Freitag, 19. Juni 2015

Keine Sonderrechte

Kaum rolle ich durch einen Supermarkt, ist ein neuer Beitrag fällig. Ich soll Maries Mutter eine kleine Flasche Rum für einen Kuchen herausholen. Während sie mit Marie nebenan durch einen Bioladen turnt, flitze ich durch einen Discounter, stehe inzwischen in der schier endlosen Schlange vor der Kasse. In der anderen Reihe steht in viel zu kurzen Jogginghosen eine Frau mit unvorteilhafter Frisur, knetet in ihren Händen eine Tüte Gummibären.

Um den Hals trägt sie ein Schlüsselband einer nahe gelegenen Einrichtung für geistig behinderte Menschen. Sie wippt auf und ab, fängt an, die Wartezeit zu überbrücken, indem sie sich selbst ein Liedchen vorsingt. Der englische Text ist nicht zu verstehen, aber die Melodie kommt mir bekannt vor. Dann endlich kommt ein junger Mann, der eine zweite Kasse öffnen will. In atemberaubender Lautstärke freut sich diese Frau, diesen Mitarbeiter zu sehen: "Guten Tag, machst du eine zweite Kasse auf?", brüllt sie quer durch den Laden. Und mit "Brüllen" ist wirklich "Brüllen" gemeint. Würde man das Piepen der Scanner vielleicht mit einer Lautstärke von 2 bewerten und das Kreischen jener Alarmanlage, die losgeht, wenn jemand unerlaubt den Notausgang öffnet, mit 10, dann brüllt Madam mit etwa Neundreiviertel. Umstehende Leute gehen erschrocken ein bis zwei Schritte zur Seite, fast alle drehen sich um und starren sie an. Die Frau wird nicht etwa rot, sie interessiert die Aufmerksamkeit scheinbar gar nicht, sondern sie singt einfach ihr Liedchen weiter. Schaut tief durch die Folie ihrer Gummibärchen-Tüte und sagt laut: "Na Klausi, pass auf, du bist gleich weg." - Ihre Selbstsicherheit möchte ich haben.

Endlich bin ich am Transportband angekommen, lege meine Rumflasche auf selbiges und warte. Hinter mir knutschen zwei Frauen, geschätzt um die 40 Jahre alt. Eine nimmt einen Lolly aus dem Regal, drückt auf einen Knopf und bringt selbigen damit zum Leuchten. Sie hält mir das Ding vor das Gesicht und grinst verschmitzt. "Na, Interesse?" - "Meinst du, ich finde meinen Mund besser, wenn mein Essen im Dunkeln leuchtet?"

Ihre Freundin sagt: "Die Lampe dadrin wird benötigt, falls auf Toilette mal kein Licht ist." - Die andere der beiden Frauen antwortet, während sie das Ding wieder ins Regal packt: "Auja, lass uns was zu Naschen mit zum Kacken nehmen, dann ist es nicht so langweilig." - Das wiederum hört die bis eben noch singende Frau an der Nachbarkasse und klärt lautstark auf: "Auf Klo wird nicht gegessen, das ist voll igelhaft." - Ein junger Mann steht vor mir und versucht krampfhaft, sein Lachen zu unterdrücken. Ob ich ihm einfach mal den Lolly anbieten sollte?

Endlich bin ich dran. "Ihren Ausweis bitte", verlangt die Kassiererin. Mir fällt alles aus dem Gesicht. Das ist jetzt nicht ihr Ernst. "Habe ich gerade nicht dabei. Ich bin aber schon 22." - Sie räumt demonstrativ meine Rumflasche neben ihren Drucker und sagt: "Und tschüss." - Bevor ich was erwidern kann, scannt die Frau die Artikel der beiden Frauen hinter mir. Wirklich zu freundlich.

"Moment mal bitte, hier ist mein Autoschlüssel", sage ich und halte ihr mein Schlüsselbund hin. Sie erwidert: "Begleitetes Fahren gibt es schon mit 17, trotzdem darfst du mit 17 noch keinen Alkohol kaufen. Auf Wiedersehen!"

Ich fühle mich ja geschmeichelt, dass mich jemand fast sechs Jahre jünger schätzt, und klar, die Kassiererin trägt die Verantwortung, aber warum muss das ausgerechnet dann sein, wenn ich mein Portmonee nicht dabei habe? Wie 17 sehe ich nun wirklich nicht mehr aus. Es hilft nichts. Ich rolle zurück zum Parkplatz, treffe Maries Mutter und bitte sie, mich zu begleiten. Sie verdreht die Augen, geht mit mir zur Kasse, wo die Rumflasche noch immer steht. Als der nächste Kunde fertig ist, spreche ich die Kassiererin an: "Entschuldigung, könnte ich jetzt vielleicht kurz meine Flasche haben?" - "Stellen Sie sich bitte hinten an, ja?" - "Echt mal", ergänzt die Kundin, die gerade dran ist. Wirft Maries Mutter einen bitterbösen Blick zu und sagt: "Nur weil sie im Rollstuhl sitzt, hat sie keine Sonderrechte. Und jetzt gehen Sie zur Seite und halten Sie den Betrieb nicht auf."

Ich gucke Maries Mutter an. Maries Mutter guckt mich an. Schüttelt mit dem Kopf und geht raus. Ich rolle schweigend hinterher.

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Sorry, aber im Grunde hat die Kassiererin recht. Das ist keine Frage des Rollstuhls oder des nicht Rollstuhls, sondern des Prinzipes.
Tut mir leid, dass ich da diesmal nicht ein "bravo Jule" zu schreibe. Denoch Liebe Grüße und vielen lieben Dank für die Begebenheit :)

Anne hat gesagt…

Och Jule,

das ist echt Mist, wenn man trotz Volljährigkeit keinen Alkohol kaufen darf.

Ich hab da Erfahrung. Wollte am Vatertag für meinen Ehegatten ein Bierchen kaufen und hab es nicht gekriegt ! Hatte keinen Ausweis mit, aber ich bin 32 ! Das ist langsam kein Kompliment mehr.

Also Kopf hoch.

Anonym hat gesagt…

Ich mag dich und deinen Blog und bin oft deiner Meinung.
Heute aber: Stell dich nicht so an. Die Kassiererin hat einfach Recht und wäre dumm deswegen ihren Job zu riskieren.

Philipp hat gesagt…

Vielleicht einfach nur einen schlechten Tag gehabt. Wer weiss.

Ich möchte so nen Job auch nicht machen.

Siehs als Kompliment an dein Alter.

Grüße aus Dresden

Philipp

Anonym hat gesagt…

Super. Dass sie das Alter falsch einschätzt, kann passieren. Aber wenn du dann nachlieferst und ihr Irrtum damit offensichtlich wird, und die Flasche da noch steht, hätte sie dich einmal kurz dazwischen nehmen können.

Aber ich wäre dann auch rausgegangen und hätte das woanders gekauft. Ist jawohl super, was sich einige Leute da gleich zusammenreimen...

Ich gehe genau aus diesen Gründen nicht mehr im Discounter einkaufen. Die Unhöflichkeit, lange Schlangen, und das alles, damit ich mein Geld loswerden darf? Nö.

Summer hat gesagt…

Mach dir nix draus, Jule, ich bin vor zwei Jahren das letzte Mal nach meinem Perso gefragt worden - als ich die Getränke für meinen 30. Geburtstag gekauft habe *prust*
Ich habs einfach mal als Kompliment genommen... ;)

Anonym hat gesagt…

Ob es nun richtig wäre in so einem Fall jemand gleich dran zu nehmen, darüber kann man diskutieren und verschiedener Meinung sein. ( ich hätte mich aber auch nicht noch mal angestellt)
Was aber gar nicht geht, ist die Unterstellung, dass jule wegen ihres Rollstuhls sich nicht anstellen will. Das tut gar nicht zur Sache, ob sie im Rolli sitzt oder nicht. Und es geht auch nicht, dass das dann auch noch Maries Mutter gesagt wird und nicht jule selbst.

Anonym hat gesagt…

Dass sie dir den Rum nicht gegeben hat, finde ich auch nicht so schlimm, ich könnte eine 17-Jährige im Zweifelsfall auch nicht von einer 23-Jährigen unterscheiden. Ich musste mit 32 für eine Flasche Rum vor einer Weile den Ausweis zeigen, das fand ich dann schon etwas seltsam. Fragt sich, was gewesen wäre, wenn ich ihn nicht gehabt hätte, ob es sie überzeugt hätte, wie lang mein Abi schon her ist, wie lang ich schon mein Diplom hab usw.? Wohl eher nicht und das hätte mich auch ziemlich geärgert.
Aber dich dann an der Kasse dazwischen zu schieben, hätte sich schon gehört.

Edelnickel hat gesagt…

Naja, Alter falsch eingeschätzt ist jetzt nicht dramatisch. Freu dich lieber, dass du jünger auszusehen scheinst. ;)

Sie hätte dich kurz drannehmen können, ja. Immerhin hattest du ja schon gewartet.

Aber ich als Kassiererin muss sagen, wenn ich mir unsicher bin, frage ich auch lieber nach und ein Autoschlüssel ersetzt keinen Führerschein oder Ausweis. (Darauf wird sogar in den Schulungen hingewiesen.) Wärst du wirklich 17, sie hätte es dir dennoch verkauft und jemand hätte sie angezeigt, wäre das nicht nur teuer geworden (um die 200€, die sie selber bezahlt - bei erstem Vergehen), sondern sie hätte auch eine Verwarnung bekommen und unter Umständen sogar einen Eintrag ins Einzelhandelszentralregister. Und mit so einem Eintrag findet man schlecht nen Job im EH. Für ne Flasche ALkohol würde ICH das Risiko auch nicht eingehen.

Anonym hat gesagt…

Ich werde mit 25 auch noch oft gefragt, mitlerweile höflich.
Früher, als die Kassierer dachten ich wäre auf jeden Fall zu jung, unhöflich von oben herab. Das hat mich in der Regel am meisten geärgert, nicht das kontrollieren sondern die Art. Und so wie sich das ließt war das auch so eine unhöflich Kontrolle.

Alex hat gesagt…

Also die Kassiererin hat eigentlich alles richtig gemacht. Wenn sie sich nicht sicher ist ob du ü 18 bist oder nicht, muss sie dich nach dem Ausweis fragen und ja ein Autoschlüssel ist keiner. Einen Autoschlüssel kann man ja nicht nur haben wenn man selber zum Laden gefahren ist sondern man könnte den ja auch einfach von den Eltern genommen haben oder von einem älteren Freund. Auch muss sie dich nicht sofort dran nehmen, wenn du zurück kommst, erst recht nicht wenn sie gerade andere bedient. Die haben ja auch genau wie du vorher auch gewartet. Ja, für dich ist es doof dich noch mal anstellen zu müssen, aber es ist trotzdem richtig. Das einzige was nicht sein muss war der Kommentar. Außerdem selbst wenn du wieder dran gekommen wärst ist es fraglich ob sie dir auch einfach die Flasche gegeben hätte, denn normalerweise werden die möglichst schnell wieder ins Regal gestellt.

Alex hat gesagt…

Okay jetzt ist es doof das es keine Funktion zum editieren gibt. Der Kommentar zum Rollstuhl kam ja nicht mal von der Kassiererin sondern von der Kundin. Also kann man der Kassiererin gar keinen Vorwurf machen. Die Kundin mit dem Kommentar zum Rolli war schon doof, allerdings kann man sie auch verstehen, denn für sie kann es so gewirkt haben als ob du dir einfach was raus nehmen willst oder du eine Spezialbehandlung willst. Das du sowas nicht willst weiß hier jeder, aber jemand anderes nicht.

Anonym hat gesagt…

Ich seh das auch wie die meisten hier, sorry Jule.
Du bist in der Bringschuld, wenn du alkoholische Getränke kaufen möchtest. Der Gesetzgeber verlangt, dass du dich ausweisen musst. Wenn du dem nicht nach kommst, klappt das halt leider nicht. Das die Kassierin dich dann - wenn eben einiges los ist - nicht dazwischen schieben will und andere warten lässt, weil *du* was vergessen hast, kann ich ebenfalls nach vollziehen.

Hattest du nicht deine Geldbörse dabei? Pack deinen Ausweis doch einfach da rein, dann ist das kein Problem. Ich halte das genau so, obwohl ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr gefragt werde - leider! ;)

Anonym hat gesagt…

Es ist es nicht wert, seinen Job für eine Flasche Rum zu riskieren. Leider haben Kassierer keinen "Kunde ist schon 18"-Sensor. Wir hätten ihn sicherlich alle gerne, aber meistens sind die Kunden, die man auf "bestimmt schon 23" geschätzt hätte, dann gerade erst 18 und die, bei denen man auf "Na Mäuseken, ob du schon 18 bist" schätzt, sind schon 25. Ich verkaufe keinen Alkohol, aber (im Buchhandel) u.a. auch DVDs ab 18 und wenn Kunde nicht aussieht wie weit über 30, sehe ich dazu wirklich echt gerne einen Ausweis. Oder Führerschein. Früher auch gerne Studiausweis, aber da steht bei uns kein Geburtsdatum mehr drauf und die Erstis sind jetzt gerne auch erst 17. Selbst ohne Anzeige, riskiere ich im Zweifel meinen Job, wenn Cheffe in dem Moment um die Ecke schaut und am Alter des Kunden zweifelt (als Aushilfe habe ich überragende 5 Tage Kündigungsfrist). Das ist ein schmollender Kunde einfach nicht wert. Und ich schwöre, dem Menschen auf der anderen Seite der Kasse ist es auch peinlich, wenn er 10 Jahre daneben getippt hat... gerade mal vier finde ich jetzt so viel nicht.

Und auch sonst nehmen wir Kunden gerne in der Reihenfolge dran, in der sie an der Kasse erscheinen. Klar macht man immer mal wieder eine Ausnahme (hochschwanger, gebrechlich, akutes Nasenbluten, kotzendes Kleinkind auf dem Arm etc.), aber wir machen Kunden immer gerne klar, dass wenn sie weggehen, sie sich wieder anstellen müssen. Wer nochmal einen Titel aus der Auslage vor der Kasse greift, dann zum Anlesen irgendwo hinter den nächsten Pfeiler verschwindet, der kann dann eben am Ende nicht aktiv anstehen und das Buch mit "Ich nehm das jetzt auch noch" auf die Theke schmeißen. Weggegangen, Platz vergangen. Wer zwischendurch noch - aus welchem Grund auch immer - das Geschäft verlässt, stellt sich bitte dreimal hinten wieder an. Sonst endet man nämlich genau da: der nächste Kunde zickt (und das auch irgendwie mit gutem Recht, schließlich hat er brav gewartet, bis er dran ist).

Keine Ausweispapiere dabei zu haben, wenn man Dinge mit Altersfreigabe (sei es Alkohol, DVDs oder Feuerwerkskörper - für die ich mit 25 selbst noch den Ausweis zücken durfte) kauft, ist halt doof. Ist aber ein typisches "Naja, wusste ich ja, dass es passieren könnte. Selber Schuld" Phänomen. Oder sollte es zumindest sein.

Das einzige, was ich wirklich daneben finde ist der Kommentar der Kundin Maries Mutter gegenüber (der a) überflüssig ist und wenn überhaupt dann b) an dich gerichtet sein müsste). Nur... so richtig unrecht hat sie nicht.

David Turman hat gesagt…

Mann, Jule, ich habe dir schon hundertmal gesagt, du sollst nicht immer in Eselsmilch baden, weil die einen extrem jünger aussehen lässt. Das hast du jetzt davon! :-)

Anonym hat gesagt…

Auch ich sehe das so, wie alle anderen: Lieber einmal mehr nachgefragt (ich kannte eine Studentin, die mit 25 noch beim Minigolfspielen den Kinderpreis der unter 16-jährigen bezahlte, und eine 28-jährige, die als "Kind" ins Museum ging...), ich habe einen 17-jährigen Sohn... Da sieht man das vielleicht anders...
Übrigens bloggt ein Shopinhaber, der mal ein Bild aufgehangen hat, dass er bis 30 Jahre nach dem Ausweis fragt...
LG Saskia

Anonym hat gesagt…

Ich musste letztens meinen Ausweis zeigen für einen Sixer Bier - ich bin 24, 8 Jahre älter als ich sein müsste. Die haben alle so Angst vor Konsequenzen, dass die Menschenkenntnis ausfällt.

Leif hat gesagt…

Ich hoffe ich mache mich jetzt nicht mega unbeliebt, aber ich gebe der Kassierin UND Kundin recht. Es war deine Schuld, den Ausweis nicht mitzunehmen und dann stellt man sich (den anderen Kunden zuliebe und aus Höflichkeit) nochmal an.
Diese haben auch gewartet bis sie dran gekommen sind.

Den Kommentar finde ich auch nicht ganz verkehrt, unhöflich ausgedrückt zwar aber doch nicht gänzlich verkehrt gedacht.
Woher hätte die Dame wissen sollen, dass du bereits angestanden hast? So wirkt es doch tatsächlich als ob du eine Bevorzugung verlang hättest.
Wie gesagt, selbst wenn du schon angestanden hast- dann stellst du dich in so einer Situation (Selbstverschulden) noch mal an.

Klar- nervige Situation, die du aber (von dir aus) verhindern hättest können.
Schwamm drüber, man lernt draus. :-)

Anonym hat gesagt…

ich bin ein paar tage (so um die 10?) älter als du und werde auch meistens nach dem ausweis gefragt. ist doch keine grosse sache. es gibt nunmal viele, die mit 16/17 aussehen wie anfang 20 und gleichzeitig sehe ich halt noch relativ jung aus. mal ganz davon abgesehen, dass sich die kassiererin strafbar machen würde, wenn sie einer minderjährigen alkohol verkauft. du hast einen fehler gemacht und musstest dich danach nochmal anstellen. sorry, aber in diesem fall hatte sie einfach recht.

Lexi hat gesagt…

Abgesehen davon, dass ich meinen Vorschreibern recht gebe - lieber einmal zu viel kontrolliert als zu wenig - verstehe ich nicht, warum man seinen Ausweis "gerade" nicht dabei hat. Ich habe den IMMER dabei. Ob ich einkaufen fahre oder nur 500m durchs Dorf um Brötchen zu holen.
DAS ist mir wirklich, wirklich schleierhaft.

Klaus hat gesagt…

Ich bin klar dafür, dass bei Alkohol und Zigaretten grundsätzlich der Ausweis vorgezeigt werden muss. Auch von 18-80 und auch von bekannten Personen. Dann kann sich kein Kassierer herausreden, dass der das Alter falsch eingeschätzt hat oder sonsig geirrt hat. Auch sollte es eine Lizenz zum Verkauf geben, die eingezogen wird, wenn die Regeln nicht strikt befolgt werden.
So ist der Jugendschutz eher ein nach dem guten Willen des Kassierers/des Geschäfts geregelt. Er ermöglicht halt auch die Diskriminierung, indem z.B. Rolli-Fahrer, Ausländer (z.B. Asiaten, "sehen alle gleich aus") oder andere Gruppen grundsätzlich etwas jünger eingestuft werden. Wenn alle den Ausweis zeigen müssen, dann gibt es da keine Probleme mehr.

Maria hat gesagt…

Haha, das ist mir auch schon passiert. Ich hatte meinen Geldbeutel im Auto liegen lassen, aber mein Freund meinte: "Ich hab' ja Geld dabei". Wir haben nur eine Flasche Met gekauft (darf man bereits mit 16 kaufen). An der Kasse meinte mein Freund dann: "Ich geh nochmal schnell aufs Klo" und drückte mir seinen Geldbeutel in der Hand. Und dann wollte die Kassiererin doch tatsächlich meinen Ausweis sehen. Ich gebe zu, ich habe arg ungläubig reagiert, da ich da immerhin schon 29 war und sie mich damit ganze 13 Jahre zu jung geschätzt hat. Und ich sah nun wirklich nicht wie 16 aus.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich durfte den Met nicht kaufen. Ich mußte waren, bis mein Freund zurück kam und den dann gekauft hat. Allerdings wurden wir schnell dazwischen geschoben.
Und sowas ist bei uns auch Gang und Gäbe. Auch bei den Discountern. Da werden ja auch Kunden, die was umtauschen wollen dazwischen geschoben. Da regt sich auch keiner der Anstehenden auf.

Bei sowas muß man einfach gelassener werden. Doof gelaufen, die Kassieren war vielleicht noch unfreundlich dazu - was soll's. Es gibt wichtigeres, über das man sich ärgern kann.

Anonym hat gesagt…

Nun, wie alle Vorredner schon festgestellt haben ist das Handeln der Kassiererin nicht zu beanstanden. Klar, für dich in dem Moment blöd und unerwartet, aber das ändert ja nichts daran.

Das dazwischenschieben danach kann man differenzierter betrachten. Einerseits hast du natürlich bereits angestanden und das wäre daher keine große Sache. Problem ist aber andererseits, wo zieht man die Grenze und wie reagieren die anderen Kunden? Ich persönlich hätte dich auch dazwischen geschoben, zumal du ja nur einen Artikel hattest, aber auch das Gegenteil lässt sich in meinen Augen gut begründen und daher möchte ich dich beglückwünschen, dass du offensichtlich weniger problematische Szenen erlebst. Dein Magnet schwächelt doch nicht etwa ;)

Anonym hat gesagt…

Die Alterskontrolle ist ein Muss, absolut!
Dass dich die Kassiererin allerdings nicht kurz einschob, als du nochmal zurückgekommen bist, ist unschön. Sie hätte der Kundin - die allerdings nicht wissen konnte, dass du die Schlange bereits absolviert hattest - mit einem Hinweis darauf um kurze Geduld bitten können.
Deinen Ärger hattest du hoffentlich am nächsten Tag wieder vergessen. :)