dass du die für dich richtigen entscheidungen triffst. :-)

Anonym hat gesagt…

jule,
hast du nicht schon einen Teil des ersten Semesters im Sommer gemacht?
Oder hab ich da was falsch verstanden?
genieß deine Ferein! :)
musst du noch kpp machen?

Anonym hat gesagt…

Stimmt, wenn du um 22 oder 23 Uhr schon fertig bist und das auch nicht jeden Tag machst, bist du schon sehr gut!

ednong hat gesagt…

Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, darum könnte vielleicht einiges Wiederholung sein.

Das Studium ist deine Entscheidung. Wie du es durchführst, liegt in deiner Hand. Sicher ist deine Behinderung ein Punkt, der eine erhöhte Belastung darstellt. Allerdings bin ich - auch aus eigener Erfahrung - der Ansicht, dass ein Studium heute in vielen Fächern eine zu große Belastung ist.

Du hast es da eher noch gut, da keine finanziellen Probleme bei einer STudienverzögerung zu erwarten sind. Aber es ist vielfach so - eben einfach zu stressig.

Lebe - auch in dieser Studienzeit. Und wenn das nicht geht, dann verringere das Pensum auf das Maximum oder 80 % dessen, was du dir als Maximum zutraust.

Es ist dein Leben, das du lebst. Also lebe es so wie du willst.

Vio hat gesagt…

Da sprichst du mir aus der Seele. Mir geht es oft auch nicht anders. Gerade im Moment lerne ich für eine Klausur und merke, wie ich Raubbau an meinem Körper betreibe. Dabei habe ich dieses Mal wirklich gewissenhaft schon im Semester gelernt. Aber die Stoffberge sind einfach dermaßen hoch, dass auch das nicht hilft, dass ich die Zeit vor den Klausuren stressfrei verbringe.

Leider habe ich auch keine Lösung gefunden, außer Zähne zusammenbeißen und durchziehen.

Eigentlich wollte ich doch etwas aufmunterndes schreiben ; )

ich glaube fest daran, dass du daran siehst, ob das Studium, das Richtige für dich ist, wenn du bereit bist dieses opfer zu bringen. aber du bist ja auch durch marie mehr "reingerutscht" als das du es dir selbst ausgewählt hättest, wenn ich es recht in erinnerung habe.

ich war vor etwa vier jahren in der gleichen situation. da hilft nur dran bleiben, aber immer wieder hinterfragen!

Chrille hat gesagt…

Hui, so lange lese ich nun schon still mit und nun gebe ich erstmals meinen Senf dazu:
Liebe Jule, glaub mir, nach dem Physikum wird es besser!
Dann beginnt der wirklich spannende und interessante Teil des Studiums, wer erst einmal das Physikum gepackt hat schafft das Examen locker ;-) Die Vorklinik ist definitiv das Anstrengendste am Studium...mein erster Gedanke für dich ist: halt durch!
Andererseits folgt nach dem Examen der Arbeitsalltag, der in den meisten Fällen wiederum sehr stressig sein kann wie ich gerade am eigenen Leib feststelle...12h Arbeit am Tag sind da keine Seltenheit und eigentlich sollte man dann noch Sachen nachlesen und forschen...und wie wir halt so sind, nimmt man "seine" Patienten gedanklich auch ein Stück mit nach Hause (gut, vielleicht bin das auch nur ich ;-)) Trotzdem: ich würde es immer wieder machen!!
Ich arbeite in der Neuropädiatrie und würde mit keinem Finanzbeamten oder Wirtschaftsboss tauschen wollen :-)