Freitag, 21. März 2014

Bullshit-Bingo

Das Rollstuhlfahrer-Bullshit-Bingo funktioniert wie folgt: Bei allen in Frage kommenden Alltagssituationen auf das Auftauchen obiger Sätze warten und von der Liste streichen. Bei einer gefüllten Reihe, Spalte oder Diagonalen "Bingo" rufen. - Wie lange ich denn bräuchte, bis ich alle 25 Felder durchgestrichen habe, wurde ich kürzlich über Twitter gefragt, nachdem eine Blogger-Kollegin dieses Spielchen veröffentlicht hatte.

Die Frage ist deshalb nicht spannend, weil ich bereits im Juni 2012 in meinem Blog "50 Sätze" gepostet habe. "Fünfzig Sätze, mit denen ich als Rollstuhlfahrerin in der Öffentlichkeit von wildfremden Menschen mehr als einmal konfrontiert wurde."

Und von den 25 Bingo-Feldern sind genau 21 (nahezu) wortwörtlich (grün) oder inhaltlich (blau) in meinen "50 Sätzen" enthalten. Nach knapp 2 Jahren rufe ich daher zwar nicht mehr andauernd "Bingo", fühle mich aber nach wie vor darin bestätigt, dass andere Menschen aus der Blogger-Szene genau dieselben Wahrnehmungen in ihrem alltäglichen Leben haben und ganz offensichtlich mit haargenau denselben Sätzen konfrontiert werden wie ich.

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Hat sie wenigstens gefragt, ob sie das übernehmen darf? :o

Philipp hat gesagt…

Und das soll Spass machen? da bist du ja in einer Woche fertig?!?!?!?

Nein, Spass beiseite. Ich denke wer das nicht jeden Tag selber mitbekommt, weiss garnicht und kann auch garnicht nachvollziehen wie das ist. Ich kann mir denken dass das auf die Dauer doch eine ziemlich nervige Sache ist.

Es gibt leider noch viel zu viele Mauern in den Köpfen niederzureissen.

Grüße aus Dresden und ein schönes Wochenende

Philipp

Anonym hat gesagt…

Verstehe ich das richtig, dass jene Mitbloggerin das alles einfach übernommen hat, ohne dich mal zu fragen, ob sie das darf? Und dann noch "Copyright" drunter schreibt???

Anonym hat gesagt…

Ich habe mir die Mühe gemacht den anderen blogbeitrag zu lesen. Ich glaube nicht, dass die Einträge von Jule einfach geklaut wurden, sondern die Schreiberin von eigenen Erlebnissen berichtet. Was eigentlich nur die Aussage untermauert, dass Jule diese Erlebnisse öfter macht.

gismo1978 hat gesagt…

Man ruft "Bullshit!" und nicht "Bingo!". Deswegen heißt das ja auch Bullshit-Bingo.

Auf'm Büro lernt man sowas. Ich sag nur "Synergie-Effekte". BULLS... ;-)

LG Björn

Roichi hat gesagt…

Ich stelle mir grad eine Horde Rollifahrer vor, die abwechselnd in der Bahn alle paar Stationen laut "Bingo" rufen.
;-)

So traurig das ist, wäre es doch interessant.

Ansonsten schließe ich mich Philipp an.

jali hat gesagt…

@Anonym 13:25:

Steht unten auf der Graphik drauf, das man das weitergeben darf.

@Philipp: Glaubst Du ernsthaft, dass Jule eine Woche braucht, um die Karte voll zu kriegen? Höchstens wenn sie mal krank ist, und nicht so viel raus kann.

Wenn ich so lese, was Jule so alles mitmacht wenn sie unterwegs ist (Stichwort "Idiotenmagnet")

Birgitta hat gesagt…

Ich glaube diese Bullshit-Bingos (das gibt es ja für fast alle Lebensmöglichkeiten und Berufe) zeigen immer wieder nur, wie gedankenlos Menschen durch ihren Alltag gehen. Ich hatte in der Weihnachtszeit so eines für meine Gottesdienstvorbereitungen auf meinem Schreibtisch liegen - weil ich eben nicht in die allgemeinen Floskeln verfallen wollte. Von daher: Als "Aufrüttler" und "Sensibilisieret" nicht schlecht - noch schöner wäre es natürlich, wenn irgendwann diese Bingos nicht mehr nötig würden.