Mittwoch, 9. April 2014

Tanken und anderer Wahnsinn

Da steht man an der Tankstelle, hat knapp 60 Liter Diesel frisch gezapft, möchte bezahlen, gibt dem Verkäufer durch den Nachtschalter die Karte - und wird nach drinnen gebeten. "Das ist ein wenig blöde mit dem Rollstuhl, kommen Sie doch bitte rein."

Das war ja noch nie da. Bevor ich diskutiere, rolle ich zur Tür. Er kommt von innen zur Tür, öffnet sie, lässt mich rein. Die Tür schließt sich hinter mir, ein deutliches vernehmbares "Klack" lässt mich realisieren, dass ich ohne seine Hilfe hier nicht wieder raus komme. Der Verkaufsraum ist recht groß, bis auf den Nachtschalter spärlich beleuchtet. Irgendwie wird mir gerade etwas mulmig. "Ich würde Sie bitten, mit mir hier kurz auf die Polizei zu warten." - "Was?!" - "Ja, erkläre ich Ihnen gleich."

"Nee, das erklären Sie mir jetzt. Sie halten mich nicht ohne Grund fest." - "Bleiben Sie mal ganz ruhig. Ich rufe jetzt die Polizei und dann sehen wir weiter." - "Warum wollen Sie die Polizei rufen? Was habe ich falsch gemacht?" - "Die Karte, die Sie mir eben gegeben haben, ist gestohlen und zum Einzug vorgesehen. Ich habe keine Wahl und muss die Polizei rufen." - "Das ist meine Karte. Hier ist mein Personalausweis, vergleichen Sie das."

Immerhin lässt er mit sich verhandeln. Er nimmt meinen Ausweis. - "Haben Sie die Karte als gestohlen gemeldet?" - "Nein." - "Das ist mir alles nicht geheuer, woher soll ich wissen, dass Sie nicht die Karte als gestohlen gemeldet haben, um später behaupten zu können, Sie hätten damit nicht bezahlt?" - "Weil ich das nicht nötig habe?! Ich tanke hier regelmäßig, meine Bilder sind auf der Videoüberwachung, ich fahre im Rollstuhl, bin also auffällig und leicht wiedererkennbar. Da drehe ich doch nicht so ein Ding." - "Haben Sie genug Geld dabei, um das bar zu bezahlen?" - "Ich muss schauen, vielleicht. Ja, habe ich." - "Noch verdächtiger. Warum zahlen Sie dann mit Karte?" - "Das ist doch meine freie Entscheidung." - "Es ist merkwürdig." - "Wie Sie meinen." - "Ich rufe jetzt die Polizei. Dann sehen wir weiter. Wenn Sie nichts angestellt haben, haben Sie ja auch nichts zu befürchten."


Super. Irgendwann werde ich Mitglied in dem Verein. Keine drei Minuten später fährt ein Streifenwagen auf das Tankstellengelände. Zum Glück ohne Lalülala. Ich bin erstaunlich ruhig und denke: 'Hier steht die Verbrecherin, kommen Sie ruhig näher. Am besten nehmen Sie mich heute Nacht mit in die Zelle, weil die Bank erst morgen früh erklären kann, warum sie meine Karte sperrt.'

Sozialfälle sind bei der Polizei Frauensache. "Mach du das mal", sagt der männliche Polizist zu seiner Kollegin vor der Glastür. Deutlich hörbar. Der Verkäufer öffnet die Tür, die beiden treten ein. Der Mann bleibt an der Tür stehen, die Frau fragt, was denn los sei. Der Mitarbeiter holt meine Karte und den Bon. Auf dem steht: "Karte gestohlen, sofort einziehen." - Er sei verpflichtet, dann die Polizei zu rufen, das stehe in seinen Dienstanweisungen. Die Polizistin fragt mich: "Darf ich dann erstmal Ihren Ausweis sehen?"

"Den hat er schon", antworte ich und deute auf den Verkäufer. Sie guckt sich das alles an und sagt: "So, der Name stimmt ja überein, warum zahlen Sie mit einer als gestohlen gemeldeten Kreditkarte? Bevor Sie was sagen: Da steht ja nun möglicherweise eine Straftat im Raum, denn wenn Sie die Karte als gestohlen gemeldet haben und hinterher damit bezahlen, könnten Sie in der Absicht gehandelt haben, die Kreditkartengesellschaft zu betrügen. Sie müssen sich vor der Polizei also zu der Sache nicht äußern, wenn Sie das nicht möchten." - "Ich habe die Karte nicht als gestohlen gemeldet." - "Das ist alles, was Sie dazu zu sagen haben?"

Ich zucke mit den Schultern und nicke. Die Polizistin sagt: "Das überzeugt mich nicht. Wissen Sie, wie viele Leute sowas machen und sich dabei sehr schlau vorkommen?" - "Nein, das weiß ich nicht. Ich habe sowas nicht gemacht, komme auch nicht auf solche Ideen und komme mir auch gerade ziemlich blöd vor. Ich denke, dass sich das bei einem Gespräch mit der Bank aufklären wird." - "Mein Kollege prüft gerade mal ab, ob Sie schon öfter mit solcher Sache aufgefallen sind." - "Dann hätte ich bestimmt noch eine auf meinen Namen ausgestellte Kreditkarte." - "Sie geben es also zu?" - "Was gebe ich zu?" - "Dass Sie es heute zum ersten Mal gemacht haben?" - "Verdrehen Sie mir bitte nicht das Wort im Mund." - "Werden Sie bitte nicht frech. Was machen Sie beruflich?" - "Ich bin Studentin." - "Studentin? Also knapp bei Kasse, oder? Und dann für 80 Euro tanken, das ist schon viel Geld." - "Sie fragen mir etwas zu einseitig. Sie belasten mich. Dass die Bank eventuell einen Fehler gemacht haben könnte, ziehen Sie gar nicht in Betracht." - "Es gibt sowas wie eine kriminalistische Erfahrung. Die Wahrscheinlichkeit sagt mir, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Bank sich irrt. Und Sie verhalten sich einfach verdächtig. Ist das Ihre Geldbörse da auf dem Schoß? Darf ich mal bitte?"

Bevor ich was sagen kann, greift die Polizistin zu und durchsucht mein Portmonee. In Ordnung finde ich das nicht, aber finden wird sie auch nichts. "Ah, noch mehr Kreditkarten. Wollen wir mal ausprobieren, ob die auch gesperrt sind?" - "Nö", antworte ich. Ich glaube auch nicht, dass ich das muss. Ich weiß auch nicht, was daran nun verdächtig oder unverdächtig sein soll, das ist ein Kartendoppel meiner Hausbank und zu einem Kartendoppel gehören, wie der Name schon sagt, immer zwei Karten. Nachdem die Abfrage über Funk nichts gebracht hat und in meinem Portmonee weder Rauschgift noch andere verbotene Dinge sind, fragt die Polizistin, ob ich damit einverstanden bin, dass sie die anderen Karten sicherstellt. Ich sage, dass ich nicht damit einverstanden bin. "Sie wissen aber, was passiert, wenn Sie heute Nacht noch woanders mit einer weiteren als gestohlen gemeldeten Karte zahlen, ja?" - Den blöden Spruch, dass ja nun der Tank voll ist, spare ich mir natürlich. Ich darf nach einer umfangreichen Belehrung nach Hause.

Frank meinte zu Hause gleich: "Das darf doch nicht wahr sein. Dich kann man nirgendwo alleine hin lassen." - "Na vielen Dank." - "War die Karte abgelaufen am 31.03.?" - "Nein, die war noch über drei Jahre gültig." - "Und wer hat die jetzt?" - "Die Polizei."

Am nächsten Morgen rief ich nicht an, sondern fuhr gleich persönlich zu meiner Bank. Auf die Ausrede war ich nun wirklich gespannt. Wenn die Nummer vielleicht abgefischt worden war und man die Karte sperrt - aber dann gleich als gestohlen "zur Fahndung" ausschreiben? Man bräuchte mich ja einfach nur anrufen. Die Filiale wurde geöffnet, ich rollte rein. Am Empfang bat ich darum, mit meiner Beraterin sprechen zu dürfen. Die sei heute nicht im Hause. Ich erzählte kurz, in Hörweite stand eine Frau mit einem Becher Tee in der Hand, es war die Chefin der Filiale, sie bat mich in ihr Büro.

Sie sagte, sie habe gestern einen Anruf bekommen, dass mir meine Handtasche mit allen Karten, Handy, Schlüssel geraubt worden sein soll. "Eine aufgeregte Frau war am Telefon. Sie war von der Zentrale durchgestellt worden. Sie konnte mir Geburtstag, Geburtsort und die aktuelle Anschrift nennen. Ich habe nach dem Gespräch auf dem Handy zurückgerufen unter der bei uns gespeicherten Nummer, dort ging niemand dran. Ja, es kam mir komisch vor, weil ich auch nach dem ungefähren Kontostand gefragt habe, einfach zur Plausibilitätskontrolle, und diejenige so aufgeregt war, dass sie gar keine Antwort wusste. Sie wusste auch keine Karten- oder Kontonummer. Sie könne sich Zahlen schlecht merken. Aber es war eine aufgeregte Frau, sie wollte keine Auskünfte, sie wollte nur verhindert wissen, dass die Leute, die die Handtasche gestohlen hätten, jetzt mit den Karten zahlen könnten. Da habe ich abgewogen und mich entschieden, die Karten sicherheitshalber zu sperren. Wäre der Anruf echt gewesen und ich hätte nicht gehandelt, wäre es auch verkehrt gewesen. Ich musste mich entscheiden und habe mich nun offenbar falsch entschieden - will Sie jemand ärgern? Wer macht sowas? Haben Sie eine Idee?"

Ja, die hatte ich. Die Idee. Dass das jemand war, der mich über meinen Blog kennt, hielt ich für eher unwahrscheinlich. Aber über meine Mutter musste ich mir mal wieder Gedanken machen. Ich war kaum aus der Bank raus, da rief mich eine Mitarbeiterin meines Sportvereins an. Man habe gestern einen Anruf bekommen, bei dem eine Frau sich als Mitarbeiterin eines Sportverbandes ausgab und meinen Namen im Zusammenhang mit einer falschen Adresse nannte. "Wir konnten Frau ... unter dieser Anschrift nicht erreichen, die Post ist wieder zurück gekommen." - Selbstverständlich habe man keine "aktuelle" Anschrift rausgegeben, sondern um eine Anfrage per Mail gebeten. Nicht zuletzt, weil ein entsprechender Hinweis im System hinterlegt sei.

Keine Frage, bei irgendeinem solcher Anrufe muss sie meine Anschrift herausbekommen haben, denn die Bankberaterin sagte ja, dass sie die korrekte Anschrift in dem Gespräch genannt hat. Und es wundert damit auch niemanden mehr, dass sie ab 14 Uhr bei mir vor der Tür stand. Nicht reingelassen wurde, draußen Terror machte. Sofie rollte nach unten, versuchte, mit ihr zu reden. Nichts zu machen. Es gibt noch immer einen Gerichtsbeschluss, der ihr die Kontaktaufnahme verbietet. Frank rief die Polizei, die Polizei brachte sie nach Hause, zwei Stunden später stand sie wieder unten und machte Terror. Fünf fettige Pizzen hatte ich auch an der Haustür. Vermutlich kommen als nächtes ein paar Katalogartikel. Marie hat mir bereits angeboten, ein paar Tage bei ihr zu schlafen. Bisher war das noch nicht nötig. Aber man weiß ja nicht, was hier noch so alles passiert. Nein, es wird nie langweilig. Und es passiert noch was, das ist so sicher wie der Gestank meiner Socke.

Kommentare :

Lexi hat gesagt…

Das ist doch nicht zu fassen. Nun war doch eine ganze Weile Ruhe.
Zu allem Überfluss weiß deine Mutter jetzt auch noch deine aktuelle Adresse, so ein Mist.

"Im Zweifel für den Angeklagten" scheint dieser Polizistin nicht soo geläufig zu sein, was? Oder gilt der nur vor Gericht und bei der Polizei selbst gilt "Im Zweifel ist er/sie schuldig"?
Unglaublich.

Anonym hat gesagt…

Das hättest du doch wissen müssen, dass sie nicht dauerhaft Ruhe gibt bei der Erkrankung. Sie wartet ab, bis du dich sicher fühlst, und dann schlägt sie wieder zu. Das darf dich eigentlich nicht großartig überraschen und ohne dir Angst machen zu wollen: Es wird auch noch etliche Male wieder vorkommen.

Thomas hat gesagt…

Da arbeitet wohl jemand an seiner Einweisung - fragt sich bloss, ob runde oder eckige Zelle. Ich wünsche dir, dass das alles nicht noch weiter ausartet.

Gruß
Thomas

Ruthy hat gesagt…

Kannst Du Deine Erzeugerin nicht einweisen lassen? Das ganze könnte ja für Dich auch noch gefährlich werden.
Ach, und die nette Polizistin würd ich als ihre Betreuerin abstellen lassen, vielleicht bekommt die da dann mit, wer hier einen an der Klatsche hat - sorry, aber ich finde das Verhalten von der grad sowas von daneben...

ruolbu hat gesagt…

Ach wow, tut mir Leid, dass du mit so einem Mist klar kommen musst.

Deine Mutter ist krass, aber irgendwie kennt man das jetzt schon.

Aktuell bin ich vom Verhalten der Polizistin viel erschrockener.
Ein gesundes Misstrauen zu Schauh stellen, ist ja durchaus verständlich. Und ich muss davon ausgehen, dass der Text ein sinngemäßer Dialog und kein exakter Wortlaut ist. Aber einer Verdächtigen Person ein Geständnis entlocken zu wollen, indem wahllos Aussagen umgedeutet werden, dann beleidigt zu reagieren, wenn die Scheiße nicht fruchtet und gleich danach erneut hatlose Vermutungen aufzustellen... natürlich wirkt alles was die andere Person sagt und macht verdächtig, wenn man bereits davon ausgeht, dass sie schuldig ist. *facepalm*

Und nochmal zu deiner Mutter. Wenn sie sich noch mehrere Male offensichtlich gegen den bestehenden Berichtsbeschluss stellt (also persönlich auftaucht, die Lieferungen kann man ihr vermutlich nur schwer nachweisen), müssen dann nicht weitere Konsequenzen kommen, außer, dass sie ne Stunde irgendwo bei der Polizei rumsitzt?

Anonym hat gesagt…

Und darum (liebe Kinder) redet man nicht mit Polizisten. Denn die haben normalerweise im Vorfeld eine Meinung, und alles was man sagt wird der Meinung angepasst, nicht andersrum. Das ganze nennt sich dann kriminalistische Erfahrung, ist aber in wirklichkeit eine Ansammlung an Vorurteilen. Natürlich gibt es das nicht nur bei der Polizei, sondern bei allen Menschen. Bei der Polizei ist es nur schlimmer weil sie Macht haben.

Anonym hat gesagt…

Die hat aber in Polizeipsychologie sicherlich eine 1 gehabt. Spaß beiseite: Hättest du jetzt gesagt, sie solle doch einfach die anderen Karten auch mitnehmen, hätte sie gesagt: "Sie geben es also doch zu. Die anderen sind auch als gestohlen gemeldet..."

Problem: Hättest du von vornherein gesagt, dass du nichts aussagt, hätte man dich vermutlich mit zur Wache genommen. Und dort noch ein Protokoll angefertigt, in dem dann steht, dass du von deinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machst. Anschließend hätte man dich entlassen und du hättest gucken müssen, wie du zur Tanke zurück kommst, um dein Auto abzuholen...

Stephan Wilden hat gesagt…

Oh mein Gott,

am Anfang habe ich gedacht, Dir würde was Schlimmes passieren.

Wenn man alle Zeit der Welt hätte (und die hast Du gerade eher nicht) hätte man gegen den Typen von der Tankstelle erstmal eine Anzeige wegen Nötigung stellen können. Nicht, dass da was bei rum käme, aber die Art und Weise, wie er Dich "eingesperrt" hat, geht mal gar nicht. Soll er ruhig ein bisschen da drüber grübeln. Und tanken würde ich von nun an woanders.

Das Verhalten der Polizistin geht auch gar nicht. Wenn viel Zeit, dann: Dienstaufsichtsbeschwerde, kommt zwar auch nix bei rum.

Die Bank: Von der würde ich eine schriftliche Entschuldigung fordern und lebenslange kostenlose Konten/Kreditkarten. Tut denen nicht weh. Ansonsten würde ich da alle meine Konten/Karten kündigen.
Aber auch das kostet wieder Zeit.

Gibt es in dem Gerichtbeschluss keine "Strafen"? Also Geld- und oder Haftstragen? Und wer kein Geld für die Geldstrafe hat muss alternativ in den Knast.
Damit hättest du wieder eher was Ruhe.

Prinzipiell würde ich da meine einmeterneunzig und hundertkilo anbieten um das beim nächsten Mal zu klären.
Aber Gewalt ist immer ein Armutszeugnis.

letterkerl hat gesagt…

Niemals mit den Bullen reden. NIE. Du hast ein gesetzliches Recht zur Aussageverweigerung.

Hast du jetzt ja wahrscheinlich gelernt, tut mir leid für dich :/

Anonym hat gesagt…

Vor allem muss man der Polizistin zu ihrer Menschenkenntnis "gratulieren". Nicht dass Behindis nicht auch Verbrechen begehen könnten, aber wie gesagt, man muss die Situation realistisch einschätzen können.
Du solltest Dir mit der Bank ein Kennwort vereinbaren.
was deine "Mutter" betrifft: am besten Gummizelle, und Schlüssel wegwerfen.

LG

Andreas

Vio hat gesagt…

Ich wünsche Dir wirklich von Herzen, dass deine Mutter Ruhe gibt.

Anonym hat gesagt…

Nachtrag

Eigentlich ist der TS Verkäufer der Anus. Was soll das, dass die Tatsache Bargeld bei zu haben, Duch verdächtige macht? Dort würde ich auch täglich tanken.
Trotzdem wurde ich beim Pächter und gleich beim Betreiber beschweren. Vielleicht bekommt dann eine der Helden eine aufs Dach.

Andreas

Anonym hat gesagt…

@letterkerl: Und du glaubst wirklich, dass man sie dann nicht eingepackt, auf dem Revier zum Verhör gebeten, vielleicht noch erkennungsdienstlich behandelt und später irgendeinen Scheiß in die Akte geschrieben hätte? So hat sie zum Ausdruck bringen können, dass es ein Fehler der Bank war und letztlich konnten sie ihr keine Straftat nachweisen und haben sie ziehen lassen.

Die Tour, die die Polizei dort fährt, ist mies, aber so ist das halt, wenn man täglich mit dem Gesindel auf der Straße zu tun hat und ständig mit allem rechnen muss.

Anonym hat gesagt…

ach Du liebe Zeit, was für eine Sch**ße :-(

Ich kann mir nur entfernt vorstellen, wie aufreibend sowas sein muss. Wünsche Dir auch, dass das bald wieder aufhört!

Tinka hat gesagt…

Ich finde die "Argumentation" von Tankstellenverkäufer und Polizei einfach unmöglich. Ich zahle oft mit Karte, obwohl ich genügend Bargeld dabei habe. Nämlich aus dem einfachen Grund, das Bargeld zu haben, wenn eine Kartenzahlung mal nicht möglich ist. Z.B. wenn man auf dem Weg zu einem Freund ist, dem man geliehenes Geld zurück geben möchte. Es gibt etliche Möglichkeiten.

Und diese Suggestivfragen, etc. der Polizistin lässt mich mal wieder an unserem Rechtssystem zweifeln. Das Schlimme ist, dass sie wahrscheinlich gar kein Einsehen hat in ihre Fehler. Dabei sollte sie als Beamtin doch zu 100% hinter unseren rechtsstaatlichen Grundsätzen stehen. Das hat sie doch unterschrieben und hat dazu sogar einen Eid geschworen.

Tut mir leid, Jule, dass du immer wieder in solche Situationen gerätst. Und dass deine Mutter dahinter steckt! Ich befürchte, dass man da aber wenig machen kann.

Anonym hat gesagt…

Mit den Zusatzinformationen des Folgetages zeigt sich, daß weder der Verkäufer noch die Polizeibeamtin noch die Filialleiterin gänzlich unverständlich gehandelt haben. Der Verkäufer und die Filialleiterin m. E. sogar rechtlich korrekt. Und die Polizeibeamtin im Rahmen ihrer beruflichen Möglichkeiten. ;-) Und immerhin hat sie die anderen Karten ja nicht beschlagnahmt...

Anonym hat gesagt…

Also ich sehe normalerweise gerade auch polizeiliches Verhalten kritisch.

Aber ich kann dem Tankstellenbetreiber eigentlich keinen Vorwurf machen. Kartendiebstähle oder eben Kreditkartenbetrug ist ein größeres Problem. Also Polizei rufen - und den potenzielle Täter (mit dem unbezahlten Diesel!) nicht abhauen lassen.

Das Verhalten der Polizistin ist problematischer. Aber: Sie hat dich belehrt (das machen nicht alle!) und hat dann eben versucht, etwas aus dir herauszubekommen. Eigentlich sollten da die Polizisten unvoreingenommener bleiben, aber das Problem ist: 90 % der Leute, mit denen die polizisten zu tun haben sind, man verzeihe mir den Ausdruck, der Abschaum der Gesellschaft. Und jeder, der von der Polizei geschnappt wird wird erstmal lügen, Geschichten erzählen, Schuld sind immer die anderen. Deswegen geben da Polizisten nicht so viel drauf. traf hier die Falsche.

Trotzdem: Belehrt, alle Maßnahmen wohl soweit rechtmäßig.

Philipp hat gesagt…

Oh jeh, Ich hoffe dass der ganze Mist nicht nun wieder von vorne losgeht.

Ich drück die die Daumen!

Grüße aus Dresden

Philipp

Anonym hat gesagt…

Ich bin von dieser Geschichte so aufgebracht, dass ich nicht umhin komme,einen zweiten Nachtrag zu schreiben.
Es ist ja auch eine unglaubliche Chuzpe seitens der Bank diesen Anruf ernst zu nehmen. Mir wurde auch einmal die Bankomatkarte aus einem Irrtum gesperrt, und die Zuständige war zu dumm, um ihren Irrtum einzusehen. Wenn die Anruferin keine Angaben zum Konto machen kann, dann ist das hinterfragenswürdig. Wechsle die Bank! Alleine schon wegen Deiner Mutter. Ich würde für das Verletzen der gerichtlichen Anordnung sofort rechtliche Schritte durchführen. Frank macht das schon.
Der TS Verkäufer ist nicht nur ein Idiot, sondern hat sich der Freiheitsberaubung schuldig gemacht. Er hätte Dich nie ins Kassenhäuschen locken dürfen. Selbst wenn er das Risiko eingeht, dass Du ohne zu zahlen abhaust, er hat Video und Kennzeichen. Also hätte es gereicht Dich bar zahlen zu lassen, und gut ist es. Er ist nicht Vollzugsbeamter der Kreditkartengesellschaft. Seine Dienstanweisung ist uninteressant, wenn in dem Ding drinnen steht, "erschiesse jeden Treibstoffdieb", dann darf er sich auch nicht dran halten. Es wäre auch interessant ob es diese (erstere natürlich) in der Form auch gibt. Und wenn das stimmt, dann muss der Betreiber das ändern. Wenn er zB sagt, bleiben Sie da bis zum Eintreffen der Polizei, dann steht es auch Dir frei zu fahren, oder zu bleiben. In ersterem Fall kommt die Polizei eventuell ins Haus zu Dir, aber so lange die TS ihr Geld bekommt, und das hat sie ja, dann muss sie es gut sein pass. Der Rest geht den Betreiber nicht an. Frage doch Frank, ob man nicht den TS Verkäufer wegen Freiheitsberaubung anzeigen kann. Vor allem bist Du besonders schutzbedürftig. Ich halte gerade bei einer Rollifahrerin diese Vorhangsweise für hoch problematisch.
Und Deine "Mutter"? Ich fürchte da helfen nur harte Bandagen. Diese Frau ist nicht lernfähig. Arme Jule.

Alles Gute

Andreas

Evelindi hat gesagt…

Die Ursache allen Übels ist die Mutter, alle anderen haben doch im Prinzip nur genau nach Vorschrift gehandelt.

Banane hat gesagt…

Hi Jule,

da hat dein Idiotenmagnet ja mal wieder prächtig funktioniert...

Aber ich würde mich an deiner Stelle jetzt wohl mal darüber informieren, wie man ein Verfahren mit dem Ziel einer Zwangseinweisung deiner Mutter anstoßen kann.
Es kann doch nicht sein, dass diese Frau frei herumläuft und dich immer wieder mit anderen Maschen terrorisiert.

Und dazu ist wohl auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde bezüglich der Polizistin und eine Beschwerde beim Tankstellenbetreiber über das Verhalten seines Angestellten nötig...

Gruß
Banane

Anonym hat gesagt…

Naja Dein Magnet funtionier und ist möglicherweise genetisch kalibiert ;-)
Der Tankstellen-MA hätte Dich IMHO trotzdem nicht "festhalten" dürfan was is der Situation ja auch garnicht erforderlich wäre. Karte einzeihen wenn es die Bank wünscht ok. Darüber hinaus gibt es keinen Grund Dich in Deine Bewegungsfreiheit einzuengen.
Hier mal mit Fran reden und ggf das Gespräch mit Tankstellen Pächter/Eigner suchen ..."umgang Nachts mit Frauen, behinderten Frauen allein.... Möglicherweise erreichst Du mit einem Gespräch mehr für dies "Zielgruppe" bei zukünftigen Fällen.
Die Bank hat entschieden in Äbwägung der vorhandenen Informationen, im nachhinein falsch, aber... wenn man immer alles vorher wüsste. Wenn Sie versucht haben Dich zu informieren, würde ich es akzeptieren. Mir ist nicht klar ob nicht auch eine einfach Sperung der Karte ohne Einzug möglichgewesen wäre, zumindestens diese Eskalation hätte ja vermieden werden können
Polizei ... ähm ...die Truppe hat an der Stelle ein Problem, gut das Du einen netten Polizisten kennst und weißt das es auch richtig Nette und Gute gibt;-)
Deine Mutter: ... da hast Du wahrlich eine große Baustelle und ich befürchte alle Maßnahmen führen nur zu temporären Lösungen :-(

Aber schön Du hattes mal wieder was zu schreiben, wobei Du die letzten Tage mal wieder auffallend fleissig warst. Nochmal Danke.

juergen

Anonym hat gesagt…

Die Polizistin hätte ich nochmal besucht und ihr persönlich für ihre wunderbare kriminalistische Gabe zu danken.... Und in dem Zusammenhang gleich mal gefragt, was ihre kriminalistische Ader denn zu deiner Mutter sagt.

Steht deine Mutter denn noch unter Betreuung?

MichiK hat gesagt…

Zum eigentlichen Thema wurde ja schon genug gesagt... bekloppte Leute gibts...

Zum Thema "Banken machen keine Fehler": Ich habe neulich mit meiner Firmenkreditkarte bei Amazon bestellt und bekam postwendend eine Mail, die Abbuchung wäre nicht möglich gewesen. Ich habe dann einen anderen Weg gefunden, den Kauf zu bezahlen und bat unsere Buchhaltung, das mal mit der Bank abzuklären. Auskunft der Bank: "Ja, die Karte haben Sie doch gekündigt und nun ist sie halt aus dem System gelöscht worden." Von einer Kündigung wusste bei uns niemand was. Es gab auch keine schriftliche Kündigungsbestätigung von der Bank oder ähnliches.

Was war passiert? Aus einem unbekannten Grund erhielt ich meine Kreditkartenabrechnungen nach Hause und nicht in die Firma wie die anderen Mitarbeiter bei uns. Eine Kollegin rief dann bei der Bank an, um die Anschrift für die Zustellung der Abrechnungen zu ändern. Dies interpretierte die Callcenter-Dame dann als Kündigung. Vielleicht sollte sie mal zum Ohrenarzt.

Viel schlimmer find ich aber auch in dem Fall, dass jeder dahergelaufene Dritte, der die Kartennummer und meinen Namen kennt, dort anrufen und die Karte kündigen kann. Ich hatte ja noch Glück, dass das jetzt bei einem Amazon-Einkauf passiert ist. Man stelle sich mal vor, ich wäre am anderen Ende der Welt auf Dienstreise gewesen und hätte ins Hotel einchecken (oder besser noch - nach längerem Aufenthalt bezahlen) wollen...

U.a. wegen solchen Geschichten ist mein privates Motto ja seit jeher "nur Bares ist Wahres".

baseni hat gesagt…

Liebe Jule,

bisher war ich stille Leserin. Ihren Blog habe ich inzwischen komplett gelesen.
Sie sind eine imponierende junge Frau, Kompliment! Ich würde Sie mir als Tochter wünschen.
Schade, dass Ihre Mutter nicht sehen kann, was Sie für ein wunderbarer Mensch sind. Noch schlimmer, dass sie solche Aktionen startet. Da muss man sich doch fragen, warum?
Aber eine Antwort darauf wird es wohl nicht geben. Traurig genug, dass sie auf Ihr Leben immer noch so negativen Einfluss nehmen kann.
Ich denke, der Tankstellenbedienstete und auch die Polizisten haben korrekt gehandelt. Lästig und ärgerlich für Sie, aber wenn man sich einmal in deren Situation hineindenkt -

Es ist ja auch schon sehr bizarr, was Ihre Mutter da ins Rollen gebracht hat.
Allerdings haben sowohl der Tankstellenbedienstete als auch die Polizei die Situation ernst genommen. Das wünscht man sich doch eigentlich. Leider war es hier zu Ihrem Nachteil, aber insgesamt denke ich, dass es gut ist, wenn Menschen so aufmerksam sind.
Natürlich war das alles für Sie sehr unangenehm. Ursache dafür war Ihre Mutter, und nur sie. Alle Anderen mussten handeln, wie sie eis getan haben.
Die Äußerungen der Polizistin waren natürlich grenzwertig, aber weiß man, ob sie schon erfahren ist oder vielleicht zum ersten Mal so einen Fall hatte? Eventuell hat sie nur Angst gehabt, irgendetwas falsch zu machen.

Auch wenn es persönlich ärgerlich ist, sollte man sich Empathie für die Anderen erhalten. Das meine ich.
Niemand ist vor Fehleinschätzungen und Fehlurteilen gefeit. Daher sollte man versuchen, auch bei Anderen damit zu rechnen.

Hier ist für mich ganz klar Ihre Mutter diejenige, die völlig falsch handelt.
Bei den Anderen würde ich noch einmal nachdenken.

Viele Grüße

Johanna hat gesagt…

Wie gruselig! Mensch, ich hoffe, dass die Stalkerei wieder aufhört. Oder ansonsten, dass du da kompetente Unterstützung bekommst, damit du, dein Zuhause und dein Umfeld geschützt seid.

Ich finde zwar die Art und Weise vom Tankmensch komisch (und kann absolut nachvollziehen, wenn man sich in so einer Situation extrem unwohl fühlt, so eingeschlossen mit wem Fremdes). Dennoch find ich's nachvollziehbar, dass er aufgrund des Verdachtmoments unter Handlungsdruck geraten ist.

Nichts desto trotz: ganz gruselige Situation und ich wünsch dir, dass es sich irgendwie "gut" auflöst.

gismo1978 hat gesagt…

Das Verhalten der Polizistin finde ich unmöglich. Aber da wurde ja schon genug zu geschrieben.

Ich frage mich vielmehr, wie Du das Problem mit Deiner Mutter am Besten lösen kannst. Ihr Verhalten läßt sich ja (meiner Meinung nach) nur noch schwer mit einer Borderline Erkrankung erklären. Das ist ja schon fast wahnhaft und hat was von Stalking.

Wenn das Näherungsverbot nichts bringt, dann kommt hier ja auf lange Sicht fast nur noch eine Zwangseinweisung oder eine Gefängnisstrafe in Betracht. Hast Du Dich schon mal beraten lassen, wie man dieses Problems "Herr werden" kann?

LG Björn

Seute Deern hat gesagt…

Ich weiß gerade nicht, ob mich das an meinen Vater erinnern soll (wegen dem am Ende meine WG ihre Rufnummer ändern lassen musste und wegen dem nicht mal meine kleinen Geschwister meine Adresse oder Rufnummer haben) oder an unsere gerade leicht am Rad drehende Bekannte, die Mitten in der Nacht für ihre Nachbarin (mit MS & 24/7 Assistenz) die Rettung ruft, weil die angeblich Hilfe braucht.

Ich hoffe Frank und du findet eine Lösung für dich - v.a. was den Umgang mit dem Verhalten deiner Mutter angeht, aber auch bezüglich des Verhaltens des Tankstellenangestellten (und der Polizei *seufz* dein Freund und Helfer)

Paul hat gesagt…

Ich finde nicht, dass man den Tankstellenmitarbeiter und die Polizisten hier so in Schutz nehmen sollte.
Da steht, dass die Karte gestohlen ist und er sie einziehen soll. Das kann er gerne tun. Die Polizei informieren ist sicher auch nicht falsch. Jemanden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in einen Raum zu locken und dort einzusperren geht doch wohl nicht. Dafür muss man auch kein Verständnis haben. Ob er das Spielchen wohl auch mit einer Person gemacht hätte, die ihm augenscheinlich körperlich überlegen ist?
Das Verhalten der Polizistin mag vielleicht noch rechtlich gerade so ok sein aber "kriminalistische Erfahrung" ist einfach kein Argument und Polizisten haben einfach nicht zu bewerten und zu unterstellen sondern zu ermitteln. Mir doch egal, ob "90 % der Leute, mit denen die polizisten zu tun haben sind, man verzeihe mir den Ausdruck, der Abschaum der Gesellschaft" sind. Ich finde es anmaßend so etwas zu schreiben und berechtigt auch niemanden zu solchen Unterstellungen wie sie von der Polizistin kamen.
Im Prinzip wurde das auch alles in den Kommentaren schon gesagt, ich wollte nur auch den Kommentaren, die hier mit "Dienst nach Vorschrift" den Tankwart und die Polizistin in Schutz nehmen noch etwas entgegen stellen.

Tinka hat gesagt…

Also, ich muss jetzt doch noch mal was schreiben, nachdem ich mir die weiteren Kommentare durchgelesen habe, vor allem zum Thema "Der Tankstellenverkäufer und die Polizistin haben korrekt gehandelt."

Der Tankstellenverkäufer hat Jule unter Vorspielung falscher Tatsachen so richtig in die Falle gelockt. Er hat den verständnisvollen Menschen gespielt, der den Bezahlvorgang für Rollstuhlfahrer so angenehm wie möglich machen will, um sie dann der Freiheit zu berauben.

Ich kenne das Gesetz nicht auswendig, aber vom Gefühl her würde ich sagen, dass man als normaler Bürger nicht das Recht hat, andere einzusperren. Er kann die Polizei rufen, ihr das Kennzeichen nennen und die Videoaufzeichnungen zeigen, aber niemanden gegen seinen Willen festhalten. Dazu hat er sicher keine Befugnis. Das haben nur die gesetzlich dafür vorgeschriebenen Stellen wie z.B. die Polizei.

Und jetzt zur Polizei: die hat mit Suggestivfragen gearbeitet. Ich weiß nicht, ob sie das darf, vor Gericht darf ein Staatsanwalt jedenfalls nicht mit Suggestivfragen arbeiten. Und was bringt ein durch Wortverdrehungen, Suggestivfragen und Einschüchterungsversuchen erpresstes "Geständnis"? Darf man das vor Gericht nicht widerrufen?

Und überhaupt: Seit wann macht man sich verdächtig, wenn man mit Karte bezahlt und gleichzeitig Bargeld in der Tasche hat? Seit wann macht man sich verdächtig, wenn man mehrere Karten hat? Und durch Gebrauch vom Aussageverweigerungsrecht macht man sich auch nicht verdächtig. Man nimmt einfach nur seine Rechte wahr.

Die Bank hätte Jule irgendwie informieren sollen.

Bei der Mutter sollte man vielleicht doch versuchen, vorzugehen. Ich finde, man sollte nicht ungeschoren davon kommen, wenn man sowas macht. Oder kann man etwa all seinen Bekannten, die man nicht so leiden kann, deren Adresse und Bankinstitut man aber kennt, ungestraft einen solchen "Streich" spielen? Ich hoffe nicht!

Anonym hat gesagt…

an alle die meinen alle außer der Mutter hätten richtig gehandelt:

a) der Tankstellenmitarbeiter hätte Jule nicht festhalten dürfen. Eine Jedermannsfestnahme ist nur dann erlaubt, wenn sich das gegenüber nicht ausweist oder sonst erkannt werden kann. Und sowohl über Nummernschild als auch spätestens über den Ausweis wäre sie so identifiziert, dass man eine Anzeige schalten kann => festsetzen war nötigung. Um ihn anzeigen zu können hätte Jule vermutlich ihre Absicht klar machen müssen, dass sie gehen möchte, aber dennoch war das Verhalten des Mitarbeiters nicht in Ordnung. Er mag die Verpflichtung haben die Polizei zu rufen, aber eben nicht, die ausgewiesene Person festzusetzen.

b) genauso die Polizistin. Personalien feststellen, Anzeige aufnehmen, fertig. Das wäre der Dienst nach Vorschrift. Aber nein, sie muss ihre "kriminalistische Erfahrung" spielen lassen. Abgesehen davon, dass sie versucht die restlichen Karten auch mitzunehmen. Wichtig bei sowas, und sehr gut wie Jule das gemacht hat: widersprechen bei Fragen von Polizisten nach "ist es in Ordnung, dass" oder "wir würden gerne", denn sonst heiße es hinterher dass ihr Gesetzesverstoß auf einer Freiwilligkeit basiert.

c) Die Bank. Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift reichen aus um alle Karten zu sperren? Seid ihr denn wahnsinnig? Mit den Informationen alleine kann man doch niemanden am Telefon identifizieren. Klar, dass kaum einer auswendig seine Kreditkartennummer weiß, aber: sie haben ja eine Nummer bei ihnen hinterlegt. Anstatt darauf zu vertrauen dass der Anrufer der richtige ist: gleich ausmachen dass man die Person auf dem Handy zurückruft. Und wenn dann ausreden kommen a la "Akku leer" dann maximal für eine halbe Stunde die Karte sperren, und erneut anrufen lassen wenn ein Anruf auf dem Handy möglich ist.

jali hat gesagt…

Krasse Sache das.

Aber das Verhalten der Polizistin zeigt mal wieder, warum man nicht mit der Polizei reden sollte. Der beste Weg ist es, nichts anderes zu sagen, als dass man sich nicht zur Sache äußert.

Außerdem sollte man im Telefon stets die Nummer des anwaltlichen Notdienstes gespeichert haben.

Anonym hat gesagt…

Also der Tankstellenangestellte verdient eigentlich ne Anzeige. Schliesslich konntest du dich so alleine nicht aus der Situation entfernen, dein Kennzeichen und sonstige Videoaufnahmen reichen der Polizei. Er ist verpflichtet die Polizei zu rufen, nicht dich persönlich festzuhalten!

Und die Polizistin.. Geht ja mal garnicht >.>

Der Bank würd ich auch noch was rausleiern.. So geht das echt nicht, dass die rein auf adresse, namen und geburtsdatum sperren! Da kann jeder der mal deinen Uniausweis gesehen hat anrufen o.O
Ne ehrlich, das is die Höhe.

Komm zur Hypovereinsbank :P

Fastdäne hat gesagt…

Moin, moin,
schade, dass hier in den Kommentaren leicht einseitig das Feindbild Polizei und Tankwart aufgepuscht wird.
Schuld war doch eigentlich die Bankfrau, die unter Abwägung von Gefahr und Nutzen eine Sperre veranlasst hat, nachdem es den Anruf mit grenzwertiger Legitimation gab. Auch hier kann ich mir vorstellen, dass auch "echte" Raubopfer den Diebstahl ihrer Karten ganz komisch schildern.
Tankwart und Polizei haben dann ihren Job gemacht. Nötigung gab es keine, aber rechtfertigenden Notstand.
Wie würdet Ihr als Polizei handeln, wenn die Karte als gestohlen gemeldet ist? Ob da alles optimal diplomatisch abgelaufen ist mag man diskutieren, sicher und verständlich ist da Jules Schilderung auch nicht ganz objektiv.
Ich habe mich jetzt aber ernsthaft gefragt, ob ich jetzt mal eben die Bank meiner Frau anrufen könnte und dort Kreditkarte und Konto sperren lassen könnte.
Gruß Frank

grinseliese hat gesagt…

WTF?
Aber ehrlich gesagt kann ich die Bankenfrau verstehen.
Ich bin ja ein Chaot und nachdem ich meinen Geldbeutel im Urlaub mal wohl recht einladend mit mir herumgetragen habe, wurde mir mein Geldbeutel geklaut.
War noch vor Smartphone Zeit und nachdem ich Kreditkarte damals nur zum Ticket abholen am Flughafen gebraucht hab und auch recht wenig überwiesen wusste ich die Nummer auch nicht auswendig.
Ich konnte die Nummer trotzdem bei der Sperrhotline sperren lassen, nur mit Anschrift, Geb. Datum und Wissen, von welchem Kreditinstitut das war.
Allerdings hat irgendwer den Geldbeutel ins Gestrüpp geschmissen, ich bekam ihn wieder und hab versehentlich auch die gesperrte Karte mal zum Bezahlen benutzt (wie gesagt, ich Chaot) und das hatte keine Konsequenzen, außer dass ich dann in bar zahlen musste...

BigDigger hat gesagt…

"Es gibt sowas wie eine kriminalistische Erfahrung. Die Wahrscheinlichkeit sagt mir, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Bank sich irrt. Und Sie verhalten sich einfach verdächtig."

Spätestens mit diesem Satz könntest Du der Beamtin ans Bein pinkeln - und eigentlich halte ich es bei berufsmäßiger Abkehr von der Unschuldsvermutung für geradezu geboten. Das Mittel der Wahl wäre die Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Verstoßes gegen § 136 Absatz 1 StPO. Sie hat Dich spätestens mit dem oben zitierten Satz zur Beschuldigten erklärt, nur dass sie es nicht explizit so gesagt hat. Damit wäre sie verpflichtet gewesen, Dich über Deine Rechte als Beschuldigte einer Straftat zu informieren. Denn hättest Du belastende Aussagen getätigt, würde das Strafverfolgungsinteresse überwiegen, da es in Deutschland das Frucht-vom-verbotenen-Baum-Prinzip nicht gibt und Polizisten vor Gericht fast uneingeschränkt geglaubt wird - siehe aktuell der Fall Ulvi K.
Das ist eine grobe Verletzung ihrer Amtspflichten. Zumal sie Dein Portemonnaie durchsucht hat, was sie auch nur dann machen darf, wenn Du Beschuldigte eines Strafverfahrens bist.

Was hinsichtlich Deiner "Mutter" passieren müsste, dass Du endlich Ruhe hättest, das darf ich leider nicht schreiben...

Anonym hat gesagt…

@9. April 2014 17:59: Google mal die Festnahme durch Jedermann...

FiAsKo hat gesagt…

Zum thema Pizza und Päckchen/Pakete hätte ich eine Idee beizusteuern:

Pizza: bei allen Lieferdiensten, die an die fragliche Adresse liefern würden, den Sachverhalt schildern, daß schon mehrfach(?) fälschlicher Weise von "dritten" bestellt wurde, und ein Kennwort/Passwort vereinbaren, ohne welches nichts mehr geliefert wird.
Über die Bestellportale wie z.B. 'lieferando', 'Lieferheld', 'Pizza.de' und ähnliche findet man recht einfach einen großen Teil der betroffenen Lieferdienste.

Pakete: Unter 'Packstation.de' anmelden, und nur noch über diesen Weg Waren zuschicken lassen.
Dabei alle Nachbarn anweisen, keine Pakete mehr anzunehmen.
Wenn dann eine Sendung kommt (und wieder geht) liegt die dananch noch ca 7 Tage bei Post oder anderem Zustelldienst und geht dann wieder zurüch zum Absender.
Wenn es dann Probleme mit der Bestellung gibt, kann der Versender möglicherweise über die IP des 'betellenden Rechners' feststellen, wer da von wo aus bestellt hat.....

Anonym hat gesagt…

Ich finde die Verhaltensänderung Deiner Mutter für bemerkenswert:

Keine Frage - das, was sie bisher getan hatte, war unerträglich genug. Aber aus ihrem Blickwinkel folgerichtig: "Du bist krank, die ganzen Behinderten um Dich rum verstellen Dir den Blick, Du machst Sport/Studium/etc. nur, um Dir selbst zu beweisen, Du wärst nicht krank".
Was sie danach produziert hat, war nach diesen Annahmen folgerichtig: Sie hat versucht, Dich von diesem Umfeld zu trennen, indem sie Dich diskretitieren wollte. Der Rest (ständiges Auftauchen, die Anrufe überall, der Versuch, irgendwie an Deine Adresse zu kommen) diente dazu, ihr vermeintliches Umgangsrecht durchzusetzen. So weit, so bekloppt.

Nur: Ich sehe nicht, wie da die Kreditkartengeschichte reinpasst. Das ist rein destruktiv. Deine Adresse hatte sie bereits, das konnte also selbst unter absurden Überlegungen nicht zum einen oder zum anderen zu dienen.
Die Bestellung von der Pizza ist ebenfalls rein destruktiv - sie hat nix davon, ausser, Streß gemacht zu haben.

Jule, pass auf Dich auf. Das klingt mir alles verdammt unlustig.

Daniel

Anonym hat gesagt…

Leider bleibt mir beim Durchlesen der Kommentare auch nur noch übrig, den Kopf zu schütteln. Natürlich sind hier Fehler gemacht worden, die - verkettet miteinander - äußerst Unglücklich gewirkt haben. Nur muss man mal die Kirche im Dorf lassen.

Die Mutter: Braucht man glaube ich keine Worte drüber zu verlieren. Unfassba.

Die Bankmitarbeiterin: Sie musste abwägen. Hätte sie nicht gesperrt, wäre das Geschrei bei einer echten Meldung groß gewesen. Das der Rückruf auf dem Handy nicht funktionierte, ist bei einer geklauten Handtasche absolut anzunehmen. Das die Leute ihre Kontonummern, etc. nicht auswendig wissen, ist so ungewöhnlich nicht. Das einzige, was ungewöhnlich war, ist, dass sie nichtmals ungefähr den Kontostand kannte. Vielleicht wäre es die sanftere Methode gewesen, die Karte lediglich auf "gesperrt" und nicht auf "gestohlen" zu setzen. Dem steht entgegen, das die Einstellung auf "gestohlen" die Chancen erhöht, dass der Täter geschnappt wird und damit der Inhalt der Handtasche auch wieder auftaucht. Sie musste abwägen, und das kann auch mal daneben gehen. Den Terror mit der Polizei in diesem Umfang konnte sie auch nicht riechen: Die Kreditkartenorganisationen sagen, man soll bei Code 43 die Karte nach Möglichkeit (ohne Selbstgefährdung) einziehen und nach Möglichkeit die Polizei rufen.

Der Tankstellenbetreiber: Die Anweisung der Kreditkartenfirma wurde da wohl sehr genau genommen. Ist aber eigentlich nicht wirklich verwunderlich.

Der Mitarbeiter der Tankstelle: Der Mann ist doch in seinem Job eine arme Wurst und ohne riesigen Ermessensspielraum. So, wie sich das liest, hat er Jule einigermassen höflich, wenn auch bestimmt behandelt. Eine Festnahme nach Jedermannsrecht und damit Festhalten wäre drin gewesen, zumindest bis zur Feststellung der Personalien. Danach noch auf die Polizei zu warten eher nicht, aber die Nachtkasse an einer Tanke ist eher selten mit Juristen besetzt und wenn's nur drei Minuten gedauert hat... Der wollte keinen Ärger mit seinem Chef und hat sich halt drauf verlassen, dass die Arbeitsanweisung rechtmäßig ist.

Die Polizistin: Na ja.... Wirklich übelst suggestiv. Gibt es leider mehrere Exemplare von, weswegen ich über das "Es ist meine Karte und ich habe sie nicht sperren lassen" keine Angaben mehr gemacht hätte. Was man auch sagt, es geht halt durch einen Filter, der insgesamt in so einer Situation immer gegen einen gerichtet ist. Der Job des Polizisten ist in dem Moment, zu belasten. Entlastendes kann man bei einer etwaigen Anhörung, die nach einer Anzeige eh kommt, immer noch vorbringen, erst recht, wenn's nicht nachprüfbar ist. Schnell wird einem das Wort im Mund umgedreht oder - schlimmer noch - das umgedrehte Wort steht ohne das man es sieht im Einsatzprotokoll. Egal: Was sie getan hat, ist nicht nett, dürfte aber vom Gesetz noch gedeckt sein.

Daniel