Mittwoch, 4. Juni 2014

Wenig Gel und ein Schallschatten

Gerade vor zwei Wochen hatte ich schon eine Diskussion mit einem Oberarzt, die ich hier beschrieben hatte. Mein Praktikum ist vorbei, bis zum Ende des Semsters habe ich nur noch einen halben praktischen Tag pro Woche.

Und genau an diesem praktischen Nachmittag, an dem ich eigentlich nur in der inneren Ambulanz mitlaufen (oder mitrollen), zuschauen, was lernen, einzelne Parts unter Aufsicht übernehmen soll, steppt dort, wie eigentlich immer, der Bär. Entsprechend hat eigentlich niemand Zeit und ich lerne kaum neue Dinge, sondern bekomme lediglich Routine im Zugänge legen und Blut abnehmen. Mein freundlicher Oberarzt war auch wieder am Start: "Sie schallen in der Drei mal den Oberbauch und sagen mir, ob dort Ihrer Meinung nach alles in Ordnung ist. Die Patientin gibt an, immer mal wieder Schmerzen an der rechten untersten Rippe zu haben."

Wenn der so fragt, ist da natürlich nicht alles in Ordnung. Stinkesocke, such den Fehler! Eine Frau, Mitte 60, deutlich übergewichtig, lag auf der Liege, ihr Mann saß auf einem Stuhl. Begrüßt wurde ich mit den Worten: "Endlich passiert hier mal was!" - "Guten Tag, Frau ..., mein Name ist Jule Stinkesocke, ich bin Studentin und ich würde mir gerne Ihren Bauch per Ultraschall anschauen. Sind Sie damit einverstanden?" - "Ultraschall ist das ohne gefährliche Röntgenstrahlen, oder? Das macht keinen Krebs, oder?" - "Nein, Ultraschall macht keinen Krebs. Ultraschall ist ein hoher Piepston, den das menschliche Ohr nicht mehr hört, und dessen Echo stellt das Gerät als Bild dar." - "Und das ist nicht gefährlich?" - "Nein, das macht man auch bei Schwangeren, das ist ungefährlich." - "Ach, das ist das mit dem kalten Glibberkram, das kenn ich ja schon. Das können Sie machen."

Stinkesocke nimmt den Schallkopf in die Hand, aber außer Schneegestöber ist auf dem Bildschirm nichts zu erkennen. Irgendein runder Schatten wandert da ständig von oben nach unten, aber der wandert auch, wenn der Schallkopf frei in der Luft hängt. Habe ich alles richtig ausgewählt? Sind alle Stecker richtig drin? Hmpf. Irgendwas stimmt hier nicht. Aber bevor ich hier irgendwas kaputt mache, frage ich lieber. Ich rolle zurück, der Oberarzt schreibt gerade etwas am Computer. Ohne mich anzugucken fragte er: "Na? Haben Sie was gefunden?"

Ich antworte: "Irgendwie noch nicht. Ich bekomme kein vernünftiges Bild auf den Monitor." - "Dann schmieren Sie da halt nicht so rum und nehmen weniger Gel!" - "Ich habe das so wie immer gemacht, ich vermute eher, dass mit dem Gerät etwas nicht stimmt. Das zeigt nur Schnee und ein Schatten wandert einmal von oben nach unten." - "Sie finden den Fehler schon. Kleiner Tipp: Weniger Gel."

Okay. Weniger Gel. Die Patientin wird schon ungeduldig, ich halte den Schallkopf erstmal auf meinen Unterarm. Die Patientin guckt mich fragend an: "Ich habe das Gefühl, als wenn das Ding kaputt ist. Das liefert überhaupt kein vernünftiges Bild." - "Macht er doch Krebs?" - "Nein. Ich muss mal einen Kollegen holen. Tut mir leid, kleinen Moment bitte."

Im Zimmer nebenan höre ich die vertraute Stimme einer freundlichen Ärztin. Ich klopfe vorsichtig an die Tür, schiebe sie einen Spalt zur Seite. "Entschuldigung, können Sie mir bitte später einmal bei einem Sono helfen?"

In dem Moment kommt der Oberarzt über den Flur. "Was machen Sie da? Halten Sie nicht die Kollegen von ihrer Arbeit ab. Nehmen Sie weniger Gel. Weniger Gel, verstehen Sie? Wenig. Nicht so viel." - Er geht weiter und verschwindet im Treppenhaus. Ich schlucke. Und gucke noch einmal durch den Türspalt. Die Ärztin nickt und sagt: "Ich komm gleich. Wo sind Sie?" - "Nebenan in der Drei." - "Das Gerät ist kaputt. Schauen Sie mal, ob in der Zwei oder in der Eins noch eins steht und gerade nicht gebraucht wird. Ich helfe Ihnen aber sonst gleich beim Schieben."

Na super. Weniger Gel. In der Zwei liegt niemand, das Papierlaken ist zerknittert, ein Ultraschallgerät steht dort, abgestöpselt. Ein schöner Schiebegriff ist dran, das ist nicht anders, als wenn ich meinen Sportrollstuhl vor mir herschiebe. Als ich mittig zwischen den beiden Untersuchungsräumen bin, kommt der freundliche (ach nee, ich soll ja nicht zynisch sein) Oberarzt wieder aus dem Treppenhaus. Und poltert los: "Was machen Sie da? Wenn ich sage, dass Sie weniger Gel nehmen sollen, dann haben Sie nicht aus anderen Räumen die Geräte umzuparken. Stellen Sie sich mal vor, dass in die Zwei jetzt ein Notfall reinkommt und der Kollege sucht dann erstmal eine halbe Stunde das Gerät, weil er zuletzt vermutet, dass in der Drei zwei davon stehen."

Bevor ich was sagen kann, geht die Tür vom vierten Behandlungsraum auf. Die Ärztin kommt aus der Tür und sagt: "Ich habe sie gebeten, ein anderes Gerät zu holen, weil das in der Drei kaputt ist. Das hängt sich in einer Tour auf." - "Wieso ist denn das kaputt? Und wieso wird da nicht gleich die Technik angerufen?" - "Da muss die Firma kommen, das ist alles schon angestoßen." - "Und wieso hängt das hier überhaupt noch am Strom? Da gehört ein Zettel dran, dass es defekt ist und in Kürze repariert wird." - "Der Außendienst von der Firma kommt in den nächsten Stunden und er hat gebeten, das nicht auszuschalten, weil er das gerne sehen möchte. Nach einem Neustart funktioniert das nämlich meistens wieder. Für 10 Minuten, und wenn der Techniker daneben sitzt auch für 5 Stunden." - "Das sollte uns allen mal zu denken geben. Ein Zettel gehört da trotzdem dran. Bevor noch zwanzig andere Leute das ausprobieren oder den Stecker ziehen."

Ich schiebe das Gerät in die Drei, die Ärztin kümmert sich bereits um ihren nächsten Patienten, der Oberarzt verschwindet im Dienstzimmer. Während ich das Gerät vorbereite, erzählt mir die Frau von kolikartigen Schmerzen im rechten Oberbauch, verbunden mit zeitweiligem Hustenreiz beim Bücken. Im Moment habe sie aber keine Beschwerden. Ich fasse mich kurz: Ich sehe einen Schatten zwischen Brustkorb und Lunge, das könnte eine milchige Flüssigkeit sein, dazu vier kleine und zwei relativ große Gallensteine, fünf sind in der Gallenblase und ein kleiner hat es sich mitten im Gallengang bequem gemacht. Beim ganzen Rest fällt mir nichts auf. Ich mache vier schöne Prints. "Haben Sie was gefunden?", fragt mich die Patientin.

"Ich bin mir nicht sicher. Ich würde das jetzt einmal kurz mit meinem Chef besprechen und dann komme ich wieder zu Ihnen." - "Ist es Krebs?" - "Ich habe keinen gesehen." - "Was denn?" - "Ich bin mir nicht sicher. Ich habe hier ja nur ein Schwarz-Weiß-Bild, und das kann immer nur ein erfahrener Arzt beurteilen. Ich kann erstmal nur raten, und das bringt Sie nicht weiter."

Ich rolle zum Oberarzt. Ohne von seinem Computer hochzuschauen, fragt er: "Na, jetzt was gefunden?" - "Ich denke ja." - "Was ist es Ihrer Meinung nach?" - "Ich habe sechs Gallensteine und vermutlich einen Pleuraerguss gesehen." - "Einen Pleuraerguss?" - "Ich denke schon. Ich hab das mal ausgedruckt." - Er kommt auf seinem Drehstuhl sitzend zu mir geschossen und sagt: "Was, der Schatten hier? Das ist ein Schallschatten." - "Meinen Sie? Wovon denn? Ich habe den von unten auch nochmal..." - "Was drucken Sie hier so viel rum? Wissen Sie, was das kostet?" - "Nein." - "Viel Geld." - "Ich dachte mir, das ist auf dem einen Bild nicht eindeutig zu sehen, deshalb hatte ich das zweite Bild für nötig gehalten." - "Ich gucke mir das nochmal genau an. Sie können sich inzwischen mit der Kollegin in der Eins mal eine entzündete Bauchspeicheldrüse anschauen."

Ja, natürlich. Und am Ende? Stickesocke hatte Recht. Nicht nur die Gallensteine, sondern auch eine fette (rund 1.250 ml) Wasseransammlung zwischen Lunge und Rippenfell, die punktiert werden musste, gab es bei dieser Patientin zu sehen. Irgendwie hat mich das gefreut. Nicht für die Patientin, aber für mich. Ach, und bevor ein falscher Eindruck entsteht: Natürlich gibt es hier ganz viele nette Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger - und viele andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kommilitoninnen und Kommilitonen. Und ne Stinkesocke.

Kommentare :

Stephan Wilden hat gesagt…

Scheint so, als würde von dem berühmten Magneten ein Herr ganz besonders angezogen.
Dieser Arrogantix sollte mal tief durchatmen und sich dann überlegen, wie er mit "Untergebenen" umgeht, evtl. kann er sich da mal einem anderen netten Herrn aus einem Hamburger Krankenhaus austauschen, der hat das doch auch nötig.

Anonym hat gesagt…

Du hast aber auch Pech. Adipositas, eine doofe Patientin, ein maligner Oberarzt und ein defektes Gerät! Toll!
Die Patientin ist echt originell. Fürchtet sich vor der Sono halb zu Tode und ist total cancerophob. Dass Übergewicht ein Killer ist, scheint sie hingegen nicht zu stören. Aber wenn man ihr das sagt, ist man wieder der Böse oder die Böse.

liebe Grüße

Andreas

Rike hat gesagt…

Na der Oberarzt ist ja suuuper. Ferndiagnose vom Feinsten.

Da freuen sich nicht nur die Studenten sondern auch die Patienten.

Vio hat gesagt…

Na, da wird er Dich jetzt noch mehr auf dem Kieker haben, wenn du auch noch Recht hattest. Und dann beim letzten Mal noch schlagfertig… Aber hey, schwacher Trost - ich weiß - die Zeit geht auch vorbei. Es gibt leider immer Leute, die sich profilieren, indem sie andere runter machen.

Hubert hat gesagt…

Manchmal, ganz ganz manchmal ist das der weg zynischer sarkastischer menschen, dich herauszufordern. manchmal ist herausgefordert werden total unangenehm. und doof. und ganz sicher ist diese art häufig gemein und es gibt tausend bessere.

aber er kennt dich nicht. er weiß nicht wie fit du bist und ich lese aus deiner erzählung, das du herausgefordert warst. du hast genau geschaut. du hast dir gedanken gemacht und du wolltest sicher sein.

ich kann nachvollziehen warum menschen so werden, ich denke du auch. und letztendlich ist das nicht das schlimmste, solchen menschen zu begegnen. mit seiner reaktion auf das kaputte gerät drückt er letztlich auch bedauern darüber aus, dass du dich damit rumschlagen musstest. auf kryptische weise. aber er tuts ;) know how to read people.

Anonym hat gesagt…

Teilweise musst du auch verständnis für den OA haben. Er hat schon tausend StudentInnen gesehen und jeder interpretiert EKG / Schall / Blutergüsse und dichtet demjenigen zu dem das jeweilige Bild gehört die schlimmsten Dinge an. Und zudem möchte es jeder noch besser wissen und meint die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Tja, und dann, dann ist mal wirklich jemand da der mehr auf den Kasten hat als die meisten anderen PraktikantInnen. Und was geschieht? Die alte Routine "owe, Praktikant #421 für dieses Jahr, und weiß es wieder mal besser"

Philipp hat gesagt…

Tja, wenn eine Stinkesocke an einen Stinkstiefel gerät ist das ziemlich doof.

Ich hoffe dass deine anderen Kollegen netter sind und du dich nicht den ganzen Tag mit Fragen wie ob der Ultraschall Krebs auslöst herumschlagen musst.

Das würde mich wahnsinnig machen. Genau wegen solcher (In meinem Fall) Kunden möchte Ich im Kundenservice arbeiten.

Grüße aus Dresden

Philipp

BigDigger hat gesagt…

Es kann Dich ruhig auch für die Patientin freuen. Denn immerhin hast Du ja den Grund für ihre Beschwerden gefunden. Es mag kein schöner gewesen sein, aber durch das Auffinden kann das Problem behoben und das Leiden verkürzt werden.

Das ist wie bei mir mit Computern. Wenn ich einen Anruf kriege, dann sehe ich mir das an. Ob das nun ein Bedienfehler ist, ein defektes Motherboard, eine fragmentierte Festplatte oder wenn auch nur beim Drucker der Toner fehlt, ist mir das egal. Die Hauptsache ist, ich kann den Fehler auf die eine oder andere Art beheben, ohne unverhältnismäßig großen Aufwand, mein Kunde ist zufrieden und ich damit auch. Selbst wenn der Fehler wie von Geisterhand verschwindet (vielleicht weil ich etwas anders mache als der Nutzer) und ich nur eine Handlungsanweisung geben kann, wie beim nächsten Auftreten zu verfahren ist oder bei möglichen Folgefehlern. Auch dann bin ich zufrieden, denn mein Kunde kann wieder damit arbeiten.

Deine Freude ist also berechtigt. Besser, als wenn sie sich weiter quälen müsste.

Anonym hat gesagt…

Ein Oberarzt scheint so was wie das mittlere Management in der freien Wirtschaft zu sein.

Von nichts eine Ahnung, zu allem eine Meinung, und sehr besorgt darum, keinen fähigen Nachwuchs heranzuziehen, der einem mal den eigenen Posten streitig machen könnte (egal, ob derjenige überhaupt solche Karriereambitionen hat oder nicht).

Denn dass sie nicht gut genug sind für die Führungsposition, das wissen sie.

Dass es Leute gibt, die den Job eine Stufe unter ihnen gerne machen und da gar nicht weg wollen, weil sie gar keine Karriere machen wollen, sondern einfach nur einen guten Job, ist völlig außerhalb ihres Vorstellungsvermögens.

Denn Sie gehen von sich selbst aus, und sie wollen ja Karriere machen, also muss das ja auch jeder andere wollen und ist somit eine potentielle Gefahr.

Da hilft nur eines: Eine neue "Arche B". http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Telefondesinfizierer.html

Anonym hat gesagt…

Du wirst ne gute Ärztin :)

Olli hat gesagt…

Und hoffentlich bald einen (Privat-?)Patienten, der diesem Oberarzt mal seine Grenzen aufzeigt, der ist ja unmöglich!

Als ich mal mit recht plöztlich aufgetretenem deutlich schlechterem Hörem auf einem Ohr in der HNO einer Uni-Klinik war, hiess es "Chef erst in 2h greifbar, Oberärztin früher". Dauert in der Tat nur 1,5h, die guckt ua. ins Ohr, meint sie sieht da nix, was nicht so soll, also wäre da nichts, ob ich wirkilch und immer nochschlechter hören würde, viel. wäre da ein Wassertropfen gewesen, der nun weg sei.

Nachdem ich mir hinreichend sicher war, keine versteckte Kamera übersehen zu haben, rekapituilierte ich, dass ich recht plötzlich links deutlich schlechter höre, mich, mal in der Annahme, sie weiss, was sie da tut, freue, dass wohl optisch keine Befunde zu erheben sind, aber das doch wohl nicht alles gewesen sein kann. Ob nicht beispielsweise ein Hörtest, um das Ausmaß zu bestimmen, eine gute Idee wäre.

Das fand sie, nachdem sie bei meinem Vortrag erst recht irritiert guckte, dann schließlich erfeut auch.

Unvergessen bliebt mir der plötzliche Wandel ihrer Mimik, als ich ihr, wo sie mich im stehen zum Hörtest bringen wollte, nur sagte, dass ich jetzt, was eigentlich nicht meine Art ist, aber wo ich mich durch sie zu gezwungen sehe, auf persönliche Chefarztbehandlung bestehe. Der hörte mir am Ende interessiert zu, der Hörsturz war mit Ruhe und Infusion in einem Tag weg, was der Chef der Oberärztin hinterher gesagt hätte, da wäre ich gerne Mäuschen gewesen...

ednong hat gesagt…

Stell dir vor, du wärst die einzige Stinkesocke dort - das wäre doch langweilig ;)

Überall mindestens eine Stinkesocke sollte schon sein. Sonst gibt es keine so interessanten Posts mehr :D

Viel Spaß trotz alledem.

Anonym hat gesagt…

Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen!

In JEDER 'Firma' gibt es irgendwo eine "notorische Nervernsäge" oder einen "Chef", der alles kann und nichts weiß bzw. anders herum, der alles weiß und nichts kann.

Der versucht dann immer wieder irgendwelche 'Untergebenen' an die Wand laufen zu lassen, bis die Summe der 'Untergebebnen' ihn einmal so gegen eine geschlossene Tür laufen läßt, so das es ein noch höherer Vorgesetzter mitbekommt......

Julia Mayer hat gesagt…

Na der hat ja auch einen Gott-Komplex, was? -_- Mannomann!

ruolbu hat gesagt…

Ohhh die Doppeldeutigkeit im letzten Satz, dafür solltest du geknuddelt werden ;)
Guter Text, schöne unterhaltung, mein Beileid für den Stress, aber du machst Mut, dass es mit und dank dir in Zukunft besser aussieht auf solchen Stationen.

Anonym hat gesagt…

Anonym um 17:59 hat das Psychogramm dieses OAs (wir Geplagten hatten einen andere Interpretation für die Abkürzung) gut erkannt. Bevor sich wieder jemand mächtig aufregt: es gibt selbstverständlich auch sehr gute und integrere Oberärzte. Es kann nur einer Chefarzt sein, und oft spielen auch politische Gründe eine Rolle warum einer Primar/Primaria wird, oder eben nicht. Es gibt auch sehr unfähige Primari.
Trotzdem komme ich nicht umhin zu schreiben, dass ein schlechter Teil der OAs das Radlfahrerprinzip pflegen: nach oben buckeln, nach unten treten. Jule will sicher wie jede andere Famulantin behandelt werden, trotzdem empfinde ich es als besonders fies, auf jemanden hinzutreten, der/die es a priori schwerer hat.

Andreas

Sascha A. Weber hat gesagt…

Moin,

den einzigen vorhandenen Schatten hat der OA.
Weiterhin viel Durchhaltevermögen. :-)

Anonym hat gesagt…

@Anonym 4. Juni 2014 20:42:
Hast Du denn Unternehmen erlebt, wo noch entsprechende "Selbstheilungskräfte" greifen und der höhere Vorgesetzte dann den Chef runderneuert, anstatt dass gemeinsam gegen die Untergebenen getreten wird?

LyraSummers hat gesagt…

Und noch ein Mensch mehr, der aus diesen Bildern schlau wird - Respekt!

Blöd is der Typ aber trotzdem. Ich meine klar, es nervt bestimmt, du bist nicht die einzige, vielleicht aber eine vernünftige Praktikantin, vielleicht die Nadel im Heuhaufen, aber nur weil er vorher den Heuhaufen durch das Praktikum begleitet hat, sollte man seinen Mitmenschen zuhören, dass man im Stress etwas vergisst, übersieht ist menschlich. Als Arzt vielleicht etwas gravierender, als wenn Person x im Internet den falschen Artikel bestellt. Aber grade deswegen sollte man zumindest mal drüber nachdenken und sich auch mal von Leuten etwas sagen lassen, die in der Nahrungskette eher am unteren Ende stehen!

ednong hat gesagt…

@Anonym-4.6.-20:42
Ich bin da ja eher für die Variante "ins Messer laufen lassen". Ist zwar blutiger, meist aber effizienter, was den Lerneffekt betrifft. Hinterläßt nämlich meist sichtbare Wunden, die einem solchen Menschen das Mißgeschick immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Wobei die Unbelehrbaren dadurch immer wieder auf Rache sinnen ...

JayJay hat gesagt…

Du machst deine Sache super! Versuch bitte, dir deine Unvoreingenommenheit zu bewahren und dich vom stressigen Klinikalltag nicht zu solchen Verhaltensweisen hinreißen zu lassen, wie der OA sie vorlebt.

Mela Eckenfels hat gesagt…

Olli: Eine Oberärztin, die bei plötzlichem Hörverlust nicht direkt an einen Hörsturz denkt? Erm ... bin nur ein wenig fassungslos. Wenn auch nicht viel fassungsloser als über die Psychiaterin die nicht wusste was Trichotillomanie ist.

Anonym hat gesagt…

@Andreas: Hier ist noch mal "Anonym um 17:59". Danke für das Lob. Ich hätte das nicht so treffend beschreiben können, wenn ich nicht selbst jahrelang unter solchen Herrschaften hätte arbeiten müssen (nur dass es bei mir nicht im medizinischen Sektor war).

Stadtpomeranze hat gesagt…

Moin, Stinkesocke - ich stolpere hier zufällig herein, weil ich auf der Suche nach einer neuen Blogplattform bin und amüsiere mich sehr beim Lesen...
Lustig und aufschlussreich.

Anonym hat gesagt…

Warum hast du geschrieben dass die Patientin adipös war?
Ist doch garnicht wichtig!
Ah doch, kann man wieder drauf rumhacken!

Anonym hat gesagt…

Weil eine Adipositas die Interpretation des US Bildes erheblich erschwert. Ausserdem ist es doch reichlich dämlich, wenn man den Arzt oder Praktikanten mit ewig der gleichen Frage, ob Ultraschall Krebs verursache, nervt. Auch wenn man medizinisch unbeleckt ist, so sollte ein Mindestmass an Bildung einem den Unterschied zwischen Röntgenstrahlen und Ultraschall erkennen lassen. Das wissen schon meine Kinder, die noch in die Unterstufe Gymnasium gehen. Und das skurrile ist eben, dass wenn jemand so besorgt um die Gesundheit ist, eigentlich aufs Gewicht achten sollte. In diesem Kontext habe ich den Hinweis auf die Adipositas gemacht.

Andreas

Anonym hat gesagt…

Werter Andreas:

Ich kann mich (wieder einmal) einfach nicht zurückhalten und muss Ihnen einfach wiedersprechen. Die Aufgabe eines Arztes ist es Patienten, die grundsätzlich als medizinische Laien anzusehen sind, über die Therapie und auch die Diagnosemethoden aufzuklären. Nicht jeder hat Medizintechnik gelernt und weiß wie ein Ultraschallgerät funktioniert. Die besorgte Frage der Patientin bezüglich (schädlicher, cancerogener) Strahlung im Rahmen einer Untersuchung ist ehrlich und nachvollziehbar und keineswegs "dumm" (ganz und gar nicht!). Sie sitzen einfach auf einem viel zu hohen Ross und beweisen in einem fort Ihre mangelnde Empathiefähigkeit und Ihre fehlende Eignung für die ärztliche Tätigkeit.

Ob die Patientin adipös war ist übrigens nicht erwiesen, da laut WHO Kriterien Adipositas erst ab einem BMI von 30 beginnt. (Präadipositas, also Übergewicht ab BMI 25).Übergewicht, das wohl fast alle westeuropäischen über 60jährigen aufweisen ist noch lange keine Adipositas - nur so viel zum fachlichen (bei Zweifel hilft ein Blick ins Interne Lehrbuch!)

Ich möchte Ihnen auch ganz dringend den guten Rat geben, dass Sie Herr Andreas, da ja Ihre Ortographie (ebenso wie Ihre gesamte Ausdrucksweise) doch sehr starke Schwächen aufweist, diese nicht an anderen Lesern und Kommentatoren kritisieren - das steht Ihnen nicht zu und kann ganz schnell, frei nach dem Motto "Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen" nach hinten losgehen.

Auch bezüglich meiner universitären Ausbildung möchte ich Sie beruhigen. Ja, ich habe sowohl während meines Medizinstudiums als auch während meiner jahrelangen ärztlichen Tätigkeit mehrere Universitäten "von innen" gesehen. Und auch während meines nachfolgenden Informatikstudiums wurde mir dieses Vergnügen an verschiedenen Standorten zuteil. Auch im schriftlichen Ausdruck, sowohl auf Deutsch als auch in Englisch habe ich keine nennenswerten Schwierigkeiten, da ich ja nicht zuletzt die Diplomarbeit meines 2. Studiums in englischer Sprache verfasst habe.

Mfg Sabine K.