Samstag, 28. Februar 2015

Schnell vorbei

So schnell können vier Wochen vorbei sein. Ich kann nun stolz über mich verkünden: Selbst wenn mich jemand nachts um halb drei aus dem Tiefschlaf weckt, kann ich ihm innerhalb von acht Sekunden die fünf häufigsten Krankheiten im Kindes- und Jugendalter in Hamburg im ersten Quartal 2015 in korrekter Reihenfolge vorwärts und rückwärts wahlweise auf Deutsch oder Latein aufsagen. In den nächsten zwei Minuten bekomme ich dann auch noch die jeweilige aktuell gängige Therapie mit Rücksicht auf die Rahmenverträge der einzelnen Krankenkassen sowie die wichtigsten Richtlinien der standardisierten Patientendokumentation und die häufigsten Gebührenziffern heruntergebrabbelt - und sollte danach noch jemand von mir wissen wollen, wie man eine Masernerkrankung korrekt an das Gesundheitsamt faxt, würde ich im Halbschlaf sogar daran denken, nachträglich auf dem Meldeformular mit dem Kugelschreiber das Kreuz bei "männlich" oder "weiblich" zu setzen, weil der Drucker das nie korrekt hinbekommt.

Zwei Dinge habe ich in den vier Wochen gelernt: Ich mag Kinder und Kinder mögen mich. Meistens. Und: Bürokratie ist ein Arschloch. Am meisten hat mich aufgeregt, wenn Eltern mit sieben Kindern in die Praxis gekommen sind und neun kleine niedliche zwölfseitige Heftchen mit in die Praxis gebracht haben, herausgegeben von ihrer Krankenkasse. Darin werden Größe, Gewicht, Blutdruck, Body-Mass-Index und ähnliches Zeug abgefragt. Und eine Beurteilung verlangt, ob der Wert im Normbereich liegt oder seit der letzten Untersuchung vor mindestens zwölf Monaten deutlich weiter in den Normbereich gerückt ist. Nun definiere mal "deutlich weiter" - die Krankenkasse zahlt pro ausgefülltem Heft irgendeine Prämie an den Versicherten. Lieb guckend: "Können Sie die Heftchen für Mama und Papa bitte auch gleich ausfüllen?"

Oder auch super: "Mein Kind ist zwölf und tanzt seit acht Jahren jede Woche. Es soll demnächst mal an einem Wettbewerb teilnehmen. Dafür brauchen wir eine ärztliche Bescheinigung über die Sportgesundheit." - Und dann kommt ein Formular über drei DIN-A4-Seiten, in dem dann alles mögliche abgefragt wird. Einschließlich Ruhepuls. Wetten, dass sich mit diesem Zettel später nie wieder irgendein Arzt auseinandersetzt? Da stellt irgendeine Verwaltungskraft eine Sportlizenz aus. Und für deren Stelle werden unter Garantie keine medizinischen Vorkenntnisse vorausgesetzt. Soll heißen: Würde ich da Ruhepuls 200 reinschreiben, würde das vermutlich nicht einmal auffallen. Und selbst wenn es auffällt: Würde dann die Verwaltungskraft die Sportlizenz verweigern und sich über die abschließende Bestätigung "Es besteht aus ärztlicher Sicht Sporttauglichkeit" hinwegsetzen? Genau das meine ich mit Bürokratie.

"Wir gehen ein- bis zweimal pro Quartal mit dem ganzen Praxisteam essen. Möchtest du mitkommen?", fragte mich meine Chefin. Falls ja, würde man das auf meinen letzten Tag legen. Ich fühlte mich ein wenig geehrt und überlegte, ob das wohl die Gelegenheit wäre, um Uschi noch eine letzte Gelegenheit zu geben, um Frieden zu schließen. Und ob es reichen würde, wenn ich die Getränke übernehme.

Das Essen war ganz okay. Auch wenn ich kaum dazu kam, meinen Mund zu füllen. Denn schließlich redet man nicht mit vollem Mund und Gerede wurde von mir reichlich erwartet. Es herrschte zunächst ein eher positives Interesse an der Frage, was ich später machen möchte und ob es für mich in Frage käme, eine Praxis der ambulanten hausärztlichen (oder auch kinderärztlichen) Versorgung zu übernehmen. Als ich erwiderte, dass ich mich noch überhaupt nicht entschieden hätte und ich auch noch gar nicht wisse, in welche Richtung eine mögliche Facharztausbildung (die im Anschluss an die Approbation noch weitere mindestens fünf Jahre dauert und eine von vielen Voraussetzungen für die Eröffnung einer eigenen Praxis ist) absolvieren möchte, guckte man mich mit großen Augen an. Nicht von der Chefin, aber von den Mitarbeiterinnen. Uschi fragte, warum ich mich für eine Famulatur in einer Kinderarztpraxis melde, wenn ich später möglicherweise gar nicht in dem Bereich arbeiten möchte.

Und hier begann die Sache anstrengend und nervig zu werden. Die Frage war eher mit einem vorwurfsvollen Unterton gestellt. Was mich alleine schon deshalb nervte, weil die Famulatur vorgeschrieben ist. Zwar kann man in begrenztem Umfang wählen, aber der Rahmen ist schon recht eng gesteckt. Und es gibt einfach klare Gründe, die mich möglicherweise (ich weiß es wirklich noch nicht) davon abhalten würden, mich einmal für eine Tätigkeit als Hausärztin zu entscheiden.

Und so war der abendliche Abschlusstermin zwar oberflächlich nett und wir haben uns auch alle freundlich voneinander verabschiedet (bis auf Uschi, die musste früh nach Hause), aber es blieb ein seltsamer Beigeschmack.

Resümierend sehe ich die letzten vier Wochen in der Kinderarztpraxis im Vergleich zu der hausärztlich ausgerichteten Praxis von Maries Mutter. Obwohl Maries Mutter jünger ist als meine momentane Chefin, war die Kinderarztpraxis straffer und moderner organisiert. Was ich gar nicht bewerten möchte. Maries Mutter erwartet von ihren Mitarbeitern, dass sie aktiv mitdenken, in der Kinderarztpraxis gibt es klare, schriftliche Handlungsanweisungen in einem Ringordner. Bei Maries Mutter steht im Advent eine große brennende Kerze auf dem Empfangstresen, allen Feuerschutzbestimmungen zum Trotz, in der Kinderarztpraxis leuchten hypermoderne transparente Namenslogos in den Fenstern. In der Kinderarztpraxis wird für die Mittagspause extra ein Hinweiszettel frisch laminiert, mit dem Logo der Praxis am rechten Fleck und korrekt dimensioniert, bei Maries Mutter tut es im Notfall auch ein mit einem dicken Filzstift bekrakeltes Blatt Papier vom Collegeblock mit einem Streifen Klebefilm. Und während sich beim Kinderarzt zwei Flachbildfernseher mit wöchentlich wechselndem Praxis-Infotainment nahtlos in das hintergrund-beleuchtete Trockenbau-Ambiente des Wartezimmers einfügen und sanfte Klimpermusik die Wartezeit in ein unverwechselbares Entspannungserlebnis verwandelt, findet man bei Maries Mutter neben den üblichen Illustrierten auch die Bravo und die letzte Autosportzeitschrift neben dem lokalen Tageblatt. Und wenn schon Rundfunkgebühren bezahlt werden müssen, kann da bitteschön auch Radio laufen. Maries Mutter steigt eher selbst auf einen Stuhl und dreht die flackernde Leuchtstoffröhre raus, während meine jetzige Chefin in meiner Zeit drei Mal den Servicetechniker holte, weil es keine Wartemusik in der Telefonanlage gab. Und während in der Kinderarztpraxis um Punkt 18 Uhr der Schnapper der Eingangstür durch eine Zeitschaltuhr lahmgelegt wurde, laufen bei Maries Mutter mitunter am Sonntagabend Leute durch den Garten, um zu schauen, ob sie jemanden beim Sonnenbad erwischen, der ihnen helfen könnte. Um genau eine Woche später einen Korb voll frischer Äpfel vorbei zu bringen, weil das Salbenmuster tatsächlich geholfen hat.

Ansonsten gibt es aber auch viele Gemeinsamkeiten. Die Papierflut, enormer Stress, ständige Überlastung, Kostendruck und vor allem eine falsch verstandene Vollkaskomentalität vieler Patienten. Es gibt wirklich Menschen, die rennen zehn Tage hintereinander zum Arzt, egal, was man denen erzählt. Eine Erkältung dauert nunmal und geht in der Regel von selbst wieder weg. "Ich möchte, dass Sie täglich die Lunge abhören, ich kann mir eine Lungenentzündung nicht leisten." - Manchmal möchte man dann sagen: "Wenn Sie sich das nicht leisten können, dann bleiben Sie mit Fieber im Bett, statt bei Minusgraden im Fleece-Pullover durch die Gegend zu rennen und sich schweißnass stundenlang neben niesende und hustende Leute ins Wartezimmer zu setzen." - Und drei Tage später flattert noch ein Bericht ins Haus, besagte Person hat abends um 22 Uhr nochmal den kassenärztlichen Notdienst zu sich ins Haus gerufen. Nochmal Lunge abhören.

Ich bin mir nicht sicher, ob das jetzige System der ambulanten hausärztlichen Versorgung zukunftsfähig ist. Während man inzwischen zumindest in den Großstädten bis 20, 22 oder gar bis 24 Uhr einkaufen kann, haben viele Hausärzte mittwochs und freitags um 12 Uhr zu, machen Hausbesuche. Kaum eine Praxis hat an wenigstens einem Tag bis 20 Uhr geöffnet. Aus guten Gründen. Und der Kostendruck, der bis auf das private Vermögen durchgreift, hält viele Menschen davon ab, überhaupt eine eigene Praxis in Betracht zu ziehen. Und ein Privatleben will man auch nochmal haben. Maries Mutter kommt in einer Woche auch schonmal gerne auf 70 Stunden. Das würde ich gar nicht hinkriegen. Ich Weichei. Aber noch muss ich mich - vielleicht glücklicherweise - nicht entscheiden.

Insgesamt habe ich sehr viel gelernt und ziehe trotz der nachdenklichen und kritischen Worte eine sehr positive Bilanz. Mit meiner Chefin und auch fast mit dem gesamten Team bin ich sehr gut zurecht gekommen, die Arbeit hat viel Spaß gemacht. Und: Ich bin noch immer nicht erkältet.

Kommentare :

BigDigger hat gesagt…

"Maries Mutter kommt in einer Woche auch schonmal gerne auf 70 Stunden. Das würde ich gar nicht hinkriegen. Ich Weichei."

Glaub mir: Wenn Du Deinen Job ernst nimmst - und wie wir Dich inzwischen kennengelernt haben, wirst Du Deine Tätigkeit ernst nehmen -, dann wirst auch Du eine 70-Stunden-Woche auf die Reihe kriegen. Wenn es das ist, was notwendig ist.

Es gibt genau zwei Arten von Kassenärzten: Die, die viel arbeiten, und die, die ihren Kundenstamm in Ohlsdorf oder Öjendorf besuchen können.

Natürlich kannst Du Dich auch immer noch umentscheiden - Büromäuschen werden immer gebraucht...

Simone hat gesagt…

Den Vergleich beider Praxen fand ich aus persönlichen Gründen besonders interessant. Da ich aufgrund deiner Schilderung die Praxis von Maries Mutter nicht als weniger modern bezeichnet hätte, habe ich den Begriff nachgeschlagen. Bei Wiki heißt es für modern: "der Zeit entsprechend". Hhm, damit kann ich dann deinem wording wieder folgen, sofern modern was mit (fachlichem) Mainstream zu tun hat. Aber jemand, der wie Maries Mutter agiert, kommt mir eher vor wie jemand, der nicht diesseits, sondern jenseits von Modernität steht: nämlich als Pionier und zwar genau an dem Ort, wo er hingehört (gebraucht) wird.

Mafdet hat gesagt…

Ich verstehe die Reaktion des Praxisteams irgendwie nicht so ganz.
Ist es denn so ungewöhnlich, dass man eine Famulatur in einem Bereich macht, in dem man später womöglich gar nicht arbeiten wird?

Ich hätte eher gedacht, dass es sinnvoll sei, in alle möglichen Bereiche hineinzuschnuppern, damit man später eine informierte Entscheidung fällen kann.

Anonym hat gesagt…

Was für ein Blödsinn - ein Zweck von Famulaturen ist doch gerade, sich auch mal in Fächern umzugucken. Wär doch blöd wenn man erst in der Facharztausbildung festellt, das man Kinder doof findet. (Wobei, dann wechselt man halt die Stelle, auch kein Drama...)
Ich bin in einem Vorstellungsgespräch auch gefragt worden, warum weder Famulatur noch PJ im Fachgebiet waren. Mit der Erklärung, das Wahltertial lieber in der Radiologie zu verbringen um einigermaßen sicher nen Rö-Thorax beurteilen zu können war man dann zufrieden. (Von der guten Betreuung der PJs in der Radiologie mit geregelten Zeiten, menschlichem Umgang und so weiter musste man ja nicht extra anfangen....)

Was mich mal interessiert, wie ist das bei dir mit der Rente? Du darfst doch, wenn ich es recht in Erinnerung hab, nur unter 4h/d arbeiten? Eigene Praxis fiele damit reletiv flach, oder? MVZ, Gemeinschaftspraxis, sowas ginge vllt.... (Und wo ich das grad schreibe - wie ist das mit den Pflichtpraktika? Verlängern die sich? Oder darfst du überhaupt 8h am Stück in der Praxis sein?)

Wie dem auch sei - viel Spaß weiterhin!

Jochen hat gesagt…

Die Öffnungszeiten der Praxen sind wirklich nicht schön. Als "Kunde" würde mich natürlich andere Zeiten erfreuen, wenn ich auch die Ärzte verstehen kann.
Ich denke, daran wird sich auch in nächster Zeit sicherlich nichts ändern. Warum auch? Für Ärzte gibt es kein Anreiz dies zu tun.

Kostendruck und Verwaltungsaufwand wir noch mehr steigen. Das ist leider der Hit der Zeit, alles zu verkomplizieren, alles zu hinterfragen, alles in Statistiken zu erfassen, aber gleichzeitig immer mehr sparen zu wollen.

Anonym hat gesagt…

Ach, das Heftchen! Meine Familie und ich sind offenbar bei derselben Kasse versichert wie das Paar mit dem reichen Kindersegen. Aber - ich schwöre! - nerve Ärzte nur damit, wenn das Wartezimmer nicht rappelvoll ist und alle ohnehin total genervt sind. Die Prämien sind übrigens ganz große Klasse. :D

Anonym hat gesagt…

muss man nicht sowas um die drei famulaturen in verschiedenen bereichen machen? und wenn ich da richtig liege, ist es dann nicht eine mathematische gegebenheit, dass man sich später mindestens für zwei dieser drei bereiche nicht entscheidet?

Wolfy hat gesagt…

@Anonym 28.02. 23:53:

Och nicht unbedingt "deine Kasse". Inzwischen hat JEDE Kasse ihre Bonushefte.
Bei uns füllen wir MFA's das aus - und diskutieren dann mit den Patienten rum, warum man keinen Gesundheitscheck/Check-Up 35 oder gar Hautkrebsvorsorge abstempelt (weil war in dem Jahr nun mal nicht fällig... wird nun mal nur alle 2 Jahre von der Kasse bezahlt und die wenigstens nehmen die IGeL-Option in Anspruch... weil det is ja teuer).

Lustig sind aber durchaus die Unterschiede:
Eine der großen Kassen lässt zum Beispiel kein BMI abstempeln, eine kleinere hat Schutzimpfungen nicht mit drauf und eine dritte fasst sämtliche Vorsorge-Untersuchungen in einem Punkt zusammen und hat dafür drölfzig Optionen für diverse Fittnes-Sachen.
Und #4 fragt sogar nach einer einer Blutuntersuchung.

Da wünsch ich mir als MFA gerne mal, dass diese Heftchen auch einheitlich wären. Dann müsste man nicht jedes Mal neu suchen, was nun bestempelt werden kann und was nicht (und wir stempeln gerne auch Sachen ab, die die Pat. übersehen... nach Hautkrebsvorsorge fragt bei uns z.B. aktiv erst mal keiner, weil wir das immer mit der Gesundheitsuntersuchung mitmachen und wenn alles in Ordnung ist, diese auch nicht extra dem Pat. als solches gegenüber erwähnt (der einzige aktive Hinweis beim gesunden Patienten: "gehen sie regelmäßig zum Hautarzt?" - sagt er nein, wird Hautkrebsvorsorge mitgemacht. Sagt er ja, wird da nochmal nachgefragt. Und wenn was auffällig ist, dann überweisen wir auch direkt zu ihm.))

ednong hat gesagt…

Interessantes Resumee, was du ziehst. Und ich finde es auch so gar nicht ungewöhnlich, dass man während der Famulatur mal in Bereiche reinschnuppert, die man später nicht macht. Kennenlernen muß man es doch trotzdem mal.

Bei der Praxis-Organisation gibt es zwischen den Praxen manchmal gravierende Unterschiede. Bei meinem Hausarzt brauche ich bei einem Termin nie länger als 3 Minuten zu warten. Das ist faszinierend, denn ich kenne genügend Praxen, wo ich als Kunde mit Termin dennoch (anfangs) 1,5 h warten mußte. Ohne, dass es irgendeinen Notfall zwischendrin gab.

thorstenv hat gesagt…

Ja, die Pädiatrie, die große Frauendomäne noch vor der Gyn. ObZotte: Kollege zeigt auf Bereich "unterhalb seines Bauchnabels" und bemerkt mit bedauerndem Ton "Frauen sind viel mehr an dem interessiert, an dem was da raus kommt, als was da rein geht".

Das andere i-e. Die Bürokratie. Man kann schon dagegen kämpfen, das heißt aber für den Kassenarzt: Funktionär in der örtlichen KV werden und der Büroktratie trotzig zurufen "Bring it on!". Warnung: Die tut das. Wenn man da bestehen will, ist es schnell vorbei mit der ärztlichen Berufung zum Helfen.

"Maries Mutter steigt eher selbst auf einen Stuhl und dreht die flackernde Leuchtstoffröhre raus, ..."

Was bürokratisch-juristisch gesehen Wahnsinn ist. Selber?!!! Stuhl?!!!!! Die Berufsunfall zahlt nix. Wie ein Leben im Rollstuhl UND von Sozialhilfe aussieht muss ich dir nicht beschreiben. Nix mehr teure Tena.

Deswegen auch
"Soll heißen: Würde ich da Ruhepuls 200 reinschreiben, würde das vermutlich nicht einmal auffallen."
Oh doch. Nämlich wenn was passiert. Socke, um Gottes Willen! Du hast Bürokratie nicht verstanden. 99% der Verwaltungsarbeit der Behörden ist vorzubauen, nicht schuld zu sein. Wenn was passiert und der Pathologe findet die kleinste Auffälligkeit, ist die Frage sofort: "Welcher Arzt hat das genehmigt?" Und dann erklär mal deine witzigen 200. Im Gegenzug ist es völlig egal, wenn Du 70 reinschreibst, obwohl es 200 war. Soll dir mal einer beweisen, dass deine Messung nicht 70 war. Juristenspruch. Das Protokoll sagt immer die Wahrheit. Alte Erkenntnis: Schweine haben's im Leben oft leichter.

Petra hat gesagt…

Du lässt Dich ziemlich leicht von negativen Kommentaren runterziehen, obwohl es eigentlich gar nicht angebracht ist: Deine Chefin lobt Dich und Uschi meint ueber dieselbe Sache, dass Du ner Familie unnötigen Stress beschert hast. Aus einem unerklärlichen Grund gibst Du dann Uschi die Oberhand und Du nimmst das, was sie sagt, wichtiger als das Urteil Deiner Chefin. Es gibt Leute, die einfach Blödsinn reden und selber von dem Mist, den sie von sich geben ueberzeugt sind. Das bedeutet nicht, dass sie Recht haben oder was Schlaues gesagt haben. Ich glaub, Uschi ist einfach nur neidisch und versucht Dir (und vermutlich anderen) bei jeder halbwegs passenden Gelegenheit eine reinzudruecken. Und jetzt schon wieder: Du arbeitest vier Wochen lang gratis, machst Deine Arbeit aussergewöhnlich gut und nimmst Deiner Chefin damit einiges an Arbeit ab, und die Uschi schafft es, Dir mit ein paar gezielten boshaften Bemerkungen ein schlechtes Gewissen dafuer einzureden. Warum gibst Du ihr so viel Macht?