Montag, 25. November 2013

Nicht schwul

Mit dem Auto zur Uni zu fahren, ist selbst dann keine gute Idee, wenn man einen blauen Parkausweis hat. Wenn es aber wie aus Eimern schüttet und ich etwas vortragen soll, ich also nicht unbedingt entweder pitschnass oder mit tropfender Regenkleidung im Gepäck dort ankommen will, mache ich schon mal eine Ausnahme. Oder besser: Marie macht eine Ausnahme. Sie war aus den gleichen Gründen mit dem Auto zu mir gekommen. Wir wollten noch etwas vorbereiten, anschließend gemeinsam zur Uni aufbrechen.

Obwohl ich selbst gerne Auto fahre, bin ich auch mal ganz froh, wenn ich nicht selbst lenken muss. Vor allem dann, wenn etwas passiert, was sonst nur wieder meinem Idiotenmagneten zuzuschreiben gewesen wäre. Diesmal hatte ich meinen definitiv nicht dabei.

Es schüttete nach wie vor, der Scheibenwischer rödelte auf höchster Stufe, die Scheiben waren dank Klimaanlage frei, sehen konnte man trotzdem nicht viel. Die Blechlawine quälte sich mit durchschnittlich 35 km/h von Ampel zu Ampel. Wir fahren über eine mehrspurige Straße, müssen rechts abbiegen. Noch ist rechts neben uns eine Busspur, dann kommt eine Bushaltestelle, bei der der Bus in der Busspur hält, direkt danach wird die Busspur zum Rechtsabbiegerstreifen. Die Markierung ist eindeutig: Die Busspur endet mit einer fetten, durchgezogenen, geschwungenen Linie.

Wir warten also im stockenden Verkehr auf Höhe der Bushaltestelle, Marie blinkt rechts und wartet brav, bis es weitergeht und sie nach rechts in die Abbiegerspur wechseln kann. Fährt an, schaut in den rechten Spiegel, schaut sogar über die Schulter, sieht nichts und zieht in Schrittgeschwindigkeit nach rechts. Nein, falsch, da kam kein Bus...

Aber ein anderer Chaot, der mit einer irren Geschwindigkeit über die kilometerlange Busspur rechts am Stau vorbei gedonnert ist und nun nicht damit gerechnet hat, dass dort, wo diese Spur endet und wieder für den allgemeinen Verkehr freigegeben wird, sich nun Leute einfädeln. Man hörte also nur das Schliddern von Reifen auf regennasser Fahrbahn, das nicht enden wollte. Marie hatte das auch sofort wahrgenommen und bremste. Da wir, wie gesagt, höchstens Schrittgeschwindigkeit fuhren, stand Maries Auto sofort. Ich war bereits völlig erstarrt, wartete innerlich auf das Knirschen, rechnete damit, gleich irgendwas oder irgendwen auf dem Schoß zu haben und ...

... sah lediglich, wie ein aufgemotzter Golf mit ultrabreiten Schlappen in einer unglaublichen Geschwindigkeit ohne uns zu berühren an uns vorbei rutschte und, sofort nachdem er an uns vorbei war, über den Radweg schlidderte, ein Verkehrsschild wie ein Streichholz umknickte und in ein paar Fahrradbügeln zum Stehen kam. Eine Horde Fußgänger sprang erschrocken in Deckung, einer ließ dabei seinen Regenschirm wegfliegen. Marie guckte mich völlig entgeistert mit großen Augen an. Ihre erste Frage war: "Wo kam der denn her?"

Ich antwortete: "Über die Busspur vermutlich. Keine Ahnung. Mach die Kiste aus, Warnblinker an, Bullen rufen." - "Was für eine Scheiße! Ich hab den wirklich nicht gesehen!" - "Marie, es ist niemand verletzt, alles andere klärt sich und du bist versichert. Warte erstmal ab und am besten sagst du erstmal gar nichts."

Der Typ stieg aus seinem Auto aus, brüllte wie am Spieß. "Das wird teuer, der schöne Wagen, gerade neu, kannst du mir Euro für Euro bezahlen, das kommt davon, wenn man Frauen Auto fahren lässt."

Da es ohnehin gefährlich ist, im Regen im fließenden Verkehr auszusteigen und dabei die Rollstühle zusammen zu bauen, entschlossen wir uns, dass es besser sei, einfach mal die Zentralverriegelung zu schließen und die Polizei zu rufen. Vor uns kam ein Renault Espace im Rückwärtsgang zu uns zurück, dessen Fahrer stieg mit einem Schirm in der Hand aus. Hinter uns hielt ein Pritschenwagen, ein Mann im Blaumann kam an Maries Tür gelaufen. Sie öffnete das Fenster ein Stück. "Lasst euch von dem Spinner nichts erzählen, wenn der Ärger macht, dann ruft mich an, hier ist meine Karte. Ich muss leider weiter zum Termin."

Als er wieder weg war, kam der etwas aufgedrehte Golffahrer an Maries Tür, zog am Griff, schlug mit der Faust gegen die Scheibe. "Mach auf, du verf...te Hure, oder soll ich reinkommen? Ja, ruf mal ruhig die Bullen, dann können sie dich gleich mitnehmen. Komm raus da jetzt, ich hab keinen Bock, hier stundenlang im Regen zu stehen nur weil du mir in die Karre fährst!"

Marie erzählte dem Beamten am Telefon, dass der Unfallgegner gewaltbereit ist und schon damit gedroht hat, die Scheibe einzuschlagen. Sie sei Rollstuhlfahrerin und könne sich nicht körperlich wehren. Da sie das Telefon laut gestellt hatte, konnte ich ihr Gegenüber hören: "Lassen Sie die Türen zu, ich schicke Ihnen sofort ein Fahrzeug dorthin. Bleiben Sie ruhig und machen Sie nichts, wir sind in wenigen Augenblicken bei Ihnen."

Als er aufgelegt hatte, murmelte Marie: "Sehr witzig. Machen Sie nichts, wenn er die Scheibe einschlägt und Sie auf die Straße zieht." - "Muss ja nicht gleich sein."

Der Typ sprang zu seinem Auto zurück und begutachtete den Schaden. Trat gegen irgendein Plastikteil, stampfte wie Rumpelstilzchen mehrmals mit dem Fuß auf. Marie rief ihren Vater an. Erzählte ihm, was passiert war. "Kannst Du mir helfen?"

Noch während sie telefonierte, kam von vorne, verkehrt herum über die Rechtsabbiegerspur, ein Polizeiauto angedüst. Als die Polizisten vor Ort waren, war der Typ plötzlich wieder lammfromm. Musste seine Papiere zeigen, stellte sich mit der einen Polizistin in das Wartehaus der Bushaltestelle und gestikulierte wild herum. Der andere Polizist beugte sich in Maries Auto, fragte, ob Marie nach dem Unfall noch vor- oder zurückgefahren sei. Was sie verneinte. "Dann bleiben Sie bitte noch einen Moment so stehen, ich mache einige Fotos und wenn ich Ihnen Bescheid sage, fahren Sie das Auto von der Straße auf den Radweg, damit die Fahrbahn wieder frei wird. Kriegen Sie das hin?"

Ich fass mich mal kurz: Es kam anschließend noch der Verkehrsunfalldienst. Die hatten wenigstens ein warmes Auto (mit einem ganzen Büro hinten drin, einschließlich Tisch und Computeranlage etc.), in das wir uns umsetzen durften. Die leeren Rollstühle blieben so lange unter dem Dach der Bushaltestelle. Ein Beamter setzte sich irgendwann mit hinein und plauderte, der Andere sei deutlich über 50, vermutlich sogar über 70 gefahren. Im Haltestellenbereich ist der Bordstein erhöht, an dem kompletten erhöhten Bordstein ist er mit mindestens einem Rad entlang geschrubbt, bevor der Bordstein wieder flacher wurde und er nach rechts in die Fahrradständer gedüst ist. Da das Auto kein ABS hat, spreche das Fahrverhalten des Autos auf den ersten Blick dafür, dass die Bremsanlage nicht ordnungsgemäß funktioniert hat. Die Hupe ging auch nicht, weil er ein Sportlenkrad nachträglich eingebaut hatte. Das Auto wurde sichergestellt und wird durch einen Gutachter untersucht. Einen Führerschein hatte der Typ aber wenigstens.

Marie stand übrigens mit dem rechten Vorderrad noch auf ihrer bisherigen Spur. Der Polizist meinte aber, Marie solle sich einen Anwalt nehmen. Der Gegner habe Anzeige gegen sie erstattet, weil sie einen Fehler beim Spurwechsel gemacht habe. Diese Anzeige müssten sie auch so aufnehmen. Es könne sogar sein, dass die Bußgeldstelle Marie ein falsches Abbiegemanöver zum Vorwurf mache. Es könne auch sein, dass sie am Ende eine Teilschuld bekäme, vielleicht sogar den Hauptteil der Schuld. Er meinte: "Sie hätten vor dem Abbiegen wenigstens einmal in den Spiegel und über die Schulter gucken müssen, ob die Spur frei ist." - Marie antwortete tapfer: "Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich mich zur Sache jetzt nicht äußere."

Einen Moment später klopfte es an der Tür. Maries Vater öffnete sie, kam rein. In Uniform. Umarmte Marie und sagte: "Meine Tochter steht unter Schock und sagt jetzt nicht aus." - "Sie hat auch noch nichts gesagt. Sie kann nach Hause, wenn sie will."

Er nahm Marie auf den Arm. Draußen stand der Mann mit dem Golf, der sofort losbrüllte: "Ach nee, war ja klar. Erst zu behindert zum Autofahren und jetzt trägt die Polizei sie noch auf Händen." - "Nicht die Polizei, sondern der Vater trägt sie. Entspannen Sie sich mal." - "Das ist ja noch schöner. Und am Ende gibt die Polizei mir die Schuld, weil ihr euch alle kennt. Aber ich kann schon jetzt sagen, dass ich mehrere Anwälte beauftragen werde, um zu meinem Recht zu kommen." - "Wer Schuld hat, wird am Ende ein Richter klären und nicht die Polizei." - "Deine Tochter hat doch schon den Vorteil, dass ihr Vater Bulle ist." - "Was hat das denn damit zu tun? Warum holt dein Vater dich denn nicht ab, wenn du ihn anrufst?" - "Ey ich ruf doch wegen so einer Kacke nicht meinen Alten an, bin ich schwul oder was!" - "Keine Ahnung? Marie! Bist du schwul?!" - Marie: "Och Papa..."

Mein Vortrag in der Uni hatte sich inzwischen erledigt. Maries Papa fuhr uns zu Marie nach Hause. Maries Mama kam uns entgegen: "Geht es euch gut? Was ist denn passiert?" - Der Papa antwortete: "Irgendso ein heterosexueller Wahnsinniger kam mit über 70 Sachen über eine Busspur gebügelt, um einen Stau zu überholen. Die Busspur war nur leider schneller zu Ende als er bremsen konnte. Anstatt Marie reinzudonnern, hat er freundlicherweise auf ein paar Fahrradständer gezielt. Jetzt ist seine tiefergelegte Seifenkiste ein Haufen Schrott und nun weint er." - "Wurde jemand verletzt?" - "Nur sein Ego ist etwas angekratzt, weil man ihm nicht, wie Marie, aus dem Auto geholfen hat und weil er nicht von seinem Daddy abgeholt wurde. Ist aber ein Klacks gegen das, was jetzt noch kommt. Viel zu schnell bei strömendem Regen, über eine Busspur überholt, Bremsen defekt, nur ein Scheibenwischer, der nicht eingetragen war, Hupe defekt, kein vernünftiges Lenkrad dran und Licht brannte wohl auch nicht, stattdessen nur blaue LEDs. Sieht zwar cooler aus, hilft aber nicht wirklich, wenn der Gegner aussagt, er habe ihn bei schlechter Sicht nicht gesehen."

Maries Mutter fragte: "Das heißt, der andere hat Schuld?" - "Kann man so nicht sagen. Marie wollte die Spur wechseln und hat bereits in die Richtung gelenkt. Das war nach seiner Aussage der Anlass für sein Ausweichmanöver. Am Ende brauchen wir wohl einen Anwalt, der dem Gericht erklärt, dass das Ausweichmanöver nicht nötig gewesen wäre, wenn er vernünftig gefahren wäre, Licht angehabt hätte und sein Auto technisch in Ordnung gewesen wäre. Damit konnte Marie schließlich nicht rechnen. Ist mir aber auch scheißegal, Hauptsache, ich habe meine Tochter in einem Stück wieder!", sagte er und nahm Marie noch einmal auf den Arm und warf sie durch die Gegend. "Papa, hör mal auf damit! Ich bin doch kein Ball!"

Danach kam er zu mir, drückte mich und sagte: "Und dich natürlich auch." - Hmm... mich hätte er gerne mal so rumwerfen dürfen, das hat mit mir noch keiner gemacht!

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Gott bin ich froh, dass Euch beiden nichts passiert ist!

Anonym hat gesagt…

Hallo Jule,

"dass dort, wo diese Spur endet und wieder für den allgemeinen Verkehr freigegeben wird,"

da scheint mir doch die Schuldfrage eindeutig zu sein. Wieso sollte es da Probleme geben, die Busspur dürfte er doch gar nicht benutzen.

Hälts Du uns auf dem Laufenden, wie das ausgeht.?

Danke, Basler

Anonym hat gesagt…

Breit fahren, schmal denken. Wenn die Wirklichkeit jedes Klischee alt aussehen lässt :D

BigDigger hat gesagt…

Erstens: Bin froh, dass das für Euch glimpflich ausgegangen ist.

Zwotens: Ich bin mir sicher, da kommen auf Marie nicht mal die 35 Euro Verwarngeld zu.

Drittens: Die Summe der Verfehlungen des anderen Fahrers (zu schnell, nicht verkehrstüchtiges Kraftfahrzeug - by the way: War die Bereifung seines Impotenzkompensators in Ordnung? -, Befahren der Busspur, nicht ausreichende Beleuchtung - bei der sich auch die Frage der ABE stellt) ist die Schuldfrage auch für die Versicherung klar; vor allem, weil Maries Versicherung bei DER Sachlage keinen Cent zahlen wird.

Viertens: Natürlich habt Ihr Eure Idiotenmagneten dabeigehabt. Steht doch im Text:
"Die leeren Rollstühle blieben so lange unter dem Dach der Bushaltestelle."

ruolbu hat gesagt…

Frag ihn mal, so wie ich die beiden Eltern von deinen Berichten kenne, macht er das glatt und vermutlich aus Überzeugung. :D

Bin froh, dass es euch gut geht.

Sally hat gesagt…

So ein dämlicher Freak... Gut,dass euch nichts passiert ist!
Und gut, dass Marie so einen Papa hat!

Anonym hat gesagt…

idiotenmagnet sag ich da nur...

Anonym hat gesagt…

Maries Papa klingt echt cool :-)!
Und er hat recht: Hauptsache, euch ist nichts passiert...

jali hat gesagt…

Weia, hast Du Marie Deinen Idiotenmagneten geliehen?

Was für ein Spezialist. Brettert mit einem nicht zugelassenen Auto bei Regen ohne Licht zu schnell über die Busspur. Habe ich noch irgendwas vergessen?

Der sollte mal lieber ganz kleine Brötchen backen. Vor allem wenn die Zeugen, die es ja offenbar gibt, zu Maries Gunsten aussagen, kann der sich warm anziehen. Dann muss er nämlich im Winter bald laufen.

Macht euch nicht zu viele Sorgen. Das schlimmste, was passieren kann, ist das Maries Versicherung einen Teil zahlen muss.

BTW, hat Marie eigentlich auch Anzeige erstattet? Wenn er sie als "verf**kte Hure" beschimpft hat, ist das definitiv eine Beleidigung im Sinne von §185 StGB. Im Zusammenhang mit seiner sonstigen Aggression, könnte ihm das im Extremfall eine MPU-Einbringen. Normalerweise finde ich Beleidigungsklagen ja Kinderkram, aber in so einem Fall könnte das tatsächlich helfen, den zur Räson zu bringen.

Anonym hat gesagt…

Marie hat die Spur gewechselt, obwohl die andere Spur nicht frei war. Ergo ist sie für den Crash oder das crashverhindernde Ausweichmanöver verantwortlich. Ich denke, ihre Schuld wird mindestens bei 30% liegen, was aber am Ende völlig egal ist, weil sie damit Anwaltskosten zahlt und hochgestuft wird.

Es ist nunmal nicht erlaubt, die eigene Schuld mit der Schuld eines anderen zu rechtfertigen. Die Anteile des Beitrags zum Unfall werden nur unterschiedlich schwer gewichtet.

Einzige Möglichkeit, und die hat der Vater schon erkannt, ist, dem Gericht glaubhaft zu machen, dass es völlig egal gewesen wäre, wie Marie sich verhalten hat, es wäre immer zu DIESEM Crash gekommen. Funktioniert aber nicht, denn ohne Maries Zutun wäre der Idiot nicht ausgewichen.

BigDigger hat gesagt…

@Anonym (12:31)
Es spielt für die (Teil-)Schuldfrage allerdings eine sehr entscheidende Rolle, ob Marie damit rechnen musste, dass dort ein anderes Fahrzeug kommen konnte und ob ein solches für sie erkennbar war.

Punkt eins steht entgegen, dass sie auf einer endenden Busspur nicht mit einem PKW rechnen musste, der zudem mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr und die eigenen Pflichten aus § 1 StVO (so verhalten, dass andere nicht gefährdet werden) geflissentlich ignoriert hat. Denn selbst wenn er berechtigt gewesen wäre, die Busspur zu befahren (zum Beispiel, wenn sie für Taxen freigegeben wäre und er ein solches fahren würde), hätte er erkennen müssen, dass die Busspur dort endet und in eine Rechtsabbiegerspur übergeht, und folglich hätte er seine Fahrweise diesem Umstand anpassen müssen, da mit Rechtsabbiegern an einer solchen Stelle zwingend zu rechnen ist.

Und Punkt zwei: Der nicht ordnungsgemäße Zustand des Fahrzeugs, vor allem hinsichtlich Beleuchtung, Funktionsfähigkeit der akustischen Warneinrichtung und Bremsen (die Betriebserlaubnis war durch den Einbau von Beleuchtung oder Lenkrad ohne ABE bereits erloschen, weshalb er mit dem Wagen überhaupt nicht hätte fahren dürfen!), im Zusammenspiel mit überhöhter Geschwindigkeit und nicht an die Sicht- und Straßenverhältnisse angepasster Fahrweise lassen erhebliche Zweifel daran, ob Marie überhaupt hätte erkennen können und damit rechnen müssen, dass sich dort ein Fahrzeug nähern könnte, dessen Fahrer sich in mehreren Aspekten nicht an die StVO und StVZO hält.
Selbst wenn, so träte der Grad des Verschuldens bei Marie hinter den Grad des Verschuldens des anderen Fahrers so weit zurück, dass ihr Fehlverhalten überhaupt nicht ins Gewicht fällt, da es durch seine rücksichtslose Fahrweise und den unzulässigen Zustand seines Fahrzeuges jederzeit zu einem Unfall hätte kommen können, unabhängig vom Auslöser.

Ich gehe davon aus, dass keine der beiden Versicherungen auch nur einen müden Cent zahlen werden. Allein wegen der fehlenden Betriebserlaubnis des verunfallten Wagens. Ergo: Auch keine Hochstufung für Marie.

Nobody hat gesagt…

Gut zu hören, es geht euch beiden gut. Das ist das Wichtigste.
Ich denke Marie wird da ohne Kosten raus kommen. Es wird aber dauern und Zeit in Anspruch nehmen.

Ich bin übrigens gegen Weihnachten in Hamburg. Sag Zeit und Ort, dann werde ich dich werfen, wenn du es wünschst.

Mike hat gesagt…

@ Anonym 12:31
Das ist eben das Problem, Sie hat ja ihre Spur noch gar nicht verlassen, das Ausweichmanöver war also unnötig.
Zitat: "Marie stand übrigens mit dem rechten Vorderrad noch auf ihrer bisherigen Spur"
D.H. sie hat zwar den Spurwechsel eingeleitet, diesen aber anscheinend rechtzeitig abgebrochen :-)

Dazu kommt: Fahrzeug bei unsichtigem Wetter ohne fachgerechte Beleuchtung, keine Hupe, Bremsen lt Polizei fraglich.
Dürfte sich auch auf die 35% auswirken.

Dann wird das sicher noch ein Riesenspass, wenn man den anderen Fahrer wegen: Rechts überholen auf gesperrter Fahrspur (hat mir vor Annoschnee mal einen Punkt in Flensburg eingebracht...), überhöhter Geschwindigkeit, nicht verkehrssicherem Fahrzeug etc pp. an den Kanthaken hängt.
Mal sehen, ob nicht wegen der Umbauten gleich noch die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erloschen ist....

Einen Anwalt sollte Marie bei dem Schadenvolumen auf alle Fälle einschalten.

LG
Mike

Mastacheata hat gesagt…

@Anonym 12:31:
> Marie hat die Spur gewechselt, obwohl die andere Spur nicht frei war.

Die Darstellung aus dem Blogeintrag besagt aber doch, dass die Spur frei war. In der Bushaltestelle stand kein Bus und das Fahrzeug auf der Busspur war zum einen nicht zu sehen und zum anderen hatte es dort nichts verloren.

> Ergo ist sie für den Crash oder das crashverhindernde Ausweichmanöver verantwortlich.
Der Autofahrer hätte nicht ausweichen müssen wäre er vorschriftsmäßig wie alle anderen im Stau und auf der Fahrbahn geblieben. Das Ausweichmanöver war also nur notwendig weil er den Verkehr falsch eingeschätzt hat und sich über Verbote hinweggesetzt hat.

Philipp hat gesagt…

Das erinnert mich an einen weisen Spruch eines sehr klugen Mannes: Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, wobei Ich mir bei ersterm noch nicht ganz sicher bin.

Naja, Hauptsache euch ist nichts passiert und auch der Knallkopf hats unbeschadet überstanden (angesehen vom Auto), und auch an eurer Kiste ist nichts kaputt, Ich weiss wie sehr Ihr an eirer Mobilität hängt.

Hoffen wir dass er was draus gelernt hat.

Ich drück euch die Daumen dass das Nachspiel für euch auch so gut ausgeht.

Grüße aus Kaiserslautern

Philipp

Anonym hat gesagt…

Nun ja, so einfach ist es tatsächlich nicht. Ich kann ja nicht einfach jemanden überfahren weil er über die rote fußgängerampel geht und sagen, er hätte sich da ja gar nicht aufhalten dürfen. Anders sieht es natürlich auf der autobahn aus, da muss ich nicht damit rechnen, dass da plötzlich jemand steht/da liegt die Schuld dann zu 100% beim fußgänger. Ähnlich ist die Situation auch hier. Entweder der andere war tatsächlich so schnell und unbeleuchtet unterwegs, dass man ihn auch bei vorschriftsmäßigem schauen nicht sehen konnte oder Marie bekommt eine Teilschuld.

Nach der Beschreibung und der Häufung an Mängeln würde ich auch zur alleinige Schuld des anderen Fahrers tendieren - nur kommt das jetzt natürlich auf die Ermittlungen/Darstellungen der Polizei und der beiden Beteiligten und die Gerichtsentscheidung an.

letterkerl hat gesagt…

Kinder, Kinder, Kinder, lasst euch doch die Autoumbauten abnehmen, dann kommt es zu sowas gar nicht erst...

Zumindest hätte eine ordnungsgemäß abgenomme Bremse wahrscheinlich funktioniert und der Verursacher wäre als "so ein Idiot hat die Busspur benutzt" nichtmal eine Randnotiz wert gewesen, da er den Unfall nie verursacht hätte.

Besorgt;
letterkerl

Anonym hat gesagt…

Ich werfe dich - mental :-)

hena hat gesagt…

Gut, dass niemand verletzt wurde. Ich hoffe, Marie kommt ohne Teilschuld da raus, aber leider sind Recht haben und Recht bekommen ja immer noch zwei veschiedene Paar Schuhe... Viel Erfolg!

Edelnickel hat gesagt…

Also auch wenns nicht deiner war, aber irgend ein Idiotenmagnet lief da volle Kanne auf Hochtouren!

Solche Pfosten kann ich aufs Verderben nicht leiden. Sich aufspielen wie der große Macker, zu blöd zum Fahren sein und dann austicken, wenn ne Frau am Steuer saß, die eindeutig besser fahren kann. Hauptsache die Kiste aufgepimpt. Schwachmat, der!

Hoffentlich lacht der Richter oder die Richterin ihn aus!

marysia hat gesagt…

Hallo Jule,
Wie ist die Sache mit der Schuld denn ausgegangen?