Sonntag, 11. Mai 2014

Keine zweite Chance

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man täglich viele neue Leute kennenlernt. Ich meine den Kreis, mit dem man täglich zu tun hat. Genauso wie den Kreis derjenigen, von denen man erst herausfinden muss, dass man mit ihnen nicht täglich zu tun haben möchte. Alle Menschen, die mir neuerdings über den Weg laufen, zu beschreiben, wäre zu umfangreich - und auch nicht nötig. Will sagen: Es gibt in meinem neuen Umfeld sehr viele entspannend unkomplizierte Menschen. Zumindest wirkt es bisher so. Es wirkt außerdem so als wäre mein Idiotenmagnet etwas schwächer geworden.

Am letzten Wochenende hat mich eine Kommilitonin gefragt, ob ich mit ihr zum Rollstuhlbasketball wollte. Sowas ist mir ja noch nie passiert. Die Kommilitonin ist Fußgängerin und wollte von mir ... ja, was eigentlich? Egal, ich fand es nett. In Hamburg hätte ich mit Sicherheit gesagt: "Nö, lass mal. Das ist keine Sportart, die ich mir jetzt zwei Stunden oder länger ansehen müsste. Nicht, weil sie nicht sehenswert wäre, im Gegenteil. Nur bin ich eher selbst aktiv, statt still auf der Bank zu sitzen. Nicht im Basketball, sondern in anderen Sportarten. Aber hier und jetzt ... ich sagte spontan zu und so fand ich mich plötzlich über 100 Kilometer entfernt in einer großen Sporthalle am Spielfeldrand wieder. Meine Kommilitonin hatte einen klaren Favoriten - ich schloss mich an.

Nach dem Spiel sollte vor dem Spiel sein, wenn es nach dem Wunsch eines Sportlers gegangen wäre. Er kam nach dem Spiel auf mich zu, kannte mich nicht, erkannte mich nicht, sprach mich trotzdem an. Ich sehe so sportlich aus, ob ich schon mal Rollstuhlbasketball gespielt hätte. Ein paar wenige Male hätte ich es ausprobiert, antwortete ich. Er fand, ich müsste unbedingt in die Mannschaft kommen, ich würde das mit Sicherheit gut können und sie bräuchten noch Verstärkung. Vor allem weibliche. Der Typ war Mitte 40. Meine Kommilitonin und ich wurden eingeladen, mit der Mannschaft nach dem Spiel noch ein Bier zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen.

Ich habe nie ernsthaft überlegt, in diese Mannschaft zu gehen. Über hundert Kilometer zum Training, für eine Sportart, wo harte Bälle fliegen, wo man mit Rollstühlen zusammenscheppert und umfällt - nö. Nicht mein Ding. Es ist meine persönliche Entscheidung, lieber als Einzelsportlerin unterwegs zu sein. Und trotzdem ging ich mit dieser Mannschaft in ein Restaurant und quatschte ein wenig. Meine Kommilitonin bekam gleich erzählt, dass auch Fußgänger mitspielen könnten. Und mitten in der anfangs sehr angeregten Unterhaltung kippte plötzlich die Stimmung so sehr, dass wir ziemlich schnell in Aufbruchstimmung kamen und später im Zug nach Hause auch eine Zeitlang nichts mehr sagten.

Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreibe. Aber es will mir einfach nicht aus dem Kopf. Die Geschichte von einem Mann, Mitte 30, der wegen einer Querschnittlähmung im Rollstuhl sitzt und auftrat wie ein König. Als gehörte ihm die Welt. Anfangs fand ich das noch irgendwie spannend, mit welcher Sicherheit er von sich selbst und seinem Leben sprach. Ziemlich bald, nämlich als er mich fragte, warum ich im Rollstuhl sitze, ich ihm meine Geschichte erzählt hatte und nachfragte, woher er seinen Querschnitt hatte, war ich völlig perplex. Er erzählte mir, er habe sein Auto in suizidaler Absicht in den Gegenverkehr gelenkt. Leider -aus damaliger Sicht- sei nur eine Querschnittlähmung dabei heraus gekommen.

Ich wusste, dass diese Frage ungeheuer großen Zündstoff liefern würde, konnte sie mir aber nicht verkneifen: "Und dein Unfallgegner?"

Er antwortete so beiläufig als hätte ihn jemand nach der Uhrzeit gefragt: "Tot. Ein Familienvater auf dem Weg zur Arbeit."

Ich guckte ihm in die Augen. Und sah Gleichgültigkeit. Die mich wiederum veranlasste, nachzufassen. Einfach weil ich hoffte, mich zu täuschen. Ich sagte: "Ach herrje." - Und musste gar nicht weiter reden. Er unterbrach mich quasi mit einem Schulterzucken: "Die Versicherung hat gezahlt."

Ich konnte das noch immer nicht glauben. Ich hakte nochmal nach: "Hat was gezahlt?" - Er antwortete: "Na, die hinterbliebene Familie hat ein Schmerzensgeld bekommen von meiner Versicherung."

Ich bohrte noch weiter: "Und du?" - "Ich nicht. Ich hab nichts bekommen von meiner Versicherung. Ich war gegen Unfälle aber auch nicht versichert. Damals."

Wollte der mich provozieren? Ich redete weiter: "Das wäre ja aber auch gar kein Unfall gewesen. Das meinte ich aber auch nicht. Ich meine vielmehr, ob das nicht eine unheimliche Last ist, die jemand auf sich lädt, wenn er in ein unbeteiligtes Auto reinlenkt. Ich frage mich: Warum ein Auto und kein Brückenpfeiler?"

Er antwortete: "Die Last darf man sich nicht aufladen, sonst hat man kein Leben mehr. Die Versicherung hat gezahlt und fertig. Ich bin damals angeklagt worden wegen Totschlags, war aber wegen einer psychischen Störung nur vermindert schuldfähig. Die Richter haben meine Querschnittlähmung eingerechnet und fanden, dass ich schon genug bestraft bin. Ich musste nie ins Gefängnis. Vielleicht auch deshalb, weil es damals kaum barrierefreie Gefängniszellen gab", sagte er und lachte. Ich guckte ihn an, ohne eine Miene zu verziehen.

Er sagte dann, aus seinem Lachen raus: "Ach komm, guck nicht so böse. Oder gehörst du auch zu denen, die finden, ich hätte keinen Anspruch auf eine Rehabilitation? Keine zweite Chance? Soll ich mich deiner Meinung nach lieber nochmal umbringen, oder was möchtest du mir jetzt raten? Mit dem Auto mache ich es nicht nochmal, das musste ich versprechen, bevor ich meinen Führerschein zurückbekommen habe."

Nein. Wie schon geschrieben, die Stimmung war so sehr gekippt, dass ich mich verabschiedete. Die Antwort auf die Frage bin ich ihm schuldig geblieben. Dafür war ich zu perplex. Aber inzwischen weiß ich sie: Jeder Mensch sollte eine zweite Chance bekommen, das denke ich schon. Und ich lasse mich auch nicht auf die "Einmal Täter, immer Täter"-Schiene lenken. Jedoch: Eine zweite Chance, so denke ich, muss man sich "verdienen". Durch Einsicht, Reue, Umkehr, Wiedergutmachung. Wenn die Feststellung, dass die Versicherung ein paar Kröten überwiesen hat, alles ist (neben der Erkenntnis, dass die Schuld nahezu unerträglich ist), dann fällt mir dazu nur eins ein: Ich möchte mit so einem Menschen nicht in einer Mannschaft spielen.

Diese arrogante Art des Gegenangriffs finde ich tausend mal schäbiger als eine von Reue getragene Lüge, man sei besoffen am Baum gelandet. Oder ähnliches. Bäh.

Kommentare :

Vio hat gesagt…

Da bin ich absolut Deiner Meinung! Meiner erster Gedanke war, wie es sein kann, dass so einer in einer Mannschaft spielt. Dass so ein Verhalten akzeptiert wird! Andere Menschen werden wegen Nichtigkeiten gemoppt und so jemand findet ohne Reue wieder in die Gesellschaft… unglaublich…

Ich wünsche der Familie, die er zerstört hat, dass sie niemals von seiner Einstellung erfahren.

ruolbu hat gesagt…

Mir imponiert deine kühle Art, wie du auf diese Story reagiert hast. Vielleicht habe ich deine Beschreibung auch nur so aufgefasst und es stimmt mit deiner Wahrnehmung von dir selbst nicht überein. Aber du scheinst mir trotz eventueller Fassungslosigkeit und Verwunderung ziemlich schnell und effizient einen Weg gefunden zu haben, mit dieser seltsamen Geschichte umzugehen.
Am meisten gefällt mir deine Schlussfolgerung, ich gebe dir dabei Recht. In der Regel spricht man ja auch davon "eine zweite Chance zu verdienen". Sein Wortlaut, den du niedergeschrieben hast - wie nahe der jetzt an der tatsächlichen Situation ist, weiß ich nicht - ist aber eher "ein Anspruch". Rechtlich gibt es das vielleicht. Wenn denn nicht mit lebenslänglich entschieden wird, endet die Strafe irgendwann und eine Person kann erneut frei handeln (ich schätze das ist auch vereinfacht).
Menschlich ist es schwer einen Anspruch auf eine zweite Chance einzufordern, die Vorurteile, die gegen verurteilte/inhaftierte Menschen auch nach Ableisten der Strafe existieren, sprechen Bände. Es ist oft ungerecht, wie hartnäckig diese sein können, trotz Buße, Schuldbewusstsein, Reue, Besserung, Bemühung zur Wiedergutmachung. Eine zweite Chance erhalten, bedeutet wohl, ein Leben führen zu können, ohne kontinuierlich mit den Folgen der Tat konfrontiert zu werden.
Wenn eine Person keinen Ansatz von Schuldbewusstsein besitzt, dann finde ich, kann nicht davon gesprochen werden, dass dieser Mensch eine zweite Chance verdient. Ob er sie erhält ist eine andere Sache. Rechtlich vermutlich ja. Menschlich muss das jede Person einzeln entscheiden. Ich kann deine Entscheidung gut nachvollziehen.

gismo1978 hat gesagt…

Einfach nur ätzend. Wenn man dem anderen nicht sein Glas Bier, Cola, etc. ins Gesicht schütten will, dann bleibt einem hier wirklich nichts anderes übrig als zu gehen.

LG Björn

Anonym hat gesagt…

Er hätte der sein sollen, der sein Leben verloren hat - so wie er es ursprünglich auch wollte. Stattdessen liegt jetzt ein unschuldiger Familienvater unter der Erde.
Aber dass er so abfällig ohne den Hauch von Reue darüber erzählt, macht den gewollten Unfall umso schlimmer. Das ist so widerlich, dass ich dafür keine Worte habe. Es ist gruselig, wie kaltblütig und abgebrüht manche Menschen sind.

Patrick Gamm hat gesagt…

A.......... gibt es leider in allen Bereichen und in allen Facetten. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion und/oder Behinderung.

JayJay hat gesagt…

Die Einstellung dieses Mannes schockiert mich zutiefst, ähnelt aber deinen Erfahrungen mit der Crash-Oma. Keine Spur von Reue oder Menschlichkeit. Ich frage mich, wie die anderen Menschen in seinem Umfeld mit der Geschichte umgehen, denn offenbar hat er in der Mannschaft ja Halt gefunden.

Ich könnte einen Menschen mit dieser Einstellung in meinem Umfeld definitiv nicht gebrauchen!

Lexi hat gesagt…

"Eine zweite Chance, so denke ich, muss man sich "verdienen". Durch Einsicht, Reue, Umkehr, Wiedergutmachung."

Den gesamten Absatz, diesen Satz aber im besonderen unterschreibe ich ganz, ganz dick.

Unfassbar. Was geht in den Köpfen solcher Leute vor?

Ich zitiere: "Bäh."

Christian hat gesagt…

Ich finde das der Begriff einer zweiten Chance immer falsch ist. Wenn schon zweite Chance dann für alle und der Familienvater wird nie wieder eine bekommen.
Man kann nur mit der neuen Situation klarkommen, etwas draus machen.

Anonym hat gesagt…

unfassbar!

Anonym hat gesagt…

Habe ich das richtig verstanden, du findest es besser, jemand belügt dich und erklärt, er sei besoffen am Baum gelandet? Statt dass er offen zu der Verfehlung steht, die er angerichtet hat?

Daniel hat gesagt…

Hmmm...
Mir stellt sich nur die Frage, ob er tatsächlich so zynisch ist - oder ob das seine Strategie ist, mit seiner Tat klarzukommen und sich nicht mit Selbstvorwürfen diesesmal dann vor den Brückenpfeiler zu befördern.

Das ändert natürlich nichts daran, dass seine Worte widerlich sind und es schwer auszuhalten sein dürfte, ihm dabei zuzuhören.

Jule hat gesagt…

@09.29:

Nein, du hast mich nicht richtig verstanden.

Ich finde eine von Reue getragene Lüge besser als seine Ehrlichkeit ohne jede Spur von Reue.

Oder anders ausgedrückt: Ich hätte es in der geschilderten Begegnung eher akzeptieren können, dass derjenige mich kleinlaut belügt, weil er auf die Fragen, die seine Verfehlung in den Raum stellt, selbst keine angemessenen Antworten weiß.

Größe hätte er meines Erachtens bewiesen, wenn er sich mit seinem Unrecht auseinander gesetzt hätte. Das hat er aber anscheinend nur seiner Versicherung überlassen, weil ihm diese Last zu schwer ist.

Und dann - und das ist meine persönliche Entscheidung - möchte ich nichts mit diesem Menschen zu tun haben.

Anonym hat gesagt…

Ich glaube der Mann hat aber ernsthafte psychische Probleme, um die er sich kümmern sollte.
Ich glaube nicht, dass er niemals Reue hatte, nur, er hatte vorher schon einen Knacks. Sonst hätte er ja nicht versucht sich umzubringen. Die Gleichgültigkeit die du nach außen siehst, ist im inneren vermutlich ein Selbsthass, der seinesgleichen sucht, und er kommt nur dadurch jeden Morgen aus dem Bett, weil er alle Gefühle einfach unterdrückt. Somit ist das, was du als Arschlochverhalten siehst möglicherweise reiner Selbstschutz um nicht gleich den nächsten Suizidversuch zu begehen.

Alles in allem würde ich sagen: der Mann gehört behandelt, ansonsten hat seine zweite Chance noch nicht angefangen.

A.

Anonym hat gesagt…

Hm... Schweres Thema.

Nichts mit "solchen (straffällig gewordenen)" Menschen zu tun haben wollen, finde ich falsch. Die totale Ausgrenzung kommt doch einer Art der Todesstrafe gleich, oder etwa nicht? Ein Mensch kann einfach nicht alleine leben; bis auf wenige Ausnahmen natürlich, die in z.B. Erdlöchern kauern.

Ich finde es in Ordnung, dass der nicht innen Knast musste, aber eine geeignete Maßnahme, ihm die Folgen seiner Tat bewusst zu machen, wäre vielleicht angemessen. 360h sogenannt Sozialarbeit in einem geschlossenen Waisenhaus oder so.

Aber wie schon gesagt. Ausgrenzen geht gar nicht.

Judi hat gesagt…

@anonym 10:31: "Nichts mit "solchen (straffällig gewordenen)" Menschen zu tun haben wollen, finde ich falsch. "
Es ist auch nirgendwo die Rede davon, daß man straffällig gewordene Menschen generell ausgrenzt. Aber es macht eben einen entscheidenden Unterschied, ob jemand (übertrieben formuliert)sagt: "Ich hab da mal einen kalt gemacht, aber die Familie hat dafür Kohle gekriegt, damit ist es doch gut" oder ob er die eigene Schuld anerkennt. Klar muss man auf einem Kneipenabend gegenüber einer Wildfremden nicht alles ausbreiten. Aber schon die Aussage "da kann/möchte ich jetzt hier nicht drüber sprechen" hätte diesen Mann in einem anderen Licht dastehen lassen als das, was er wohl tatsächlich gesagt hat...
Natürlich ist in diesem Menschen innendrin viel los, was ihn bemitleidenswert macht. Und sicher wäre es gut, wenn er Hilfe bekäme. Das muss er aber erstmal selbst einsehen und solange er das nicht tut würde ich mit so einem Menschen auch nichts zu tun haben wollen. Eventuell käme diese Einsicht, wenn sein Umfeld sich nicht mit seiner Art damit umzugehen arrangiert hätte sondern ihn wirklich ausgrenzen würde. Aber solange er sowas in fröhlicher Runde vom Stapel lassen darf ohne daß drumrum der Protest sehr laut wird, wäre auch für mich diese Runde keine Gesellschaft, in der ich mich aufhalten wollte...

Xin hat gesagt…

Ohne Sympathie für den Unfallfahrer zu empfinden, aber der Mann kam nicht ins Gefängnis, weil er psychisch nicht schuldfähig war.
Die Entscheidung einen anderen Menschen für den eigenen Tod zu verletzten oder zu töten hatte er bereits getroffen. Zu dem Zeitpunkt war also nicht in der Lage, die Konsequenzen für den Familienvater zu begreifen.
Die Tatsache, dass er aus dem Krankenhaus entlassen wurde bedeutet nicht, dass er nun Empathie entwickelt hat. Empathie kann man auch nicht mit einem Gefängnisaufenthalt anerziehen.
Dieser Mensch ist offensichtlich krank. Das ist traurig, aber für eine - nennen wir es mal geistige Behinderung - ist er auch nicht verantwortlich. Er ist offenbar nicht schuld, dass er so redet, es ist ihm nicht begreiflich, was Dich verständlicherweise so abstößt und es ist in Ordnung, dass er sein Leben so gut lebt, wie es ihm möglich ist, solange er niemand anderen mehr gefährdet.

Anonym hat gesagt…

Wo ist die zweite Chance für den Familienvater, den er umgebracht hat?

Alice hat gesagt…

Nun ja, @anonym 12.5., 10:31, er WIRD ja nicht ausgegrenzt. Er spielt im Team, er hat anscheinend Freunde. Aber Jule möchte diese Freundschaft/Bekanntschaft eben nicht, was ich persönlich nachvollziehen kann. Wir leben in einem freien Land in dem jemand sehr milde dafür bestraft wird die Tötung eines anderen Menschen billigend in Kauf genommen zu haben - wenigstens steht es jedem anderen Menschen ebenso frei so jemanden zu meiden.

Im Übrigen finde ich deinen Umgang mit der Thematik wieder mal unsäglich differenziert und reflektiert, Jule.

Anonym hat gesagt…

Liebe Jule,
ein echter Narziss, der in seiner eigenen Grossartigkeit nicht erkennt was er da angerichtet hat... und scheinbar von irgendeinem schlechten Lebenratgeber eingetrichtert bekommen hat, sich damit nicht wirklich ausenanderzusetzen.

Anonym hat gesagt…

Das einzig Komische an der Geschichte ist der Ausdruck "barrierefreie Gefängniszelle".

Es hilft wohl nur, so jemanden zu meiden oder zu sehen, ob er eine zweite Chance von Dir verdient haben könnte.

Es müßte ja eigentlich einen Grund geben, warum die Mannschaftskameraden ihn nicht (auch) meiden. Und ich meine nicht die bloße Tatsache, daß er in der Mannschaft ist. Soll heißen, vielleicht hat er nur an dieser Stelle eine (allerdings gravierende) Macke.

Anonym hat gesagt…

Mit Abstand einer deiner besten Artikel in diesem Blog. Und ich les schon von Anfang an mit ...

Loxia

Anonym hat gesagt…

Was manche hier vermutlich nicht verstehen ist, dass der Rollstuhlfahrer nicht ausgegrenzt wird, weil er verantwortlich für den Tod des Vaters ist, sondern weil er in einer Art und Weise darüber urteilt, die seine Psyche von außen in ein ganz düsteres Licht rückt, womit sich Jule nicht umgeben möchte. Ob er psychisch krank ist und das seine abfällige Art rechtfertigen würde, interessiert nicht. Man will sich auch aus Selbstschutz mit solchen Leuten nicht befassen.

Schnuffelsocke hat gesagt…

Tja... Vollidioten die auf Grund von ihrer unsozialen Ader absolut nicht Gesellschaftsfähig sind, sollten meiner Meinung nach auch weggesperrt werden.

Jule, ich bewundere deine Reaktion. Gerade mit deiner Geschichte im Hintergrund und dann noch solche Aussagen von diesem Wesen... Ich an deiner Stelle wäre absolut durchgeknallt und hätte dieser Person sonst was entgegen geknallt.

Ist irgendwie echt ein Glück dass der Typ + Mannschaft 100km entfernt ist. Ich hoffe, du musst ihm nie wieder über den Weg laufen!

Blogolade hat gesagt…

Ich hoffe nur, dass sein psychischer Knacks daran Schuld ist, dass ihm das scheinbar so egal ist. Es macht mich sprachlos.

Ich unterschreibe bei dir, Jule. Und bin fassungslos.

Anonym hat gesagt…

Tja, wie es scheint, funktioniert Dein Idiotenmagnet nach wie vor mit voller Leistung. Was für ein Ar.....ch!

Tux2000

Andrea hat gesagt…

Hallo Jule.
Du hast ihm Deine Geschichte erzählt. Hast Du auch die Crash Oma erwähnt, dass sie keine Reue gezeigt hat?
Dann ist seine Geschichte gleich doppelt so fies. Wenn er wusste was Dir durch eine nichteinsichtige Person angetan wurde, und er dann noch damit prahlt, was er aus rein egoistischen Gründen einer anderen Familie angetan hat, wie konnte er nur? Aber auch sonst ist dies keine Geschichte, die ich einem Wildfremden Menschen sofort erzählen würde. Seine Einstellung ist unter aller Würde. Wieviel Zuspruch und falsche Zustimmung (weil, der arme Behinderte, dem kann man ja nicht widersprechen) muss er bekommen haben, um so mit seiner Lebenseinstellung hausieren zu gehen. Ha, er sei bestraft genug! Wenn die geschädigte Familie wüsste was er so erzählt...
(Der Idiotenmagnet ist scwächer geworden??? Der Typ ist ja wie fünf auf einmal ;))
Gut, dass Du die Möglichkeit hast, ihm nicht dauernd zu begegnen.

Anonym hat gesagt…

Meiner Meinung nach verdrängt dieser Mann seine Schuldgefühle nur (erfolgreich?) vor sich selbst hinter der coolen, sachlichen und distanzierten Art. Nicht falsch verstehen: für Suizid(versuch)e, die bewusst die Schädigung anderer, Unbeteiligter in Kauf nehmen (z.B. Geisterfahrer, Vor-den-Zug-legen) habe ich kein Verständnis.
Aber in diesem Fall frag ich mich, welcher Psychologe da am Werk war, dass der Mann nun so kalt und distanziert über das unschuldige Opfer seiner Aktion reden kann.

Anonym hat gesagt…

Einerseits verstehe ich die Entrüstung, wenn sich da lapidar einer hinsetzt und sagt, "meine Entscheidung gegen mein Leben hat den seines gekostet, damit ist aber auch alles gesagt".

Das hat schon eine gewisse Kaltschnäuzigkeit, geb ich ja zu.

Jetzt ist uns Bloglesern hier aber nicht klar, wie viel Geschichte sich da drum herum noch abgespielt hat,
- wann sein Suizidversuch war
- wie lang er für die Reha gebraucht hat
-- körperlich
-- psychiatrisch
- wieviel Psychotherapie er absolviert hat oder noch absolviert, um überhaupt im Leben stehen zu können und zumindest äußerlich seine Fahne hochhalten zu können - man bedenke, der wollte sich schließlich umbringen
- auf welche Medis er mglw. immer noch angewiesen ist, um das zu können
... und und und.

Nicht aus mangelnder Empathie zum unbeteiligten Unfallopfer, aber aus Anerkennung der psychischen Not, die einen Suizid/-versuch bedingt, und in mittelbarer Kenntnis mehrerer Biographien, in denen ein erster Suizidversuch in den Rollstuhl führte und dann ein 2. oder gar noch ein 3. folgte, der dann schließlich erfolgreich war:
Es ist keine lapidare "Leistung", nach einem Suizidversuch, zumal mit Folgeschäden, wieder ins Leben zu kommen, und erst recht nicht mit einer solchen ethischen Schuld.
In diesem Sinne habe ich ein gewisses Verständnis dafür, dass er sich eben grade nicht das Büßermäntelchen anzieht, sondern befindet, das war, das war damals, das ist Geschichte, und wir alle müssen jetzt damit leben, und dann auch kein pseudoverletztes "ich will da nicht drüber reden" auspackt, sondern schlicht dazu steht, was war, das aber trocken und pragmatisch.

Wohlgemerkt, obiges Statement nur aus Kenntnis des Blogeintrags, ohne die Zwischentöne und weiteres zu kennen.
Ich möchte nur zu bedenken geben, dass weder wir Leser hier, noch vermutlich Jule (mit Verlaub) Einblick haben, was in diesem Menschen damals vorging und heute vorgeht.
Bevor ich mich zu einem "bäh" entschließen könnte, würde ich mich noch mindestens einmal ausgiebig und in Ruhe mit dem Menschen unterhalten wollen.

ednong hat gesagt…

Hm,
schwierig. Natürlich siehst du so eine Situation als Betroffene anders als ein Nichtbetroffener, würde ich mal tippen.

Paschaverhalten ist hier sicher fehl am Platz. Aber soll er kleinlaut durch die Gegend rollen, nur weil er keine Einsicht hat? Ich denke, das macht die Situation nicht besser.

Ich meine, letztlich zeigt seine Aussage ja schon, welche Meinung er dazu hat. Und wenn deine Eindrücke stimmen, wird er sie - zumindest so schnell - nicht ändern. Das ist sicher beschämend (aus meiner Sicht) - ändern wirst du es nicht.

Es ist wahrscheinlich ein Typ Mensch, bei dem immer alle anderen Schuld sind, wenn irgendetwas nicht so läuft wie es soll. Dass der Fehler bei einem selbst liegen kann, darauf kommen solche Menschen nicht.

Tragisch ist bei dieser Sache, dass ein völlig Unbeteiligter betroffen war. Und dazu dann noch dessen Familie. Und dass er dann so "gut" aus der Sache rauskam, weil er vermindert schuldfähig war. Dass er dafür keinerlei Emotionen übrig hat, könnte ein Selbstschutz sein. Zeigt aber auch, dass er sich mit eigener Schuld nicht auseinandergesetzt hat und wohl auch nie wird. Leider gibt es zuviele solcher Menschen.

Anonym hat gesagt…

@ Anonym 22:42
Mag sein, dass du mit diesem Menschen noch weiteren Gesprächsbedarf hättest, aber Jule? Sie wurde selbst Opfer eines reuelosen Menschen, der sie lebenslang an den Rollstuhl gefesselt hat, der nie den Hauch von Reue, Verständnis oder einer Entschuldigung gezeigt hat, soweit man das mitverfolgen kann. Und dass man sich dann von solchen Menschen grundsätzlich fernhalten will, ist doch wirklich nachvollziehbar.

JayJay hat gesagt…

@22:42

Auf der einen Seite stimme ich dir zu. Sicher steckt hinter der Geschichte viel mehr, als wir aus dem Lesen dieses Blogs wissen können. Dennoch verstehe ich Jules Reaktion vollkommen. Schließlich hätte genauso gut auch er derjenige gewesen sein können, der sie über den Haufen gefahren hat. Sie befindet sich in dem Fall auf der selben Seite wie der Familienvater. Und aus dieser Perspektive gesehen, denke ich, dass sie richtig reagiert, wenn sie diesem Menschen lieber aus dem Weg geht. Denn an seiner Einsicht bzw. Nicht-Einsicht wird sie nichts ändern können. Ich finde sogar, dass sie bewundernswert sachlich war, als sie die Hintergründe seines Verhaltens hinterfragt hat. Die Versuchung, so jemandem ne Cola ins Gesicht zu schütten, wie es hier schon in den Kommentaren genannt wurde, wäre für manch anderen sicher groß.

Anonym hat gesagt…

Uff, das ist...hart.
Ich finde es gut, dass du darüber geschrieben hast, wahrscheinlich gibt es viel zu viele Leute, die dazu nichts sagen.

Ich finde das auch ganz schön krass. Erstens bin ich ohnehin der Meinung, dass man, wenn man sich schon das Leben nehmen will, das tun soll, ohne dritte da mit reinzuziehen. Ergo: Kein Autounfall, nicht vor nen Zug hüpfen, usw. Und zweitens: Der Kerl geht ja mal so ganz und gar nicht! Was muss das auch für eine Familie für ein Gefühl sein. Nicht nur, dass man einen geliebten Menschen verloren hat, der Schuldige erhebt sich auch noch drüber und macht einen auf Maxi King. Buäh. Was muss schief laufen bei einem Menschen, dass er so vollkommen ohne Gefühl für Richtig oder Falsch ist?!

Anonym hat gesagt…

Man kann es eigentlich mit wenigen Worten zusammenfassen: Wer sich umbringen will, und das auf eine Art, die andere (schwer) gefährdet, ist ein Arschloch. Wer überlebt, sein Leben weiter "durchzieht" und jemand umgebracht hat - und dabei keine Reue empfindet - ist ein ganz großes Arschloch.

Wie du schon geschrieben hast - warum hat er keinen Brückenpfeiler genommen? Warum ist er nicht in einen See, in einen Fluss, in einen Wald gerast? Warum musste es ein anderes Fahrzeug sein? Da fehlt mir jedes Verständnis.
Und selbst wenn in dem Moment alles verloren geht, und es eine absolut spontane Aktion war, ist es trotzdem verrückt. Zusammen mit seiner späteren emotionslosen Reaktion ist der Kerl ein großer Arsch, sorry für die harten Worte.

Deine Reaktion war genau richtig. Ich weiß nicht, ob ich das so locker weg gesteckt hätte - wahrscheinlich hätte ich ihm noch mehr als deutlich meine Meinung gegeigt, bevor ich gegangen wäre. Dieser Mensch hat eine Familie zerstört, einer Frau ihren Mann genommen, Kinder ihren Vater - und denkt, weil da ein bisschen Geld rüber gewachsen ist, sei das alles wieder in Ordnung? Unfassbar.

Das der Gute dann auch noch seinen Führerschein wieder bekommen hat, setzt dem ganzen die Krone auf. Als Folge sollte man sich wohl die dickste Kiste kaufen, die auf deutschen Straßen unterwegs sein darf, damit man vor solchen Menschen so gut es geht geschützt ist...
Man stelle sich vor, in dem verunfallten Auto hätte sich ein Kind befunden - ich mag gar nicht daran denken...

Jali hat gesagt…

Ich schließe mich @Anonym 22:42 an.

Dass man versucht zu verstehen, was den Typ antreibt so mit seiner Tat umzugehen, heißt ja nicht, dass man kein Empathie für das Unfallopfer empfindet.

Was mich etwas erschreckt ist, wie viele Kommentatoren hier, den Stab über einem Menschen brechen, den sie nie gesehen haben.

Wir kennen nur Jules Eindruck, der -entschuldige bitte Jule, wenn ich das so sage- subjektiv geprägt ist. Das hier ist ja auch Jules persönlicher Blog und nicht Psych-101!

Ich kann mir eine Menge Gründe vorstellen, warum der Typ so redet. Er muss immerhin mit dem Leben was er getan hat. Wir wissen auch nicht, ob und was für Medikamente er nimmt. Vielleicht ist das sein Weg die Tat zu verdrängen.
Wer weiß in welcher Gummizelle er stecken würde, wenn er nicht so denken würde? Wem wäre damit geholfen?

Ob man sich mit demjenigen und seinem Hintergrund abgeben will, ist eine andere Sache. Das Jule da keinen Bock drauf hat, kann ich verstehen. Hätte ich vermutlich auch nicht.

@Jule: Was Deine Meinung angeht, eine zweite Chance müsste man sich "verdienen"; die teile so ich nicht:
Ich denke jemandem eine Chance zu geben tut man, weil derjenige das braucht. Nicht weil er es irgendwie "verdient".

Anonym hat gesagt…

Wow. Ich bin absolut sprachlos ob dieser Kaltschnäuzigkeit... Ein sehr guter Freund meiner Familie hat vor 25 Jahren am Abend vor seiner Hochzeit einen unverschuldeten Unfall gehabt, bei dem die Frau, die ihm aus einer Nebenstrasse heraus vors Auto fuhr, starb. Er hat ihr Gesicht gesehen, als sie ihren Fehler erkannt hat, und trotz Vollbremsung hat es nicht gereicht. Ihre beiden Kinder haben überlebt und auch heute noch träumt er ab und an von der Frau. Er hatte keine Schuld, aber er hat für beide Kinder eine Art Ausbildungskonto errichtet, welches sie an ihrem 18. Geburtstag erhalten haben. Ich hoffe für den Basketballspieler, dass er nur nach aussen so abgebrüht tut -auch wenn ich ihm in Gedanken heute einen Komposteimer übergeschüttet habe, weil mich sein Verhalten wirklich geschockt hat.... Aber ich freue mich für Dich, Jule, dass es auch in der neuen Stadt nette Menschen um Dich herum gibt!

Anonym hat gesagt…

@Anonym 12. Mai 2014 22:42:
Man muss nicht für alles und jeden Verständnis haben. Und der mangelnde Respekt vor dem Tod eines Familienvaters, den er verursacht hat, vor dem Leid in dieser Familie, würden mir völlig ausreichen, dass mich seine Leistung, ins Leben zu finden und sein Werdegang kein Stück mehr interessieren. Nicht jeder kann und soll bei dem Thema heulend zusammenbrechen, aber SO wenig Respekt ist einfach so widerlich, dass mich kein Stück interessiert, wie lang sein Suizidversuch war etc.

Mich interessiert zB auch bei einem Menschen, der mich mobbt und fertig macht, nicht die Bohne, ob der halt "ne schwere Kindheit" hatte. Man muss nicht für jedes Arschlochtum Verständnis haben.

Mela Eckenfels hat gesagt…

Ja, wenn man etwas schreckliches getan hat, muß man einen Weg finden, damit weiterzuleben ohne dran kaputt zu gehen.

Wenn der Weg aber so aussieht, es einfach mit einem Schulterzucken abzutun, muß das dem Rest der Welt nicht gefallen.

Man kann Reue und Mitgefühl empfinden und ausdrücken ohne sich selbst zu zerfleischen. Dazu hat es scheinbar bei dem Herrn nicht gereicht. Das hat, finde ich, auch etwas mit fehlender Herzensbildung und fehlendem Anstand zu tun. Ich hätte auch keinen weiteren Kontakt gesucht.

Anonym hat gesagt…

@ Anonym 13:31 Sehr treffend gesagt! Viele Leute tragen auf die eine oder andere Weise ihr Päckchen mit sich rum und es liegt in der Verantwortung eines jeden einzelnen, dafür zu sorgen, nicht aus welchen Gründen auch immer andere Psychisch oder körperlich anzugehen.

Edelnickel hat gesagt…

Boah. Jetzt bin ich aber echt baff.
So ein A...
Nee, da wäre ich auch abgehauen. Mit so einem Widerling will man keinen Abend verbringen.

Und ich gebe meinem Vorposter Recht: Man muss nicht für jedes A-Lochtum Verständnis haben.

Ich war selber schon suizidal, habe mir alles in jeder möglichen Facette ausgemalt, aber andere Menschen dabei mit reinziehen? Niemals. Dazu muss man schon von vornherein ein Kackstecken sein.

ox hat gesagt…

Achtung Laiendiagnose:
Ich vermute, der Mann ist ein Psychopath bzw Soziopath. Das sind Menschen, die keine oder nur stark verminderte Empathie empfinden können. Oft funktionieren solche Menschen ansonsten sehr gut, und sie können ihre Defizite im Sozialen gut mit Routine überspielen. Ein Mangel an Mitgefühl kann sogar ein Vorteil im Berufsleben sein, es gibt viele Psychopathen als leitende Angestellte. Allerdings dürften auch viele Schwerverbrecher Psychopathen sein.

Der Umgang der Gesellschaft mit dieser Untergruppe ist ein interessantes Problem. Wo ist es noch gesundes Selbstbewusstsein und Egoismus, den man braucht, um erfolgreich zu sein? Kann man diese "Störung" schon bei Kindern erkennen, und sollte man versuchen, dagegen zu arbeiten? Kann man Empathie anerziehen? Ist ein Psychopath "schuld" an einem Mord, oder kann er einfach nicht verstehen was daran falsch ist? Wie kann die Gesellschaft sich vor Psychopathen schützen? oder ihnen helfen, damit nichts schlimmes passiert?

Auch die Crash-Oma hat für mich Psychopathen-Züge.

Anonym hat gesagt…

@anonym 14. Mai, 13:31

Genau das! Und kein Applaus für eine solche Hartherzigkeit. Das ist so wiederlich, da fehlen mir echt die Worte. Ein Mensch ist gestorben und er hat diesen Tod billigend in Kauf genommen. Natürlich hat der Typ schwere Probleme - anders ist so ein Verhalten ja nicht zu erklären. Aber warum soll ich Verständnis für seinen Leidensweg haben? Wie viele Leute erleben so viele schlimme Dinge und werden eben genau nicht so! Man kann viel entscheiden im Leben, auch wie man sich gegenüber anderen verhält. Wir sind ja nicht nur Maschinen, die auf Umstände reagieren und in jeder lage gibt es meist sehr viel Spielraum. Wenn man dann einen Fehler gemacht hat, erfordert das harte Arbeit an sich selbst. Doch dazu muss man bereit sein und erstmal die Scheiße erkennen, die man verursacht hat. Stichwort Reue/Demut. Und wenn man so ein Arschloch wie dieser hier ist, dann kommt Selbsthass ja nicht von ungefähr. D.h. nicht, dass er keine Therapie verdient hätte, ganz im Gegenteil. Aber Verständnis/ Mitleid für seine Tat? Never. Nicht so.

Anderes Beispiel: ich habe Mitleid mit jedem geprügelten Kind- Aber diese scheiße als Legitimation zu nutzen, um anderen weh zu tun, evtl die eigenen Kinder zu schlagen? Nein, denn gerade als Betroffener sollte man es besser wissen. Also Verständnis für ihn? Mitleid mit seinem Schicksal, aber das hat er sich an dem Punkt verspielt, als er den Tod eines anderen in Kauf genommen hat und damit selbst zum Täter wurde. Deshalb kein Verständnis und kein Erbarmen für seine Tat. Fertig.

Philipp hat gesagt…

Auch Ich bin als glühender Verfechter unseres deutschen Rechtssystems und seiner Auffassung von "Rehabilitation vor Strafe" bekannt. Leider funktioniert das, wie man hier sieht, nicht immer.

In solcher Gesellschaft hätte Ich den weiteren Abend sicher auch nicht verbringen wollen.

Grüße aus Dresden

Philipp

Anonym hat gesagt…

...
Mir fehlen die Worte...
Alles was am Ende deines Posts bleibt ist ungeheure Wut, Übelkeit und die Erkenntnis, dass das Leben manchmal verdammt ungerecht ist.