Dienstag, 5. November 2013

Das Waschbecken

Ich schulde ja noch eine Auflösung ... Was hängt an der Wand und schützt vor Brechdurchfall?

Ich erwähnte ja bereits, dass ich viel zu kompliziert gedacht habe. Im ersten Moment habe ich an irgendwelche Bakterien gedacht, die möglicherweise ihre krankheitserregenden Kolleginnen und Kollegen bekämpfen. Nach einer Sekunde habe ich mich dann auf den Desinfektionsmittelspender besonnen, der bei mir zu Hause zwar nicht an der Wand hängt, dafür aber im Krankenhaus. Alles zu kompliziert. Es ist: Das Waschbecken.

Hände waschen hilft. Allerdings sollte man auch Seife dazu nehmen, nur einmal mit Wasser bespritzen hilft nicht wirklich.


Und noch was: Die Rolle samtweiches Klopapier, die an diejene Leserin oder an denjenigen Leser gehen sollte, der mir die Funktion "Gesamtes Toilettenbecken um einen Meter anheben" erklären kann, bleibt bei mir. Die richtige Antwort war nicht dabei. Dafür waren mir etliche Leser schon wieder zu aggressiv, so dass ich schon wieder zum Rundumschlag ausgeholt und mindestens 10 Kommentare gelöscht habe, darunter auch jenen mit dem Fo...-Schimpfwort, das mir galt, weil jemand den Eindruck gewonnen hatte, ich könne mir ja nicht vorstellen, dass es neben Rollstuhlfahrerinnen auch noch Leute gibt, die Hüftprobleme haben und sich nicht so tief setzen können.

Doch, das kann ich mir vorstellen. Selbst, wenn das nicht so wäre, wäre ich wohl damit nicht automatisch eine "Fo..." oder eine "dumme Sau". Ich habe aber schließlich nicht gefragt, warum es höhenverstellbare Toiletten gibt. Ich habe nach der Funktion "um einen Meter anheben" gefragt, denn ich konnte mir nur nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die 4,50 Meter groß sind. Das auf dem Bild zu sehende Waschbecken hängt in rund 80 Zentimeter Höhe. Wenn nun das Toilettenbecken höher heben lässt als das Waschbecken hängt, braucht jemand eine Unterschenkellänge von rund einem Meter, um in der höchsten Position des Toilettenbeckens im Sitzen noch die Füße auf die Erde zu stellen.


Ich habe allerdings eine E-Mail bekommen, in der mir jemand erklärt hat, was das soll: Es gibt Menschen, denen der Dickdarm entfernt worden ist. Ohne Dickdarm bekommt man keinen geformten Stuhl. Einige dieser Menschen haben dann ein (Ileo-) Stoma, also einen künstlichen (Dünn-) Darmausgang durch die Bauchdecke. Davor hängt ein Beutel, der von Zeit zur Zeit geleert werden muss. Dafür hat er unten eine Klammer, die man aufmacht und dann läuft die Soße unten raus. Damit man das nicht im Waschbecken machen muss und sich auch nicht auf einen dreckigen Fußboden vor das WC knien muss (oder sich alternativ eine gesprenkelte Hose holt), kann man das WC bis auf Bauchnabelhöhe anheben. Voilà.

Kommentare :

Tamani hat gesagt…

Jetzt wo dus sagst klingt es eigentlich ganz logisch. Hätte man drauf kommen können, bin ich aber leider auch nicht...

LG Tamani

Christian hat gesagt…

Schon traurig wie manche sich nicht zu benehmen wissen.
Niemand verlangt das ihr mit der Blogbschreiberin einer Meinung sein sollt, aber Beleidigungen gehen überhaupt nicht.

Blogolade hat gesagt…

Ach Mensch. Ich lag sogar mal mit einer Frau mit so einem Beutel (so nannte sie es) zusammen im Krankenhaus aber dass ihr die Toilettenhöhe da Schwierigkeiten macht, hat sie nicht erwähnt.
Schön dass zumindest in den Krankenhäusern an diese Patienten gedacht wird.

Anonym hat gesagt…

Ich hatte dich auch darauf hingewiesen, dass es für Leute mit Hüftprobleme sein könnte. Ich kann mich aber nicht erinnern, dumme Sau gesagt zu haben, das gehört nicht in meinen Sprachgebrauch!

Jule hat gesagt…

@12.56 Uhr: Dann solltest du dich auch nicht angesprochen fühlen. Es gab mehrere Kommentare, in denen Schimpfworte gebraucht wurden. Die habe ich nicht veröffentlicht, sondern gelöscht.

Genauso wie mir das mit dem Stoma nicht klar geworden ist, hätte es ja auch wegen Hüftproblemen oder ganz was anderem sein können. Dann kann man sagen: "Du, ich glaub, das ist für Hüftprobleme." Und dann ist es gut. Man muss aber keine Schimpfwörter und Hassreden einbauen, ich würde nur an mich selbst denken und hätte keinen Blick für meine Umwelt und ähnliches, wie es andere, nicht du, gemacht haben. Selbst wenn man diesen Eindruck hat, könnte man das vernünftig und ohne "dumme Sau" bzw. "Fo..." verfassen.

Schnuffelsocke(n) hat gesagt…

*grübel*
Ich bin gerade wirklich verwirrt....
Hat dir das mit dem Stoma ein/e StomaträgerIn selber gesagt?
Ich war zwar "nur" ca. 4 Monate mit einem Stoma versorgt, aber derartige Probleme hatte ich mit Toiletten nicht. Hab es ganz gut hin bekommen, den Beutel zu leeren, ohne mich einzusauen.
Das Einsauen kam nur dann, wenn mein Stoma insgesamt der Meinung war gemein zu mir zu sein. ;)

Edelnickel hat gesagt…

Öffz, schade, dass es hier scheinbar doch öfter mal zu solchen verbalen Ausfällen kommt. Für solche Belange sollte man das Klo noch etwas höher verstellen können, damit sich betreffende Personen den Sch** leichter von der Leber reden können und es eben NICHT hier landet.

Danke für die Aufklärung! Ich wär da niemals drauf gekommen.

Olli hat gesagt…

Schade aber thats life was hier passiert. Als alter *hüstel* Optimist behaupte ich aber mal, niemand kann sicher wissen, ob nicht mancher dieser Verbalgrobmotoriker auf lange Sicht nicht gerade durch Menschen und Texte wie Jule und ihren Blog eben doch verändert, ich will nicht direkt sagen verbessert, wird.