Donnerstag, 17. Oktober 2013

Ein neues Semester

"Das fängt ja gut an.", kommentierte Marie ihren ersten Tag des neuen Semesters. Dass Vorlesungen in Anatomie künftig auf Englisch gehalten werden sollen, weil die neue Dozentin darauf Bock hat, ist eine Sache. Dass sie dabei so nuschelt, dass niemand ein Wort versteht, ist eine andere (Sache). Dass sie aber nicht in der Lage war, mit einem Kommilitonen, der zweisprachig aufwuchs, weil dessen Eltern aus Amerika nach Deutschland kamen, als er drei Jahre alt war, eine Fachfrage auf Englisch zu klären und sich da einen abgestottert hat, war unsere Rettung. Ich habe ja nichts gegen Vorlesungen auf Englisch, aber es sollte für jemanden, der Englisch als Muttersprache hat, schon möglich sein, dem Inhalt irgendwie zu folgen. Wenn selbst er zunächst vier Mal, zunächst sehr freundlich, darum bittet, sie möge etwas lauter und auch etwas deutlicher sprechen, bei ihm käme das akustisch nicht an, und sie ihn anpampt, er möge doch sein Englisch aufbessern, leider sei der Einsteigerkurs für die Erstsemester gerade vorbei, aber es gebe sich mit Sicherheit noch die eine oder andere Möglichkeit an der Volkshochschule, dann halte ich die Areale für relativ deutlich abgesteckt. Wuff.

Wir müssen in diesem Semester unter anderem ein Vorbereitungspraktikum "Einführung in die klinische Medizin" belegen. Vorgesehen sind sieben Termine jeweils samstags, was mir irgendwie so gar nicht passt. Marie und ich starteten aber noch vor dem Mittagessen einen schnellen Zugriff. Als wir nämlich sahen, dass eine absolut begehrte Internistin auch auf der Liste derer stand, die Praktikanten betreuen, wollten wir keine Sekunde warten. Und wir haben es geschafft: Wir sind fest bei ihr eingeplant. Diejenigen, die erst zum Mittagessen waren, gingen bereits leer aus. Wie war das mit dem frühen Vogel?

Nicht ganz so schön, und insofern hatte Marie mit ihrem Das-fängt-ja-gut-an-Kommentar schon deutlich vorgegriffen, war der Weg zurück. Wir mussten beide dringend aufs Klo, es gab ein Rolli-WC in einem Gang im gleichen Stockwerk, in dem auch die Internistin ihr Zimmer hatte, und eins im Erdgeschoss. Mit Ching, Chang, Chong bekam ich das WC auf derselben Etage, während ich Marie ins Erdgeschoss schickte. Als ich zehn Minuten später im Erdgeschoss vor dem Rolli-WC stand, war das offen und niemand war drin. Ich guckte mich um, fand Marie nirgendwo. Ich schrieb ihr eine SMS, bekam aber keine Antwort. Ich war gerade auf dem Weg nach draußen, als ich mich über einen schrillen Piepton wunderte, den ich nun schon mehrmals gehört hatte und den ich nicht zuordnen konnte. Das wird doch nicht etwa...

Doch. Marie steckte in dem anderen der beiden Aufzüge fest. Der Aufzug war, wie sich später herausstellte, zunächst nach oben gefahren, weil dort wohl auch jemand gedrückt hatte, hatte dabei allerdings irgendwas verkehrt gemacht. Jedenfalls ging die innere Tür auf, ohne die äußere mitzunehmen. Marie meinte, danach polterte die innere Tür noch ein paar Mal auf und zu, dann war Feierabend. Handyempfang war nicht, aber wenigstens funktionierte die Alarmklingel.

Ich dachte zuerst, vielleicht steckt die Kabine ja noch in dem Stockwerk, in dem wir losgefahren sind, und fuhr mit dem anderen Aufzug dorthin. Prompt lief mir die Internistin über den Weg. Sie wollte eigentlich gerade in das Treppenhaus neben den beiden Aufzugstüren. "Na, noch was vergessen?", fragte sie mich. Ich antwortete: "Ja, Marie. Ich glaube, sie steckt im Aufzug fest. Wir haben uns getrennt, weil wir beide aufs Klo müssen. Ich oben, sie unten, hatten wir ausgemacht. Unten ist sie nicht, auf SMS antwortet sie nicht, dafür drückt hier aber jemand ständig den Alarmknopf."

Wie auf Kommando piepte es wieder schrill. Die Ärztin wummerte mit der flachen Hand gegen die Blechtür und brüllte: "Hallo?!" - Und fügte dann leise hinzu: "Jemand ze Hage?"

Oben piepte es gleich wieder und in der Kabine polterte auch jemand herum. Die Ärztin nahm ihr Telefon aus dem Kittel und ließ sich mit dem Aufzugstechniker verbinden. "Hier steckt jemand im Aufzug. Was für eine Nummer? Oben links an der Tür ist keine Nummer. Was? Nein, ich brauch keine neue Brille." - Kopfschüttelnd steckte sie ihr Telefon wieder weg und meinte, sie würde noch einen Moment warten, ob wirklich jemand kommt. Wir fuhren mit dem anderen Aufzug in das Stockwerk, wo die andere Kabine festhing. Nach 10 Minuten rief sie das zweite Mal an. Der Dialog war köstlich: "Ich habe Ihnen doch eben schon gesagt, dass hier keine Nummer an der Aufzugstür steht. Ich habe Ihnen gesagt, in welchem Haus. Das müsste doch reichen, das Gebäude ist ausgeschildert. Kommen Sie jetzt oder soll ich die Feuerwehr rufen?"

Nach drei Minuten hatte der Techniker uns gefunden. Er öffnete mit einem Dreikantschlüssel die äußere Kabinentür. Drinnen stand Marie, die auch erstmal einen Anschiss bekam: "Was hast du denn mit dem Aufzug gemacht? Von alleine passiert das nicht, dass die Türen sich verhaken." - Marie antwortete: "Ich habe nur auf 'E' gedrückt." - "Dann wäre hier ja nicht die Tür ausgehakt. Da muss ja schon jemand mit brachialer Gewalt nachgeholfen haben."

Die Ärztin sagte: "So, Marie, kommen Sie bitte? Wir haben noch was anderes vor." - Zum Glück hatte er nicht gesehen, dass Maries Rolli bereits tropfte. Ein weiterer blöder Kommentar hätte noch gefehlt. Die Ärztin meinte, als wir in dem anderen Aufzug nach unten standen: "Wollen Sie eben kurz auf der Station duschen? Ich organisiere Ihnen eine trockene Hose. Ich hätte weiß, grün oder blau im Angebot."

Marie wurde dunkelrot und guckte unauffällig an sich herunter. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Marie funkelte mich an. Die Ärztin schleuste Marie auf einer Station ins Patientenbad. Eine Schwester kam vorbei: "Ich habe hier eine Studentin im Rollstuhl, die hat sich bei mir im Praktikum was über die Hose gekippt und muss kurz duschen. Kann sie aber alleine. Habt ihr noch eine weiße Hose und ein weißes weibliches Hemd in S für sie?" - Der Weg nach Hause war gerettet...

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Also ich wäre nicht noch im Aufzug gefahren, wenn ich wüsste, nebenan sitzt meine Freundin fest *schisshab*.
Aber am Ende ist ja alles gut gegangen, samt trockener Hose ;-)

Banane hat gesagt…

Hi Jule,

ich weiß ja nicht, wie dein Studium organisiert ist, bzw. wie verschult es ist...
Aber ich hatte mal eine Vorlesung bei bei einem südeuropäischen Professor, der weder richtig Englisch noch Deutsch konnte und trotzdem versucht hat, die Vorlesung auf Englsich zu halten.
Zum Glück war es kein Problem, diese Vorlesung einfach nicht mehr zu besuchen und zwei Semester später bei einem besseren Professor nachzuholen.
Ich hoffe mal, du kannst diese Vorlesung einfach auch auf ein späteres Semester verschieben und auf einen besseren Professor hoffen, den man zumindest versteht.

Durch einen Praktikumsversuch mit einem in völlig unverständlichem Englisch sprechenden Tutor asiatischer Herkunft habe ich mich dagegen irgendwie durchgemogelt, ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, was uns der Tutor zeigen wollte. (Selbstständig arbeiten konnten wir dort ja sowieso nicht, da wir nicht verstanden haben, was er von uns wollte)

Trotz solcher Probleme (mit denen wohl fast jeder Student mal kämpfen muss) wünsche ich dir natürlich weiterhin viel Erfolg im Studium!

Gruß
Banane

Anonym hat gesagt…

Was für ein Pech. Der Techniker hätte sich seine Kommentare besser sparen sollen. Wenn ein Fahrstuhl ausfällt ist das doch kein Weltuntergang und wohl in den wenigsten Fällen liegt die Schuld beim Benutzer *Augen verdreh*
Aber ihr hattet Glück mit der Internistin, das ist ja wenigstens etwas.

Mal was anderes: Deine Blogeinträge werden mir häufig erst Tage später angezeigt. Woran könnte das denn liegen?

Stephan Goedecke hat gesagt…

Wird die Vorlesung jetzt wieder auf Deutsch gehalten?

Ich fand es in meinem Studium auch bemerkenswert, dass die englischsprachigen Vorlesungen von mäßiger Qualität waren. Entweder gab es deutsche Grammatik mit englischen Vokabeln oder englische Grammatik mit einem 300-Worte-Wortschatz (hauptsächlich "this", "thing", "make", "do").
Wenn ich eine englischsprachige Vorlesung anbiete, dann bitte nur nach entsprechender aktueller Erfahrung. Es nützt nichts, vor langer Zeit mal ein paar Monate in den USA gelebt zu haben, sprachlich ist man da bald wieder raus.

Wie ist das eigentlich bei Euch? Ist in der Anatomievorlesung auch ein praktischer Teil inklusive oder kommt das später?

Wünsche Euch einen guten Start in's neue Semester :)

Edelnickel hat gesagt…

Puh, das fing ja wirklich doof an. Schön, dass ihr beide einen Platz bei der Fachkraft eurer Wahl bekommen habt und sie außerdem so hilfsbereit und sozial geschickt war.

Aber gegen eure brachialen Gewaltausbrüche müsst ihr echt mal was machen, das geht ja so nicht. ;)

rike hat gesagt…

Habt ihr die Tür eingetreten, was? ;)
Das ging ja echt gut los...
Das Label "Inkontinenz" braucht der Beitrag m.E. nicht - hätte mir so auch passieren können.

Anonym hat gesagt…

@Anonym 20.10.13 - 16:40

ne, den Schiss ist Jule bereits wenige Minuten vorher losgeworden

*sorry für den Wortwitz*

jali hat gesagt…

Der Techniker hat wohl auch nicht wirklich durchgeblickt. Ich weiß ja nicht was für Fahrstühle die da haben, aber die Türen ausgehakt bekommt man eigentlich nur, wenn man ziemlich kräftig dagegen tritt. Wenn die Türen zugehen und dabei gegen den Rollstuhl donnern, sollte das eigentlich nicht passieren, sondern bloß die Tür wieder aufgehen.

Wie eine Rollstuhlfahrerin gegen die Außentür eines Fahrstuhls tritt während sie selbst in der Kabine ist, soll der mir mal vormachen.

Dale hat gesagt…

Da hat die Internisten aber ganz cool, ganz souverän gehandelt. Find ich klasse, Daumen hoch!

Anonym hat gesagt…

"Dann wäre hier ja nicht die Tür ausgehakt. Da muss ja schon jemand mit brachialer Gewalt nachgeholfen haben."

Vermutlich hat Marie sich in Hulk-Manier mit ihrem Rollstuhl während der Fahrt so fest gegen die Tür gewuchtet, dass die Tür ausgehakt ist? Oder wie hat er sich das vorgestellt? Möglicherweise hatte sie auch einen Vorschlaghammer oder ein Stemmeisen im Sitzkissen versteckt? Und das hat sie dann gemacht weil sie sich schon eingepischert hatte und sie dachte, wenn schon denn schon?

Manchen Menschen fehlt's an logischem Menschenverstand.

Aber schön, dass die Internistin reagiert hat, wie sie reagiert hat. Jemand ze Hage?!

Anonym hat gesagt…

es steht ja brachiale gewalt da. und arme hat marie doch noch? damit koennte sie auch brachiale gewalt anwenden ;)

Blogolade hat gesagt…

Jemand zu Hage?

Ganz großes Kino! Kopf hoch an Marie, das kann doch mal passieren.

Blöde Frage: rechnete sich das zeitlich wirklich, dass Marie runter fährt? Ich hätte gedacht ihr lost aus, wer als erstes darf? Macht ihr vermutlich beim nächsten Mal, oder? ;)

Mastacheata hat gesagt…

@Anonym 20. Oktober 2013 18:14:
Mal was anderes: Deine Blogeinträge werden mir häufig erst Tage später angezeigt. Woran könnte das denn liegen?


Zur Lösung kann ich zwar nicht beitragen, aber das Phänomen ist mir durchaus bekannt.
Könnte vielleicht sein, dass Jule die Beiträge auf Halde schreibt und dann erst später öffentlich freischaltet.
Das würde im übrigen auch erklären warum die Kommentare zu einem Eintrag vom 17. erst 3 Tage später beginnen.


Das mit dem "versuchen wir doch mal englisch wenn deutsch schon so schwer ist", scheint mir ein allgemeines Symptom an deutschen Universitäten zu sein.
Hier in Aachen habe ich Erfahrungen mit einem Asiaten (mutmaßlich Koreaner) machen dürfen der so schnell und unverständliches gebrochenes englisch sprach, dass man die Vorlesung auch gleich auf koreanisch hätte halten können.

Dennis hat gesagt…

Marie hat sich hoffentlich von dem Erlebnis nicht den Tag verderben lassen.
Der Techniker ist irgendwie etwas fehl am Platz. Es gehört doch zu seinen Aufgaben, dass er die Leute aus dem Fahrstuhl befreit, sollten welche in einem Gefangen sein.
Habe es selbst mal erlebt, dass die Innentür nur aufging und nicht die äußere mit. Warum das passierte weiß ich nicht.
Ich finde die Ärztin hat wirklich super dort gehandelt :)

Anonym hat gesagt…

Ich frage mich immer, wie wohl Eltern reagieren, deren Kind mit 20 noch in die Hosen macht. Nicht falsch verstehen, ich weiß, warum das passiert und dass sie nichts dafür kann. Aber ich frage mich trotzdem, ob man sich für so ein Kind nicht auch mal schämt. Oder ob Marie sich dafür schämt.

Anonym hat gesagt…

Hallo Jule,

da hat die Internistin aber sehr gut reagiert. Schon bei dem "Jemand ze Hage" habe ich gedacht, dass sie wohl sehr entspannt ist und ... naja, du hattest ja schon erwähnt, dass sie eine Gute ist.

Mich würde eins interessieren, weil ich es mir nicht vorstellen kann. Wenn Marie so einen "Unfall" hatte, kriegt man dann den Rollstuhl überhaupt wieder sauber? Oder stinkt der dann auf ewig? Das sind doch alles Stoffpolster und weiche Kissen ... meine Oma hat früher immer auf die Couch gepinkelt ... ich frag ja nur mal.

Jule hat gesagt…

@10.42: Soweit ich das beurteilen kann, lieben die Eltern ihr Kind.

@10.47: Wenn ich auslaufen könnte, setze ich mich nicht auf eine Couch. So handhabt das auch Marie. Wenn es sein könnte, dass ich in meinen Rollstuhl pinkel, bestelle ich den so, dass Polster und Kissen keine Flüssigkeit aufsaugen. Oder ohne großen Aufwand in der Waschmaschine gewaschen werden können. So handhabt das auch Marie.

Polly Oliver hat gesagt…

Hey Jule,
ich lese mich im Moment ganz fleißig durch deinen Blog, sehr interessant und auch amüsant :)
Bei der Anatomie-Tante ;) musste ich ein bisschen an meine Anatomievorlesungen in Budapest denken, allerdings habe ich Tiermedizin studiert. Wenn du mal wissen willst, wie das war, gib bei youtube "Anatomie Vorlesung Budapest" ein. Das Video mit der Tafel, da siehst du den verehrten Prof. Sótony (oder so ähnlich), der Sprüche geprägt hat wie: "Wenn sie brauchen keinen Schlaf, sie können schaffen dieses Studium!" oder "Ich weiß, steht schon anders in Anatomiebuch, aber ich habe seziert 500 Mal"
Und ich kann dir sagen, man gewöhnt sich dran, echt! Man macht nur leider die Vorlesungsmitschriften in einer gruseligen Grammatik. Und ja, ich habe auch schon Vorlesungen auf gruseligem Englisch gehabt. Und davon nicht nur eine.

Und den Spruch: "Weil sie es kann!" von der Internistin finde ich großartig! Ich habe mir nämlich gerade überlegt, wie es bei uns Tiermedizinern wohl wäre, wenn jemand im Rollstuhl sitzt. Mal abgesehen davon, dass die Fakultät, an der ich studiert habe, schon ziemlich alt ist und wir fast nie in einem Hörsaal Vorlesung hatte, in den du ohne Hilfe rein gekommen wärst.
Aber ich denke, es würde sich schwieriger gestalten, da zumindest die praktischen Übungen und Prüfungen (das ist bei uns ja ein bisschen anders, ich hatte im Staatsexamen 13 praktische Prüfungen) an den Großtieren ein Problem sein könnten. Und das finde ich irgendwie schade!

Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass du das alles gewuppt kriegst, bei uns zumindest war nach dem Physikum alles wesentlich entspannter. Es wird halt leider immer gerne vergessen, dass die Forschung voran schreitet, es immer mehr Informationen und Erkenntnisse gibt, die Anzahl der Semester aber eben gleich geblieben ist und man somit leider mehr in der gleichen Zeit lernen musst als eben vor 20 Jahren.

Liebe Grüße, Polly

rike hat gesagt…

Lasst uns 10:42 mal in einen Aufzug sperren, wenn er grad dringend für kleine Ignoranten muss... Ob sich seine Eltern dann schämen? Ob er sich dann schämt?
Spannende Frage!

Klaus hat gesagt…

Also mit dem frühen Vogel war das so: Den holt am Nachmittag die ausgeschlafene Katz!

Anny hat gesagt…

Also irgendwie stehe ich auf dem Schlauch. Entweder kenne ich den Ausdruck nicht oder ich kapiere es wirklich nicht: Was bedeutet denn "Jemand ze Hage?"?

Ich finde es super, wie die Internistin reagiert hat. So etwas zu lesen, freut einen dann richtig.

Sven hat gesagt…

@10:42: Als Vater kann ich mir nicht vorstellen mich für ein eigenständiges, vernünftiges Kind zu schämen, dass hin und wieder den Kampf gegen die Inkontinenz verliert. Mal ganz abgesehen von der geschilderten Situation.

Schnuffelsocke(n) hat gesagt…

Mensch Jule, hast du auch Tage an denen mal gar nichts ist?
Nicht, dass ich dir da jetzt einen Vorwurf machen möchte oder ähnliches.
Aber ich hab langsam das Gefühl, dass ihr Rollifahrer und auch andere Behinderte irgendwie echt "alles Pech der Welt" anzieht. Kann das sein?

Zum Thema 20 Jahre alt und Inkontinenz... *grübel*
Ich kann nicht nachvollziehen, warum man sich irgendwie schämen sollte, weil der Körper "nen bisschen spinnt" und man deswegen nicht alles so machen kann wie man das gerne hätte... Ich mein, für andere Sachen schämen sich Eltern doch auch nicht, oder?!

Blogolade hat gesagt…

Liebe Jule, ich hoffe du steckst nur gerade im Unistress und bist nicht schon wieder Gast in der "eigenen" Uniklinik?

Jule hat gesagt…

@Anny:
"Jemand ze Hage?" stammt aus einer Komödie von René Marik, in der ein sprachbehinderter Maulwurf ("Maulwurfn", mit Blindenbinde) vorkommt.

Er begegnet entweder der Barbiepuppe („de Barbe“) oder verschiedenen Figuren aus der Grimmschen Märchenwelt und fällt dabei vor allem durch seine gutmütige Naivität sowie durch seine eingeschränkte Syntax und Sprechweise bzw. seine sehr eigenwillige Aussprache auf: "Hage! Jemand ze Hage?" (Hallo! Jemand zu Hause?), "Rapante" (Rapunzel), "Schneewante" (Schneewittchen), "Froschn" (Frosch), "We ha Becha gage?" (Wer hat aus meinem Becher getrunken?).

Anny hat gesagt…

@Jule: Ach ja, den Maulwurfn kenne ich sogar! Nur den Spruch nicht. Jetzt weiß ich ja, was ich mir heute Abend angucken werde. :)