Montag, 8. April 2013

Bei Geld hört die Freundschaft auf

Sollte ich die Büchse mit der Moral öffnen? Oder lieber nicht? Ich rede von der Zahlungsmoral. Ich bin gerade ein bißchen traurig.

"Bei Geld hört die Freundschaft auf", heißt ein bekannter Spruch. Ich frage mich erneut: Wie ist der Spruch zu verstehen?

Bedeutet er, dass man mit Freunden alles teilt, nur nicht sein Geld?

Oder dass das Verleihen von Geld Freundschaften gefährdet oder gar beendet?

Oder dass man, wenn man Geld verleiht, lieber auf Nummer Sicher geht und das Vertrauen, dass man in anderen Bereichen der Freundschaft hat, hier besser nicht bemüht? Also sich eine Unterschrift geben lässt?

Oder dass man in einer Freundschaft kein Geld verleiht, weil man den Nachdruck, den einige Leute brauchen, um Geld zurück zu zahlen, in einer Freundschaft nur schwer aufbauen kann?

Oder noch was anderes?

Wenn ein Freund (oder auch eine Freundin) in einer Notlage ist, darf er mich anpumpen. Es ist mir egal, ob er nur heute sein Geld vergessen hat oder ob er blank ist. Wenn wir vor der Kinokasse stehen, zahle ich für ihn mit, ohne dass wir darüber erstmal diskutieren müssen.

Wenn ich für jemanden zum Beispiel ein Geburtstagsgeschenk besorge, was wir aber mit mehreren Leuten bezahlen, lege ich das Geld erstmal aus. Oder wenn ich für eine Bahnfahrt Tickets besorge, besorge ich sie auch gleich für meine Freunde mit.

Es gibt Menschen in meinem Freundeskreis, die kaum Geld haben. Die von Grundsicherung oder noch weniger (Heimtaschengeld) leben müssen. Ich glaube, wenn man jemanden fragt, ob ich geizig bin, werden sich alle an die Stirn tippen. Mir geht es finanziell besser als einigen anderen Menschen, und es ist mir eine Freude, wenn ich die Menschen, die ich gerne mag, daran teilhaben lasse. Ich lade meine Freunde gerne ein, mal zum Kaffee, zum Eis oder auch mal ins Kino. Nicht immer, nicht ständig, aber immer mal wieder.

Was macht mich jetzt traurig? Dass der Spruch "Bei Geld hört die Freundschaft auf" irgendwie eine Wahrheit haben muss. Nein, ich meine nicht meine engsten Freunde. Wenn ich Marie Geld leihe oder für sie etwas auslege, habe ich die Kohle zurück, sobald wir uns wiedersehen. Bei Cathleen ist das nicht anders.

Ich habe heute mal eine Liste gemacht, von wem ich noch Geld bekomme. Es sind über zehn Leute und die Ausstände belaufen sich auf insgesamt 388 €. Eine Trainingspartnerin schuldet mir seit nunmehr sechs Wochen 140 € für neue Hochdruckbereifung, die ich für sie mitbestellt habe. Inzwischen habe ich nun schon drei Mal immer direkt vor dem Training eine SMS geschrieben, dass sie an das Geld denken soll. Heute gibt sie mir 50 € in die Hand und sagt: "Anzahlung, der Automat war leer."

Und als wäre diese Unverfrorenheit kaum noch zu überbieten, wollten wir nach dem Training noch einen Kakao trinken. Da sagt Nadine: "Kann mir jemand fünf Euro leihen?" - Und die besagte Trainingspartnerin antwortet: "Lass dich von Jule einladen, die hat von mir gerade 50 Euro bekommen."

Sehr nett.

Kommentare :

BigDigger hat gesagt…

Ja, bei Geld hört die Freundschaft tatsächlich auf. Und die Interpretationsmöglichkeiten, die Du aufgezählt hast, sind alle zu bejahen.

Ich hatte meiner damaligen Freundin Geld geliehen für die Wohnungsausstattung, 3.500 Euro in zwei Raten.
Keine zwei Monate später schmiss sie mich aus ihrem Leben.
Das Gute war: Wir hatten das über private Darlehensverträge abgesichert und dann bei der Trennung vereinbart, dass sie einen Kredit aufnimmt, um mir das Geld sofort zurückzuzahlen. Ansonsten wäre das noch drei Jahre gelaufen. So stand das dann nicht auch noch zwischen uns, was immerhin ein Problem weniger war.

Übrigens: Die Vereinbarung für die Verträge haben wir damals noch zusammen getroffen, wie wollten es also beide.

Dass Du anderen was leihst, ist ja soweit nicht schlimm. Einen Fuffi kann man schon mal verleihen. Wenn Du den abschreiben musst, ist es ärgerlich, aber finanziell nicht dramatisch. Bei größeren Summen allerdings, die den Ärger vergrößern oder gar bei Vollverlust weh täten, geht nichts ohne Darlehensvertrag. Den sollte eine Freundschaft nicht nur aushalten können - er legt durch seine verbindlichen Bestimmungen sogar den Grundstein dafür, dass die Freundschaft eben nicht leidet, wenn sich beide Seiten an die vereinbarten Bestimmungen halten. Stichwort Hochdruckbereifung...

Matt hat gesagt…

Kenn ich leider auch. In solchen Fällen weiß ich dann zumindest immer, wer ab sofort keinen müden Cent von mir bekommt. Ist ja auch immer gut zu wissen, wem man NICHT vertrauen kann.

Frau Berlin hat gesagt…

das finde ich nun wirklich unverschämt. für mich der perfekte moment das restliche geld einzusammeln und die person beim nächsten mal hängen zu lassen. lernen durch schmerz (auch ein sprichwort, oder? :-) ).

Trudi hat gesagt…

So isses.
Der Film "Hasse ma ´nen Euro für mich" läuft in allen Kino´s.
Der Spruch im Abspann ist echt Klasse, da kann man nicht meckern! Muss ich mir unbedingt merken. "LOL"

Grüßchen
Trudi

Anonym hat gesagt…

Kann es sein, dass du ein ziemliches Sensibelchen bist? Der Spruch ist zwar heftig, wenn man ihn ernst nimmt, aber der war bestimmt nicht ernst gemeint. So wie du drauf bist, würde ich mir von dir niemals Geld leihen.

Anonym hat gesagt…

Lol.

Joah, sowas ist echt doof..
N Kumpel von mir hat das Problem auch ab und zu mit manchen Nasen :/

Ich selber bezahl gerne (sobald ichs halt hab x.x) schnell alles zurück :)

Alles andere find ich persönlich auch absolut frech - der, der mir den Gefallen getan hat soll sich ja für diesen Gefallen nicht bestraft fühlen, ganz im Gegenteil..

Insofern: wer dir noch was selbstverschuldet schuldet, und ne schlechte Zahlungsmoral hat - nix mehr (unnötiges) auslegen. Oder wenn mit sehr deutlichen Worten dazu.

Alles andere erweckt anscheinend in vielen (unbewusst) das Gefühl "mit dem/der kann man das ja machen".. :/

Anonym hat gesagt…

Hallo,
ich glaube "bei Geld hörtdie Freundschaft auf" kommt daher, dass jeder sein Geld mit anderen Prioritäten ausgibt. Wenn ich relativ knapp vom Bafög lebe, einer Freundin eine Konzertkarte mitkaufe und sie mir an einem Abend, für den sie vorgeschlagen hat, Cocktails trinken zu gehen, höre, ob sie mir das Geld auch nächsten Monat geben kann, dann frage ich mich halt, wieso wir dann nicht lieber was zu Hause gemacht haben, da wäre die halbe Konzertkarte schon gespart gewesen...
Wegen so Kleinigkeiten kann Geld auf Dauer Freundschaften belasten, finde ich. Oder wenn ich einen Freund fünfmal wegen Geld nerven muss, habe ich einfach keine Lust mehr, was vorauszulegen...

Anonym hat gesagt…

"Sensibelchen"? Quatsch! Wenn man was verleiht, möchte man es auch irgendwann zurück und zwar möglichst, ohne nachfragen zu müssen.
Bei größeren Beträgen (ab 300 € oder so) würde ich den Vorgang formlos schriftlich festhalten.

Anonym hat gesagt…

An Anonym von 9. April 2013 09:36

Naja, Jule muss sich ja anscheinend bemühen (also schon 3 mal Sms vorm Treffen geschickt, so oft vergess ja nichmal ichs) um an ihr Geld zu kommen. Und das ist schlichtweg unfair, weil als Freund WILL man einfach nicht die Maßnahmen ergreifen die z.b. ein Telefonanbieter macht wenn eine Lastschrift zurückgeht (nämlich sofort Mahnung).

Genauso ist es reichlich fies es auszunützen dass Freunde und gute Bekannte durch die soziale Bindung gehemmt sind deutliche Worte zu wählen, obwohl sie eigentlich vonnöten wären. Wenn du dieselbe Summe deiner Friseuse schulden würdest tätest du die ja auch soschnellwienurgeht zurückzahlen, aber bei ner Freundin? Da kann man mals vergessen, mal das Geld selber wem anders verleihen, etcpp.. so nach der Art "sind ja NUR freunde" aber doch gerade WEIL es freunde sind sollte man ihnen doch nicht unnötig zusätzlich Sorgen aufbürden, oder?

Wenn man das Geld längerfristig geliehen braucht kann man das meistens mit dem Verleiher irgendwie ausdiskutieren. Oder das zumindestens später dann noch fragen. Aber nicht einfach "dumdidumm" warten bis es der andere einfach vergisst, oder warten bis er sich bemühen muss sein hab und gut zurückzuerhalten..
Jule ist hier nicht die Bittstellerin! SIE hat den Gefallen erst erbracht, und dieser Gefallen enthält meist ein ungesprochenes "sag mir wenns nicht geht, und wir können das regeln, aber SAG es" und nicht "lass mich hundertmal dich dran erinnern und dich vor unseren mitfreunden darauf hinweisen".

Wenn mich mein Kumpel erinnern muss dass ich ihm was schulde ist es mir todpeinlich. Weil es ist meine Pflicht dass er es nicht müsste. Denn diesem Kumpel fällt es auch schwerer diese Erinnerung an mich zu formulieren und auszusprechen, als jeder Bank/Bücherei/Etc ein "tun sie das und das oder es setzt was"-Brieflein, der aus der Maschine kommt.

Ruthy hat gesagt…

@anonym von 9:36 kann es sein, daß Du Probleme hast???

Ansonsten: ich hab mir angewöhnt, Sachen, die ich für andere mitbestelle, nur noch gegen bares rauszurücken. Klar leih ich Freunden mal was, innerhalb meiner Möglichkeiten, oder lad auch mal ein. Aber ganz bestimmt nicht auf Ansage von Leuten, die mir selber noch Geld schulden, was ich im übrigen als Frechheit von derjenigen empfinde...

grinseliese hat gesagt…

Ich gebe zu, dass ich auch schon mal länger brauche, um meine Schulden zu begleichen, was an meiner sehr chaotischen Art liegt. Generell ist es mir eher unangenehm, mir Beträge ab 50 Euro aufwärts zu leihen, da zahle ich aber auch tatsächlich sofort zurück, wenns geht.
Zu den Geburtstagsgeschenken: Da werde ich tatsächlich manchmal "zahlungsunwillig", nämlich dann, wenn jemand übereifrig ein Gruppengeschenk besorgt und mich einplant, ohne vorher zu fragen und ich sowieso schon was besorgt hab.
Wenn jemand mir Geld schuldet bin ich relativ geduldig, wenn es an Geldmangel liegt sogar sehr, diese Geduld schwindet aber sehr schnell, wenn jemand mir 3 stellige Beträge schuldet und das nur aus Schludrigkeit.

Anonym hat gesagt…

Jule, die Lösung ist ganz einfach: Verleih kein Geld, dann hast du auch keine solchen Probleme.

Das sagt dir jemand, der weiß, wie unvorsichtig manche Leute sind. Ich weiß, dass es nicht in Ordnung war, aber ich habe mir, als ich etwa 20 Jahre alt war, auch von vielen Menschen Geld geliehen und gehofft, dass sie es nie zurück fordern. So hatte ich einmal rund 14.000 € zusammen gekratzt. Nie mit Vertrag und inzwischen ist alles verjährt. Die Leute warten noch heute auf ihr Geld (oder haben es abgeschrieben). Inzwischen mache ich sowas nicht mehr, möchte ich betonen.

Lerne daraus und verleihe nichts. Verleiher und Leiher haben unterschiedliche Motivationen, das liegt schon in der Natur der Sache. Das will der Spruch "bei Geld hört die Freundschaft auf" auch aussagen.

T hat gesagt…

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Menschen - so nett sie sonst auch sein mögen - einfach Druck brauchen. Also klare Ansage: "Sorry, ich habe keine Lust, meinem Geld hinterherzurennen, bitte bring es beim nächsten Mal mit. Oder hast du gerade Geldprobleme? Dann gib mir bitte einen konkreten Termin, wann du wieviel zahlen kannst." Hilft meistens. Allein schon, weil jemand mit knappen Finanzen meist zuerst diejenigen bezahlt, die am meisten nerven.

Es gibt aber auch Menschen - auch Freunde - da würde ich dann konkret sagen, "Hej, du weißt wie blöd das letztes Mal gelaufen ist - bis wann krieg ich das Geld wieder? Sicher, dass du das hinkriegst? - Gut, dann zahlste für jede Woche Verspätung nen 10er extra (oder 5er, oder so)" So lohnt sich das dem-Geld-hinterherrennen wenigstens.

Was mich aber eigentlich erwarte ist, dass vereinbarte Termine nicht stillschweigend verstreichen. Ich habe kein Problem mit "sorry, dies-und-das ist dazwischengekommen, aber bis dann-und-dann müsste es klappen" - auch wenn das mehrmals passiert. Aber es ist zum Kotzen, wenn ich so eine Erklärung immer erst auf Nachfrage bekomme. So nach dem Motto, vielleicht fällt's ja nicht auf ...

Wer nur vergesslich ist, bekommt beim 3. Mal die Bankverbindung. Überweisungen brauchen ja nur noch 1 Tag.

Und wer nicht schludrig ist, aber auch nicht zugeben mag, gerade knapp bei Kasse zu sein und ständig irgendwelche Ausreden erfindet (vergessen, Automat kaputt, Zahlendreher, Null beim Betrag vergessen ... die Liste der Möglichkeiten ist lang) - nun, das wäre dann wohl auch so keine gute Freundschaft gewesen.

Jens Bonn hat gesagt…

Ich verleihe kein Geld, an niemand. Das gibt nur Ärger - und ich kann (möchte) es mir nur eingeschränkt leisten auf Geld zu verzichten.

Ich leihe mir aber auch keines. Damit muss ich niemand in die Verlegenheit bringen darüber zu entscheiden.

Natürlich rede ich hier auch nicht über mal 5 oder 10 Euro weil jemand gerade zu wenig in der Tasche hat. Aber größere Summen sind bei mir Tabu.

Christian hat gesagt…

Ich hab mit meiner Bank eine Vereinbahrung getroffen. Sie geben den Leuten keine EDV-Tips und ich verleihe kein Geld.

Anonym hat gesagt…

Bei Geld hören die meisten Freundschaften auch, vor allem bei grösseren Beträgen.
Meine Schwester hat einem Freund mal 1000 Euro geliehen, weil er seinen Lohn nicht gekriegt hat und er Miete bezahlten musste. Als er dann seinen Lohn wieder normal bekam, hat er frisch fröhlich das Geld ausgegeben, seine Steuern bezahlt (die sie nicht bezahlen kann weil das Geld eh schon knapp ist und 1000€ fehlen) und auch sonst keine Anstalten gemacht ihr das Geld irgendwie zurückzuzahlen. Wenn sie ihn darauf ansprach hatte er immer 100 Gründe warum er jetzt gerade nicht zahlen kann.
Am Ende hat sie sich dazu durchgerungen, ihn einen Schuldschein unterschreiben zu lassen. Dabei fühlte sie sich auch noch als das Arschloch, weil sie quasi die Freundschaft wegen sowas kaputt gemacht hat.

Robin hat gesagt…

„Bei Geld hört die Freundschaft auf“

Ich denke nicht. Hoffe nicht. Du hast in einem früheren Beitrag irgendwo schon geschrieben, dass es Freunde gibt und Bekannte. Für mich liegt da der Unterschied: In einer Freundschaft weiß ich, dass ich mir über Geld keine Sorgen machen brauche. Ich habe ein paar Menschen (nicht viele), die ich aus voller Überzeugung meine Freunde nenne. Denen würde ich immer etwas leihen, egal wie viel, egal was (es geht ja nicht immer um Geld) und weiß dass ich es zurück bekomme und wir über eventuelle Probleme offen reden können. Anders herum wissen diese genau dasselbe von mir.

Anders ist es bei Bekannten, da bin ich manchmal vorsichtig. Da gibt es in meinem Umkreis einige Menschen, die ich gerne sehe, wir haben Spaß zusammen, eine gemeinsame Wellenlänge, ich fühle mich wohl wenn ich mit ihnen zusammen bin. Aber die „letzte Sicherheit“ fehlt. Ich kenne die Person vielleicht noch nicht so lange oder nicht so intensiv wie meine Freunde. Weiß noch nicht, wie offen wir miteinander umgehen können.

In so einem Fall kann dann geliehenes Geld schnell einen Keil in die Beziehung treiben. Für viele Menschen ist es sehr schwer zuzugeben, dass es gerade „etwas klamm“ ist, und dann wird gerne mal vergessen, verdrängt oder überspielt, dass man noch etwas schuldig ist.

Ich leihe mir sehr ungern etwas. Einmal war ich gezwungen einen guten Freund zu fragen, von dem ich weiß dass er genug Geld hat. Mann war mir das unangenehm, ich habe bestimmt eine halbe Stunde um den heißen Brei geredet bis ich endlich mit der Sprache raus kam. Und habe mir genau dafür dann eine „Standpauke“ anhören müssen: „Ich dachte du wüsstest dass Du immer zu mir kommen kannst, jetzt mach hier nicht so ein Theater - wie viel brauchst Du?“. Natürlich hat er sein Geld danach so schnell wie möglich zurück bekommen, das hatte allerhöchste Priorität.

Wenn mich mir etwas anderes leihe, zum Beispiel Werkzeug, bin ich damit übervorsichtig und bevor ich es zurück geben mache ich es noch mal sauber und versuche es in einem besseren Zustand zurück zu geben als es vorher war. Nicht um Ärger zu vermeiden, sonder weil ich es so hoch schätze, dass mir das Vertrauen entgegengebracht wird etwas leihen zu können. Das hat auch eine Menge mit Respekt voreinander zu tun finde ich.

Mein persönliches Fazit: Richtigen Freundschaften können Geldprobleme nichts anhaben, die gehen „tiefer“ als Geld es jemals können wird. Wenn Geld eine Beziehung beeinträchtig war (ist) es keine richtige Freundschaft.

Liebe Grüße

Robin

Anonym hat gesagt…

Hi!

Na, das ist schon echt stark! Ich persönlich kann so etwas absolut nicht nachvollziehen! Wenn ich mir Geld leihe (z.B. Geldbeutel vergessen, ...) oder jemanden etwas mitbestellen lasse, ist es doch absolut selbstverständlich, dass man das so schnell wie möglich zurückbezahlt. Sollte tatsächlich einmal etwas länger dauern, sollte man sich eben ganz klar mit dem "Geldgeber" aussprechen und gemeinsam eine Lösung vereinbaren. Aber einfach ignorieren und hoffen, dass der Kelch an einem vorüber geht??? - unmöglich!

Zu den Gruppengeschenken, die nicht bestellt waren: Wenn nichts ausgemacht war, schulde ich auch niemandem etwas. Eine kurze Rückfrage kann man doch erwarten, oder?

Blogolade hat gesagt…

Leider ist der Spruch total wahr. Verleih nichts mehr bzw streck nichts mehr vor. Und wenn doch, dann tausche nur noch Ware gegen Geld. Das kommt dann zwar nicht ganz so nett rüber aber jeder, der schonmal seinem Geld hinterher rennen musste, versteht das. Nur weil du nicht am Hungertuch nagen musst, heißt das nicht, dass du was zu verschenken hast. Das müssen diese Leute offenbar noch verstehen. Ich hoffe du kriegst deine Knete bald wieder und diese Trainingspartnerin... der hätte ich ja einen Spruch gedrückt.

Peda hat gesagt…

Ich hab mir angewöhnt zwar 'leihen' zu sagen -aber in mir drin immer 'schenken' zu denken. Kommt die Knete wieder ist es toll, ist sie weg, dann ist sie weg. Klar möchte ich nicht ausgenutzt werden, aber ich überlege lieber vorher ob ich die Freundschaft für Geld riskiere indem ich nein sage oder jemanden sprachlos zu machen wenn es geschenkt ist (wenn ich denke, dass ich das sagen muss). Ich fahre damit seit Jahren ganz gut. Geht natürlich nur, wenn man sich das leisten kann. Geld allein macht nicht glücklich. Aber es kann unglücklich machen. Your choice.

Philipp hat gesagt…

Ich denke dass zu dem Problem jeder seine eigenen Erfahrungen beitragen kann.

Mit ein klein wenig gesunden Menschenverstand weiss man aber auch wem man was leihen kann und wem nicht.

Wenn mich ein naher Bekannter oder jemand aus der Verwandschaft fragt ob Ich Ihm mal eben was pumpen kann mach Ich das natürlich. Man kennt seine Pappenheimer und den Geldbeutel hat wohl auch schon jeder man zuhause vergessen.

Andererseits habe Ich Ich auch kein Problem mal zu sagen, Nein, Ich geb dir kein Geld, weil Ich krieg noch das und das von dir. Da lass Ich auch schonmal jemand vorm Kino stehen und schau mir den Film alleine an.

Das kommt aber zum Glück nur alle Jubeljahhre mal vor.

Was auch nicht geht sind die Leute die sich immer an eine Gruppe dran hängen und einfach aus Prinzip nie Geld dabei haben. Solche kenne Ich auch. Furchtbar!

Andersherum hasse Ich nichts mehr als bei anderen in der Kreide zu stehen. Auch das kommt im Moment äusserst äusserst selten vor, doch wenn, dann zahle Ich prompt und sofort wenn es geht alles zurück.

Anonym hat gesagt…

@Anonym 9.4.13 10:20
Wenn du noch davon weist, weshalb warten dann die Leute heute noch auf Ihr Geld? Finde ich, trotz "Verjährung" enorm dreist. Wenn ich von einem Freund Geld leihe, ist mir die Verjährung egal, ich schuld ihm noch Geld, Punkt, aus.

Ich leihe mir aber praktisch nie Geld. Weshalb? Einersteits weil ich in der Glücklichen Lage bin, und es nicht muss, andererseits weil ich extrem vergesslich bin was solche Dinge anbelangt, und nicht will, dass Leute deshalb auf ihr Geld warten müssen.
Ist aber übrigens auch so, wenn ich Geld verleihe, meist Vergesse ich dies. Werde aber von meinen "Schuldner" meistens selber daran erinnert. Und Grössere Beträge verleihe ich nie wirklich, weil dies eine Freundschaft zu fest belasten kann.

Anonym hat gesagt…

Frech!! Ich kann dich voll und ganz verstehen.

Ali Aufguss hat gesagt…

Und die Moral von der Geschicht'? Bei Geld hört die Freundschaft auf!

Deine Frage, ob es wirklich so ist, hast du dir ja im Prinzip selbst beantwortet im Text. Traurig, aber wahr! Diese Erfahrung müssen wir alle machen.

Dennis hat gesagt…

Hallo Jule,

das Thema ist, meiner Meinung nach, schwer zu verallgemeinern.

Es ist doch normal, dass man Geld aus legt bei Freunden. Dabei ist es doch egal, ob das Geld nun geliehen ist oder in Form von einem Kaffee oder so ausgegeben wird. Denn so was beruht doch auf Gegenseitigkeit.

Es ist traurig, wenn so was ausgenutzt wird, wie z.B. Mit den Hochdruckreifen. Eigentlich sollte man doch in etwa wissen, wann man seine Schulden begleichen kann, vor allem wenn es um eine Mitbestellung handelt. Okay es kann immer irgendwas dazwischen kommen, aber das könnte man dann immer noch mitteilen. Ich glaube, Du würdest keinem Freund den Kopf abreißen, wenn er sagen würde, dass er Dir dein Geld in z.B. 2-3 Wochen zurückzahlen wird. Der Personen zu sagen, Du bestellt nur noch gegen Vorkasse mit oder sie bekommen ihre Sachen aus der Bestellung erst dann wenn Du das Geld hast dürfte auch nicht sehr viel bringen. Entweder würde es Wochen dauern bis du bestellen kannst oder du musst dir einen Lagerraum anschaffen.

Eigentlich sollte Geld nicht über einer Freundschaft stehen oder die enge der Freundschaft bestimmen, aber vielleicht solltest du überlegen ob du der Person nochmal was leihst bzw. Auslegst.

Liebe Grüße
Dennis

Anonym hat gesagt…

Hallo Jule,

ein blödes Thema ... . Zunächst mal: Die Leser Deines Blogs wissen, dass Du aus bekanntem Grund über ein doch relativ komfortables finanzielles Polster verfügst - das macht nichts gut, aber wenigstens einiges leichter. Ich vermute, einige von denen, die Dir Geld schulden, wissen das auch und denken sich, die Jule, die kann das ja verschmerzen, wenn sie das Geld nicht (so schnell) wiederkriegt. Das werden dann Deine Problemfälle.
Zu Deiner Frage: Irgendwo habe ich einmal die Empfehlung gelesen, dass man im Freundeskreis nur das Geld verleihen solle, das man notfalls auch verschenken würde. Also zum Beispiel das, was Du für die Kinokarte, die Essenseinladung oder den Cocktail in der Disko zahlst. Ansonsten verleihe ich Geld nur, wenn ich sehr sicher bin, dass ich es irgendwie (schlimmstenfalls in Raten) wiederkriege - oder eben, wenn ich notfalls darauf verzichten kann (auch gegenüber dem, dem ich es geliehen habe). Dann gibt es auch noch das: Wir haben einen sehr guten Freund, der aber chronisch pleite ist. Von dem bekommen wir anstelle des Geldes irgendwelche Dienstleistungen, die wir brauchen können: Reparatur unseres Rollers oder meiner Guzzi, Fahrdienste mit seinem Sprinter, usw. So kommt jeder auf seine Kosten: Er kommt besser über die Runden und ich habe eine Gegenleistung.
Die Story mit Deiner Trainingspartnerin:
1. Das nächste Mal zahlt sie ihren Kram selber
2. Je nachdem, wieviel Dir an der Freundschaft liegt, haust Du entweder auf den Putz oder Du versuchst in einem Vier-Augen-Gespräch herauszubekommen, warum sie sich mit der Rückzahlung so schwer tut und suchst zusammen mit ihr nach einer Lösung. Es könnte ja sein, dass sie klamm ist und nicht darüber reden mag - wer lässt schon gern die Hosen runter?
Gruß aus Franken
Karl

Olli hat gesagt…

waaah und schön, soviel (gute) Kommentare hier.

Also von mir mal nur kurz:

(Auch) bei Geld hört die Freundschaft auf, etwas zu sein, unter dem sehr viel viel ähnliches verstehen.

Ulli hat gesagt…

Hmmm... Als meine Schwester ihren Freund rausgeschmissen hat, sass sie (dank seiner Kauffreudigkeit und ihrer eigenen Blödheit) auf einem ziemlichen Berg Schulden. Ich hatte das Glück, gerade knapp 1000 Euro von der Steuer zurück zu bekommen (erster Job und erst im September angefangen, mittlerweile ist es auch bedeutend weniger...) und habe ihr das Geld überwiesen, um sie aus dem Gröbsten rauszuholen. Ehrlich gesagt habe ich das Geld schon abgeschrieben, als ich es überwiesen habe und es war mir egal - ich bin alles andere als reich und ich hätte mit dem Geld viel machen können, aber ich wollte meiner kleinen Schwester helfen. 4 Jahre später hat sie es mir (dank ihrer BU Zahlung) zurückgezahlt. Plus 300 Euro als Dankeschön. Dass ich auf das Geld lieber verzichtet hätte, wenn das heissen würde, dass sie nicht an Krebs erkrankt und somit auch keine BU-Zahlung bekommt, das steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist: meinen engsten Freunden hätte ich diesen Betrag auch überwiesen, ihn aber nicht schon da gleich abgeschrieben, sondern gehofft, dass sie mir das Geld irgendwann zurück zahlen. Bekannte erhalten höchstens Geld für einen Kaffee.

Anonym hat gesagt…

Hi,

Geld nicht zurück zu bekommen ist wohl immer ärgerlich. Ich hab mir mittlerweile angewöhnt, Geld welches ich verleihe, gar nicht mehr zurück zu fordern.
Wieso?

ganz einfach: ich bin privilegiert, andere nicht.
Ich bin in armen Verhältnissen aufgewachsen, meine Eltern hatten für mich und meine drei Geschwister nie Kohle im Überfluß. Ich weiss also wie sich Armut anfühlt.

Durch Fachabitur und Studium bin ich jetzt in der Lage, dass ich mehr Geld verdiene als ich ausgebe. Laut der Definition der Bundesregierung gehöre ich sogar schon zur Oberschicht.
Und deswegen verschenke ich mein Geld?
Nun, ich such mir aus wen ich damit unterstütze.
Leute die in wirklichen Notlagen sind, Leute die Dinge tun, die ich für wichtig halte, wie den Einsatz für die gesellschaftliche oder Gemeinnützige Themen. Ich selbst habe wenig Zeit für sowas, aber ich möchte wenigstens auf diese weise dazu beitragen. Dann werf ich bei den Leuten wenn möglkch einfach mal was in den Hut, oder ich helf Ihnen sonst auf die eine oder andere Weise.

Bedürftigkeit gibt es trotz all dem Wohlstand in Deutschland genug

XX

oni hat gesagt…

Ich halte das so wie oben einige schrieben: Wenn ich Geld verleihe, dann nur wenn es mir egal ist ob ich es wiedersehe.

An Bekannte also nur kleine Summen die mir nicht wehtun und wo ich ihnen das Bier auch ausgeben könnte. Wenn sie es mir dann nächste Woche wiedergeben ist das schön, wenn nicht habe ich es vermutlich selbst schon vergessen.

An gute Freunde würde ich auch mehr verleihen. Da ist mir die Freundschaft dann wichtiger als das Geld, selbst wenn sie es mir in zwanzig Jahren noch schulden würden. Schwamm drüber.

Anonym hat gesagt…

Also, ich finde Buchführen über verliehenes Geld etwas kleinlich, sofern es sich nicht um richtig große Summen handelt (heißt: 40 Euro aufwärts für den normalen Studenten, für dich relativ gesehen wohl mehr).
Das mit der Relativität ist natürlich so eine Sache...

Gerade, wenn man viel Geld hat, sollte man aufpassen, vor lauter Angst, ausgenutzt zu werden, nicht zu pedantisch werden und diese Tendenz sehe ich ehrlich gesagt schon ab und an in diesem Blog.

Schon aufzuzählen, man seie gewiss nicht geizig, da man auch mal jemanden zum Kakao einlade. Das macht selbst der geizigste Mensch der Welt, zufällig in meiner Verwandtschaft. Oder Frank andauernd wegen teilweise wirklich finanziellen Lappalien zu belästigen, die sich auch später (tagsüber, am Besten noch bezahlten Juristen) klären ließen.

Die Situation mit der Bekannten und den Fahrradreifen ist doof gelaufen und ich verstehe den Unmut.

Aber was anderes angeht, hilft es schon ab und an sich wegen 4,50 nichts "ins Hemd zu machen" - (ich bin mir der Doppeldeutigkeit in der Situation bewusst :)).

Man vergibt sich nichts, wenn man (deutlich) mehr Geld hat, auch mal (deutlich) mehr zu zahlen.
Freilich eher an Leute, die das auch wert sind, womit wir wieder bei der unwerten Trainingspartnerin wären.

Aber ja, um den Kreis zu schließen, ich denke durchaus, dass das nichts damit zu tun hat, dass Geld Freundschaften kaputt macht. Sondern, dass du noch kein Gleichgewicht gefunden hast um entspannt mit deinem Geld und dem finanziellen Gefälle in deinem Umfeld umzugehen.
Sicher rate ich nicht dazu alles zu verprassen und zu verschenken, das ist ja quatsch. Aber du lebst, mit wenigen Abstrichen, ehrlich gesagt, das andere Extrem.

Ich hätte meiner Freundin die blöden Windeln damals einfach gekauft und die Streiterei, wenn es ums Prinzip geht, nem bezahlten Anwalt übergeben und mich nicht selbst so involviert. - Nur eines von vielen Beispielen, die die ich als pfennigfuchserisch empfinde.

Ich weiß aber, dass es dir oft ums Prinzip geht, weshalb sich meine Aussagen auch relativieren lassen.

Der Grundeindruck bleibt dennoch.

Häschen hat gesagt…

Ihr habt ja alle Recht mit euren Kommentaren, aber denkt drank: "Kleinvieh macht auch Mist!"

;-)