Freitag, 14. Juni 2013

Scheibenwischer für Stinkesocke

Juhu! Ich habe einen Scheibenwischer geschenkt bekommen. Und dazu fast noch eine Beule.

Genau. Straßenverkehr. Nicht, dass ich mich darüber aufregen könnte. Mir geht es um ganz etwas anderes: Am kommenden Sonntag radeln in Hamburg wieder etliche Leute im Rahmen einer Sternfahrt protestierend für mehr Rechte der Drahteselnutzer. Bei uns in der Uni hat sich ein ganzer Haufen von Leuten gebildet, die einen auf den Zündschlüssel am Schlüsselbund ansprechen und sich klar, fast schon aggressiv gegen Autofahrer und mehr Rechte für Radler aussprechen.

Anstrengend. Ich habe nichts gegen Radfahrer. Mir fällt aber auf, dass viele Radfahrer mit ihren bestehenden Rechten gar nicht umgehen wollen oder können. So sind im Zuge der Neugestaltung der Schäferkampsallee beispielsweise die Radfahrer in meinen Augen recht vorbildlich bedacht worden, wie in dem Videoclip (ja, es darf wieder mit mir Auto gefahren werden) zu sehen. Der Clip dauert 60 Sekunden. In diesen 60 Sekunden habe ich es mit fünf Radfahrern zu tun und alle fünf machen irgendeinen Mist, einer begeht sogar eine Straftat.

Die Frau zwischen 5 und 8 Sekunden, die später eine ganze Zeit vor dem Auto radelt, kommt über den Gehweg angefahren. Das ist etwas schlecht zu sehen.

Bei 16 Sekunden kommt in der Einbahnstraße (Radweg nur für eine Richtung) jemand auf dem Fahrrad in falscher Richtung entgegen.

Bei 32 Sekunden kommt die nächste Frau in falscher Richtung entgegen, will auf die Fahrbahn ausweichen, aber die vor mir fahrende Radlerin möchte lieber nach links ausweichen, statt rechts zu fahren, und fährt einmal diagonal über die gesamte Fahrbahnbreite.

Das möchte ich aber nur nebenbei erwähnen, denn das Schönste kommt eigentlich noch: Der Audi-Fahrer, dessen Bremslichter ab 0:50 am linken Bildrand leuchten, legt den Rückwärtsgang ein und überlegt sich in dem Moment, als ich mit etwa 10 km/h hinter ihm vorbei rolle, zurück zu stoßen. Da ich davon ausgehen muss, dass er mich nicht gesehen hat, muss ich kurz hupen. Daraufhin überholt mich ein weiterer Radler rechts, schert wegen eines (unberechtigt) parkenden Fahrzeuges auf die Fahrbahn aus, berührt dabei noch fast das parkende Auto, schneidet mich und beleidigt mich mit einer Scheibenwischergeste.

Ich vermute, er hat das Hupen auf die vor mir fahrende Radfahrerin bezogen. Das ist aber trotzdem kein Grund für so ein Manöver.

Kurz danach kommt übrigens von oben der nächste verkehrt herum durch die Einbahnstraße. Ich will mich über diesen Scheiben wischenden Radfahrer nicht aufregen, es kratzt mich auch nicht sonderlich. Nur: Ich bin vorher durch den Stadtteil "Sternschanze" gefahren und musste in den fünf Minuten rund 20 Mal wegen irgendwelcher Falschradler anhalten, ausweichen oder auf Vorfahrt verzichten. Ich finde daher: Wenn man so derart laut (wie zur Zeit) mehr Rechte und mehr Rücksicht fordert, sollte man sich selbst auch an bestehendes Recht halten. Oder?!

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Fahr mal zur Sommerreifenzeit zwischen Ostern und Oktober aus Hamburg raus auf die Landstraßen in S-H. Achte besonders auf die Selbstmörder in ihren engen Hemdchen auf aberwitzig leichten und nicht einmal entfernt straßentauglichen Rennmaschinen, die beharrlich alle Radweg-Schilder (und auch die restlichen Verkehrszeichen) ignorieren und stattdessen mitten auf der Straße strampeln.

Ich hab den "Spaß" täglich, und nur defensives Fahren, viel Erfahrung, und gelegentlich gute Reflexe in Kombination mit sehr guten Bremsen haben bislang verhindert, dass ich so einen Idioten samt Carbon-Teilen aus dem Kühlergrill pulen mußte.

Tux2000

Patrick hat gesagt…

Deinem Schlusssatz ist nichts mehr hinzuzufügen. Leider halten sich meiner Einschätzung und Erfahrung nach mindestens dreiviertel aller Fahrradfahrer nicht an die bestehen Vorschriften und pöbeln dann auch noch rum wenn du als Autofahrer oder sogar als Fußgänger Sie darauf aufmerksam machst.

Ich bin im Übrigen selber Radler und mit dem Mountainbike unterwegs. Aber ich versuche meine innerstädtischen Strecken auf ein Minimum zu reduzieren weil mir die Gefahr auf die Hörner genommen zu werden einfach zu groß ist. Unabhängig davon wer unachtsam war oder ist. ;-)

Senfgnu hat gesagt…

Tjamei, ich fahre sowohl Auto als auch Rad und irgendwie begegnet man in jeder Fraktion Arschzacken.

Persönlicher Idiotierekord: Der Radfahrer, der sich ob meines Erscheinens derart erschrocken hat, dass er mit Rad einen zweifachen Salto in die Botanik gemacht und mich anschließend (hab natürlich gehalten, man was ja nie, ob es dem danach noch gut geht) beleidigt hat, weil ein Kumpel von ihm so zu Tode kam. Ähja, kein Wunder, wenn die immer so auf erscheinende Autos reagieren.

Anonym hat gesagt…

der audi ist übrigens ein mercedes.

aber du hast schon recht: im verkehr bewegen sich alle immer bekloppter - was meiner meinung nach auch an den vielen verkehrsregeln liegt. wäre hier weniger reguliert (und bestraft), würde stattdessen mehr gegenseitige rücksicht gelehrt, dann wäre allen verkehrsteilnehmern klar, daß man auf das mögliche fehlverhalten anderer achtet und umsicht statt rechthaberei angebracht ist.

die bessermenschen auf dem zweirad sind da nur eine facette der ellbogengesellschaft!

gruß
bernhard

Anonym hat gesagt…

(Zitat) << Wenn man so derart laut (wie zur Zeit) mehr Rechte und mehr Rücksicht fordert, sollte man sich selbst auch an bestehendes Recht halten. Oder?! >> (Zitat Ende)

Das Beachten von Pflichten (also geltendem Recht) ist was für Spießer und Paragraphenreiter. In einer freien Gesellschaft kann jeder handeln wie er will, offensichtlich auch gegen gedrucktes Schriftwerk, das im Regal verstaubt.

↑ Das ist nicht meine Meinung, sondern meine Erkenntnisse aus der Beobachtung der hiesigen Radfahrer (Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel).

Und wag dich einen Radfahrer auf sein Fehlverhalten hinzuweisen. Um seine Sicherheit kümmert er sich selbst, solange du bremst brauch er doch keinen Helm. Und überhaupt hast du als Autofahrer nichts zu sagen , du könntest ja auch was für die Umwelt tun und das Auto gefälligst stehn lassen. Wenn weniger Autos auf der Straße sind, ist mehr Platz auf der Stra0e und weniger Gefahr für Radfahrer ... also DU (Autofahrer) bist an allem Schuld. Und die Fußgänger sollen aufhören dauernd zu flennen, wenn man aufm Bürgersteig mal wieder etwas zu knapp an ihnen vorbeiheizt... Überall Memmen und Korinthenkacker!

Vorsicht: Kann Ironie, Sarkasmus und Spuren von Nüssen enthalten.

Clavicular von PL hat gesagt…

Krasser Mist. Man könnte glatt meinen du hättest extra drei Laienschauspieler engagiert um das so hinzubekommen ;)

Sag mal, hast du immer eine Kamera mitlaufen oder war das Zufall?

Drakoon1964 hat gesagt…

Als Taxifahrer in Darmstadt kann ich dir leider nur zustimmen.

Auf der einen Seite wird überall gemotzt das nicht genug für Fahrradfahrer getan wird.
Auf der anderen Seite vergeht bei mir kaum eine Schicht, bei der nicht ein Fahrradfahrer meiner Reaktion sein Leben oder zumindest seine Gesundheit verdankt.
Ich habe momentan absolut das Gefühl das viele Radfahrer Verkehrsregeln als nicht für sie geltend ansehen.
Den besten Fahrstil haben dabei allerdings, (genau wie bei den Autofahrern) die beim fahren telefonierenden bzw. SMS schreibenden Zeitgenossen.
Diese inzwischen sehr häufig vorkomende Spezies kann sich ja auch nicht an Regeln halten weil sie den Verkehr um sich eh nur rudimentär wahrnehmen :-)

Schönes Wochenende aus dem Odenwald

Anonym hat gesagt…

Also ohne deinen Kommentar oben hätte ich das Hupen auch auf die Radfahrerin vor dir bezogen - und zwar als Aufforderung, rechts hinter dem Falschparker zu warten und dich überholen zu lassen. Sie hat es ja auch so aufgefasst. Insofern einfach blöd gelaufen.

Die zahlreichen englisch fahrenden nerven mich als Radfahrer mindestens genauso, zumal normale Radwege ja kaum für eine Richtung breit genug sind.

Ansonsten bin ja Fan de Shared Space Philosophie - das wär zum Beispiel was für die Schanze.

Anonym hat gesagt…

Der Typ war natürlich ein Trottel, aber warum fährst du erst vorbildlich hinter der Radfahrerin her, um sie dann, ganz am Ende der Straße, an der engsten Stelle zu überholen?

Blogolade hat gesagt…

Danke, das unterschreibe ich bei dir, auch als Nichthamburgerin.

Wir standen neulich an der Ampel. Der Blinker nach rechts gesetzt. Just als es weiterging, schlängelte sich ein Radfahrer rechts am Auto vorbei um geradeaus zu fahren. Der hatte pures Glück, war nämlich fast die ganze Zeit im toten Winkel und wurde nur gesehen, weil die Kinder auf der Rückbank ihn entdeckten.

Philipp hat gesagt…

Hallo,

Ja, in der Grossstadt bei euch ist das natürlich noch ein wenig schlimmer als bei uns hier in Kaiserslautern, doch auch Ich habe als Autofahrer oftmals meinen Kampf mit den Zweirädern.

Gerade diese Woche wieder. Bei uns in der Innenstadt wird eine Mall gebaut weswegen 2 Parallelstrassen von 2+1 Busspur auf 1 ohne Busspur verengt sind. Ich stand an einer Ampel an der von rechts eine weitere Straße in meine einmündet. Ein Radfahrer überholte hinter mir mal links mal rechts ein Auto nach dem anderen, überholte mich dann via Gehweg rechts und raste voll in den einmündenden Verkehr hinein der von rechts kam. Mit Mehr Glück als Verstand ist nichts passiert.

Sicher gibts auch Autofahrer die sich nicht an die Regeln halten, doch habe Ich das Gefühl, dass es prozentual mehr Radfahrer sind die sich nicht konform verhlten.

Vielleicht wär da ein verbindlicher Fahrradführerschein nicht verkehrt.

BigDigger hat gesagt…

Seit wann ist das was Neues?

Der Trick beim Autofahren ist, seine Fahrweise so anzupassen, dass man möglichst noch auf die größten Dummheiten anderer Spacken reagieren kann, sowohl mit wie ohne Motor (und auch die dazwischen).

Wie man sieht: So eine Dashcam macht nicht nur in Russland Sinn.

Anonym hat gesagt…

Achso, @ blogolade: sowas ist echt ungünstig, aber anscheinend korrektes Verhalten: Radfahrer dürfen rechts überholen.
"Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Radfahrer und Mofa-Fahrer Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen. (§ 5 Absatz 8 StVO)" Also kein Slalom, nur auf der rechten Spur auf der rechten Seite erlaubt.
Ich wohne in Fahrradstadthausen, da guckt man sich als Autofahrer halt zweimal um und weiß sowas;-)

Anonym hat gesagt…

Da ist eine offensichtliche Engstelle, und du bist die letzten 30 Sekunder hinter einer Fahrradfahrerin hintergefahren. Trotzdem fährst du an der Engstelle schlicht weiter, vermutlich sogar über den Fahrradweg, den natürich gerade halb ein anderes Auto blockierte (passiert mir jeden Tag mehrmals).

Du verletzt den notwendigen Abstand, und bei sowas werde ich als Radfahrer sehr, sehr schnell ungemütlich. Ich habe schlicht keine 3 Tonnen Stahl um mich rum.

ruolbu hat gesagt…

An Jules Stelle würde ich inzwischen auch ständig eine Cam mitlaufen lassen, dir ist, wenn ich mich recht entsinne, ja schon das ein oder andere wiederfahren.
Vielleicht entdeckst du ja auch mal nen Stein vom Himmel fallen.

Zur ewig andauernden Diskussion kann ich nur sagen, ich fahre kein Rad und selten Auto. Aber die Debatte führe ich persönlich wie andere vor mir auf die Ellbogengesellschaft zurück. Und darauf, dass das gängige Straßennetz den für Menschen nutzbaren und bewohnbaren Raum mit Todesstreifen durchzieht, auf denen man potentiell unverschuldet drauf gehen kann. (Ey die Überwachungs Kamera Aufnahmen, die im Netz so zu finden sind... gruselig)
Bisschen dramatisch formuliert, aber ich bin tatsächlich kein Fan davon, das führt jedoch zu weit weg.

Jedenfalls ist die Mentalität zu Fuß doch (über Rollifahrer kann ich nichts sagen), dass man überall sein kann, sich nicht groß umsehen muss, frei ist, es keine Regeln gibt und keine Gefahr droht, sofern keine Straße in der Nähe ist.
Im Auto hingegen ist immer die langwierige Ausbildung im Hinterkopf - bzw. diese längts verinnerlicht - und damit die komplexen Zusammenhänge und Regeln, die Verhaltensweise und die Achtsamkeit. Was auch hinreichend gut zusammen funktioniert, da Menschen und Autos ihre eigenen Areale haben und sich diese nur dann teilen, wenn es wirklich nötig ist.
Radfahrer_innen hingegen. Sie sind zu schnell und zu gefährlich, als dass sie komplett mit der Anarchie der Fußgängerzone klar kämen könnten. Es fehlt jedoch eine vergleichbare Schulung, wie sie für den Führerschein absolut notwendig ist. Das Resultat, viele Menschen wissen nicht um die vollständigen Regeln, haben keine Sicherheitsübungen verinnerlicht, sind überhaupt nicht sensibilisiert und sehen sich auch nicht wirklich als Bestandteil des Straßenverkehrs. Im Gegenteil, es steigen scheinbar eine ganze Menge Radfahrer_innen eher mit der Mentalität der Fußgängerzone aufs Rad: "Ich bin frei, ich bewege mich ja nur etwas schneller fort und ja, ich kann auch den Radweg benutzen, wenn ihr so dringend wollt, warum auch immer, Fußweg wäre doch auch frei."

Wenn ich sehe, wie die Frau beim Ausscheren vor Jules Auto (das sie doch förmlich im Nacken gespürt haben muss) nicht mal nen Schulterblick riskiert hat und kein Anzeichen eines Signals da war, muss ich davon ausgehen, dass ihr die Empathie für andere Verkehrsteilnehmer_innen fehlt, die in der Fahrschule quasi das absolut Wichtigste ist.
Aber vielleicht bin das nur ich - ich meine ich mach beim Einkaufen mit dem Einkaufswagen nen Schulterblick beim Abbiegen in die Obstabteilung :/

Naja, mein Fazit: Rad steht zwischen den Welten, soll sich ohne einheitliche und feste Schulung nach der durchstrukturierten Diktatur der Straße verhalten, wo die Menschen, die diese Räder führen, sich doch oft nur wie zu Fuß nur eben etwas schneller vorkommen. Da scheitert das System irgendwie.

(Das andere Problem existiert natürlich auch. Menschen im Auto, die sich wie zu Fuß vorkommen, nur eben im Auto. Und die sich jede Freiheit herausnehmen, weil sie wissen ja was sie tun, auch wenn sie mal eben 8 Regeln brechen. Da zeigt die Ausnahme der Regel nur, dass eine Schulung nicht immer Früchte trägt und bei solche Deppen nichts mehr hilft. Naja vielleicht eine zyklisch zu wiederholende Fahrprüfung)

cebewee hat gesagt…

Ich neige dazu, dass die Gruppen üblicherweise zu gleichen Teilen aus Idioten bestehen, wobei man von denen der momentan eigenen Gruppe üblicherweise weniger betroffen ist. Bei den Autofahrern sind es halt mehr überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Seitenabstand, sowie ein fehlendes Verständnis dafür, dass Radfahrer das gleiche Recht haben, auf der Fahrbahn zu fahren (wenn nicht explizit etwas anderes angeordnet wurde).

Ich persönlich gehöre zu der Spezies, die gerne auf die allermeisten Radwege verzichten würde - meiner Sicherheit und des besseren Vorwärtskommens wegen.

@Blogolade: Das vorsichtige rechtsseitige Vorbeifahren an stehendem Verkehr ist Radfahrern übrigens erlaubt. Ich stimme dir aber zu, dass es in vielen Situationen (wie zB der beschriebenen)
zu gefährlich ist. Und selbst wenn es gefahrlos möglich ist, sollte man es nicht machen, wenn man damit nur alle ausbremst. Aber wenn sich der Verkehr z.B. zurückstaut, ist das durchaus legitim.

Julia hat gesagt…

Es gibt einfach auf beiden Seiten viele Idioten, das darf man nie vergessen. Ich gehöre zur Radfahrerfraktion, die täglich viele Kilometer in der Stadt zurücklegt und bemühe mich wirklich sehr, mich an die Regeln zu halten.

Leider musste ich jedoch schon sehr häufig unangenehme Begegnungen mit Autofahrern machen, die mich beim Abbiegen übersehen, gefährlich eng überholen, mich anhupen, die Tür des geparkten Autos einfach aufreißen und mich dabei mitnehmen, pipapo... ich hatte über die Jahre hinweg schon mehrere Unfälle, bei denen ich nur an einem einzigen Mitschuld hatte. Das nix größeres passiert ist, verdanke ich eigentlich nur dem Glück, meinem Helm und einer äußerst vorausschauenden Fahrtweise. Trotzdem wird man als Radfahrer des öfteren beschimpft und angehupt von Autofahrern...

Übrigens, was die Einbahnstraßen angeht: hier in Leipzig sind viele davon für Fahrräder auch in Gegenrichtung freigegeben - kommt das in Hamburg vielleicht auch öfter vor? Hier wissen das nämlich viele Autofahrer auch nicht und hupen mich dann böse an, wenn ich entgegenkomme...
Sollte es nicht erlaubt sein, so ist ein solches Verhalten seitens der Radfahrer natürlich nicht zu entschuldigen.

Würde einfach jeder §1 der StVO beachten, dann wären wir alle glücklicher :)

Anonym hat gesagt…

Ja, Einbahnstraßen und rote Ampeln werden von Radfahrern gerne ignoriert... Gott sei Dank haben meine Eltern mich da besser erzogen.
Was sich die Tante mit ihrer Ausweichaktion gedacht hat, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Hoffentlich hat sie keinen Führerschein... Aber ich hab auch schon häufiger festgestellt, dass es insgesamt kein gutes Zeichen ist, wenn leute seeehr langsam Rad fahren. Da haperts oft noch an anderem fahrerischen Können.
Aber mal davon abgesehen, dass das ein Benz ist und kein Audi, hat dich der Radfahrer nicht rechts überholt sondern ist auf dem Radfahrstreifen an dir vorbei gefahren. Ich habe so spontan keine rechtlichen Infos dazu gefunden (weil der ja keine durchgezogene Linie hat), aber ich hätte es genauso gemacht. Auf einer mehrspurigen Straße wirst du ja auch nicht rechts überholt wenn die rechte Spur gerade schneller vorankommt als die Linke.
Und seine Geste ist vllt nicht freundlich, aber für mich auch gut nachzuvollziehen. Ich gehe davon aus, dass er das ausparkende Auto nicht gesehen hat, weil dein (nicht so kleines) Auto dazwischen war. Deswegen kann es gut sein, dass er davon ausgegangen ist, dass du die seltsame Radfahrerin vor dir angehupt hast.
Wie groß war eigentlich dein Abstand zu Radfahrerin? Aus der Perspektive sieht das seeehr kurz aus. Und es ist wirklich kein schönes Gefühl, ein Auto quasi im Fahrradkorb zu haben.

Das Problem mit den Radfahrer ist leider auch, dass sie so eine heterogene Masse sind. Das reicht von seltsamen Damen, die mit 10km/h durch die Gegend wackeln (im wahrsten Sinne des Wortes)und wahrscheinlich weder Führerschein noch eine Grundidee der Straßenverkehrsordnung haben über Leute, die in normalem Tempo unterwegs sind, sich an Verkehrsregeln, Einbahnstraßen, Rote Ampeln und Vorfahrtsregeln halten und dafür bitte auch von Autos ernst genommen werden wollen und Leute, die das mit den Regeln aufgegeben haben weil die Autofahrer sie eben nicht ernst genommen haben bis zu Fahrradkurieren, die mit 35km/h durch die Stadt düsen und denen es nur darauf ankommt, möglichst schnell ihre Fracht abzugeben.
Im Auto sind die Unterschiede nicht ganz so krass, da reichts nur (Landstraße) von 70km/h (Opa mit Hut oder Hamburger Tagestouristen. Sorry, kein Vorurteil sondern traurige Wahrheit) über 110 (normale Geschwindigkeit) bis 130km/h (Mann, Anfang 20, selbstgetunter Audi oder Golf). Aber Lenkrad festhalten und geradeaus fahren klappt eigentlich bei allen.

Anonym hat gesagt…

Hey Jule, ich kam mir fast vor wie früher in Freiburg wo ich täglich mit den Radlern "kämpfte". Da ich nicht nur auf der normalen Straße unterwegs war, sondern beruflich mit Sondergenehmigung und Lieferwagen mit Anhänger durch die Fußgängerzone (wo Radfahren verboten ist) unterwegs war, hätte ich auch besonders "nette" Exemplare. Mein persönliches Mantra aus der Zeit lautete: Radfahrer didn't exist! Hart aber sonst kommt man keinen Meter weiter (bitte bitte nicht im normalen Verkehr nutzen, ich hätte nur Schrittgeschwindigkeit). Mein persönliches highlight waren zwei Radler die mir beide gleichzeitig die Vorfahrt nahmen und sich gegenseitig im bächle versenkten weil sie nur auf mich achteten.
LG Nari

Judi hat gesagt…

Anonym Anonym hat gesagt...

"Da ist eine offensichtliche Engstelle, und du bist die letzten 30 Sekunder hinter einer Fahrradfahrerin hintergefahren. Trotzdem fährst du an der Engstelle schlicht weiter, vermutlich sogar über den Fahrradweg, den natürich gerade halb ein anderes Auto blockierte (passiert mir jeden Tag mehrmals)."
Der Fahhradweg ist zwar markiert, aber aufgrund der Straßenenge nicht mit einer durchgezogenen Linie versehen. Ergo darf man da wenn es sein muss auch als Autofahrer drauf fahren (fahren, natürlich nicht parken...).
Und die Radfahrerin hatte hinter dem parkenden Auto angehalten. Vermutlich weil sie das Hupen falsch interpretiert hat, vielleicht aber auch aus anderen Gründen. Soll Jule nun dahinter stehenbleiben und warten ob / bis sie weiterfährt???
Gruß, Judi

Johann hat gesagt…

Für mich sieht das teilweise etwas anders aus.

Diese Straße scheint mir viel zu schmal zu sein. Es sieht so aus, als wäre es unmöglich für ein Auto zu überholen und einigermaßen Abstand zu halten.
Das führt dazu - wie man hier bei dir sieht - dass Autofahrer langsam hinter Fahrradfahrern hinterhertuckern müssen.
Leider haben diese Geduld die wenigsten Autofahrer. Da wird dann gehupt (deswegen auch der unnötige Scheibenwischer, der ist sowas gewohnt), es wird mehrmals zu Überholversuchen angesetzt oder einfach mit viel zu wenig Abstand (20 cm habe ich schon erlebt) überholt.

Wohin hätte die Fahrradfahrerin denn ausweichen sollen? Nach rechts geht nicht, weil dort ein Bordstein ist.
Ist das Fahren dort in beide Richtungen erlaubt? Im Endeffekt wird so aus zwei dummen Radfahrern nur einer - der mittig entgegenkommende.

Und dann noch das parkende Auto! Ich dachte ja zuerst, das würde fälschlicherweise dort stehen. Bei Google Maps sieht es jedoch so aus, als wäre das erlaubt (zumindest stehen da mehr parkende Autos).

Dann müsste die Radfahrerin nämlich per se noch weiter links fahren - was wieder zu Problemen mit hinter ihr fahrenden Autofahrern führen würde.
Kurz vor dem parkenden Auto hält die Radfahrerin dann an, weil sie nicht weiß, was du in deinem Auto machst.

Das sinnvollste wäre gewesen, wenn man diesen dämlichen Alibi-Fahrradstreifen weggelassen hätte und aus der Straße eine Fahrradstraße gemacht hätte.

Insbesondere für Radfahrer/Fußgänger sind das größte Problem unzureichend geplante Verkehrswege (wie in dem Fall hier). In meiner eigentlich recht fahrradfreundlichen Stadt wird derzeit eine Straße repariert. Dadurch wird der komplette Fahrradweg unbenutzbar. Was macht man nun mit den Fahrradfahrern? Mit auf den Fußweg. Der Fußweg ist knapp 1.2 Meter breit, stellenweise durch Laternen, Bistro- und Restauranttischen und Baumaterial noch schmaler. Richtig schlau.

Sven hat gesagt…

Sehr faszinierend. Habe erst nur den Artikel gelesen ohne das Video zu sehen und habe jetzt das Video angeschaut.
Zwischen meiner Vorstellung der von dir beschriebenen Situationen und dem Video gibt es eine starke Diskrepanz.

Die falsch fahrenden Radfahrer in dieser kleinen Einbahnstraße finde ich nicht so schlimm. Die fahren ja sogar langsam und vorsichtig. Überholen kann man Radfahrer dort eh nicht sinnvoll.

Die vor dir fahrende Radfahrerin schwenkt etwas aus, als Sie der Ihr entgegen kommenden Radfahrerin ausweicht. Aber alles ganz normal, nicht übertrieben und vor allem _vorhersehbar_! Einer von beiden musste ja auf die Fahrbahn ausweichen. War sogar Pi x Daumen noch in dem Meter, den man eh Seitenabstand zu Radfahrern halten muss.

Wirklich problematisch finde ich nur das Ausscheren des Audi (sic!) und den aggressiven Radfahrer, der sicher dein Hupen fehlgedeutet hat.
Man kann auch wirklich klar in dem Video sehen, dass die Radfahrerin vor dir Platz machen will und dann dein Hupen auf sich bezieht (und am Straßenrand anhält).

Ich hätte übrigens gefühlt etwas mehr Platz zu der Radfahrerin gelassen, wenn ich eh nicht überholen kann / will.

Fazit:
Ich erlebe hier täglich wesentlich schlimmeres mit Radfahrern und anderen Autos. Hauptproblem ist die hohe Aggressivität.
Einfach mal locker bleiben.

Sven hat gesagt…

@Blogolade:
Das war natürlich ungünstig und ich hätte es als Radfahrer wohl vermieden mich in eine solche Gefahr zu bringen.
Letztendlich liegt der Fehler aber eher bei dir als beim Radfahrer!
Gegen den toten Winkel gibt es den Schulterblick.
Wenn du abbiegst, musst du dich davon überzeugen, dass du keinem in die Quere kommst.

Permanente Verkehrsbeobachtung hilft auch.
Wenn ich kurz vor der Ampel Radfahrer überhole, beobachte ich im rechten Seitenspiegel wie weit diese während der Rotphase kommen.

Anonym hat gesagt…

Ich fahre fast jeden Tag Fahrrad, mindestens fünf mal pro Woche und könnte jetzt genau so schöne Beispiele über Autofahrer bringen. Wie oft ich mir schon das Leben durch Vollbremsungen retten musste... Eine der "besten" Erlebnisse war eine Autofahrerin, die mir zuvor die Vorfahrt genommen hat, mich an der nächsten roten Ampel dann zu mehr Vorsicht mahnen wollte und mir, als ich sie freundlich darauf hingewiesen habe, dass ich eigentlich die Vorfahrt hatte, geantwortet hat:"Ja, aber im Verkehr muss man immer auf so vieles achten und man kann ja nicht in alle Richtungen gleichzeitig schauen."
Ich muss fair sein und sagen, dass es auch oft vorkommt, dass ich andere Fahrradfahrer beobachte und denke, dass die auch nicht so viel Freude am Leben zu haben scheinen.
Auch Fußgänger sind oft unvorsichtig. Und es gibt einen Grund, warum zumindest ich es vermeide zu klingeln, oft erschrecken sich die Fußgänger dann, bleiben stehen oder springen in die falsche Richtung, ich sehe lieber voraus, wie sie wohl laufen werden, und wie ich sie dann am besten überholen kann, ob ich bremsen muss oder nicht...
Noch ein Satz am Schluss: viele Manöver sehen aus Autfahrer oder Fußgängersicht viel gefährlicher aus, als aus Fahrradfahrersicht. Wir sind eben doch etwas wendiger als Autofahrer und können schneller beschleunigen, als Fußgänger.

P.S.: Mein einziger Unfall war bisher mit einem Fahrradfahrer, der links gefahren ist und einfach nicht ausgewichen ist, bis wir zusammengestoßen sind, weiter rechts fahren konnte ich dann auch nicht mehr.

Anonym hat gesagt…

Ich bin der Meinung, dass einfach mal alle mehr Rücksicht aufeinander nehmen sollten. Ich bin Radfahrerin (mit helm, auf der richtigen Seite fahren, handzeichen beim abbiegen und schulterblick, etc), aber wenn ich sehe wie man in einer bestimmten kleineren Straße (zwischen uni und Mensa für mich) überholt wird, kommts mir echt hoch. Erst am donnerstag meinte mal wieder ein Busfahrer, dass 10 cm Abstand zu den Radfahrern ja wohl ausreichen müsste und wenn der vorderste in der Reihe (ich gebe zu die meisten sind in 2er Reihen gefahren, also nebeneinander, aber das macht da auch nichts mehr aus) nicht gleich reagiert und gebremst hätte, hätte das ganz schön bitter ausgehen können. Mal davon abgesehen, dass man auf dem rad nicht so stabil die Spur hält wie im auto. Aber was ich eigentlich sagen wollte: Leute, nehmt mehr Rücksicht aufeinander und alles ist gut.

BigDigger hat gesagt…

@Anonym (03:02)
"Trotzdem fährst du an der Engstelle schlicht weiter, vermutlich sogar über den Fahrradweg (...)"

Fahrradwege sind gekennzeichnet durch Zeichen 237. Im vorliegenden Fall handelt es sich aber um einen Schutzstreifen. Dieser wird nicht mit Zeichen 237 gekennzeichnet und darf bzw. soll bei Bedarf von Kraftfahrzeugen befahren werden (daher auch die Markierung mit Zeichen 340 - Leitlinie - und nicht Zeichen 295 - Fahrstreifenbegrenzung).

"den natürich gerade halb ein anderes Auto blockierte"

... was eine Behinderung des fließenden Verkehrs auf dem Schutzstreifen darstellt. Und da gelten auch für diesen Herrn § 5 Abs. 4 Satz 1 StVO -
"Wer zum Überholen ausscheren will, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist." -
sowie § 5 Abs. 8 Satz 1 StVO -
" Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Rad Fahrende und Mofa Fahrende die Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen."

Es bestehen also besondere Pflichten für Radfahrer beim Rechtsüberholen. Jule musste nicht damit rechnen, dass auf einer Straße, die zu eng ist, dass Auto und Radfahrer nebeneinander fahren können, ein weiterer Radfahrer mit höherer Geschwindigkeit von hinten kommend, sowohl rechts an ihr als auch links an der vor ihr fahrenden Radlerin und dem Hindernis vorbeifahren würde, zumal unter Missachtung von § 5 Abs. 4a StVO:
"Das Ausscheren zum Überholen und das Wiedereinordnen sind rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen."

Willst Du das Klugscheißen nochmal üben?

"Ich habe schlicht keine 3 Tonnen Stahl um mich rum."

1. Jule auch nicht. Kraftfahrzeuge werden seit Jahrzehnten nicht mehr aus Stahl gefertigt.

2. Exakt weil das so ist, gilt § 1 StVO auch für Radfahrer:
"(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."


3. Du wirst es nicht schaffen, Dir einen Freibrief für das Fahren im "Gesenkte-Sau-Modus", wie es der Radler mit der nassen Scheibe vormachte, herbeizureden.

Seemädel hat gesagt…

Tja, es ist wohl oft tatsächlich eine Frage der Perspektive, was man so wahrnimmt... ich fahre mangels Auto praktisch nur noch Rad.
Idioten gibt es in beiden Gruppen. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mir schon von Autos die Vorfahrt genommen wurde - die Autofahrer gehen offenbar nach dem Motto "ich bin stärker" vor. Oder Autos, die auf dem Radweg stehen, während der Fahrer sich minutenlang von der Freundin verabschiedet... gerne auch im absoluten Halteverbot... genau wie Autos, die beim Rechtsabbiegen den geradaus fahrenden Radler mitnehmen (der _vor_ ihnen an der Ampel stand) bzw. den Radweg kreuzen, ohne sich um die Radfahrer zu kümmern (z.B. beim Einbiegen auf einen Parkplatz)
Radfahrer mit merkwürdigen Manövern erlebe ich seltener, aber vielleicht fallen sie mir halt nicht so auf bzw. begegnen mir seltener. Am beliebtesten sind wohl die Nummern "Fahren ohne Licht", in die falsche Richtung der Einbahnstraße und auf der falschen Seite des Radwegs, wobei ich für die beiden letzteren ein gewisses Verständnis aufbringe - es macht keinen Spaß, zweimal minutenlang an Ampeln zu warten, wenn man nur 300 m in die "falsche" Richtung fahren muss.

Gewisse Trottel würde man auch nicht mit einer Verbesserung der Verhältnisse für Radfahrer ändern, aber es gibt etliche Situationen, wo es mir schon sehr schwer fällt, mich regelkonform zu verhalten, weil es einfach nur nervt. Beispielsweise gibt es hier massenhaft Einbahnstraßen, die teilweise auch für Radfahrer nicht in die andere Richtung/ auf dem Gehweg freigegeben sind. Um zu meiner Wohnung zu kommen, muss ich in so eine Straße. Auswahl: schieben (dauert eine Weile), größerer Umweg (mit dem Auto ist es mir auch egal, ob ich 1000 m mehr fahre, mit dem Rad halt eher nicht) oder illegal verhalten. Meist fahre ich den Umweg, aber es ist schon echt ätzend, nachts bei Regen unnötig lang durch die Gegend zu fahren, während in der Einbahnstraße und auf ihrem Gehweg weit und breit kein Fahrzeug zu sehen ist.
Den Autofahrern in der Innenstadt würde ich an sich gerne durch Benutzung der Fahrradstraße aus dem Weg gehen, aber die ist zu großen Teilen mit Kopfsteinpflaster ausgelegt - fährt sich seeeeehr angenehm...

Von daher fahre ich in der Einbahnstraße auch mal auf dem Gehweg, ABER nur dann, wenn ich keinen gefährde (wenn da z.B. ein Fußgänger kommt, verlangsame ich die Fahrt und bremse ggf., um am Fußgänger vorbeizuschieben - aber viele Fußgänger lächeln auch freundlich und lassen einen durch; so mache ich es auch, wenn ich zu Fuß unterwegs bin... sind wohl die Fußgänger, die auch manchmal in solchen Straßen Fahrrad fahren ;-)).

In Jules Schilderung kann ich aber auch allenfalls für die Einbahnstraßenradler Verständnis aufbringen - und da das Kriterium "gefährdet niemanden" offenbar nicht eingehalten wurde, eigentlich doch eher keines.

Anonym hat gesagt…

Teilweise sind Einbahnstrassen Explizit für Radfahrer in der Gegenrichtung freigegeben, also obacht. An solchen bin ich leider schon an Autofahrer geraten die meinen eine erziehen zu müssen..

Niklas hat gesagt…

Jetzt hast du Scheibenwischer bekommen, aber immer noch keine Nasenspülkanne.. ;_;

Mastacheata hat gesagt…

Ich hab mir angewöhnt als Reaktion auf den "Scheibenwischer" freundlich zu lächeln und je nach Situation mündlich oder mit Gesten ebenso freundlich zu grüßen.
Die meisten Leute sind danach entweder perplex und halten die Klappe oder regen sich darüber dann noch mehr auf.
Beide Reaktionen sind mir dann in der Regel aber auch egal.

jali hat gesagt…

@Seemädel: Leider beschränkt sich das merkwürdige Verhalten mancher Radfahrer nicht auf den Umgang mit den (im Straßenverkehr ja "stärkeren") Autofahrern.

Das gilt natürlich nicht für alle Radfahrer. "Den Radfahrer" gibt es genauso wenig wie "den Autofahrer".

Ich bin ziemlich viel zu Fuß unterwegs, und meine Beobachtung ist dabei, dass Radfahrer häufiger Verkehrsregeln missachten als Autofahrer.
Vielleicht weil sie denken "mit dem Rad ist es ja nicht so schlimm."
An manchen Punkten geht das, finde ich, auch in Ordnung, wenn man sich vergewissert, dass niemand gefährdet oder behindert wird.

Leider sind es oft eben jene Radfahrer, die alle Regeln missachten, die dann auch noch am aggressivsten auf ihrem Opferstatus beharren, und meinen sie hätten immer Recht.
Ich laufe sehr viel, vor allem die knapp 4km Arbeitsweg jeden Tag (als typischer Büromensch mit gesunder Monitorbräune tut mir die Bewegung gut). Was einem da so alles begegnet ist mitunter abenteuerlich. Besonders auf einem Abschnitt, wo die Straße mit Kopfsteinpflaster ausgelegt ist, fahren die Radler gerne auf dem schmalen Bürgersteig.

Wehe dem Fußgänger, der da nicht schnell genug zur Seite springt. Die "Scheibenwischergeste" iat noch die harmlose Variante. Verbale Beleidigungen erlebe ich da eigentlich jeden Tag. Hin und wieder habe ich auch schon einen Ellenbogen abgekriegt, und einmal ist sogar ein Typ angehalten, hat mir wortlos eine gescheuert, und ist dann weitergefahren.

Ozyan hat gesagt…

Ich bin meistens als Fußgänger unterwegs und stelle wie die meisten hier fest, dass es in allen Gruppen ziemliche Idioten gibt... Da sind zum einen die Radfahrer, die bei uns in der Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung auf dem Fußweg fahren (sorry, Seemädel, aber der Weg ist eh schon schmal und auch teilweise zugeparkt - womit wir schon beim nächsten Beispiel angekommen wären...); die Autofahrer, die mich schon mehrmals morgens fast auf die Hörner genommen hätten, weil sie der Meinung waren, gerade dann losfahren zu müssen, wenn ich bei Fußgängergrün an der Ampel auf die Straße trete; oder aber auch die Fußgänger, die unbedingt eine sechsspurige Hauptverkehrsstraße bei roter Ampel überqueren wollen.

@ anonym vom 15.6., 14:34 Uhr
Das einzige Mal, dass ich einem Radfahrer vor Schreck fast ins Rad gesprungen bin, war der Moment, als er mich in einem Höllentempo mit 10 cm Abstand auf dem Fußweg ohne zu klingeln überholt hat ;-)

@ Jule
Ich muss zugeben, ich hatte das Hupen beim ersten gucken (ohne den Artikel vorher komplett gelesen zu haben) auch nichtauf den ausparkenden Wagen bezogen. War wahrscheinlich durch das, was ich bereits gelesen hatte, zu sehr auf Fahrradfahrer fixiert :D

Dennis hat gesagt…

Hallo Jule,

das Verhalten dort von dem Fahrradfahrer ist nicht Ordnung, aber man sollte nicht alle Fahrradfahrer nun in einen Topf werfen. Es gibt in jeder Gruppe der Verkehrsteilnehmer Vernünftige und Unvernünftige.

Liebe Grüße
Dennis

Augustina hat gesagt…

Ja, sollte man. Und das sage ich als Radfahrerin.

ThorstenV hat gesagt…

@ Clavicular
Jeder Autofahrer sollte eine Kamera mit sich führen. http://hoechststrafe.dorkawings.de/2013/01/im-falschaussagekarussel/

Jule hat gesagt…

Dass die Einbahnstraße nicht für beide Richtungen freigegeben ist, sieht man unter anderem daran, dass unter dem Einbahnstraßenschild der entsprechende Hinweis fehlt.

Und ich fahre deshalb an der Stelle an der Radlerin vorbei, weil sie erkennbar nach rechts lenkt und mich vorbei lassen möchte. Vermutlich hat sie das Hupen auf sich bezogen - im Ergebnis ist sie aber stehen geblieben.

Clavicular von PL hat gesagt…

@ThorstenV

da hast du recht. Einem Kollegen hat dies schon mehere Male geholfen. Beim einen mal konnte er sich damit entlasten. Bei mehrfachen (!) anderen Malen konnte er die Reperaturkosten durch misslungene Ausparkmanöver Anderer auf diese abwälzen, inkl. Anzeige wegen unerlaubten entfernen vom Unfallort.

Nur hätte ich bedenken, dass mir irgendwer aus meinem geparkten Auto die Kamera entwenden würde :/